Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    Hallo,

    mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass sich beim Entkalken offensichtlich der Rost an Stahl auch abbaut.

    Habe dies gerade an einem stark verrosteten Motorträger einer Rota ausprobiert.

    Der Blechwinkel war ursprünglich lackiert, evtl. sogar vorher verzinkt, kann ich aber nicht genau sagen.

    Hatte den Winkel seit vier Tagen in der Zitronensäure liegen. Nun ist der Rost komplett entfernt.
    Dafür ist nun ein hauchdünner matter gelblicher und stark metallisch richender Überzug auf dem Metall.

    Habe den Belag rundrum abgeschliffen und mit Sprühzink grundiert.

    Kann mir jemand sagen, aus was der Überzug besteht?
    Schützt der Belag vor Rost, oder war es richtig ihn abzuschleifen?


    Danke schon mal

    Andi
    Geändert von Ski_Andi (21.05.2010 um 17:55 Uhr)
    Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
    In Arbeit: Jupiter HH
    (Astoria Derivat)
    Mühlen: Rossi RR45 mit 80er, La Cimbali Cadet. La Cimbali Alinox
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  2. #2
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    Hallo,
    entrosten mit heißer Zitronensäure geht hervorragend.
    Habe ich beim Entrosten von Eisen (Gußeisen?) Fensterbeschlägen entdeckt,die ich zum Farbabbrennen einfach in den offenen Kamin geschmissen hatte.
    Die waren dann grandios angerostet und da sowieso Entkalkerlösung auf dem Herd köchelte hab ich sie versuchsweise reingeschmissen.
    Gibt auch dazu was hier:
    Hartnäckigen Flugrost entfernen
    speziell Beitrag 2 von Caruso (Komplexbildner ?)
    Karl

  3. #3
    Caruso ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    Mein Vater war Restaurator für Bodenfunde (Metall, Keramik, Glas) und in ständigem Kontakt mit einigen befreundeten Chemikern.

    Wenn ich mich richtig erinnere, dann war das Rezept mit der Zitronensäure und dem pH-Wert von ca. 5,5 aus den Arbeitsblättern einer Arbeitsgemeinschaft des technischen Museumspersonals - oder so ähnlich.

    Wir haben das oft angewendet, das heißt, er hat es gemacht und ich habe zugesehen, weil es mich interessiert hat. Am besten und schnellsten funktioniert es bei ca. 80° C. Wir haben die Glaswannen mit Styropor eingepackt und vor allem oben gut abgedeckt - das war mein Beitrag als Bauingenieur - und mit Tauschsiedern bzw. einer Art Aquarienheizung auf Temperatur gehalten. Damit konnten auch große Gegenstände bzw. große Mengen effizient und schnell und sicher entrostet werden. Der bei diesem Prozess sich bildende dunkelgraue Überzug ist schon ein gewisser Korrosionsschutz und sehr gut als Untergrund für weitere Behandlungen geeignet. Die meisten Objekte wurden mit einem dünnen, fast unsichtbaren Acrylüberzug geschützt, um den metallischen Charakter zu bewahren. Eine schützende Lackierung bzw. Pulverbeschichtung sollte auf dieser Oberfläche ohne Probleme möglich sein.

    Wichtig war auf jeden Fall die Einstellung des pH-Wertes mit Ammoniak und laufende Überprüfung, da Ammoniak relativ rasch verdampft. Man sollte also genügend passende pH-Messstreifen bei der Hand haben, am besten von einer Rolle zum Abreissen.

    Nach dem Tod meines Vaters habe ich alle Unterlagen einer sich grade selbständig machenden Restauratorin geschenkt, zu der ich keinen Kontakt mehr habe. Daher kann ich den Artikel leider nicht mehr eruieren oder genauer zitieren, und ich kann euch auch leider nicht mehr erklären, warum das mit dem pH-Wert und dem Ammoniak so wichtig ist. Ich kann mich nur mehr dunkel erinnern, dass andernfalls nicht diese gewünschte Komplexbildung abläuft, sondern andere, nicht gewünschte Verbindungen entstehen. Warum die schlecht sind, weiß ich leider nicht mehr. Das ist alles ungefähr 30 Jahre her, und ich habe mit der Materie nichts mehr zu tun.

    Edit:

    Habe kurz gegoogelt und das gefunden:

    Zitronensäure als Rostentferner

    Komplexchemie
    Geändert von Caruso (23.05.2010 um 22:43 Uhr)
    Sommer: Quick Mill 3000 Orione + Ascaso i•mini
    Winter: Quick Mill 0820 (ex 0810) brühdruckreduziert + Ascaso i•mini

  4. #4
    galgo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    zum rost umwandeln kenn ich nur phoshorsäure,

    die den ins eisen eingebundenen sauerstoff wieder reduziert

    macht das die zitronensäure auch oder entfernt sie lediglich den rost ?

    gruß galgo
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    gaggia CC,
    FE-AR LA PEPPINA handhebeldiva,weil eine zicke nicht reicht nun auch noch ne pavoni mignon - gaggia MDF stepless, i-roast2 resistormodded - mahlkönig brasilia



  5. #5
    Caruso ist offline Erfahrener Benutzer
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    1.376

    Standard AW: Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    Hier noch ein weiterer einschlägiger Artikel dazu:

    PASSIVIEREN VON STAHL

    Es wird der Rost zu einer chemisch ziemlich stabilen Schicht aus Gamma-Eisenoxid umgewandelt und die Oberfläche des Eisenobjekts passiviert.
    Sommer: Quick Mill 3000 Orione + Ascaso i•mini
    Winter: Quick Mill 0820 (ex 0810) brühdruckreduziert + Ascaso i•mini

  6. #6
    Hanspresso ist offline Benutzer
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    Standard AW: Frage an die Chemiker: Rostumwandlung mit Zitronensäure

    hallo,
    der effekt wird so ähnlich sein, wie der mit salzsäure: die zitronensäure reduziert den rost und die entstehende verbindung ist wasserlöslich. somit wird das metall wieder blank.
    meine erfahrung ist aber die, dass wenn man das eisen nicht passiviert, es sofort wieder anfängt zu rosten. also ich hab dann mit natronlauge noch vorhandene säurereste neutralisiert. das hat geholfen.
    grüße hans
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