Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Andros1 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61





    Schon lange habe ich mich gefragt, wofür dieses Bauteil oder Werkzeug dient, das bei jeder Faema E 61 links unten an der verlängerten Gehäusebefestigung montiert ist.
    Keine frühere Baureihe (President mit Hebelgruppe/Tartaruga/Hydraulik) hat es und danach nur die zeitgleich herausgebrachte E61 Diplomat und die 4 Jahre späteren E 64 und E 66. Bei diesen Maschinen im eckigen Gehäuse ist diese Scheibe allerdings in der Front neben dem linken Siebträger aufgehängt.
    Es handelt sich nicht, wie hier früher schon vermutet, um eine Kabelaufhängung oder so etwas.
    Die Scheibe hat einen Durchmesser von 40 mm, 3 eingeprägte Ringe und ein Innengewinde, das nach unten verlängert ist. Man könnte auch sagen, sie ist so eine Art Flansch.

    Im Schema di funzionamente von 1961 heißt es dazu:
    "Disco per controllo A.N.C.C."
    (vergl. Enrico Maltoni: Faema Espresso 1945-2010, S. 231, Abb. 1, Figur 1, Bauteil 15)
    Ich vermute, es ist eine Art Werkzeug, um das Sicherheitsventil oder den Dampfdruck zu überprüfen oder dient dazu ein externes Manometer zu Prüfzwecken dazu anzuschliessen.
    Unter A.N.C.C. finde ich ital. Vorschriften zum Betrieb von Dampfkesselgeräten.
    Es muss jedenfalls wichtig gewesen sein, sonst wäre es nicht in Griffweite montiert worden.

    Weiß jemand genaueres?
    Beste Grüße,
    Andros

    LMWDP309 /// Faema Faemina (1955), Faema E 61 eingr. (1965), Brasilia Minilady /// Mazzer SuperJolly, Isomac Cono /// Roaster Behmor 1600 /// no atomstrom ...

  2. #2
    scott zardoz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    A.N.C.C (Associazione Nazionale Controllo della Combustione?)
    hört sich nach einer älteren ital. Norm an.

    Ohne genaueres zu wissen: vielleicht ein verstellbares
    Ventil im (Heiss) Wasserbereich?


    Gruss



    Scott
    Es dauert Jahre um von Kompliziert zu Einfach zu gelangen!

  3. #3
    Oscar Peterson ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    Hallo Scott,
    Du liegst vollkommen richtig mit Deiner Vermutung. In dem Teller ist ein genormtes Gewinde eingedreht, dass zur Überprüfung des Druckes mit einem externen Manometer dienen soll. Das geht aus einer Patentschrift hervor, die ich in meinen Unterlagen habe. Allerdings waren auch schon frühere Modelle damit ausgestattet. Ich habe Bilder von einer Nettuno, die dieses Teil auch schon hatte. Bei der Urania, President und anderen Modellen habe ich es schon oft gesehen. Es war jedenfalls zumindest früher in der Nähe vom eingebautem Manometer angebracht.

    Da es dieses Teil auch bei anderen Herstellern gab, muss es noch eine andere Funktion gehabt haben. Von Enrico Maltoni habe ich mal erfahren, dass es gleichzeitig eine Art Steuermarke war. Dein Hinweis mit der ital. Vorschrift zum Betrieb von Dampfkesseln klingt für mich noch plausibler. Das könnte durchaus sein, da nicht alle Maschinen dieses Teil haben (wahrscheinlich nur Maschinen, die mal in Italien in Betrieb waren?).

    Vielleicht ist das Geheimnis ja jetzt gelüftet...

    Grüße
    Oscar
    Geändert von Oscar Peterson (11.04.2010 um 14:01 Uhr)

  4. #4
    Oscar Peterson ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    Jawohl, so langsam nähern wir uns der Wahrheit:
    Lo scarico di emergenza da dispositivi di sicurezza ed il rilascio di sostanze pericolose in atmosfera

    Es scheint wohl eine Berstscheibe zu sein, die bei einem bestimmten Druck an einer Sollbruchstelle reißt und den Druck entweichen lässt. So lassen zumindest meine wenig profunden Kenntnisse der italienischen Sprache es vermuten... Aber vielleicht kann ein Italiener das mal durchlesen.

  5. #5
    13thfloorelevators ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    hallo,

    darf ich mich der frage anschließen, ob diese für mich rätselhafte teil (seitlich beim oberen wasserglas/manometeranschluß) ebenfalls demselben zweck diente bei meiner president?

  6. #6
    Andros1 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    Welches Teil genau meinst du - die scheibenförmige Verdickung? Hat die auch Ringe eingeprägt?

    Ich denke auch, es handelt sich bei den Ringen auf meiner Scheibe um eine genormte Art von Scala, auch der Durchmesser 40mm und die Dicke der Scheibe scheinen wichtig zu sein.
    Man kann jedenfalls auch Manometerzubehör googeln, auf denen ein ähnlich aussehendes Teil zu sehen ist, das dort als A.N.C.C.-Flansch beschrieben ist.

    Leider reicht mein italienisch auch nicht aus, technische Hinweise dieser Art zu verstehen.

    Wenn es für den Anschluss eines externen Prüfmanometers gedacht ist (wofür auch vieles spricht) wo wurde es dann an der Maschine angeschlossen und wie erfolgte der Prüfprozess?

    Den Hinweis mit der Berstscheibe habe ich auch schon an anderer Stelle gelesen.
    Möglicherweise wurde das Teil dann irgendwo an der Maschine montiert, dann von einem amtlichen Prüfer irgend ein Prüfkörper mit einem Manometer darauf montiert und der Prüfkörper durfte erst in einem bestimmten Druckbereich bersten oder Luft auslassen und sich bis zu einem bestimmten Bereich der Scala verformen?

    Ich habe allerdings keinen vergleichbaren Anschluss an der Maschine ad hoc gefunden.
    Auch beim Sicherheitsventil wüsste ich nicht, wo es angeschlossen werden sollte. Allerdings habe ich von dem originalen Sicherheitsventil auch nur den unteren Teil, der Ventilstößel und das Gewicht waren nicht mehr vorhanden.

    Sind keine Italiener oder Zeitzeugen unter uns um dieses kleine "Sontagsrätsel" zu lösen ?
    Beste Grüße,
    Andros

    LMWDP309 /// Faema Faemina (1955), Faema E 61 eingr. (1965), Brasilia Minilady /// Mazzer SuperJolly, Isomac Cono /// Roaster Behmor 1600 /// no atomstrom ...

  7. #7
    13thfloorelevators ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    hallo!
    ja, hat ringe eingeprägt, habs hier nochmal fotografiert. unten kann man das "ventil" offenbar öffnen (ich habe es nicht geschafft die spindel ohne gewalt herauszubekommen), was auch die frage nach dem prüfprozess, zumindest für meine maschine, erklären würde...

    lg
    stefan




    lg
    stefan

  8. #8
    Andros1 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    Aha, das hilft weiter: Bei Dir ist der Anschluss also am Wasserstandsrohr mit Manometer.
    Bei meiner Maschine ist zwar am Wasserstandsrohr, das bei der "President E 61" im Gegensatz zur "President mit Hebelgruppe" bereits innen montiert aber ansonsten sehr ähnlich aufgebaut ist, kein Anschluss für den ominösen "Disco".

    Aber an dem Dreifachverteiler für Presso- und Manometeranschluss ist ein passendes Gewinde vorhanden, wenn man das Manometerröhrchen abschraubt, ist zwar nicht waagerecht, aber in brauchbarer von oben leicht zugänglicher Schräglage.

    Hier auf dem Bild von meiner noch nicht fertig montierten E 61 links oben:


    War hier nicht mal jemand im Kaffeenetz vertreten, der immer die "älteste Barista Italiens" oder so besucht...?
    Die hatte doch m.E. die gleiche E 61 in Betrieb und sollte sich an so einen für den Betreiber wahrscheinlich eher ärgerlichen Prüfprozess mit Arbeitsunterbrechung noch erinnern können. Vielleicht könnte der mal nachfragen?
    Geändert von Andros1 (11.04.2010 um 17:21 Uhr)
    Beste Grüße,
    Andros

    LMWDP309 /// Faema Faemina (1955), Faema E 61 eingr. (1965), Brasilia Minilady /// Mazzer SuperJolly, Isomac Cono /// Roaster Behmor 1600 /// no atomstrom ...

  9. #9
    Oscar Peterson ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rätselhaftes Bauteil bei Faema E 61

    Ich habe nochmals den italienischen Text gelesen und versucht den Inhalt zu verstehen. Das mit der Berstscheibe war wohl ein Schnellschuss. Dieser Flansch dient wohl einfach dazu, dass offizielle Prüfstellen ihr Manometer an einem standardisierten Anschluss anbringen können. Ich vermute, dass man den Druck der Maschine am Pressostat geändert hat und damit prüfen konnte, ob die Maschine bis zu einem gewissen (gesetzlich normiertem) Druck über dem Normaldruck dicht hält.

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