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  1. #1
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Seit einiger Zeit geht bei mir der Wunsch um eine 2gr. Maschine im Büro zu haben. Nachdem die Platzverhälnisse es erlauben muss es auch kein schmalbrüstiges Mädchen sein.

    Vor einigen Wochen hat mich dann eine 2gr. Fiorenzato Fenice in der Bucht angesprungen. Das Bild sah aus wie ein Schrotthaufen und der Verkäufer zu keiner Aussage fähig.

    Umso gespannter war ich auf die Abholung. Nachdem ich die Adresse in einem Industiegebiet fast nicht gefunden hätte, hat sich der Verkäufer als kleiner Second Hand bzw. Flohmarkt im Keller eines Lagerhauses herausgestellt.
    Keller und 70kg der Fiorenzato sind keine gute Kombination.

    Nun steht sie in meinem Hobbykeller (der Weg in über die Wendeltreppe war noch anstrengender)






    Immerhin scheinen keine Teile der Karosserie zu fehlen, was schon mal das wichtigste ist. Die Siebträger sind nicht dabei und die Maschine wurde offensichtlich nur mit dem Seitenschneider deinstalliert.
    Sieht in Summe wie ein Sperrmüllfund aus. Sollte evlt. doch mal bei den abendlichen Sperrmüllrallies mitfahren

    Die Verkleidung ist schnell abgenommen.
    Für das Frontblech müssen alle Armaturen abgenommen werden:



    Mahlzeit: Wer Cappu in der Gastronomie trinkt hat das Vertrauen in die Menschheit noch nicht verloren.

    Die Milchreste im Gelenk der Dampflanze lassen auf keinen pfleglichen Umgang mit der Maschine schließen.



    Die Anschraubteile der Brühgruppen mussten abgeschraubt werden umd die Frontbleche abzuheben:




    Auch die 36er Nuss die ich kürzlich günstig in der Bucht erstanden habe kommt nun zum Einsatz. Allerdings schon ein riesiges Teil.


    Interessanterweise ist eine Brühgruppe feucht, die andere trocken. Wenn man die Ablagerung der trockenen Brühgruppe an der Glocke der E61 anschaut, ist die Brühgruppe wohl verstopft.



    Und so sieht sie zerlegt aus.






    Ich denke mit polierten Blechen und frisch gepulvert wird sie wieder sehr ansehnlich werden.
    Freu !

    Gut finde ich auch die elektrische Heizung der Tassenablage. Damit kann man den Kessel gut isolieren und doch noch die Tassen vorheizen.




    Jetzt muss aber erst mal der Rahmen sangestrahlt und gepulvert werden, ist doch schon recht mitgenommen.
    Geändert von Ski_Andi (02.06.2011 um 20:29 Uhr)
    Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
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  2. #2
    mccokie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Wow sehr schöne Maschine, was hast du für die bezahlt, wenn ich fragen darf?
    Denn Fiorenzato hat nicht am Material bei der Fenice gespart - die steht bei meinem Italiener seit über 10 Jahren im Einsatz und ist dank regelmässiger Pflege in gutem Zustand und macht freilich auch guten Espresso.

    Allerdings hat deine wohl keine (oder sehr wenig) Pflege mehr seit Inbetriebnahme erfahren - selbst massive Maschinen geben da irgendwann mal auf...

    Beim Rahmen putzen habe ich mit Ako-Pads ganz gute Erfahrung gemacht, der sah bei meiner L6 nach dem ersten Putzgang fast wieder gut aus, habe trotzdem sandstrahlen und neu pulvern lassen, weil die Farbe an manchen Stellen doch gut am blättern und "runter" war.

  3. #3
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    ähm, der Kaufpreis liegt in der Größenordnung was der Kupfer bzw. Messingschrottpreis bringt, also nix kaputt gemacht.
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  4. #4
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Coole runde gebogene Front. Wenn du die wieder richtig glänzend hinbekommst sieht die bestimmt wieder fantastisch aus.
    Na da bin ich mal gespannt.
    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
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    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
    Preinfusion für Tank Maschinen
    Rossi RR 45 auf 80 Mahlkranz umbauen

  5. #5
    ALWA ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Ja, eine Maschine mit Charakter, etwas eigenwillig, aber genau deshalb schön. Bin auch mal gespannt, was Du da rausholst. Die Substanz scheint doch zu stimmen. Wenn keine groben Macken im Blech sind, wird das wieder was... Hoffentlich ist das Manometer noch ok, sieht nicht nach Stangenware, aber ebenfalls klasse aus.
    Faema Family mit Family Mühle, La San Marco Practical 95E, ECM Michelangelo, WMF 1000 Wandmaschine, Rossi RR45, Mazzer SJ, Poccinos usw...Renovierung La San Marco Practical, Renovierung ECM Michelangelo (Verkauft), 2te. Renovierung ECM Michelangelo

  6. #6
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Einige Knicke bzw. Beulen sind schon drinnen in den Blechen. Der Trödler hatte die Maschine mit der Sackkarre rumgefahren, was bei dem Gewicht schon ordentlich Druck auf die Kontaktstellen zur Karre erzeugt.

    Denke da muss ich mich im Ausdengeln üben. Werde mal schauen wie die Beulendocktoren das so machen. Allerdings ist Autoblech deutlich dünner.

    Gestern wollte ich noch die Brühgruppen von den Magnetventilen abmontieren:


    Dummerweise war dieses Messingteil mit Inbus-Edelstahlschrauben befestigt (im Bild rechts). Und man mag es nicht glauben aber an jeder der Brühgruppe waren zwei der Schrauben kaputt, so dass der Inbusschlüssel durchdrehte.
    An der Maschine hatte auch schon jemand gemurkst, wie man an de ein ode anderen Stelle sieht. Zumindest wurde sie schon mal entkalkt.

    Da ich ein Ausdrehwerkzeug habe, musste erst mal ein ca. 2mm Lochin die Schraubenköpfe gebohrt werden. Da das ganze Messingteil sinnloserweise sehr lang ist, musste man auch noch die Löcher etwas schräg bohren, da ansonsten der Bohrer zu kurz ist. Sind mir doch tatsächlich noch zwei Bohrer abgebrochen und steckengeblieben.
    Wirklich langwierige Sache bis die Schrauben raus waren. Hatte dann auf 5,5mm aufgebohrt und die steckengebliebenen Bohrerspitzen mit Meissel bearbeitet.
    Geändert von Ski_Andi (04.06.2011 um 17:06 Uhr)
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  7. #7
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Nachdem die Brasilia fertig ist und bei ihrem neune Besitzer wunderbar läuft, geht es endlich mit der Fenice weiter.

    Rahmen sandgestrahlt und gepulvert.
    Wobei ich mich mit dem Pulvern bisher nicht anfreunden konnte. Mag langzeitstabiler als lackieren sein, aber lackierte Rahmen gefallen mir besser.




    Habe nun versucht die Fenice von 400V auf 240V umzuverdrahten.
    Für den burntest möchte ich aber noch einige Verbraucher anschließen.
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  8. #8
    Greg67 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    Zitat Zitat von Ski_Andi Beitrag anzeigen
    Habe nun versucht die Fenice von 400V auf 240V umzuverdrahten.
    na, der rahmen sie doch prima aus. vom oberflächenfinish her scheint es etwas weniger perfekt zu sein als lackiert, aber man sieht vom rahmen ja nachher wenig bis gar nichts, oder? von daher ist es doch verschmerzbar.

    die volt-umrüstung kommt auch noch auf mich zu bei der gaggia asso.von daher bin ich an einer hilfreichen dokumentation deiner arbeit mächtig interessiert. jetzt habe ich erst einmal den platz für die arbeiten am gerät eingerichtet. demnächst geht's dann los...
    Das Leben ist auch ohne Signatur schön, aber dennoch:

    +++ Bezzera Ellisse PM 1GR, Mahlkönig Vario Home +++
    +++ Bezzera BB105 AT, Cunill Tauro +++
    +++ Arrarex Caravel V3 Arancio +++
    +++ In Aufarbeitung: Gaggia Asso 2GR +++
    +++ Rancilio Miss Rancilio/ Nancy [stille Reserve], Petra Espresso Mahlwerk M20.07 [Altenteil] +++

  9. #9
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Restaurierung Fiorenzato Fenice 2gr

    War nun das WE wieder mal aktiev an der Maschine.

    Der Umbau von 400V auf 240V ist eigentlich problemlos.

    Der Drehschalter hat vier Klemmreihen parallel die auf jeweils vier Schaltausgänge um den Umfang weitergeschaltet werden.

    Die Maschine hat in der Mittelstellung "0", links die "1" und rechts die "2".
    Dummerweise entspricht dies nicht der internen Verdrahtung des Drehschalters. Man muss also erst etwas überlegen.

    Ich habe eine der mittleren Stellungen nicht kontaktiert und sie damit zu "0" gemacht.

    Man kann leicht mit dem Multimeter die Klemmkontakte für "1" rausmessen und daran nur die Blackbox und den Motor anschließen.

    Ebenso verfährt man mit der "2", wo der Presso mit der Heizung angeschlossen wird.

    Die BB und der Motor sollen in dieser Stellung auch laufen, es müssen also auf die restlichen zwei Klemmen der Stellung "2" die Kontakte ebenfalls geklemmt werden. Auf den Presso können sie nicht geklemmt werden, sonst bekommt in Stellung "1" der Presso auch Spannung.
    Das Problem ist leicht zu lösen, indem an der Anschlussreiche wo das Netzkabel angeklemmt ist, noch jeweils eine Brücke auf auf die freien Klemmen der Reihe gelegt wird. Somit wird die Spannung für die BB und den Motor sowohl in "1" und auch "2" geschaltet.

    Geht soweit auch, nur die Kesselfüllautomatik läuft nicht an. Da muss ich wohl noch die BB zerlegen.

    Mit der originalen Verdahtung der Schalter und Taster an der Front, leuchtet nur der Taster für die elektr. Heizung der Tassenablage, da an diesem Phase und Nulleiter hingeführt werden. An die anderen wird jeweils nur die Phase geführt und geschaltet. Damit kann die Glimmlampe nicht leuchten.

    Das muss ich dann ebenfalls noch alles umverdrahten, da mir das so nicht gefällt.



    Weil mir noch eine passende Kesseldichung fehlt, habe ich mich erstmal der Front gewidmet.
    Eine Papierdichtung habe ich schon, jedoch ist die Kesselnaht an der Flanschseite angebracht und steht über die Dichtfläche über, wodurch die Dichtung einen kleineren Durchmesser als verfügbare braucht.





    An den Bleche habe ich zwei komplette Samstage poliert, da sie sehr verkratzt und verbeult waren. Sie mussten also erstmal gedengelt und grob vorgeschliffen werden und schrittweise dann mit feinerer Paste überpoliert werden.

    Die Passgenauigkeit der Bleche zum Rahmen ist mieserabel. Die Ausstanzungen der Bleche waren schon nachgefeilt und ich musste nochmal was wegnehmen.
    Auch lassen sich die Bleche nur montiern, wenn der Brühkopf ganz gestrippt ist, also ohne Glocke und Schraube für das Vorbrühvolumen.

    Dummerweise habe ich übersehen, dass die Messingblenden um die Brühköpfe vorher montiert werden müssen.



    Die Messingteile waren ursprünglich vergoldet. Ich hatte lange überlegt, ob ich sie wieder vergolden lasse, da die alte Beschichtung schon stark abgeblättert war.
    Ich habe mich dann aber doch entschlossen die Messingteile nur spiegelpoliert einzubauen. Sieht aber fasst schöner aus.




    Hinten ist erstmal nur ein neuer Presso und eine neue Pumpe eingebaut. Motor wie immer mit neuem Kondensator versehen.
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  10. #10
    Netzer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Ja Hammer! Wie neu und wunderschön!
    ECM Mechanika II; Demoka 203;

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