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  #1 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 12:25
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Standard Praktikantenstadl "Milady's"

Hallo Kaffee-Netz, fröhliche Weihnachten.


Ich mache mal hier diesen Fred bei Rep-. und Wartung auf, um mit weiteren Entwicklungen der Futurmat-Milady den Maschinenbereich nicht "OT" zuzuspamen.


Der User-Gambrinus ist aktuell auch an einer Lady am schrauben und beteiligt sich evtl. mit an diesem Fred und lässt uns teilhaben...?


... und nun zu meiner Lady: Hier aus dem KN erworben/"geschenkt bekommen" und nun zerlegt bei mir in der Werkstatt.

Ich suche nach Quellen für Teile, Pläne/Zeichnungen, bin an gebraucht wie Neuteilen interessiert und frage mich gerade, wie man diese, einfache, schlichte und dem Anschein nach robuste Maschine ein wenig aufpeppen/besser machen kann ...?

... wie kann man in und an dieser Maschine Features verbauen, welche die Leistung steigern, den Handling-Komfort evtl. erhöhen und Freude erzeugen ohne direkt eine weitere Herz-Lungen OP daraus zu machen?
Ich möchte den Charakter dieser Bauart berücksichtigen auch um später, auf Wunsch, wieder den Originalzustand zu verbasteln/ zu reproduzieren.

...als erstes steht jetzt die Bestandsaufnahme, Reinigung und Entkalkung des Wärmetauschers an und danach werde ich versuchen den Rahmen/Boden mit einfachen Mitteln eine Pflege- und Schutzbehandlung zukommen zu lassen.

Für Tipps, Erfahrungsberichte, Hinweise, Ratschläge, ein wenig Unterhaltung u.s.w. bin ich im Voraus dankbar.

...und selbstverständlich werde ich bemüht sein, so viele Bilder wie möglich einzustellen, ich habe hier ja auch lernen dürfen, dass ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, woll.

Es grüßt
der Praktikant

Edit: ...ich hoffe jetzt den richtigen VK-Link kopiert zu haben! Espressomaschine 1 Gruppige Siebträger Maschine von Futurmat

Geändert von der Praktikant (26.12.2011 um 12:44 Uhr)
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  #2 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 12:26
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  #3 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 12:38
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  #4 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 13:17
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Standard AW: Praktikantenstadl "Milady's"

Glückwunsch, schöne Maschine! Zu Verbessern gibt es wahrscheinlich kaum etwas, Zweikreiser mit e61 funktionieren meist "ab Werk" sehr gut. Ein User (ich glaube "Mario at Jazz" hat seinen mit zwei Pressostaten ausgestattet, um punktgenaue Brühtemperaturen zu ermöglichen. Ich selbst habe bei meiner Überholung die erbärmlichen Kabel durch teure hochtemperaturfeste ersetzt und die neuen Kabel noch mit Silikonschläuchen als Schutz versehen. Das ist ein unsichtbares Tuning, aber es macht aus einer tickenden Zeitbombe einen weltkriegssicheren Bunker, sozusagen. Meine Maschine hat vor der Überholung zwei mal gebrannt, und die Kabelage in Deiner sieht ähnlich mies aus.

Viel Spaß beim Schrauben!
__________________
Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !
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  #5 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 16:18
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Zitat:
Zitat von bohnenschorsch Beitrag anzeigen
Ich selbst habe bei meiner Überholung die erbärmlichen Kabel durch teure hochtemperaturfeste ersetzt und die neuen Kabel noch mit Silikonschläuchen als Schutz versehen.
Ich empfehle - aus Erfahrung aus der Industrie, ohne mit Kaffeemaschinen mich auseinandergesetzt zu haben:

- Ölflex HEAT von Lappkabel als Leitungen. Sind zwar relativ teuer, halten aber hohe Temperaturen, Schmiermittel und einige aggressive Chemikalien gut aus und sind dabei gut zu verarbeiten.
- Raychem RW-175 Schrumpfschläuche (gehen bis 175°C)
- Raychem ATUM an Stecker, wo dicht bleiben muss
- bei Flachstecker und Steckhülsen bei Kunststoffisolierungen aufpassen, dass: a) sie von vorne aufgeschoben werden (so kann man kaputte tauschen ohne neu crimpen zu müssen und beim Abziehen vom Stecker läuft man nicht die Gefahr den Stecker offen zu legen) und b) dass sie Temperaturfest sind
- als ERSTES sich das Erdungskonzept gut überlegen und passende Kabel vorbereiten. Als geerdet gilt nur das, was direkt über ein Kabel mit Kabelschuh und einer Fächerscheibe an die Erde angeschlossen ist. Vorsicht bei Kupferleitungen, die am Gewinde z.B. mit Teflon abgedichtet werden!

Beim Verlegen der Erdleitung empfiehlt sich zuerst und am kürzesten die wahrscheinlichste Fehlerquelle (in diesem Fall den Kessel) anzubinden.

Marek
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  #6 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 20:57
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Standard AW: Praktikantenstadl "Milady's"

Hallo Bohnenschorsch, hallo Marek, wünsche frohe Weihnachten gehabt zu haben.

Danke für eure Glückwünsche, Meinungen und Tipps, die Lady wurde heute von mir auch einmal an den intimen Stellen geputzt, die Rahmenteile für ne "Lackung" vorbereitet und die Kupferteile entkalkt und gereinigt, ich war also fleissig! .

...fast ist sie wieder sauber und gefettet.

Marek, ein "Erdungskonzept" klingt gut!
Würdest du für uns Anfänger und Praktikanten hier im Forum kurz ausführen was das ist und wie man so etwas mit welchen Querschnitten idealerweise umsetzt?



...die Belegung des Steckers auf der Platine ist doch nicht original, oder? Spanish-Freestyle? ...wie komme ich an einen Schaltplan?
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  #7 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 21:02
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  #8 (permalink)  
Alt 26.12.2011, 21:31
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...naja, die mit ihren 120 V/60 HZ, woll.


...und hübsche Zeichnungen sind auch dabei! http://www.bunn.com/pdfs/commercial/...10712.0000.pdf

Es grüßt
der Praktikant
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  #9 (permalink)  
Alt 27.12.2011, 10:46
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... ich bastel gerade den "Kabelbaum" neu und setze dabei auch direkt einmal Bohnenschorsch und Marek's Vorschläge bzgl. Hitzeschutz um.


... und wie so Praktikanten manchmal sind, basteln sie erst ne Stunde bis ihnen bewusst wird, dass ein Hitzeschutzgewebe welches kurzzeitig 600 °C und dauerhaft 550 °C aushalten kann besser nicht mit Kabelbinder fixiert wird, welche sich bei max. 140 °C verabschieden, ist nicht sooooo schlüssig, woll.

Das Hitzeschutzgewebe werde ich später mit "Draht" fixieren weil mir die Edelstahlkabelbinder bei u.a. Conrad definitiv zu teuer sind! ...sind die bekloppt solche Preise dafür aufzurufen?
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  #10 (permalink)  
Alt 27.12.2011, 11:48
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Standard AW: Praktikantenstadl "Milady's"

Zitat:
Zitat von der Praktikant Beitrag anzeigen
Marek, ein "Erdungskonzept" klingt gut!
Würdest du für uns Anfänger und Praktikanten hier im Forum kurz ausführen was das ist und wie man so etwas mit welchen Querschnitten idealerweise umsetzt?
Grundsätzlich soll man sich bei
DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen,
DIN EN 61140 (VDE 0140-1) Schutz gegen elektrischen Schlag – Gemeinsame Anforderungen für Anlagen und Betriebsmittel
und verwandten Normen einlesen, die geben so ein Bisschen die Windrichtung vor, nicht aber wie man es zu machen hat (natürlich).

Ich versuche hier zumindest ein Denkansatz zu geben - ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Das Thema Schutzerdung ist allgemein recht breit und es ist immer die Frage, wie weit man sie treibt, gerade bei älteren Maschinen ist oft eine vollständige Lösung unmöglich, da diese Maschinen dafür einfach falsch (aus heutiger Sicht) gebaut worden sind.

Bei elektrischen Geräten ist es laut VDE grundsätzlich folgendermaßen vorzugehen:
1) die berührbaren Teile müssen eine Basisisolierung aufweisen.
2) falls die Basisisolierung versagt, muss der Fehler abgefangen werden.

#1 ist in allen Maschinen, auch den alten, grundsätzlich gegeben. Ob die Isolierung nach heutigem Standard eine Prüfung durchhalten würde, sei dahin gestellt, desto wichtiger ist aber #2.

#2 ist oft problematisch. Die Normen sehen wieder zwei Lösungen vor:

A) um die Basisisolierung wird nochmal eine Isolierung gebaut, also Schutzklasse II = Geräte mit doppelter Isolierung. Betrifft uns nicht, es gibt keine Espressomaschinen die der Anforderung genug tun würden (spätestens die Brühgruppe ist leitfähig und prinzipbedingt nicht isolierbar).

B) alles leitfähiges an Außenteile wird mit dem Schutzleiter so niederimpedant verbunden, dass
erstens: es kann sich gar keine gefährliche Spannung auf dem Gehäuse bilden und
zweitens: der über Gehäuse abfließende Strom die Sicherung auslöst. Also Schutzklasse I, Geräte mit einem Schutzkontakt. Hier sind wir zuhause.

Umsetzung...

Der Leitfaden beim Aufbau/Umbau einer Maschine soll also der Gedanke sein: es müssen mindestens zwei Fehler passieren (zwei Sachen aus unterschiedlichem Grund ausfallen), eher jemand zu Schade kommen kann. Das mit dem unterschiedlichem Grund ist wichtig: es hilft nicht, wenn ich eine Schicht Isolierband mit einer zweiten Schicht umwickle - wenn der Kleber bei Hitze versagt, versagt er bei beiden Schichten, das ist keine doppelte Sicherheit. Also gut durchdenken.

Eine Espressomaschine, egal wie alt, soll die Anforderung auf Basisisolierung erfüllen. Das soll heissen, es sind keine stromtragende Teile berührbar oder leitend mit berührbaren Teilen verbunden und die Isolierung die dieses sicherstellt soll intakt sein. Erfüllt die Maschine dies nicht, muss sie entweder überholt oder verschrottet werden. Angenommen die Basisisolierung in Ordnung ist, können wir uns Sachen weiter überlegen.

Nach Norm sind jetzt alle leitfähige und berührbare Gehäuseteile an den Schutzleiter zu kontaktieren.

Zitat:
ACHTUNG: Ein lackiertes Blech gilt hier als leitfähig und isolierend gleichzeitig!
- Isolierend, wenn es um den Kontakt mit dem Schutzleiter geht,
- Leitfähig, wenn man die Gefährdung betrachtet!
Jetzt wird's aber kompliziert. Viele, vor allem ältere Maschinen sind nicht nach aktuellen Anforderungen gebaut. Da es ist einfach zu schreiben "alles, was berührbar und leitfähig ist, erden". Bei vielen Maschinen würde es bedeuten, dass man von jedem Blechteil zu jedem Blechteil ein Erdungskabel ziehen muss, da die Bleche zwar mechanisch befestigt sind, aber ohne Garantie einer leitfähigen Verbindung! Zum Beispiel ein Seitenblech befestigt mit Blechschrauben, die in Klammern eingeschraubt sind, die wiederum auf lackierten Ösen drauf stecken. Das hält alles zusammen, aber ob die Verbindung auf wirklich leitfähig ist, kann keiner sagen.

Fortsetzung folgt, ist noch nicht geschrieben, gestern wurde es spät...
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