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  1. #1
    losAntonis ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Me, my Bazzar A2 and I

    Hallo zusammen,

    wenn man eher selten mal einen Kaffee trinkt, eignen sich Espressokännchen wunderbar, daheim auf die Schnelle einen Espresso zuzubereiten. Irgendwann nervt einen dann der bereits fertig gemahlene Kaffe und wenn es Manuell gehen soll, da möglichst puristisch, nimmt man sich eine hochwertige Handkurbelmühle hinzu. Spätestens dann wenn einem der Kaffe immer besser schmeckt und man immer öfter mal einen kleinen kurzen haben möchte, kommt man mit dem mahlen nicht mehr nach und eine Mühle muss her.
    Das war dann auch der Punkt, als ich zum ersten Mal dieses Forum hier entdeckte und es durchforstete um möglichst ein schönes Mühlchen zu bekommen. Umso länger man sich schlau macht, desto weiter schraubt man dann auch sein Budget nach oben. So hatte ich ne kleine Iberital in meiner Ersten Wahl für mein Budget und war schon kurz diese zu kaufen. (Mahlen fürs Kännchen)

    Bestellen wollte ich diese am Nachmittag, nachdem ich vom Flohmarkt heimkomme, und siehe da wir stolpern an einem Stand vorbei und meine Frau entdeckt eine Mühle. Die Mühle gibt es nur im Doppelpack zusammen mit der Siebträgermaschine und nach kurzem überlegen drücke ich dem guten Mann gut 120 Euro in die Hand für Espressomaschine und Mühle. (Risiko ob alles funktioniert auf meiner Seite) Dichtungen müssten gewechselt werden, aber was soll’s. Das bekomme ich schon hin.

    Zuhause angekommen wird recherchiert: Was habe ich da überhaupt gekauft?
    Die Espressomaschine ist eine Bazzar A2 (Isomac) und die Mühle eine kleine Isomac. O.K.

    Zu aller erst habe ich die Mühle auseinander genommen und komplett gereinigt. So konnte ich schon mal den Kaffee fürs Kännchen mahlen.

    Dann ab auf die Seite von Bazzar und ein paar Ersatzteile bestellt. Brühgruppendichtung, Kesseldichtung und Brühgruppenventil (Gummipilz war nicht mehr ganz so frisch) und noch ein paar frische Schläuche. Nicht benötigte Tupper, als Tank in Tank-Losung und gut ist.

    Wenige Tage später war es so weit. Die teile waren da und ich konnte mich auf das Maschinchen stürzen. War ganz nett sich das Ganze an zu schauen. Um die Dichtungen zu wechseln, darf man die Maschine fast komplett auseinander bauen. Den ersten schrecken bekam ich, als ich feststellte, dass beim Giessen des Kessels geschlampt wurde. Der Flansch (des Messingkessels) erwies Gußfehler und es war bereits ein Teil abgebrochen. Nun gut, das war mein Risiko und funktionieren kann es ja trotzdem…. Maschine bis ins letzte Eckchen gesäubert, neue Dichtungen rein, wieder zusammen geschraubt und ab geht’s.

    Wasser einfüllen, Maschine einschalten o.k. die pumpe tut, entlüften, Wasser heizt auf… o.k. der Kessel ist in Ordnung und leckt nicht. Siebträger runter, mit Kaffeepulver füllen, mit diesem Komischen Quasitamper andrücken (Wie fest??... egal, so fest wie möglich), Siebträger wieder drauf und……
    (sorry, Leute, aber für mich war das wirklich sehr spannend)
    nun.. Kippschalter runter und in Deckung gehen… Die Pumpe fangt an zu vibrieren, Manometer schnellt hoch bis in den Anschlag… in Deckung bleiben… erst kein Tropfen, dann ganz dunkle Braune, dann kommt schon etwas mehr. Manometer immer noch auf Anschlag. Tasse voll. Maschine ausschalten und Aufatmen. Die Maschine funktioniert und der erste Kaffee ist nicht einmal ungenießbar.

    Nach einigen Versuchen musste ich schon gar nicht mehr in Deckung gehen und bekam schon einen „guten“ Espresso zustande. Schön Schwarz, ein bisschen Crema oben drauf und da ich gute (dankbare) Bohnen verwendet habe, hat es sogar geschmeckt. Meine Frau war zufrieden… aber ich nicht so ganz. (Liegt wohl an meinem Beruf) Wie heißt es so schön. 7 gramm Kaffee bei individuellem Mahlgrad, 9 bar plusminus, bei soundsoviel grad Celsius, 25 sekunden für 25 ml (50 für 50 im Doppelsieb).

    Nebenbei…. dieses Forum ist wirklich toll und ich habe einige Informationen daraus bekommen und bin immer noch dabei.

    Erst habe ich begonnen mit dem Mahlgrad zu spielen und nachdem ich festgestellt habe, dass das Tampern nicht unwichtig ist, habe ich mir einen solchen besorgt.
    Ich war jedoch nicht in der Lage über den Mahlgrad und dem pressen auf 9 bar, 1ml/s zu kommen (Toleranzen inbegriffen) und habe als nächstes das Expansionsventil für meine Versuche entdeckt, daran geschraubt und nachdem ich die Feder etwas gekürzt habe war es endlich möglich die Nadel des Manometers dazu zu überreden nicht auf Anschlag zu fahren. Also Expansionsventil eingestellt auf 13-14 bar am Manometer (für den Druckabfall am Brühkopfventil 4 bar) und schauen was so passiert. Damit das Brühkopfventil nicht im Vornhinein den Kaffeepressling zerwühlt wurde der Sechskant ein wenig abgedreht, damit dieser nur noch 2mm vom Sieb absteht (statt der 4mm)

    So, nun sind wir am heutigen Tag angelangt. Wir trinken nun mehr Espresso als gewohnt, allein schon um das ganze System in den Griff zu bekommen und alle Einstellungen samt Mahlgrad zu verinnerlichen. Der Kaffee schmeckt auch, aber ich will unbedingt mal austesten, ob ich es hinbekomme die Extraktionszeit auf 1ml/s auszudehnen. Momentan sind zwei Espressotassen nach 14 Sekunden voll. Das ist gerade mal ein drittel der Zeit die ich anstrebe. (wie gesagt, es geht mir hier nicht nur um den Geschmack, da der schon mehr oder weniger passt, sondern darum zu versuchen mit meiner kleinen Maschine ein bisschen näher in Richtung längere Extraktionszeiten zu kommen ohne überzuextrahieren)
    Wir verwenden Hauptsächlich 100% Arabica Sorten.

    deshalb komme ich nun endlich zu meinen Fragen (Zeit wird’s)

    Den Volumenstrom der Pumpe kann man nicht regeln, den am Kaffee kann man nur über den Rücklauf übers Expansionsventil in den Tank senken. Das vorhandene Expansionsventil befindet sich aber direkt beim Dampfhahn nach dem Kessel. Umso mehr heißes Wasser in den Tank zurück fließt, desto mehr kaltes Wasser pumpe ich in den Kessel.

    Bin ich richtig der Annahme, dass sich ein übermäßig geöffnetes Expansionsventil an dieser Stelle negativ auf die Brühtemperatur auswirkt?
    Ist es ratsam (abgesehen davon dass der Bauraum gering ist) ein weiteres Expansionsventil zwischen Pumpe und Kessel zu integrieren?
    … oder müsste es auch so möglich sein mein Ziel zu erreichen?


    Danke schon mal im Voraus für Eure Antworten und entschuldigt meine langen Text.

  2. #2
    plempel ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Me, my Bazzar A2 and I

    Typischer Fall von zuviel Kaffeenetz gelesen . Kaum ist die Maschine im Haus wird geschraubt...
    Warum versuchst Du nicht einfach feiner zu mahlen? Ich bin mir sicher, Dein Mahlgrad stimmt nicht. Wenn Deine Mühle nicht feiner kann, musst Du die Begrenzungsschraube rausdrehen. Aber das hast Du sicher auch gelesen.

    Wenn Dich das auf Anschlag stehende Manometer beunruhigt, dann kleb es zu oder schau nicht hin. Das ist doch erstmal unerheblich, was das Manometer anzeigt.

    Ich glaube Vincent hatte jahrelang so eine Maschine (und sogar eine ähnlich Mühle), ohne an den Ventilen zu spielen und hat damit den besten Espresso der Welt gemacht. Na ja, oder von Berlin (nach eigenen Aussagen )

    Also, spiel Dich erstmal mit Mahlgrad und Menge, geschraubt wird später.

    Gruss
    Plempel
    Oscarchen & Macinacaffe Lux :: Schneid Pinoro & Costa Rica :: DeLonghi EAM 3000

  3. #3
    losAntonis ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Me, my Bazzar A2 and I

    Vielen dank für Deine Antwort,

    da hast Du schon recht. Schrauben tu ich einfach zu gerne und ich geniesse es auch ein wenig an dem Ding rumzudrehen. Das mit dem "feiner drehen" der Mühle hatte ich schon in Angriff genommen, als ich sie geputzt habe.
    Nur Dumm, dass ich mich nach dem Motto "Viel hilft Viel" aus versehen ein wenig verrannt habe. An zu vielen Ecken auf einmal gedreht und schon ging nichts mehr.
    Dosierung und Mahlgrad... bei niedriger Dosierung (als gewohnt) haut das dann schon etwas hin mit dem niedrigeren Mahlgrad. Das letzte Resultat, bevor mir die Bohnen ausgingen (beinahe unterdosiert) war dann das Beste. Werde dann mit dem neuen Packerl Bohnen da wieder ansetzen.

    Bevor ich den Druck runter geschraubt hatte, war das Ergebnis bei feinen Mahlgraden nicht so prikelnd. Obwohl er viel zu schnell durchlief war er völlig überextrahiert und schmeckte "verbrand". Erst mit reduziertem Druck haut das etwas besser hin feiner zu mahlen. (Bin noch am turnen, aber funktioniert schon immer besser)

    Deshalb züruck zu meiner Frage mit der Druckbegrenzung. (War eigentlich die Hauptfrage und deshalb in dieser Rubrik)
    Funktionieren tut schon alles (mehr oder weniger gut), aber leider habe ich nun einen kleinen Umlauferhitzer. Der Kessel heizt auf Hochturen, da permanent kaltes Wasser hineingepumpt wird. Das heisse Wasser geht zurück in den Tank.

    Ob das Wasser für den Kaffee dann immer noch eine ausreichend hohe Temperatur aufweist war und ist die erste Frage die ich mir stellte?

    Mit ein paar Bauteilchen (Rücklauf von überschüssigem Volumenstrom im Kaltwasserbereich) kann man da schon eingreiffen. Hat da jemand von Euch Erfahrung damit gemacht?

  4. #4
    emil ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Me, my Bazzar A2 and I

    Du hast das Problem eines Expansionsventils im Warmwasserbereich gut erkannt - wahrscheinlich ist die Temperatur des Brühwassers so nicht hoch genug.

    Grundsätzlich sollte aber der Brühdruck durch den Kaffeepuck definiert werden - wenn Du, um auf die ca. 1ml/s zu kommen, das Expansionsventil so weit aufschrauben musst, hast Du nicht fein genug gemahlen - oder der Kaffee ist zu alt.

    Also Ex-Ventil wieder zudrehen und die Durchlaufzeit mit Mahlgrad (bei fester Menge) einstellen ...

    Gruss Emil
    LMWDP #282
    ... it is nearly magical to observe the precision that exists in the simple systems. (Doug Garrott, www.orphanespresso.com)

  5. #5
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Me, my Bazzar A2 and I

    Das Expansionsventil der A2 ist ein reines Sicherheitsventil. Die Maschine hat aber noch ein Brühgruppenventil an dem einiges an Druck abfällt. Ein Kesseldruck von 12-14 Bar entspricht einem etwa passenden Brühdruck ( im ST ), Messungen mit ST Manometer sind hier nicht zielführend, mindestens die Flussrate muss hier mit Nadelventil simuliert werden. Die A2 ist keine Maschine für Bastler, die Flussrate bei unveränderter Technik ist ausschliesslich mit dem Mahlgrad zu beherrschen, dann stimmen die restlichen Parameter aber in der Regel. Es hat ein paar weinige Maschinen mit sehr kräftigen Feder im BG Ventil gegeben, Vorteil: die Maschine wird selten über die BG inkontinent, Nachteil: der eff. Brühdruck liegt zu niedrig. Einfach mal die SuFu bemühen, da findet sich einiges.
    Grusss Roger

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