Hallo,
nachdem die Reduzierung des Brühdruckes ja derzeit ein richtiger Trend ist, konnte auch ich mich diesem nicht völlig verschließen. Vor allem diverse Berichte, die von ungeahnten Geschmacksgewinnen berichteten haben mich dazu gebracht, das mal auszuprobieren.
Am Wochenende habe ich mir daher zunächst mal vorsorglich eine Balea-Feder besorgt, um dann am Brühdruck zu experimentieren (danke an ChristianK und Roland, die mich hierbei unterstützt haben).
Am Anfang habe ich satte 14 bar Brühdruck gemessen. Das Regulieren des Druckes war dann eigentlich ganz einfach, wenn man die Schraube mal gelöst hatte. Ich habe mich Stück für Stück vorgetastet, bis ich zuletzt 9,5 bar erreicht habe.
Positiv hierbei ist, dass meine Livia kein "Gekreische" von sich gibt. Die Balea-Feder bleibt daher vorerst ungenutzt. Der Ton hat sich zwar geändert, jedoch nicht schlimm. Die Maschine ist etwas ruhiger, hat jedoch einen ganz leisen unangenehmen Beiton.
Nun zur Hauptfrage: Was hat es gebracht?
Zunächst einmal war ich mit meinem Kaffee bisher sehr zufrieden. Ich habe auch bei 14 bar eine schöne Crema und ein gutes Ergebnis bekommen. Tendenziell empfand ich den Espresso immer recht kräftig, insgesamt kein Weichspüler. Die Crema war eher dunkel, vielleicht mehr als üblich.
Nach Reduzierung des Brühdruckes ist die Crema einen Tick heller. Der Kaffee läuft ein wenig gleichmäßiger und ich habe das Gefühl, es geht etwas einfacher. Kleine Abweichungen beim Anpressdruck oder der Kaffeemenge führen nicht direkt zu Unterschieden in der Tasse. Die Maschine ist gutmütiger.
Geschmacklich tue ich mir sehr schwer, eine "Verbesserung" zu beschreiben. Der Espresso wirkt etwas weicher als vorher. Ob besser oder schlechter kann man nicht sagen, einfach geringfügig anders.
Als erstes Fazit des Tunings muss ich für mich festhalten, dass die Erwartungen bislang nicht erfüllt wurden. Der Kaffee ist nicht besser, allenfalls geringfügig anders als vorher.
Eine negative Folge des Tunings ist der enorme Wasserverbrauch, da das Ventil nun beim Bezug Unmengen von Wasser in die Abtropfschale leitet. Nach 3-4 Bezügen ist die Abtropfschale voll.
Ich lasse den Druck jetzt erst einmal reduziert und teste das eine gewisse Zeit. Wenn ich an der Qualität noch etwas rausholen kann, würde ich vielleicht den Brühdruck niedrig lassen. Sollte es bei dem jetzigen Stand verbleiben, könnte ich für mich keine Verbesserung durch das Tuning feststellen und würde diesen wieder erhöhen.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass der reduzierte Druck die Bedienung etwas einfacher macht, die Maschine reagiert gelassener.
Bei höherem Druck muss man genauer arbeiten, bekommt dann aber (zumindest meiner Meinung nach) auch ein perfekteres Ergebnis.
René
p.s.: Weiß zufällig jemand, ob man bei der Livia (diese hat ein Ventil am Boden des Wassertanks, d.h. kein Ansaugschlauch), das Wasser, welches vom Ventil in die Abtropfschale geleitet wird, wieder mittels eines T-Stückes an den Zulauf zur Pumpe führen kann? Oder bekomme ich da Probleme mit den Druckverhältnissen?


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