Nachdem ich mich nun seit genau 1 Jahr an meiner E 61 erfreue, heute ein kleiner Zwischenstand nach kleiner Revison und vielleicht sowas wie ein Abschlussbericht für diesen Thread.
Meine E61 war nach dem bedingt durch diverse Wartezeiten auf Ersatzteile fast 2 Monate dauernden Neuaufbau im Januar und Februar letzten Jahres am 7. März 2010 dauerhaft in Betrieb gegangen.
Bis heute (7. März 2011) wurde nichts an der Maschine repariert und keine Wartung oder Entkalkung vorgenommen.
Lediglich alle 1-2 Monate wurde mit Kaffeefetlöser rückgespült, ohne Chemie täglich rückgespült und vor jeder Arbeitspause die Brühgruppe kurz mit dem Pinsel gereinigt. Das Wasser im Kessel wurde jede Woche 1-2mal etwas aufgefüllt und ca. 1 mal im Monat abgelassen und erneuert, keine Teewasserentnahme.
Die E61 wurde genau so verwendet, wie meine anderen Zweikreismaschinen vorher auch, war also fast täglich 4,5-6,5 Stunden in Betrieb, an manchen Wochenenden auch länger. Zu den Betriebszeiten kam noch eine tägliche Unterbrechungen von 1-3 Stunden. Auch die Scaldatazze war fast täglich für einige Sekunden in Betrieb, da die Tassen bedingt durch die Aufwändige Dämmung von Kessel und teilweise auch Gehäuse, nur sehr langsam noch warm, aber nicht mehr heiß werden.
Gemessener Verbrauch nun nach 1 Jahr Betriebszeit am 7.2.2011: 495 kw/h, also ca. 100,-€.
Zum Vergleich: Bei einer (allerdings ungedämmten) ECM Giotto hatte eine Verbrauchsmessung bei gleichen Einsatzbedingungen 398 kw/h oder ca. 80,-€ Jahresverbrauch ergeben.
Um es kurz zu sagen: Das ist
viel besser als erwartet. Den Strommesser habe ich heute abmontiert.
Nun zu der kleinen Revision, die ich heute nachmittag vorgenommen habe, eigentlich nicht, weil es nötig war oder irgendein Defekt o.ä. vorhanden war, sondern weil ich wissen wollte, wie sich die Maschine unter diesen (meinen) Einsatzbedingungen, d.h. bei 7-8 Grad Wasserhärte ohne Wasserfilter, vollgedämmt und bei Mindestwasserstand von ca. 3 Litern (max. 7 Tage Höchstwasserstand) und während den o.g. täglichen Betriebszeiten verhält.
Zunächst habe ich die Brühgruppe mit Kaffeefettlöser rückgespült, dann eine Durchlaufentkalkung über den HX vorgenommen, d.h. einmal 3 Liter heiße Lösung durchlaufen lassen und nach grünlicher Färbung derselben nach einer halben Stunde noch mal eine neue Lösung durchlaufen lassen und gespült.
Das anschliessende Zerlegen der Brühgruppe zeigte, daß keinerlei Ablagerungen oder Verschleiß erkennbar waren.
Ich konnte die Gruppe praktisch so wieder zusammen bauen und habe auf weitere Zerlegung des Thermosiphons verzichtet.
Zuletzt noch die Brühgruppendichtung erneuert und soweit ist hier alles wieder Betriebsbereit.
Ein Bauteil liegt falsch, welches?)
Als nächstes habe ich über den Kessel überprüft. Da ich die Maschine nicht ausbauen wollte, habe ich nur das Sicherheitsventil abmontiert und dann über einen Schlauch den Kessel entleert.
Nach Ausbau der Heizung folgendes Bild:

Leichte Kalkränder am der Heizungsflansch, ansonsten nur ein hauchdünner Kalküberzug im Kessel und über der Heizung. Außerdem im gesamten Bereich über der Wasserlinie ein dünner fester schwärzlicher Belag, der allerdings auch außen an den Kupferrohren zu finden war. Kupferoxid vermutlich.
Da ich alles einmal auf hatte, wollte ich alles weit möglichst wieder reinigen.
Also habe ich den Kessel mit heißer leicht konzentrierte Zitronensäurelösung über Mindeswasserstand 25 Minuten entkalkt, ab und zu etwas bewegt und anschliessend war erstaunlicherweise nicht nur die Kalkschicht sondern auch der schwärzliche Belag, obwohl gar nicht von der Entkalkerlösung bedeckt, entfernt.
Ich habe trotzdem noch mal eine ganz leicht konzentrierte Lösung angesetzt und den Kessel ganz gefüllt und anschliessen sah er quasi aus wie im Auslieferungszustand.
Heizung wieder angeschlossen, Sicherheitsventil eingebaut und zweimal mit Wasser bei Vollwasserstand ausgekocht und auf Undichtigkeiten überprüft.
An der Armaflexisolierung konnte ich keine Ermüdungserscheinungen feststellen, allerdings war das Armaflex-K
lebeband in Bereichen, die sehr heiß werden teilweise verhärtet. Das Klebeband sollte also wirklich nur zum äußeren Zusammenkleben von Dämmmaterial verwendet werden und nicht zum direkten dämmen z.B. von sehr dünnen Rohren (hier: Zuleitung der Manometer).
Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Nach der etwas holprigen Restauration sind Verbrauch, Betrieb und Wartung, unter den hiesigen Einsatzbedingungen versteht sich, und nicht zuletzt das Ergebnis in der Tasse offensichtlich sehr angenehm.
Spass macht sie auch immer noch, wie "damals":
YouTube - Faema E 61
Scheint also wirklich eine längere Liaison mit uns zu werden