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  1. #1
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Restaurierung der FAEMA Amica

    Für alle die gerne mal ein paar Bilder kucken...

    Hab es zwischen den Feiertagen endlich mal geschafft, meine Amica (die ich freundlicherweise von "coffeelady" bekommen habe) einer Generalüberholung zu unterziehen.
    Sie war etwas undicht an diversen Stellen, was nach knapp 23 Jahren ja auch mal passieren kann.
    Das recht ansehnliche Resultat:



    Zunächst aber galt es, dieses Puzzle der zuvor sorgfältig mit Wein- bzw. Zitronensäure entkalkten und von Kaffeerückständen befreiten Teile zu sortieren:



    Hier das vorbereitete Chassis, wo alles rein soll. Die lackierten Teile wurden bei der Gelegenheit eben aufpoliert und versiegelt.



    Der Kessel sah eigentlich noch recht gut aus, eine Stunde im Weinsäurebad reichten aus um den groben Kalk zu entfernen. Eine leichte Kalkschicht darf ruhig bleiben, da sie sich sowieso wieder bildet und den Kessel schützt.



    Der Brühkopf bekam eine neue Silikondichtung für den Siebträger und ein neues Brühgruppenventil von einer Bazzar A2. Das alte war leider ziemlich ausgehärtet.



    Das (einstellbare!) Expansionsventil bekam ebenfalls neue O-Ringe und wurde zum Kessel hin neu eingedichtet:



    Ebenfalls neue Dichtungen und eine neue Feder für das Dampfventil, den Anschluss für die Leitung zum Dampfrohr auch eingedichtet:



    Hier das bereits montierte Expansionsventil und die Thermostate, der untere schaltet bei 100°C (Brühwasser), der obere bei 120°C (Dampf):



    ...gleich gehts weiter...
    Geändert von tidaka (31.12.2010 um 00:28 Uhr)
    Wer den Trichter nicht ehrt ist des Kaffees nicht wert.

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  2. #2
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Das Kesselunterteil bekam eine neue Kesseldichtung, etwas Silikonfett (wie bei allen Dichtungen) kann auch nicht schaden:



    Hier der bereits zusammengesetzte Kessel mit montiertem Dampfhebel (hebt die Zugstange des Dampfventils nach oben und öffnet es so) und einem zusätzlichen Thermostaten, der bei 145°C öffnet und in Reihe zum 120°C-Thermostat geschaltet ist.
    Dieser wird benötigt, weil bei Einschalten der Dampftaste zunächst der seitlich angebrachte Thermostat aktiv ist und der Kessel auf 120°C gebracht wird.
    Sobald jedoch der Dampfhebel betätigt wird, überbrückt man gleichzeitig über einen Mikroschalter den 120°C-Thermostat und die Heizung bekommt wieder Strom bis man den Hebel loslässt oder der 145°C-Thermostat öffnet.
    Eine Thermosicherung gibt es natürlich auch noch, sie löst bei 156°C aus.



    Rückseitig wirds höchste Zeit, die (natürlich zerlegt und gereinigte) Pumpe mit einem passenden Stück Flexschlauch wieder anzuschließen und etwas Ordnung in die Elektrik zu bringen:



    Dann noch die Gehäuseteile wieder montieren und schon erstrahlt die Amica wieder in neuwertigem Glanz:



    Der Tamper ist etwas neuzeitlicher, passt aber prima zur Maschine, finde ich.
    Der Espresso schmeckt nach grober Einstellung des Expansionsventil auf Anhieb super (fast besser als aus der Cuadra... ), die Dampfleistung toppt glatt so manchen Zweikreiser. Der automatischen Nachheizung und dem vergleichsweise großen Kessel sei Dank...

    Schade eigentlich, dass sie nur selten zum Einsatz kommt.
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  3. #3
    nubicola ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    deine instandsetzung samt dokumentation ist sehr gelungen! gratuliere!
    der tamper passt absolut perfekt dazu.
    viel vergnügen mit der amica.

    gruß
    nubicola
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  4. #4
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Danke danke.

    Insgesamt war ich schon beeindruckt, in welch gutem Zustand alle Teile nach so langer Zeit noch waren.
    Die Amica wurde ja anscheinend damals nicht von Faema selbst gebaut aber wer auch immer es stattdessen war, hat es auch nicht schlecht gemacht.
    Wer den Trichter nicht ehrt ist des Kaffees nicht wert.

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  5. #5
    ulialbin ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Super Doku! Das selbe steht für meiner "Freundin" wohl auch an, die bringt nämlich keinen Dampf mehr.
    Kannst Du mir sagen, wo Du die Ersatzteile hergenommen hast? Und hast Du einen Art Schaltplan für die Elektrik? Wäre sehr nett ...

    schöne grüße uli

  6. #6
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Hi uli,

    so viele Ersatzteile braucht man eigentlich gar nicht. Es waren bei mir nur sämtliche Dichtungen sowie die Feder für das Dampfventil. Der Rest war noch völlig ok und hält nach einer gründlichen Entkalkung sicher noch ewig.

    Die Dichtungen hab ich alle nach Maß zusammengesucht, geholfen hat mir dabei der Herr Schiefler von espresso-index.de. Da wir aber nur zu allen alten Dichtungen ein passendes neues Exemplar aus dem Werkstattfundus rausgesucht haben, kann ich dir keine genauen Maße geben. War aber nichts wirklich exotisches dabei.
    Der Gummistopfen für das Brühgruppenventil stammt von einer Isomac Giada/Bazzar A2.

    Wenn deine Amica gar keinen Dampf mehr liefert, wird da aber sicher noch mehr im Argen sein als etwas Kalk. Vielleicht kannst du das Problem mal näher beschreiben? Dann könnte man es abschätzen.

    Für die Elektrik hab ich keinen Schaltplan, das war auch nicht nötig. Die Verkabelung ist so simpel, dass man alle Kabel einfach notfalls mit dem Finger nachverfolgen kann. Ansonsten helfen Fotos der aktuellen Verkabelung.

    Achja, hast du denn die alte Amica oder eine Amica II?
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  7. #7
    ulialbin ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Ich hab eine Amica II, deine Abbildungen waren mir heute schon eine Hilfe, so konnte ich sehen, dass nichts falsch angeschlossen ist. Den Fehler mit dem Dampf hab ich tatsächlich ganz einfach beheben können. Ich dachte es liegt am Strom, weil sich so gar nichts getan hatte, dabei war einfach der Mechanismus am Hebel verrutscht (wie das passiert ist weiß nur der liebe Gott) sodass das Ventil nicht geöffnet hat. Jetzt Dampft es wieder.

    Meine Dichtungen sehen im großen und ganzen eigentlich noch ganz gut aus. Ein Teil, das mir fehlt ist die Sechskant Hohl Schraube die den Duschsieb fixiert, da hab ich im Moment eine Schraube Marke Eigenbau drin. Vielleicht kann ich die ja bei der Adresse nachbestellen, die Du angegeben hast. Dann stimmt vielleicht auch der Druck wieder besser.

  8. #8
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Die Schraube für das Duschsieb ist leider eines der wenigen Teile die ich nicht mehr da habe. Ansonsten liegt hier noch eine zerlegte Amica II als Ersatzteillager. Ich glaube auch nicht, dass ich die nochmal bekommen kann. Wir haben wirklich nur Standarddichtungen nach Augenmaß aus dem Sortiment gesucht.
    Wenn da im Moment eine gewöhnliche Schraube drin ist, dürfte dein Brühdruck zu niedrig sein, da auf der Feder eine deutlich zu hohe Vorspannung ist.
    Wenn die Schraube sonst soweit passt, würde ich eher nach einer anderen Feder Ausschau halten.
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  9. #9
    ulialbin ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Mit der Schraube ist das so eine Sache. Ich hab die Maschine vor einiger Zeit geschenkt bekommen, und dann erst einmal versucht zu reinigen, aber auch mit allen Tricks war die Schraube nicht zu lösen. Also musste ich sie herausbohren. Das hat vor allem den Nachteil, dass ich meine Schraube Marke Eigenbau, nur nach "Gefühl" aushöhlen konnte. Ich denke, was mir schon viel helfen würde, wären die exakten Maße der Schraube, um meinem Nachbau entsprechende Dimensionen angedeihen zu lassen...

    Ich stelle mir halt vor, dass hier doch der korrekte Druck eingestellt wird, oder?

    schöne grüße, und schon einmal vielen dank für die Hilfe!

    Uli

  10. #10
    tidaka ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung der FAEMA Amica

    Eingestellt wird mit der Schraube nichts, man könnte höchstens mit der Federvorspannung des Ventils dahinter was am Brühdruck ändern.
    Davon abgesehn hat deine Amica II aber auch ein Expansionsventil, das zu hohen Brühdruck verhindern soll. Leider ist es bei der späteren Amica (II) nicht mehr einstellbar, bei meine älteren Amica geht das noch.
    Theoretisch kann man das aber auch tauschen. Oder du schaust erstmal nach ob nicht vielleicht doch ein einstellbares drin ist.
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