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  1. #1
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Hallo,

    heute hat mich wieder der Rappel gepackt, und ich habe mit der Restaurierung der Gaggia TD begonnen.
    Nachdem ich sie seit Herbst im Keller stehen habe, musste es jetzt sein.

    Von eine ebay Angebot "für eine Freundin eingestellt" kann man normalerweise nicht zu viel erwarten.

    Vorab: Zur Gaggia findet man im Netz wie üblich sehr wenig. In einem Ami-Forum habe ich zwei Schaltpläne gefunden und bei einem Italienischen Großhändler allgemein Explosionszeichnungen von Gaggia zur Benennung der Bestellnummern.
    Was sicherlich hilfreich wäre ist eine Bedienungsanleitung. Nehme aber alles was ich über die Maschine kriegen kann.


    Aber mal schauen:


    Wie man an den Manometern schon sehen kann liegt da vermutlich ein größeres Problem vor. Auch das Schauglas spricht für einen starken Verkalkungsgrad der Maschine.

    Grundsätzliche Frage zu den beiden Bildern:
    ober sieht man einen Drehknopf in der Mitte mit einem Symbol das wie eine Heizwendel aussieht. Welchen Zweck hat das Ventil?
    Das Ventil öffnet eine Dampfleitung zu einem Teil, das wie ein Überdruckventil aussieht. Kann es sein, dass damit die Tassenablage mit Dampf geheizt werden kann? Oder welchen Sinn macht das?


    Im unteren Bild kann man links neben der Brühgruppe einen kleinen Schalter erkennen und rechts eine kleine Glimmlampe. Welche Funktion haben die Teile? Die Leitungen verschwinden im riesigen Kabelbaum ins Unbekannte.



    Die Brühgruppe sieht richtig versaut aus. Ich bin bei jeder Maschine wieder verblüfft wie wenig Pflege die Maschinen von den alten Besitzern hatten.




    Der Kessel ist mit 4,7L sehr klein.

    Die Brühköpfe haben keine themische Anbindung an den Kessel. So wie es aussieht haben sie eine elektrische Heizpatrone die mit einem Thermostaten als Zweipunktregler arbeitet.
    Ich hoffe mal die gehen noch. Muss ich morgen den Wiederstand testen.





    Der Kabelbaum ist sehr aufwändig.



    Was mich wundert im nächsten Bild:
    von der hinteren Dampfleitung geht links das Sicherheitsventil ab und rechts hängt nochmal ein Überdruckventil dran, dass in einen Silikonschlauch entlüftet der zum Abflusskasten läuft. Was macht das den für einen Sinn? Zwei Ventile? Da muß doch das rechte viel früher öffnen oder und das Sicherheitsventil ist nur aus Verordnungsgründen drinne?














    So ist die Maschine schön aufgebaut, es stört mich nur die Tatsache, dass das Gehäuse gleichzeitig der Rahmen ist. Somit können die Seitenteile nicht abgenommen werden.



    An der Pumpe ist eine interessante Konstruktion. Das vordere Ventil ist das Überdruckventil und der dicke Kloben über der Pumpe scheint das Rückslagventil zu sein. Da bin ich mal gespannt wie das innen aussieht.
    Davon gehen zwei Flexschläuche ab zur Kesselbefüllung und zu den Flowmetern.


    So, habe nun angefangen die Maschine zu strippen:



    Also was mich total verblüfft, in den Leitungen ist fast kein Kalk, nur leicht Kesselstein. Dagegen spricht aber der viele Kalk am Schauglas.
    Ich bin noch am überlegen ob ich den Kessel aufmachen soll. Eine neue Dichtung ist dann ja fällig und bisher sieht alles ungewöhnlich dicht aus. Das habe ich eigentlich bei noch keiner Maschine gesehen.

    Allerdings hatte ich beim strippen den Verdacht, dass der Kessel bis fast ganz oben mit Wasser gefüllt war. Das würde erklären, warum alle Manometer fast auf Anschlag stehen.

    Der Rahmen hat auf den ersten Blick auch kaum Rost, wenn man mal von dem Stalagmiten unter dem Schauglas absieht.


    So nun ist die Brühgruppe ausgebaut. Sie ist tatsächlich elektrisch beheizt, bzw. temperaturstabilisiert. Sollte eigenlich ein Vorteil sein, da es kein Überhitzen gibt. Vermutlich wird die Temperatur auch relativ schnell erreicht.

    Hat jemand Erfahrung mit dem Brühkopf? Was muss man beachten, wo liegen Vor- Nachteile?



    Für heute und den ersten Beitrag reichts erst mal. Werde morgen weiter zerlegen und die ersten Teile entkalken.

    Andi
    Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
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  2. #2
    Dolomiti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Hallo,
    das "Überdruck-Ventil" rechts ist ein Unterdruck-Ventil, das den Kessel auch entlüftet und erst bei Dampfdruck schließt (Äquivalent zu den kleinen Ventilen mit dem Messingstift, die auf anderen Kesseln oben drauf sitzen). Die Heizpatronen für die Brühgruppen sind im Ersatzteilhandel noch erhältlich.

    Jürgen

  3. #3
    Fritzz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Hi

    zu deiner Frage
    ober sieht man einen Drehknopf in der Mitte mit einem Symbol das wie eine Heizwendel aussieht. Welchen Zweck hat das Ventil?
    Das Ventil öffnet eine Dampfleitung zu einem Teil, das wie ein Überdruckventil aussieht. Kann es sein, dass damit die Tassenablage mit Dampf geheizt werden kann? Oder welchen Sinn macht das?


    wenn ich das richtig erkenne, ist es das eingekreiste Ventil auf dem/deinem Bild?



    das sieht wie ein Verschlußstopfen aus.
    Manche Maschinen hatten 2 Dampfdüsen (dann konnten 2 Barista gleichzeitig Aufschäumen) oder aber es bestand die Möglichkeit, den nun rechts angebrachten Dampfhahn in die Mitte zu verlagern und rechts einen Cappucinatore (automatischen Milchaufschäumer) anzubringen.
    (In der Mitte macht der Cappucinatore keinen Sinn: wo die Milch abstellen?)

    Ein Dampfanschluß ist es auf jeden Fall: die Leitung führt zum Kessel oben - und da gibts Dampf (Heißwasser gibts unten)

    Eine dampfbeheizte Tassenablage ist mir noch nicht untergekommen: die Wärme kommt meist vom Kessel - oder aber es wurde unter die Tassenablage eine elektrisch betriebene Heizwendel montiert.
    Bei einer "Dampfheizung" hättest Du das Problem "wohin mit dem Dampf" bzw. dem kondensierten Wasser

    "Fritzz"

  4. #4
    Schefzig ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    An Nebuks alter Faema hab ich - wenn ich mich recht erinnere - mal nen dampfbetriebenen Tassenwärmer gesehen ... könnte also in der Tat mal da gewesen sein.

    Zu dem schwarzen Schalter und der Lampe neben den BG: an meiner Astoria gibts nen Schalter, der die Bedienelemente vom "Betriebsmodus" auf den "Programmiermodus" umstellt, so dass man nicht versehentlich die Mengen verstellen kann. Kann das sowas sein?!

    !!

    Schefzig
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  5. #5
    escape ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Das Modell TD-93 hat eine Tassenheizung über Dampfventil.

  6. #6
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Die Hydraulik ist nun zerlegt und jetzt gehts ans Entkalken.

    Entgegen den ersen Erwartungen war der Kessel doch stark mit Kesselstein belegt. Die beiden Wärmetauscher sind erst mal nicht zu öffnen. An einer Seite lässt sich die Verschraubung mit dem Hammer vorsichtig aufklopfen. Ist mir aber zu riskannt. Erst mal ab ins Zitronensäurebad.



    Was mir an dem Heizstab gefällt ist die O-Ringdichtung. Man braucht keine Spezialdichtungen bestellen.

    Glücklicherweise haben alle drei Windungen ca. 40-50 Ohm und scheinen damit zu funktionieren.

    Im Gegensatz zu einer Brühgruppe. Da ist sowohl der Thermostat als auch die Heizkartusche durchgebrannt.



    Schon der erste Schütteltest zeigte, da kommt ein Plastikbecher voll abgeplatztem Kesselstein zum Vorschein.

    Das mittlere Ventil habe ich nun zerlegt. Der Auslass ist mit einer Kappe versehen, in der ein Gummistopfen sitzt. Eigentlich sollte die Konstruktion wie ein Blindstopfen funktioniern. Welchen Sinn macht aber dann das aufwändige Ventil davor? Im Gehäuse ist keine zusätzliche Öffnung, so dass man evtl. eine weitere Dampflanze montierne könnte, oder früher eine montiert gewesen wäre. Könnte natürlich sein, dass der Gummistopfen über Temperaturausdehnung den Verschluss auf und zu macht. Wäre aber eine sehr sonderbare Lösung.
    Geändert von Ski_Andi (15.02.2009 um 15:09 Uhr)
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  7. #7
    Fritzz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Zitat Zitat von Schefzig Beitrag anzeigen
    Zu dem schwarzen Schalter und der Lampe neben den BG: an meiner Astoria gibts nen Schalter, der die Bedienelemente vom "Betriebsmodus" auf den "Programmiermodus" umstellt, so dass man nicht versehentlich die Mengen verstellen kann. Kann das sowas sein?!
    Schefzig
    Zur Programmierung ist hier V: Gaggia TD was geschrieben - dafür scheint der kleine Schalter links zu sein.

    Zitat Zitat von escape Beitrag anzeigen
    Das Modell TD-93 hat eine Tassenheizung über Dampfventil.
    das ist hochinteressant; kannst Du Bilder auftreiben?

    "Fritzz"

  8. #8
    escape ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Keine Bilder, nur einen "Verrohrungsplan".

  9. #9
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Zitat Zitat von escape Beitrag anzeigen
    Keine Bilder, nur einen "Verrohrungsplan".
    Hallo Escape kannst Du mir Unterlagen zur 93 senden? Bin für alles dankbar.

    Danke
    Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
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  10. #10
    Dolomiti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Gaggia TD 2-gruppig

    Hallo,
    es gibt (oder gab) viele Gastro-Kisten mit dampfbeheizter Tassenablage!

    Der Pfeil deutet auf ein Ventil einer LaSanMarco 85 hin.



    Hier sieht man das Ventil eingebaut an einer LSM 85 3grp.



    Das eingerahmte Bauteil ist auf der Ersatzteilliste das Teil Nr. 1109



    Die Sechskantschraube 5117 hält das untere Blech der Tassenablage. An ihrem Umfang sind waagrecht Düsen, aus denen der Dampf strömt, regelbar durch das Ventil an der Frontseite.
    Auf der Liste ist auch die elektrische Tassenheizung abgebildet, weiterhin die optionale Gasheizung.

    Die Gaggia von oben hatte vermutlich eine Dampf-Tassenheizung, die aber einfach abgestöpselt wurde!

    Jürgen

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