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  1. #1
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Hallo,
    wegen eines Anfalls an akuter Schrauberitis, und da ich immer noch keine bezahlbare Handhebel-Bastelmaschine auftreiben konnte, habe ich mir aus purer Verzweiflung eine Pad Maschine geangelt.



    Schon wieder eine Gastro-Pumpe zerlegen reizt momentan wenig, da sind mir die verschiedenen Fabrikate zu ähnlich und eine Marzocco zum Basteln gibt es ja auch nicht an jeder Straßenecke.

    Deshalb ein Bericht über eine E.S.E Pad Maschine Namens Adoro Minibar.

    Historie im Schnelldurchgang aus dem Internet:
    Hersteller CMA, baugleich gefertigt als Astoria Prima und WEGA Starlet.
    Der Begriff ALWA Higtech Milano taucht in dem Zusammenhang auch auf, lässt sich aber auf die Schnelle nicht weiter verfolgen ( Konstruktion oder Vertrieb ??)
    Am Ende landete das alles dann irgendwie irgendwann bei Adoro ( Marketing Vertrieb ??)
    caff adoro-Home
    Inzwischen vertreiben die nur noch E.S.E Pads , keine Maschinen mehr, aber angeblich noch Ersatzteilversorgung.

    Ersatzteilversorgung auch nach telefonischer Auskunft über Espressoxxl möglich, da gibt es auch unter dem Suchbegriff WEGA Starlet Konstruktionszeichnungen.

    Irgendwann hat die Maschine dann als Todesurteil ein vernichtendes Urteil der Stiftung Warentest eingefangen.
    1. Stimmt, viel zu teuer (700-900 Euro) bei einer Padkonkurrenz die Ihre Plastikmaschinchen kräftig bezuschusst, die Kohle wird ja mit den Pads gemacht.
    2. Kurzschluss gefährdet. Das kann ich nicht nachvollziehen. CMA typisch ausgezeichnet gefertigt.
    3. Angeblich Blei im Espresso. Kann ich auch nicht nachvollziehen. Silikon Schlauch, Ulka Pumpe, PE Hochdruckschlauch, Kleiner Kessel und Heizung Edelstahl, Parker Magnetventil, verchromte Messingbrühgruppe und Siebe. Das ist alles so, wie ich das von vielen anderen Maschinen ohne Blei auch kenne. Wo soll da das Blei her kommen ? Ich hoffe die Warentester kriegen nie eine frisch renovierte Gastro mit Ihrem kiloweisem Kupfer und Messing sowie unzähligen Lötverbindungen in die Finger.

    Nach so viel zum Lesen ein paar Bilder zum Schauen:




    Wegen der Konstruktion und des Designs fand ich die Minibar schon immer interessant, vor allem nach der Überarbeitung seitens Adoro (Kräftiges Blau oder Rot oder schickes Chrom als Gehäusefarbe).
    Obwohl die erste Assoziation immer der High Tech Spucknapf am Behandlung-Stuhles meines Zahnarztes war.
    Nachdem diese Maschine inzwischen bei Ebay für ca. 40€ fast nichts mehr kostet, lohnt sich ein persönlicher Test. Wenn ich nicht die vorherige Auktion einer Wega Starlet versäumt hätte. wären sogar ca. 15 € genug gewesen.

    Die Maschine gibt ziemlich unüblich den Espresso nach oben ab.
    Der beeindruckende Klemm Mechanismus oben für das Einklemmen der Papier Pads ist vertrauenerweckend aus massivem Metall und lässt sich gut bedienen.


    Das Gehäuse ist nicht wie gewohnt aus Plastik, sondern aus massivem Alu Druckguss. Das ist auch notwendig, weil die ganze Technik nur an diesem Gehäuse angeschraubt ist, ohne die sonst üblichen filigranen Blechprofilkonstruktionen. Generell ist an der Maschine nichts geklipst, geklebt oder was man momentan als kostenreduzierende Konstruktionsmethoden so alles findet. Alles ist altväterlich geschraubt und deswegen leicht zerlegbar. Die meisten Komponenten sind Standartbauteile (Ulca Pumpen, Parker Magnetventil, Silikon Schläuche, Expansionsventil , Schalter usw.

    Für Ebay untypisch, war die Maschine in einem gutem Zustand, obwohl als Bastlerobjekt beschrieben. Ich musste zur Inbetriebnahme kein einziges Ersatzteil nachkaufen.
    Gefehlt hat eine Befestigungsschraube für den Klemmmechanismus. Die war ganz leicht aus einer Schlossschraube nachzubauen.

    Der Kreislauf Milchschäumen hat sofort problemlos funktioniert.
    Der Kreislauf Kaffeebezug hat gestreikt.

    Wegen der jammernden Ulca EP5 hab ich diese Pumpe als erstes untersucht. Das war zwar durchaus interessant, brachte aber keinen Erfolg. Die Pumpe ist leicht zu zerlegen, Diode war ok, keine Verkalkung vorhanden.

    Als nächstes hab ich das Parker 3 Wegeventil zerlegt. Das war jetzt weniger interessant, weil ich das schon aus meiner Gastro Maschine kenne. Aber dann war das auch schon mal perfekt gereinigt. Wenigsten konnte ich erkenne, das am Zulauf dieses Ventils nichts ankommt.

    Deswegen musst ich dann den kleinen Edelstahlkessel (eher eine Dose) mit der Heizung abschrauben. Da war dann auch die Fehlerquelle: Deutlich Kalk, aber wenig als Kruste sondern eher als Gries, und die Verstopfung bei eine Kupferschraube oben, am Ausgang aus der Heizung, mit total zugekalktem Düsenloch .

    Also die Düsenschraube ins Zitronensäurebad und den Kalkgries ausgespült. Die Heizungsdose und die Heizungswendel sind aus Edelstahl. Die Abdichtung dieser Dose an das Maschinengehäuse erfolgt mittels eines in eine Nut eingelegten Gummiringes.
    Die Befestigung mit 4 Schrauben so tief im Gehäuse ist etwas dröselig, mittels geeignetem Werkzeug aber schon machbar.


    Alles Edelstahl, Wasserschublade raus, Deckel abschrauben und mit Stirnlampe ab zur Höhlenforschung




    Gutes Werkzeug um bis ganz nach hinten zu gelangen

    Beschreibung der Maschinetechnik:
    Die Maschine ist ein Zweikreiser. Aber besser wäre die Bezeichnung Dual Boiler. Es liegen zwei vollständig getrennte Kreise vor:
    1. Der Kreislauf Milchschäumen mit eigener Pumpe Ulca Typ 4, eigene Heizung Typ Thermoblock, nicht gepulst, eigenes Magnetventil. Wo genau dieses Magnetventil eingebaut ist, kann ich nicht näher beschreiben genauso wie der gesamte Teilbereich des Thermoblockes. Da dieser Maschinenteil funktioniert, habe ich da nicht weiter zerlegt.

    2. Der Kreislauf Kaffeebrühen mit eigener Ulka EP5 und Expansionsventil, eigene Heizung Typ Edelstahldose, eigenes Magnetventil Parker.


    Die Bedienung ist DAU geeignet:
    Maschine anschalten mittels des unteren Schalters. Die Maschine heizt dann vor. Die LED vor dem jeweiligen Schalter darüber zeigt an ob das Heizen gerade in Betrieb ist.
    Vorheizdauer Milchschäumen geht schnell, so ca. 2 Minuten. Das Vorheizen Kaffebrühen dauert etwas länger, aber 5 Minuten dürften reichen.
    Schalter Brühen dann manuell An Aus für die gewünschte Espressomenge.
    Darüber ist der Schalter Milchschäumen.
    Da getrennte Kreise vorliegen muss nicht mühsam hochgeheizt werden, Michschäumen geht immer sofort, natürlich nicht literweise, aber portionsweise geht es erstaunlich gut. Da hier ja eine DAU Maschine vorliegt gibt es dafür natürlich einen Capuccinatore. Erstaunlich für einen Lanzen Schäumer wird damit ein fast Latte Art fähiger Milchschaum erzeugt. Ich bin verblüfft !
    Also das Ergebnis ist Welten besser als an meiner brühdruckreduzierten Pavoni und durchaus vergleichbar mit dem Gastrobomber.
    Störend ist dann nur die etwas umständliche Putz Prozedur mittels Ansaugen Reinigungswasser mit Spülmittel und Nachspülen mit klarem Wasser.
    Es liegen 2 Siebe bei, die oben in den Pad Träger eingespannt werden. Da der einzige Unterschied in der Anzahl und Größe der eingestanzten Löcher zu finden ist, dürfte damit die einzige kleine Möglichkeit zur Beeinflussung der Durchlaufzeit machbar sein . (Mahlgrad und Tampern gibt es ja nicht)

    E.S.E Pads:
    1. Erstes Problem, in jedem Tante Emma Laden gibt es Pads der jeweiligen Marken gebunden Fabrikate selbst in Hintertupfing. Aber nirgends gibt es E.S.E Pads außer zum Bestellen im Internet, und selbstverständlich natürlich in München oder Berlin Kreuzberg an jeder Ecke . Wenn ich hier auf dem flachen Land den Begriff „ESE“ anspreche, schauen mich die Leute an wie wenn ich über Rinderwahnsinn (BSE) spreche, oder den selber habe. Keines der Nespresso verseuchten Fachgeschäfte bietet auch für ESE geeignete Maschinen an, oder hat den Begriff schon mal gehört.

    2 Zweites Problem, ohweh, ohweh der Preis, der Preis.
    Für ausgezeichnete Kaffee vom Kleinröster zahle ich eine Kilopreis von max. 20€. Ein Kilo E.S.E kostet das Doppelte <= 40€. Ich zahl also den doppelten Preis damit ich einen vor langer Zeit gemahlenen Kaffee mühsam aus Alu dröhseln darf. Herr Vincent, der schon die Krise kriegt wenn ein paar Krümel in der Mühle für Minuten altern, wird sich mit Grausen abwenden. Minimiert wird der hohe Portionspreis nur durch die Tatsache meiner üblichen 10g Einwaage ins Sieb. (Mühlen Kaffee ca. 100 Portionen/1kg. Pad Kaffee ca. 150 Portionen /1kg)

    3. Drittes Problem, jemineh, jemineh der Geschmack, der Geschmack.
    Nachdem ich endlich ein kg Pads von Fausto besorgt hatte der erste Geschmackstest:
    Also der Kaffee ist nicht bitter oder sauer. Aber mehr auch nicht. Leichte Crema lässt sich erahnen wie eben von altem Kaffee zu erwarten. Keine Explosion der Geschmacksknospen wie dank frischer Röstung und frischem Mahlen selbst die kleine Pavoni liefert, wenn sie gerade nicht zickt. Enttäuschend, aber für den Nachmittags Schümli wird es schon ausreichen.
    Leider zu viel Text Teil 2 wird nachgeliefert.
    Geändert von manzenberg (23.03.2011 um 16:07 Uhr)

  2. #2
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    der Rest:

    die Nachbauschraube



    Fazit
    Nette Espresso Maschine, originelle Konstruktion, nettes Design.
    Wie bei CMA gewohnt hochwertige Einzelkomponenten in vernünftiger Ausfertigung verbaut.

    Schade so viel Aufwand für eine ausschließliche Nutzung als E.SE. Maschine. Mit den verbauten Komponenten hätte man doch durchaus eine vernünftige Siebträger bauen können.

    Als Strandgut aus der Bucht durchaus billiger als diverse Nesspresso Plastikteilchen. Deswegen wird sie für den schnellen Zwischendurch Kaffee als dritte Maschine ihr Gnadenbrot fristen. Dann gibt es eben Mischkalkulation : Massenkaffee aus der Mühle (ca. 20 cent), schneller Espresso mit Expressozuschlag mittels Pad (ca. 30 cent).
    Kurze Aufheizzeit, mühlenlose mühelose Kaffee Zubereitung, unproblematisches Sortenwechseln , und ein unschlagbarer Neugierigkeits-Faktor bei allen Besuchern.


    „Jetzt lass mal die große Maschine aus, und zeig mir doch mal wie der Espresso aus deiner kleinen blauen Zahnarzt Spucknapf Maschine schmeckt“

    Grüße Karl

    Fragen:
    Da keine Erfahrung mit Thermoblock vorliegt: Ist das eher aus Alu und Weingeist zum Entkalken sinnvoller als Zitronensäure ?
    Zwar nicht unbedingt lebenswichtig, aber hat jemand eine Bedienungsanleitung und könnte mir eine Kopie zukommen lassen ?

  3. #3
    ALWA ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Danke für den ausführlichen Bericht. Ein paar Bilder vom inneren Aufbau hätte ich mir noch gewünscht.
    Mir fiel die Maschine auch schon auf, wird ja öfter in der Bucht angeboten. Was mir allerdings auch sofort auffiel und auch zu denken gab, war der konstruktive Aufbau des Oberteils, als der kopfstehenden Brühgruppe. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Konstruktion auf eine vernünftige Temperatur zu bringen ist mit der Folge, dass die Temperatur im Kopf möglicherweise zu sehr abfällt. Wie sind da Deine Erfahrungen?

    Und mit ESE-Pads ist es wie mit Bohnen: man muss schon etwas suchen, um "seine" PADs zu finden. Dennoch ist es grundsätzlich durchaus möglich, mit einer ESE-Pad-Maschine leckeren Espresso zu erzeugen.
    Faema Family mit Family Mühle, La San Marco Practical 95E, ECM Michelangelo, WMF 1000 Wandmaschine, Rossi RR45, Mazzer SJ, Poccinos usw...Renovierung La San Marco Practical, Renovierung ECM Michelangelo (Verkauft), 2te. Renovierung ECM Michelangelo

  4. #4
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Hallo,
    leider war meine Frau wärend des Rumschraubens gerade mit der Digicam im Urlaub. Beim nächsten Schraubanfall mach ich dann schon Bilder. Aber sehr informativ ist die Innenansicht nicht. Eben die Standart Ulkas, Silkonschläuche und viele Kabel die einem beim Schrauben immer im Wege sind. Wegen des eher becherförmigen Gehäuses und der einzigen Zugangsmöglichkeit von unten ist alles etwas eng und unhandlich.

    Beheizung der Brühgruppe: Die kleine Edelstahldose der Heizung ist direkt unter der Brühgruppe montiert und beheizt die Brühgruppe deswegen direkt von unten. Das ist schon zufriedenstellend gelöst.

    Natürlich werde ich andere Pads versuchen, aber systembedingt bin ich da eher skeptisch.
    Karl

  5. #5
    fusselino ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Na Herzlichen Glückwunsch,

    so eine war meine erste Maschine zuhause um Espresso zu brauen.

    Ich hatte Sie seinerzeit ca. 15 Jahre her, beim sehr verschrieenen Laden
    in Hannover gegüb. der Markthalle gekauft.
    Der Kaffee war nicht mal schlecht daraus, habe glaube ich immer
    ein paar "Leerbezüge" vorher gemacht.

    Aber jetzt kommts, die Auswahl an verschiedenen Pads, beim damaligen
    Händller meines Vertrauens war wirklich gut.
    Illy hatte sehr leckere, die passten genau. Desweiteren sehr viele Exoten (Guaraffe & Co)
    meist einzeln verpackt.
    Klar billig war der Spass nicht, so richtig gut auch nicht, aber ich denke trotzdem
    nen Tucken besser als Nespr. allemal.

    Wenn du mal nach Hannover kommst (kann das deinem Profil n. entnehmen) schau
    bei Ihm rein, vielleicht hat der sowas noch.

    Sorry grad gesehen Makr....... wird wohl nix mit reinschauen

    Gruss Richard
    la Pavoni Pub 1EL | nouva simonelli MAC CUP V | Microcimbali | Anfim Best | Zassenhaus Havanna | Mazzer Mini EA

  6. #6
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Hallo,
    da ich die Maschine kurz aufgeschraubt habe, um zu Schauen ob alles dicht verschraubt ist, jetzt Bilder von Innen:

    Links die Ulca EP5 des Brühkreislaufes. Rechts der weisse Hochdruckschlauch zum Kesselchen und das Expansionsventil mit der Rückführung in die Zuleitung.


    Weiter hinten die Ulca Typ 4 des Kreises Milchschaum. Dahinter versteckt, das Brikett des Thermoblockes.





    Ganz oben und damit im Gehäuse ganz hinten und damit fast nicht zu erreichen:
    Der Kessel besser die Edelstahldose.Direkt unter der Brühgruppe verschraubt. Rechts daneben das Parker Dreiwegeventil.

    Karl

  7. #7
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Hallo,
    beeindruckend so ein Karton KG Pads
    1 Bild schachtel


    Dürfte in etwa das dreifache Volumen einer Packung Bohnen sein


    Letzter Stand Protokoll aus der Abteilung ESE-Forschung:

    Ich weiß als Siebträger Fan, der im Normalfall seinen Espresso Ristretto artig tropfenweise aus so ca. 10-12 Gramm quetscht und seine
    Geschmacksnerven mit dieser öligen Essenz betäubt, bin ich extrem intolerant gegen andere Darreichungsformen von Kaffee.

    Deshalb habe ich solange weitergeforscht bis meine anfängliche Skepsis gegen die ESE Pads deutlich geschmolzen ist.

    Zuerst habe ich mich um die Basics gekümmert.

    1. Temperatur. Quick and Dirty einfach mit Thermometer am Auslauf gemessen. Ca. 90-93 °, nicht schnell abfallend mindestens für >= 50 ml. Eine Flush zum Hochheizen der Brühgruppe unterstützt das deutlich.

    2. Druck. Bei meiner Revision habe ich natürlich das Expansionsventil vom Kalk gereinigt, aber beim Zusammenschrauben übersehen das ein regelbares Expansionsventil vorliegt. Nach bester Gastroschrauber Mentalität wurde natürlich beim Zusammenschrauben bis zum Anschlag festgeknallt. Könnte ja irgendwas undicht sein sonst.
    Deswegen habe ich meine ersten Brühversuche mit Höchstdruck verfertigt. Wenigstens weiß ich jetzt die Pumpe schafft noch locker >= 16 Bar und dabei ist auch alles schön dicht. Also mit 14er Schraubenschlüssel auf ca. 9,5 Bar runter geregelt. Da beim Standartdruck immer noch keine zufriedenstellende Brühdauer erreichbar war, bin ich dann zum Warmduscher Brühdruck Reduzierer geworden und komme mit knapp unter 8 Bar zu den gewünschten 20 sec.

    Siebträgermanometer geht dabei nur mit etwas Hilfskonstruktion.
    2 Bild Manometer



    Tampern:
    Geht ja eigentlich systembedingt nicht, geht aber trotzdem. Einfach das Pad in die vorhandenen zweite Siebträgerdusche einlegen und fest Tampern. Von beiden Seiten und dann die höhere Seite nach oben einlegen. Dann drückt der Wasserdruck das Pad formgleich an das Sieb. Nicht vergessen, ist ja alles umgekehrt. Wasser kommt von unten und wandert nach oben durch das Pad.

    3 Bild Tampern eins

    PI:
    Kurzes Einschalten der Pumpe bis der erste Tropfen erscheint und der Kaffee quellen kann. Falsche PI heißt das glaube ich hier im KN.
    Funktioniert bestens und hilft beim Verlängern der Brühzeit. Wegen der Papierumhüllung gibt es kein Channeling. Da oben in der Schaltleiste noch Platz wäre, und das Symbol für PI schon eingeprägt ist muss ich mal die Suchfunktion „PI und Tank“ bemühen. Da schwebt mir irgendwas vor mit einer kleinen Schaltung die die Vibrationspumpe mit verminderter Leistung auf ca. 2-3 Bar bringt.


    Abteilung obskures:

    Mein Eigenbau Versuch ESE Pad mittels Nähmaschine und altes Teesieb schaut zwar durchaus beindruckend aus, funktioniert aber nicht. Wahrscheinlich channeling über die dicke Textilumhüllung oder falsches Woodoo.
    4 Bild Eigenbaupad




    Wegen der frei obenliegenden Brühgruppe habe ich eine Möglichkeit gefunden auch die eigentlich viel zu großen Softpads zu verwenden. Einfach das Softpad etwas anfeuchten und die Randbereiche nach unten knüllen . Dann passt das gut in die eigentlich zu kleine Brühgruppe. Das Volumen mit 7 Gramm stimmt ja überein. Da diese Softpads selber gebastelt werden können, werde ich mittels „Mr. Pad from ebay“ einen neuen Versuch starten wegen: „ESE aus frisch gemahlenem Kaffee“

    5 Bild Softpad



    Nachdem ich mir ein zusätzliches Testpaket ESE Pads besorgt habe, läuft eigentlich zur Zeit nur noch die kleine blaue Maschine. Die große Gastro oder die kleine Pavoni Zicke stehen beleidigt in der Ecke.

    Das Handling ist einfach verlockend, vor allem beim schnellen Ausprobieren verschiedener Sorten .

    Wenn HALT der Preis der Preis der Pads nicht wäre. Mit Testpackungen aus verschiedenen Sorten kommt man schon schnell auf eine KG Preis von 60 € und unter 40 € geht gar nichts.

    Karl

  8. #8
    fusselino ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    PI?

    da fällt mir eins dazu ein.
    Du hast doch 2 Pumpen in der Maschine. Wenn du die
    kleine Ulka als PI Pumpe parallel zur Grossen verschlauchst, den
    freien Schalter auf die kleine Pumpe, dann erst kleine einschalten
    nach PI-Zeit Große hinzu,dann kleine aus usw. Wenn du einen Schalter
    mit 2 Schaltstellungen hast ist es nat. einfacher. Ich denke das du
    auch sonst nichts dazu benötigst, da die Ulkas von Haus aus schon wie ein
    Rückschlagventil funktionieren.

    Nur mal so als Anregung.

    Gruss Richard
    la Pavoni Pub 1EL | nouva simonelli MAC CUP V | Microcimbali | Anfim Best | Zassenhaus Havanna | Mazzer Mini EA

  9. #9
    brüh ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    hallo manzenberg.
    da sie sich mit der adoro gut auskennen, bitte ich sie um technischen rat.
    die maschine zieht kein wasser in die brühgruppe für den kaffee, dampf ist in ordnung. die pumpe knattert, keine kalkablagerungen in den schläuchen.
    was ist zu tun?
    beste grüsse und gut brüh.
    brüh

  10. #10
    manzenberg ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Adoro Minibar, Revision und Beschreibung

    Hallo,
    schön, noch ein Liebhaber dieses ESE Oldies.
    Vermutlich ähnliche Schadensursache wie weiter oben beschrieben. Zugekalkte Düse in der Heizung. Einfach den Leitungsweg systematisch absuchen: Pumpe >Magnetventil> Heizung.
    Viel Erfolg.
    Karl

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