Hallo zusammen,
seit einiger Zeit hat der Brühboiler-Thermostat unserer Brewtus II nicht mehr richtig funktioniert. Symptom war, dass der Thermostat nach einiger Zeit, in der die Maschine angeschaltet war, zuerst einen Fehler und dann gar nichts mehr angezeigt hat. Ich dachte zuerst, dass das der altbekannte Fehler sei, bei dem die dauernde Wärme am Einbauort den Thermostaten langsam röstet. Ich wollte den schon ersetzen, hab' aber die Maschine vorher nochmal aufgeschraubt und genau angesehen. Dabei habe ich bemerkt, dass die Isolation des Thermofühlers, der in einer eingeschraubten Hülse im Brühboiler sitzt, offensichtlich im Laufe der Zeit hart und brüchig geworden ist. An der Stelle, wo das Kabel die Hülse verlässt, waren sogar schon die blanken Adern zu sehen. Leider gibt es Thermostat und Sensor nur im Paket, sodass es letztlich egal war, wo der Fehler herkommt.
Da der Thermostat sehr teuer und schwer zu bekommen ist, habe ich mir überlegt, dass ich auch ein bisschen basteln und dabei gleich die Maschine mit einem PID pimpen kann. Die Auswahl an für die Brewtus direkt passenden PIDs ist auf genau einen Typ von Gicar beschränkt, der noch teurer und noch schwieriger zu bekommen ist als der Thermostat. Ich habe mich dann mal nach Alternativen umgeschaut. Viele PIDs haben 1/32 DIN als Einbaumaß, sind aber bis zu 100 mm tief. Das ist viel zu viel für den nach hinten sehr beschränkten Platz in der Brewtus.
Für die Silvia und andere Maschinen wurde hier des öfteren schon der Auber-PID diskutiert. Diesen habe ich mir dann beherzt bestellt, als ich gesehen habe, dass der nur 75 mm tief baut. Das sollte man durch einen kleinen Adapter in die Frontplatte eingebaut bekommen, ohne dass das Teil zu weit nach vorne heraussteht. Dazu aber später mehr...Dazu habe ich noch ein Solid State Relais und einige Zubehörteile (Kabel, Steckverbinder, Kabelschutzhüllen) besorgt und mich ans Basteln gemacht.
Der schwierigste Teil war gleich am Anfang der Ausbau des alten Temperatursensors. Der sitzt nämlich erstaunlich tief in der eingeschraubten Hülse im Brühwasserkessel und war leider nur in kleinen Bruchstücken herauszubekommen, da die Wärmeleitpaste, mit der der Fühler umgeben war, im Laufe der Zeit offensichtlich hart wie Kleber geworden ist. Der gesamte Teil des Fühler-Anschlusskabels in der Hülse war übrigens genauso brüchig wie die blanke Stelle am oberen Ende der Hülse. Nachdem der alte Sensor ausgebaut war, habe ich den neuen, zum Auber-PID passenden eingebaut. Den PID selber habe ich noch nicht in das Gehäuse der Brewtus implantiert, sondern erstmal in ein externes Gehäuse verfrachtet, um zu testen, wie gut das Ganze funktioniert. Das SSR habe ich am Boden der Brewtus installiert.
Die Verkabelung ist im Prinzip trivial, wenn man beachtet, dass der ursprüngliche Thermostat die Heizung direkt schaltet, was mit dem PID nicht geht (und auch nicht Sinn der Sache ist, da dieser die Heizung viel öfter ein- und ausschaltet als der Thermostat). Daher das zusätzliche Solid State Relais, das vom PID gesteuert wird. Die 220V-Versorgung des Thermostaten kann man direkt an den PID anschließen. Die beiden Kabel zur Heizung werden auf die Ausgänge des SSR geschaltet, und der Steuereingang des SSR wird mit zwei zusätzlichen Kabeln an den PID angeschlossen. Das ist schon die ganze Elektrik. Hier mal zwei Bilder, wie das im Moment ausschaut:
Der Testaufbau hat auf Anhieb funktioniert, wobei die Temperaturregelung natürlich noch nicht richtig funktioniert hat, weil die PID-Parameter noch nicht auf die Heizung der Brewtus eingestellt sind. Diese Einstellung lässt sich mit dem Auber-PID aber sehr komfortabel machen, weil er einen Selbstlern-Modus hat, in dem die Temperatur ein paar Mal hoch- und wieder runtergeregelt wird und die Steuerung dabei die Reaktion des Systems misst. Mit Hilfe dieser Messung werden dann PID-Parameter berechnet, die an unserer Maschine auch sehr schön funktionieren. Beim Aufheizen geht die Temperatur einmal kurz ein paar Grad über die eingestellte Temperatur hinaus und wird dann sehr schön gleichmäßig geregelt. Und ich als PID-Noob finde es faszinierend, wie oft die Heizung ein- und ausgeschaltet wird.
Nachdem die Elektrik jetzt sehr schön funktioniert, muss ich mir natürlich Gedanken machen, wie ich den PID eingebaut bekomme.Nach meiner Messung muss die Front des PID knapp 1 cm aus der Frontplatte herausschauen, damit er nicht hinten an die Halterung des Wassertanks stößt. Mein momentaner Plan ist, entweder von dem im Bild zu sehenden Gehäuse sozusagen eine Scheibe abzuschneiden, auf der dann die Frontplatte des PID montiert werden kann. Ich bin mir nur noch nicht so ganz im Klaren, wie ich das Konstrukt dann möglichst zerstörungsfrei an die Frontplatte der Brewtus montiert bekomme. Eine mögliche Alternative wäre noch, jemanden zu finden, der mir ein Stahlblech so zuschneiden und abkanten kann, dass ich es als Vorsatz für die Frontplatte verwenden könnte. Ich bin aber durchaus auch anderen Optionen nicht abgeneigt (ich hatte auch schon mal überlegt, aus einem Stück schwarzen Kunststoffs einen solchen Adapter herauszufräsen, weiss aber nicht, wo man einen entsprechend temperaturfesten Kunststoff herbekommen könnte. Falls also jemand eine Idee hat: immer her damit.
Ich werde auch noch weiter über den Fortgang des Projekts berichten. Ich hab' jetzt nur ein Problem: nichts hält so lange wie Provisorien (siehe Bonn...), und da ich Espresso zapfen kann, ist der Leidensdruck natürlich relativ gering, jetzt sofort etwas zu bauen.
Viele Grüße,
hawi


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Nach meiner Messung muss die Front des PID knapp 1 cm aus der Frontplatte herausschauen, damit er nicht hinten an die Halterung des Wassertanks stößt. Mein momentaner Plan ist, entweder von dem im Bild zu sehenden Gehäuse sozusagen eine Scheibe abzuschneiden, auf der dann die Frontplatte des PID montiert werden kann. Ich bin mir nur noch nicht so ganz im Klaren, wie ich das Konstrukt dann möglichst zerstörungsfrei an die Frontplatte der Brewtus montiert bekomme. Eine mögliche Alternative wäre noch, jemanden zu finden, der mir ein Stahlblech so zuschneiden und abkanten kann, dass ich es als Vorsatz für die Frontplatte verwenden könnte. Ich bin aber durchaus auch anderen Optionen nicht abgeneigt (ich hatte auch schon mal überlegt, aus einem Stück schwarzen Kunststoffs einen solchen Adapter herauszufräsen, weiss aber nicht, wo man einen entsprechend temperaturfesten Kunststoff herbekommen könnte. Falls also jemand eine Idee hat: immer her damit.
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