Hallo allerseits,
seit vorgestern machte meine sieben Jahre alte Bezzera BZ 99 Zicken; hier ein kurzes Protokoll meiner heutigen Maschinenschrauberei:
Nach jeweils 1–2 problemfreien Betriebsstunden schaltete die Maschine spontan auf "nicht mehr betriebsbereit" (grüne Kontrolllampe erlischt), obwohl Wassertank und Boiler gefüllt waren. Aus- und Wiedereinschalten halfen nicht unmittelbar, wohl aber mit ein paar Minuten Wartezeit vor dem Wiedereinschalten. Dann aber nach kurzer Zeit das selbe von vorn.
Vermutung:
Elektronikproblem, das irgendwie mit Überhitzung zu tun hat. Da ich in Bezug auf das Modell schon häufiger von Problemen mit dem Trafo im Elektronikmodul gelesen hatte, drängte sich der Verdacht auf, dass dieser auch mein Problem hervorrufen könnte.
Aufschrauben, Diagnose:
Dach ab, Seitenverkleidung ab, Elektronikmodul (Fabrikat "Giemme") ausgebaut: Eine Sache von 5 Minuten, es sind insgesamt zwei Kreuzschlitz- (Dach) und zwei Inbusschrauben (Elektronikmodul) zu lösen, dann lässt sich das Modul mit Gefühl zur linken Seite aus dem Klimbim herausmanövrieren. Kabelschuhe sorgfältig durchnummeriert, um beim Zusammenbau keinen Mist zu bauen, dann abgezogen und damit das Modul endgültig vom Chassis gelöst.
Ein breiter Schlitzschraubendreher hilft beim vorsichtigen Aufhebeln der aufgerasteten Elektronikhaube (Vorsicht, man kann dabei bis auf die Platine durchstochern!). Erster Eindruck: Alles makellos; der Trafo zeigt keine sichtbaren "Verbrennungserscheinungen". Schade auch – erste Skepsis macht sich breit, aber wenn das Moldul nun schon offen ist, wird der Trafo halt auf gut Glück getauscht.
Die Recherche unter conrad.de bringt recht schnell den passenden Austauschtrafo ans Licht: Printmontage, Primär 230V, Sekundär 18V, 1,5VA, Baumaß 37x27x24mm, Conrad-Bestellnummer 506087, Stück zu 2,75 Euro. Aufs Fahrrad, 500m zu Conrad geradelt (hehe…), 2 Trafos aus dem Regal genommen, 5,50 Euro berappt, 500m zurückgeradelt.
Alten Trafo ausgelötet (Entlötsaugpumpe!), neuen Trafo mit Conrad-Bestellnummer beschriftet (eingeritzt), dann eingelötet, Modul zusammengesteckt, Kabelschuhe drauf, wieder an seinen Platz montiert und alles wieder standesgemäß verschraubt.
Wasser in den Tank, einschalten: Läuft.
Jetzt, sechs Stunden später: Läuft noch immer, ohne jedes Problem!
Es scheint also tatsächlich der Trafo gewesen zu sein, oder aber ich habe versehentlich eine Wunderheilung vollbracht …
Zeitaufwand: Anderthalb Stunden mit Traforecherche und -kauf, reine Montagezeit etwa 'ne halbe Stunde.
Grüße,
Wolfgang


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