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  1. #1
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard Brühdruckmanometer reparabel?

    So, hallo Forum,

    nachdem ich über Weihnachten meine Kaffeecke neu aufgebaut, und Festanschluß verlegt habe, konnte ich endlich meine WEGA Antares aufbauen.
    (Restaurationsbericht: WEGA Antares MEMA 1)

    Wie bei den meisten meiner bisher restaurierten Maschinen, hängt auch bei der Wega das Brühdruckmanometer bei vier Bar. Das Manometer zu zerlegen, habe ich nach dem ersten Versuch wieder aufgegeben, da ich Angst hatte es komplett zu zerstören.
    Naja, bisher hatten auch alle Manometer funktioniert, wenn sie auch nicht bei Null anfingen.
    Leider dieses nicht. Trotz Druckminderer mit 3bar zeigt das Manometer ca. 8bar an und stieg beim Bezug auf ca. 10bar. Allerdings kam mir die geringe Wassermenge (45gr auf 10s gemessen) schon sehr wenig vor.
    Also hatte ich mein externes Manometer an den Siebauslauf geschraubt und siehe da, Brühdruck war nur 6bar. Also die Pumpe eingestellt auf 10bar, was das eingebaute Brühdruckmanometer mit drehen des Zeigers über die Horizontale, Richtung 20bar quittierte.
    Nach dem Bezug fällt es nur auf 12bar, und erst bei abgedrehtem Wasser und Entlüftung auf 8bar.

    Jetzt möchte ich doch versuchen das Manometer zu öffen.

    Hat jemand das schon mal gemacht, und was muss man beachten?
    Kann man die kleinen Durchmesser praktikabel entkalken?

    Grüße

    Andi
    Geändert von Ski_Andi (25.01.2009 um 18:38 Uhr)
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  2. #2
    marco.fantozzi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Bin mir zwar nicht sicher, aber soweit ich weiß, kann man ein Manometer nach dem Zerlegen nicht wieder so einfach zusammenbauen.

    Auf der anderen Seite dürfte so ein doppelmanometer wie du es hast an die 40€ kosten.
    Der Versuch lohnt sich also. Wenn dus machst, sag bescheid ob es funktioniert hat, würd mich interessieren, ob das so einfach geht.
    - Noch Evolutione, warte auf die R58 & Maccap M4d & Mazzer Mini A at Home
    - Giotto Premium Plus & Maccap M2d Mühle bei meinem Schätzchen
    - Isomac Giada vernicato (in rosa!) & Isomac Gran Maccinino at Sister
    - Parrottacaffé Gran Crema & Amabile, Barista Typo 700, ab und an Zusicaff miscela Super Bar oder Sortenreine aus der Bohne in Dornbirn (A), sonst aber ständig am probieren.

  3. #3
    boing ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Hallo,

    vielleicht kann einer der Experten was dazu sagen, ob das Öffnen in so einem Fall überhaupt hilft. Wenn das Problem wie von Dir vermutet durch Verkalkung verursacht ist müsste man ja die Messdose öffnen können (geht das ?) und das bloße Entfernen des Gehäuses und freilegen der Mechanik würde nicht weiterhelfen. Hängt das Manometer auch im ausgebauten Zustand bei 4 bar und kann man dann evtl. erkennen, ob sich in den Anschlüssen überhaupt Kalk/Schmutz befindet? Ich nehme an, dass Du die Anschlussleitungen bereits geprüft hast.

    Mit viel Geduld und einer Spritze könnte man evtl. den Entkalker einfüllen ohne das Manometer zu öffnen (vorher vorhandenes Wasser absaugen). Je nach Anschluss könnte man evtl. auch das externe Manometer testweise anstelle des eingebauten anschließen.

    Gruß,

    Frank-Ulrich

  4. #4
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Ah,
    das mit der Spritze ist doch einen Versuch wert, werde ich morgen versuchen.
    Ja, das Manometer hängt im Ausgebauten Zustand bei 4bar.
    Zuleitung ist frisch entkalkt und durchgängig.
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  5. #5
    Spencer ist offline Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Lass es lieber. Du bekommst die Dinger zwar auf, kannst die Mechanik dann entkalken und mit etwas Nähmaschinenöl wieder gangbar machen, aber:

    Die Undichtigkeit, die Ursache dafür war, daß Feuchtigkeit ins Innere des Manometer gelangen und so der Mechanismus überhaupt verkalken konnte, besteht auch weiterhin - in extremen Fällen beschlägt sogar das Glas von innen. Und dagegen ist meines Wissens nichts zu machen.

    Betrachte das Manometer einfach mal als Verschleißteil.

    Woher ich das alles weiß?

    Ich habe so auch schon mal eine gute Stunde meines Lebens vertrödelt...

    Gruß

    Dirk

  6. #6
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Lächeln AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    So,

    habe mich nun doch getraut das Manometer zu öffnen.
    Der Edelstahlframe der das Glas hält ging, nachdem ich mit dem Schraubenzieher die vier Haltelaschen aufgebogen habe gut runter.
    Das Glas war auch leicht von der Dichtung zu lösen, wobei diese natürlich zerstört wurde, aber kann man mit Silikon auch wieder eindichten.

    Soweit war ich schon vor sechs Monaten. Diesmal habe ich dann doch beherzt die Zeiger mit der Zange abgezogen, was erstaunlicherweise ohne Schaden ging.
    Danach konnte man das Manometer komplett zerlegen:





    An der Mechanik waren keine Kalkspuren, aber alles war ein wenig oxidiert und trockengelaufen. Also habe ich alles mit Öl gespült
    Danach gings dann wieder leichtgängig.
    Allerdings hatte ich den Eindruck, dass das Mitnehmer-Zahnsegment für den Brühdruck mal soweit ausgesteuert war, dass es vom Zahnrad der Zeigerwelle abgehoben hat. Man sieht das daran, das die "Nulllage" schon sehr am Ende des Zahnsegmentes war. Das hatte ich auch wieder justiert.

    Da ich nicht wußte ob in den Druckkammern Kalk war hatte ich noch versucht Zitronensäure mit der Spritze einzudrücken, was aber wohl nicht funktionierte.

    Also wieder alles zusammengebaut, die Scheibe mit Silikon eingedichtet und rein in die WEGA.

    Nach dem aufdrehen des Wasseranschlusses Der Brühdruckzeiger steigt auf die 3,xbar des Druckminderers an.
    Also mal den ersten Bezug gemacht. Aber schon war das seltsame Verhalten wieder da:
    Manometer steigt nach Einschalten der externen Pumpe auf 8bar an, bis die Vorbrühfeder der E61 Gruppe gespannt war, dann steigts auf die 10bar Brühdruck an, fällt aber nach dem Brühvorgang nur auf 8bar zurück.

    -- Panik -- Manometer doch kaputt?
    Also Maschine ausgeschaltet, E61 Gruppe (manuell) entlüftet, Druck fällt wieder auf die 3,xbar ab. Wasser abgedreht, E61 entlüftet, Druck fällt auf 0,xbar.

    Also Manometer scheint dann doch zu gehen.

    Aber kann das normal sein, dass die Externe Pumpe den Druck nach dem Bezug im Stillstand so hoch hält?
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  7. #7
    Arni ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Ich schätze, dass das ohne Justierung nichts Genaues werden wird.

  8. #8
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Stimme zu, absolut genau gehts nicht. Ich habe nur zwei Kalibrierpunkte, ca. 3bar vom voreingestellten Druckminderer, da liegt das Manometer ca. 0,5bar drüber und den Wert den mein Siebträgermanometer anzeigt. Der liegt ca. 0,8 bar drüber. Allerdings darf man nicht automatisch darauf schließen, daß beide Manometer den selben Druck sehen, da über die Düse zum Brühkopf ja nur wenig Wasser durchströmt, also erst mal ein Staudruck da ist, der erst wenn kein Wasser mehr fließt gleich dem Brühdruck ist. Habe das schön gesehen, als das Siebträgermanometer etwas geleckt hat, da hatte es immer ein Bar weniger angezeigt.

    Da das Manometer für mich eher als Schätzeisen, dass das System richtig läuft fungiert, d.h. der Wert sollte repoduzierbar sein, bin ich erstmal zufrieden.

    Nur der Tatsache, das der Wasserstrang den Druck nach Bezug nicht abfallen läßt, möchte ich noch nachgehen und verstehen. Da ist in der Verrohrung noch was faul.
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  9. #9
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Das der Brühdruck nicht abgefallen ist, lag übrigens daran, dass der Druckminderer für den Festwasseranschluss als Rückschlagventil wirkt. Der Brühdruck konnte sich daher nur sehr wenig über die Pumpe rückwärts abbauen.
    Seit dem ich meinen Entkalker noch zwischengeschaltet habe, ist der Effekt verschwunden. Offensichtlich befindet sich da immer Luft im Entkalker, und dadurch kann sich der Brühdruck entspannen.

    Bin erstmal zufrieden.
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  10. #10
    Ski_Andi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruckmanometer reparabel?

    Hier noch ein Beispiel zur Reparatur eines weiteren Manometers aus einer Fiorenzato:

    Eines der typischen Probleme älterer Manometer ist das einer der Zeiger an der gefahrenen Betriebsstellung oder etwas darunter hängt. Oft stehen die Brühdruckanzeigen bei etwa 3-4bar, dem permanent anstehenden Leitungsdruck.



    Das öffnen der Manometer ist nicht immer einfach. Bei den meisten ist die Scheibe mit einer Lünette (Blechring) angepresst. Die Lünette ist wenn man glück hat nur mit wenigen Laschen die umgebogen sind, am Manometergehäuse befestigt. Manchmal ist aber die Lünette auf dem ganzen Umfang umgebördelt, und so ans Gehäuse befestigt.
    Beide Versionen kann man mit einem kleinen Schraubenzieher aufbiegen. Bei der umgebördelten Lünette muss man sich vorsichtig um den gesamten Umfang rumarbeiten und immer nur leicht aufbiegen.

    Dieses Manometer hat eine schöne Konstruktion, der vordere Teil ist abziebar nach Lösen von seitlichen Schrauben.

    Die Manometer haben i.d.R. innen eine starke dunkle Verfärbung. Kommt wohl von der Temperatureinwirkung.

    Dieses war zusätzlich etwas verkalkt.
    Ob die Druckdosen (Schnecke) verkalkt sind kann man oft nur vermuten. Ein Absaugen des Wassers mit Nadel und Spritze und dann einfüllen von Zitronensäure funktioniert i.d.R. nicht wirklich. Dient wohl eher zur Beruhigung






    Dieses hier habe ich zusätzlich in einer Tasse mit Zitronensäure bis auf die Scale eingetaucht und entkalkt. Die dabei entstehende rote Kupferschicht kann man leicht und schnell mit einem Schleifflies wieder entfernen.






    Alle bewegten Teile müssen dann geölt werden. Zusätzlich kann man noch mit Silikonspray kurz drüber blasen.

    Die feine mehrdimensionale Mechanik ist dann wieder leichtgängig. Die Ausgangslage erreicht das Manometer normalerweise nicht mehr.

    Ich kann mir nur eine leichte Materialermüdung als Ursache vorstellen.
    Zum Einen erschlafft die Spiralfeder, die den Zeiger wieder zurückholt, zum Anderen ist die Druckschnecke einfach aufgebogen.

    Was kann man dagegen tun?

    Die Skalen der Anzeige sind linear geteilt, was bedeutet, dass entweder der ansteigende Druck einen linearen Weg am Ende der Druckschnecke erzeugt, oder die Linearisierung über geeignet angeordnete Hebelchen realisiert wird.

    Ich gehe davon aus, dass bei dem kleinen Weg den sich die Schnecke streckt (die Hebel-Zahnradübersetzugn ist hoch) die Weg-Druck Abhängigkeit linear ist.
    Das bedeutet, man kann den Zeiger abziehen (geht erstmalig entsprechend hart, funktioniert mit einer gebogenen kleinen Zange aber sehr gut) und an der Nullpusition wieder aufstecken.

    Das hat bisher näherungsweise dann gestimmt, wenn die Arbeitsposition in der ersten Hälfte der Gesamtskale liegt.

    Beim Brühdruck ist es komplizierter. Hier ergeben sich meist größere Fehler zum Ende der Skala hin. Hier muß man etwas an den Druckschnecken biegen und eine plastische Verformung herbeiführen.

    Hier fängt für den normalen Bastler das Problem aber an. Wie kalibriert, bzw. justiert man das System, wenn man nur einen Meßpunkt kennt, den Nullpunkt.

    Wer ein Siebträgermanometer hat, oder ausleihen kann, kanns mit Mühe noch hinkriegen. Da man aber nur im Eingebauten Zustand messen kann, ist das nicht wirklich eine Alternative.

    Besser ist eine Pumpe, oder Gasflasche mit einem Referenzmanometer und Druckregler. So kann man am Druckregler den gewünschten Druck einstellen und am Prüfling schauen, wo der Zeiger steht. Glücklicherweise kann ich das mittags in der Fa. kurz machen.
    Es ist aber bei fehlerhaften Brühdruck ein ziemliches Gefummel die gesamte Skala linear und richtig hinzubekommen. Daher kürze ich die Sache meist ab, und fummle alles so hin, dass die Anzeige bei 9bar bzw. 1bar stimmt und die Nulllage nicht allzu weit vom Anschlag entfernt ist Mit dem Druckregler kann man dann noch die restlichen Positionen anfahren und die Abweichungen aufschreiben.




    Das Glas sollte während der Montage abgedichtet werden, da oft die dauerelastische Masse beim Öffnen zerbricht. Hier habe ich mit transparentem Silikon gute Erfahrungen gemacht, da man das überquellende Material leicht mit Spüliwasser entfernen kann.

    Die Lünette kann man dann vorsichtig wieder aufsetzen und umbördeln.

    Manchmal hängen die Zeiger am Anschlag fest. Dann sind oft die kleinen Zahnsegmentbögen soweit ausgesteuert, dass der Zahnbogen über das Zahnrad der Zeigerwelle hinausgedreht ist. Beim Zurückdrehen findet dann der erste Zahn des Zahnsegmentbogens nicht mehr ins Zahnrad zurück und blockiert. Ein kleiner Schubs genügt hier.
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