Österreich...
war für mich bislang auch eher ein Transitland. Die Zeiten sind vorbei...
Kaffeemäßig gibt es dort für Unerfahrene einiges zu beachten. Aber der Reihe nach: Zunächst Tirol. Ich bin ja mehr der Cappuccinotrinker; wenn man einen solchen in Tirol bestellt, scheint es grundsätzlich einen mit Sahne zu geben - puh! Das ist wie lauwarme Cervisia! (Ich weiß: Asterix ist hier im Board nicht so bekannt, dennoch...) Die ersten beiden Male habe ich anschließend einen Espresso und einen Verlängerten bestellt, davon wurde mein Geschmack wieder aufgerichtet. Besser als in Frankreich (gut, nicht DIE Kunst...).
Beim dritten Cappuccino stand ich direkt am Tresen und konnte, als der Barman die Dose Sprühsahne aus dem Kühlschrank fischte, noch schnell "NEIIIN!!" schreien, und habe den Kaffee (kein Espresso!) ohne getrunken. Unverständliche Blicke des Barmans.
Im nächsten Lokal bei einer Rafting Station nahe Imst war ich vorsichtiger und fragte freundlich, wie man denn in Österreich einen Espresso nenne, den man mit aufgeschäumter Milch servieren würde... Antwort: "Latte Macchiato." Verblüffung - gesagt - getrunken: na bitte, geht doch!! War gut. Im nächsten Lokal sah man mich ob eben dieser Bestellung wiederum befremdlich an... Mein Fazit: Entweder Espresso oder Verlängerter, das schmeckte immer.
Nächste Station: Obervellach bei Hemmagor in Kärnten, keine 5 Kilometer Luftlinie von der italienischen Grenze entfernt. Und überall superfreundliche Leute:
"Grüß Gott, was hätten's denn gern?"
"Grüß Gott, einen Cappuccino bitte..." - Kam mit Sahne...seufz!!! Also wieder nur noch Espresso oder Verlängerter.... ???
Mit einer Ausnahme: Restaurant Bachmann, scheint auch über die Lokalgrenzen hinaus bekannt zu sein: proppevoll, ohne Reservierung geht gar nichts. Das Essen: die haben eine eigene Räucherei...5-gänge-Menü "Lachskreationen": ein Gedicht (nicht billig, aber Preis wert. Habe mich einladen lassen)! Und: vorher einen Cappuccino, anschließend einen Doppio, beides sehr gut! Habe eine Mühle gehört...
Viele Grüße,
Oliver
PS: @ Klaus
Österreichischer Wein: Alles (na ja) probiert, war nie enttäuscht. Der Grüne Veltiner ist für mich ein idealer Sommerwein, Zweigelt eher leicht & süffig, Blaufränkisch ( Ist nicht, wie ich zunächst dachte, mit dem deutschen Spätburgunder identisch) körperreicher. Lecker! Wie allerdings ein Grüner Veltiner eine Chardonnay-Verköstung gewinnen kann, ist mir ein Rätsel. Die sind, so wie ich Chardonnay kenne, doch völlig unterschiedlich. Auch bei "Bachmann", wir haben zum Lachs natürlich den Chardonnay genommen.
Edited By Trolliver on Aug. 13 2002 at 02:23


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