Hallo zusammen! Nachdem ich mir vor wenigen Jahren mit einer Gaggia CC die Eintrittskarte für den Espressowahnsinn zugelegt habe, nahm das Unheil seinen Lauf: Etwas größeres musste her, am besten Zweikreiser und möglichst noch mit vertretbaren Ausmaßen. Die nächste Stufe war dann ein ziemlich exotischer Zweikreiser von LaPavoni. Zwar schon mit Festwasseranschluß, aber mit dem kleinen Siebträger und der Vib-Pumpe war ich irgendwie doch nicht zufrieden. Siehe hier: La Pavoni Eurobar Zweikreiser - Kleine Bastelstunde
Etwas mit Rotationspumpe sollte es also sein... und Anfang letzten Jahres ist mir dann für kleines Geld eine Wega Nova in die Hände gefallen. Die Bedingung 'möglichst kompakt' war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich in Vergessenheit geraten. Als der Kasten dann tatsächlich bei mir im Zimmer stand, hab ich doch ein wenig an meinem Geisteszustand zweifeln müssen...
Naja, der Zustand war, wie nicht anders erwartet, ziemlich desolat - eine ausgemusterte Gastrokiste eben, eigentlich reif für den freundlichen Altmetallhädler. Aber ich lasse einfach die Bilder für sich sprechen:
Leichter Rostansatz...
Als wäre sie in einem Taubenschlag gestanden
Die Wirkungsstätte in ihrer vollen Pracht...
Brühgruppe mit Bioreaktor...
Innen sieht's nicht besser aus!
Die Verteilerplatte war vollkommen eingegammelt und ziemlich wiederspenstig was das
Öffnen anging... Dremel, großer Schraubenzieher und Hammer haben dann aber doch
erfolgreiche Überzeugungsarbeit geleistet!
Kesselstein Olé! Über eine Woche hat das Entkalken gedauert, zuerst mit Hammer und
Meißel. Es kamen Platten mit fast zwei cm Stärke heraus! Dann zuerst mit Zitronensäure
entkalkt, nach zwei Kilo hab ich akzeptiert, daß die mit dem Kesselstein nicht fertig wird.
Der gute Schnellentkalker aus dem Großmarkt mit 30% Phosphorsäure hat's dann aber
doch gerichtet...
Naja, alle Teile zerlegen, reinigen und überholen hat mehrere Monate in Anspruch genommen. Es soll ja Spaß machen, darum habe ich je nach Lust und Laune mal hier, mal da an der Maschine geschraubt. Zudem ist das Projekt fast ein halbes Jahr stillgestanden, weil ich Rahmen & Verkleidung zum Sandstrahlen und Lackieren an einen Freund weitergegeben habe, er kennt da jemanden der jemanden kennt... Böser Fehler, im Endeffekt war ich froh, daß ich die Teile überhaupt wiedergesehen habe, da der Kerl einen Teil der Verkleidung verschlampt und auch nicht lackiert hatte. Und sagen wir's mal so: Wenn ich die Verkleidung bei einem Sandsturm in der Sahara mit der Sprühdose lackiert hätte, wäre wohl weniger Staub drin! *ärgerlich* Naja, selber schuld, einem Lackierer hätte ich das Zeug um die Ohren gehauen, so muß ich das eben nochmal machen lassen.
Der Zusammenbau an sich ging dann recht flott vor sich, als kleines Schmankerl hat die Maschine noch einen PID-Regler verpasst bekommen. Ein guter Freund hat mir eine Tauchhülse aus Messing gedreht, in der sitzt ein Typ K Thermoelement, das den Regler mit den nötigen Infos versorgt. Dieser Schaltet über ein SSR nun die Heizung. Über einen Wechselschalter an der Frontblende kann ich nun bequem zwischen PID und Pressostat umschalten.
Nachdem ich vorgestern den Kesselkreis geprüft und für dicht befunden habe, ging's gestern an den Brühkreis. Hier tat sich ein Problem auf, das ich noch nicht gelöst habe: Am Manometer liegen beim Leerbezug satte 8 Bar an. Kommt mir verdächtig viel vor, oder ist's doch normal? Hier der 'Problemthread' Problem: Druck bei Zweikreiser im Leerbezug zu hoch
Habe die Maschine heute dann aber doch in der Kaffee-Ecke installiert:
Die ersten Ergebnisse sind schon mal eine kleine Entschädigung für den Aufwand...
Jetz warte ich nur noch auf die (diesmal hoffentlich besser lackierte) Verkleidung, dann ist die Dame komplett!
Gruß, Alex


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