In den letzten Tagen lief der Kaffee nicht mehr gescheit und schmeckte auch nicht mehr. Dafür tropfte die Evo aus der Brühgruppe wie ein Gewitterregen.
Die Maschine habe ich seit November 2006 im Büro und mache im Schnitt 2 Bezüge am Tag mit weichem Wasser.
Trotzdem fasste ich den Entschluss das Teil mal zu zerlegen und zu entkalken.
Das größte Problem lauert schon zu Beginn. Der Drehknopf des Dampfventils weigert sich rauszugehen. Es hilft das Dampfventil aufzudrehen, dann den Knopf mit einem Messer oder einem Schreubendreher heraushebeln.
Dann folgt das nächste Problem. Der Deckel geht nicht herunter. In der Mitte sitzt eine Kreuzschlitzschraube unter einem kleinen Deckel, der sich leicht heraushebeln lässt. Man muss dann den Deckel ohne Rücksicht auf Verluste irgendwie herausquälen. Dabei kann es passieren, dass einem ein paar kleine Plastikteilchen entgegen kommen. Keine Angst, wird wieder fest.
Nach dem Abheben des Deckels sieht es so aus:
Es macht Sinn diesen Zustand zu fotografieren, da mann nun alle Schläuche und Kabel abziehen muss.
Das Duschsieb kann man mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher entfernen und die darunter befindliche Duschplatte mit einem Innensechskant (nennt man das so?). Darunter liegt die Wurzel allen Übels, das Brühgruppenventil.
Die Brühgruppe und den daran angeflanschten Kessl ist von unten mit vier Innensechskantschrauben befestigt. Nach dem entfernen selbiger kann man das ganze Teil von oben herausziehen.
Das Brühgruppenventil sitzt in der Mitte der Brühgruppe und kann mit einem 12er Schlüssel entfernt werden.
Zerlegen kann man es, indem man den oberen Teil mit einem 13er Schlüssel gegenhält.
Danach trennt man die Brühgruppe vom Kessel. Es sind vier Schrauben (Innensechskant) Zwischen beiden teilen sitzt eine Gummidichtung, die ich wiederverwendet habe.
Es war mehr Kalk drin als ich dachte.
In der Apotheke habe ich Weinsäure gekauft und eine Mischung angerührt. 20 Gramm auf 600 ml. Das ganze habe ich erhitzt und in den Kessel gefüllt. Die verkalkten teile habe ich eingelegt. Ich empfehle ein anderes Mischungsverhältnis, evtl 60 Gramm auf 600 ml, da sich bei mir ohne mit einer Zahnbürste zu schrubben nicht viel getan hat.
Nach der Entkalkung habe ich alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut. Alle Dichtungen habe ich wiederverwendet und zum Teil leicht mit Silikonfett eingerieben.
Das Resultat war gut. Der Espresso läuft wieder und schmeckt. Das getropfe aus der Brühgruppe ist fast ganz weg....bis zum nächsten Mal.


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