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    Dolomiti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Reparaturbericht Quickmill 5500, alte Serie

    Angeblich starb der Konstrukteur der ersten Serie einen langsamen und schmerzhaften Tod. Der Täter soll ein Servicetechniker gewesen sein, der beim Zusammenbau des Kessels ausgerastet ist. Die Konstruktion wurde daraufhin geändert!

    Im Februar kaufte ich die Quickmill defekt von Boardie "mr.smith" (Verkaufe defekte Quickmill 5500 - Metall !). Dankenswerterweise lieferte ein Kollege von ihm die Maschine kostenlos im Raum München an, wo ich sie übernahm. Die Fehlerbeschreibung erwies sich als exakt, wobei die Maschine sogar noch funktionierte, aber ein Isolationsproblem hatte. Die Heizung hatte an einem Ende einen Masseschluß, also mußte eine neue rein!
    Der Blick unters Gehäuse kann schon abschrecken:



    Nun versuche ich immer, erst Unterlagen zu bekommen, bevor ich das Schrauben anfange. Die Überraschung war, daß die Ersatzteile nicht über die üblichen Großhändler zu beziehen waren und keiner Zeichnungen hatte. Also ein Mail ins Werk nach Italien! Von dort bekam ich umgehend mit einer netten Antwort auf Deutsch eine komplette Ersatzteilliste mit Zeichnungen (Nochmals einen Dank an Signora Chiara!).
    Also die Heizung und die Dichtungen rausgesucht und bestellt (selbstverständlich mit Firmenbriefkopf wg. Umsatzsteuer-ID und so). Kurz darauf rief mich der Vertreter aus dem Raum Starnberg an und dann kam auch die Bestätigung aus Italien.
    Fünf Tage später kam die zweite Überraschung: Ein Mail und ein Anruf aus Italien, wo mir mitgeteilt wurde, daß man so wenige Teile unmöglich schicken könne! Als Gebietshändler wurde die Fa. Azarello in München genannt. Ich wollte die Teile aber nicht dort abholen (oder per Nachnahme geschickt bekommen) und bestellte bei "El Dosti" in Kempten, der ebenfalls Quickmill-Händler ist und behauptete, in Italien zu bestellen. Er hat dann über Azarello bestellt. Der Preis war aber moderat und die Lieferzeit im üblichen Rahmen.
    Nach Eintreffen der Teile ging´s an den Ausbau des Kessels und ans Zerlegen. Da kam die dritte Überraschung! Die Zeichnungen hatten nur entfernt Ähnlichkeit mit dem tatsächlichen Aufbau. In der "Esplose" sind die Enden des Dampfrohres mit Flanschen durch die Kesselstirnseiten verschraubt, bei meiner Maschine mit einem Konus geklemmt:



    Zudem war ein Gewinde beschädigt, sodaß ich eine neue Verschraubung einbauen wollte. Die konnte (?) Azarello aber nicht liefern und verwies ans "Bonner Espresso-Studio".



    Mittlerweile hatte ich schon experimentiert: Das Gewinde im Ventil ist M10x1, das am Kessel G 1/4". Das paßt grade mit den Schlauchverschraubungen 4/6 für Druckluft und dem "Pendelrohr-Gewinde" der Elektriker zusammen. So wurde es dann:





    Der Zusammenbau von Dampfrohr und Heizspirale erinnert irgendwie an diese Geschicklichkeitsspiele mit den verschlungenen Drähten und gelingt auch nur so:



    Nachdem der Kessel mit neuen Edelstahl-Inbusschrauben eingebaut war, erwies sich der Rest dank guter Kennzeichnung und vieler Fotos als Routine. Ich kann es nur betonen: Lieber eine Markierung mehr und ein Foto zuviel, als nach Wochen beim Zusammenbau ein Rätselraten im Kabelbaum.
    Nach dem Probelauf zog die Maschine in meine Küche um. Ein wenig Einstell-Arbeit und seitdem liefert sie mit dem "Giasing" von Fausto einen guten Espresso mit viel Crema. Der Milchaufschäumer funktioniert zwar auch und Gäste bekommen auch einen Cappuccino, aber der Schaum ist nicht hundertprozentig feinporig und der Reinigungsaufwand ist mir zu viel.
    Bei mir gibt´s sowieso morgens den doppelten Espresso mit warmer Milch aufgegossen, wie ich das bei den Südtiroler Bergbauern schätzen gelernt habe. Dort nimmt man halt die Moka oder Caffetiera.

    Fazit: Die Maschine ist stabil gebaut und macht einen guten Espresso. Einem Reparatur-Anfänger würde ich aber abraten, sich daran zu versuchen. Zudem ist die Ersatzteil-Situation etwas unklar.

    Jürgen
    Geändert von Dolomiti (17.06.2010 um 12:56 Uhr)
    Murphy´s Law: Sobald die Stewardess den Kaffee serviert, kündigt der Pilot Turbulenzen an.
    Daraus folgt: Kaffee ist der Grund für Turbulenzen im Flugbetrieb.
    Die Schreibfehler in diesem Text sind beabsichtigt. Wer sie findet, darf sie behalten oder in der Bucht versteigern.


  2. #2
    Fritzz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reparaturbericht Quickmill 5500, alte Serie

    Zitat Zitat von Dolomiti Beitrag anzeigen
    Angeblich starb der Konstrukteur der ersten Serie einen langsamen und schmerzhaften Tod. Der Täter soll ein Servicetechniker gewesen sein, der beim Zusammenbau des Kessels ausgerastet ist. Die Konstruktion wurde daraufhin geändert!
    nachvollziehbar anhand Bild 1!

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