Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig
Hallo,
heute hat mich wieder der Rappel gepackt, und ich habe mit der Restaurierung der Gaggia TD begonnen.
Nachdem ich sie seit Herbst im Keller stehen habe, musste es jetzt sein.
Von eine ebay Angebot "für eine Freundin eingestellt" kann man normalerweise nicht zu viel erwarten.
Vorab: Zur Gaggia findet man im Netz wie üblich sehr wenig. In einem Ami-Forum habe ich zwei Schaltpläne gefunden und bei einem Italienischen Großhändler allgemein Explosionszeichnungen von Gaggia zur Benennung der Bestellnummern.
Was sicherlich hilfreich wäre ist eine Bedienungsanleitung. Nehme aber alles was ich über die Maschine kriegen kann.
Aber mal schauen:

Wie man an den Manometern schon sehen kann liegt da vermutlich ein größeres Problem vor. Auch das Schauglas spricht für einen starken Verkalkungsgrad der Maschine.
Grundsätzliche Frage zu den beiden Bildern:
ober sieht man einen Drehknopf in der Mitte mit einem Symbol das wie eine Heizwendel aussieht. Welchen Zweck hat das Ventil?
Das Ventil öffnet eine Dampfleitung zu einem Teil, das wie ein Überdruckventil aussieht. Kann es sein, dass damit die Tassenablage mit Dampf geheizt werden kann? Oder welchen Sinn macht das?
Im unteren Bild kann man links neben der Brühgruppe einen kleinen Schalter erkennen und rechts eine kleine Glimmlampe. Welche Funktion haben die Teile? Die Leitungen verschwinden im riesigen Kabelbaum ins Unbekannte.

Die Brühgruppe sieht richtig versaut aus. Ich bin bei jeder Maschine wieder verblüfft wie wenig Pflege die Maschinen von den alten Besitzern hatten.

Der Kessel ist mit 4,7L sehr klein.
Die Brühköpfe haben keine themische Anbindung an den Kessel. So wie es aussieht haben sie eine elektrische Heizpatrone die mit einem Thermostaten als Zweipunktregler arbeitet.
Ich hoffe mal die gehen noch. Muss ich morgen den Wiederstand testen.

Der Kabelbaum ist sehr aufwändig.
Was mich wundert im nächsten Bild:
von der hinteren Dampfleitung geht links das Sicherheitsventil ab und rechts hängt nochmal ein Überdruckventil dran, dass in einen Silikonschlauch entlüftet der zum Abflusskasten läuft. Was macht das den für einen Sinn? Zwei Ventile? Da muß doch das rechte viel früher öffnen oder und das Sicherheitsventil ist nur aus Verordnungsgründen drinne?



So ist die Maschine schön aufgebaut, es stört mich nur die Tatsache, dass das Gehäuse gleichzeitig der Rahmen ist. Somit können die Seitenteile nicht abgenommen werden.

An der Pumpe ist eine interessante Konstruktion. Das vordere Ventil ist das Überdruckventil und der dicke Kloben über der Pumpe scheint das Rückslagventil zu sein. Da bin ich mal gespannt wie das innen aussieht.
Davon gehen zwei Flexschläuche ab zur Kesselbefüllung und zu den Flowmetern.
So, habe nun angefangen die Maschine zu strippen:

Also was mich total verblüfft, in den Leitungen ist fast kein Kalk, nur leicht Kesselstein. Dagegen spricht aber der viele Kalk am Schauglas.
Ich bin noch am überlegen ob ich den Kessel aufmachen soll. Eine neue Dichtung ist dann ja fällig und bisher sieht alles ungewöhnlich dicht aus. Das habe ich eigentlich bei noch keiner Maschine gesehen.
Allerdings hatte ich beim strippen den Verdacht, dass der Kessel bis fast ganz oben mit Wasser gefüllt war. Das würde erklären, warum alle Manometer fast auf Anschlag stehen.
Der Rahmen hat auf den ersten Blick auch kaum Rost, wenn man mal von dem Stalagmiten unter dem Schauglas absieht.
So nun ist die Brühgruppe ausgebaut. Sie ist tatsächlich elektrisch beheizt, bzw. temperaturstabilisiert. Sollte eigenlich ein Vorteil sein, da es kein Überhitzen gibt. Vermutlich wird die Temperatur auch relativ schnell erreicht.
Hat jemand Erfahrung mit dem Brühkopf? Was muss man beachten, wo liegen Vor- Nachteile?

Für heute und den ersten Beitrag reichts erst mal. Werde morgen weiter zerlegen und die ersten Teile entkalken.
Andi
Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
In Arbeit: Jupiter HH (Astoria Derivat)
Mühlen: Rossi RR45 mit 80er, La Cimbali Cadet. La Cimbali Alinox
Verkaufe: 2x Nuova Simonelli Personal 1
Lesezeichen