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Digitale Demenz??!!

Dieses Thema im Forum "Was ich unbedingt noch sagen wollte..." wurde erstellt von Heinerich, 7. August 2012.

  1. Heinerich Mitglied

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    Ein populärwissenschaftliches Buch wird momentan in einigen Medien besprochen:

    Digitale Demenz
    Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen



    Hier einige Thesen aus einem Interview des SWR mit dem Autoren Manfred Spitzer:

    Quelle der Zitate

    Ich werde mir dieses Buch wohl mal holen und dann -durchaus kritisch- lesen. Allerdings stelle ich bei "jüngeren Menschen" fest, dass auf Fragen häufug auf "ausgelagerte Wissensspeicher" (Wikipedia, KaffeeWiki (;-)) oder anderes) verwiesen wird. Es scheint so zu sein, als würde sich eine Philosophie breit machen, in der "temporäres Wissen" und auch "Fachwissen" eine "umfassendere Bildung" ersetzt.
    Für den Menschen, als "Faktor in einem Produktions-Konsumzyklus" mag das "effizient" (meinetwegen auch effektiv) sein. Aber wie sieht es mit dem "Wert" für den Einzelnen als Teil einer Gesellschaft aus?
  2. betateilchen Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Das ist doch wirklich nichts neues, das war vor 35 Jahren in meiner Schulklasse schon so. Die Mädels (und auch einige männlich Streber), die in Physik, Chemie oder anderen komplexen Fächern die besten Noten (1+ bis 1-2, alles andere war ja schon Weltuntergang...) in Klassenarbeiten hatten, hatten diese Noten doch nicht wegen angeeinetem Wissen, sondern wegen stundenlangem Auswendiglernen nur in ihrem Kurzzeitgedächtnis. Zwei Tage nach der Klassenarbeit wussten die zu den gestellten Antworten doch nix mehr. Ich bevorzugte immer Noten zwischen 2 und 3, das hatte für mich zwei Vorteile: 1.) ich musste nie was auf eine Klassenarbeit lernen oder Hausaufgaben machen, weil dafür das im Unterricht gehörte immer gereicht hat, und 2.) weiss ich auch heute noch sehr viele Grundlagen (wenn auch nicht mehr in voller Tiefe, aber dafür sehr breit)

    Das Phänomen zog sich durch bis zum Studienende - ich hatte in der Informatikklausur eine 3, aber nicht, weil ich die gestellten Fragen nicht richtig beantwortet hatte, sondern weil meine Antworten nicht den nach Anweisung des Dozenten auswendig zu lernenden Musterantworten entsprachen. Zu dem Zeitpunkt, als ich diese Klausur zu Theorieen schreiben musste, hatte ich schon ca. 10 Jahre praktische Programmiererfahrung... Mit meiner 3 hatte ich seinerzeit den gesamten Kurs-Durchschnitt dieser Klausur versaut, weil alle anderen Noten zwischen 1 und 1,5 fürs Auswendiglernen bekommen hatten :mrgreen:
  3. Augschburger Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Das ist meines Erachtens nach ein alter Hut, spätestens seit Einführung einer allgemeinen Schulpflicht - als man lesen lernte - wird überall auf ausgelagertes Wissen zurückgegriffen. Vorher gab es das nur im Adel und den Kirchen.
    Vor 20 Jahren, als es noch kein Internet gab, ging man in die Bibliothek und hat in Büchern (Geschichte, Technik oder Lexika) nachgelesen.

    Heutzutage, in der sich immer schneller entwickelnden Welt, ist nicht mehr das Wissen die Macht, sondern die Möglichkeit, das Wissen zu finden. Deshalb sehe ich es auch sehr kritisch, wenn irgendwelche Suchmaschinen aufgrund meines Nutzerprofils die Suchergebnisse manipulieren. Wobei - das gab's früher auch, der Bibliothekar hat einem ja auch nur die Bücher gezeigt, von denen er annahm, dass sie "passen".

    Der "Wert eines Einzelnen" wird sich m.M.n. wieder wegbewegen vom "Wissen" und hin zum "Können". Jemand, der mir sofort und nachhaltig helfen kann, ist mir wertvoller, als jemand, der sowas irgendwo schon mal gelesen hat... Zumal das Internet doch vergisst, indem Seiten (Informationen) einfach gelöscht werden. Grade durch Firmenübernahmen habe ich schon einiges an Fundstücken wieder verloren, weil der neue Eigentümer den Inhalt der alten Website nur teilweise übernommen hat.
  4. Heinerich Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Zur Erläuterung: mit "umfassendere Bildung" meine ich das, was heute gern (z.B. bei Weiterbildungskonferenzen (im politischen Bereich)) als "Randwissen" bezeichnet wird.
    Für mich ist es aber so, dass gerade in diesem "Randwissen" Wertvorstellungen verankert sind.
    Ein solches "werterelevante" Wissen ist kaum bis nicht produktiv nutzbar. Je nach Werteverständnis/-kanon ggf. sogar "gefährlich", weil es nicht nur wirtschaftlichen "Fortschritt" in den Blick nimmt, sondern eher gesellschaftliche Entwicklungsideen favorisiert.
    Wenn ich mich aber nur noch an wirtschaftlicher Weiterentwicklung (z.B. Wachstumsphilosophien) orientieren kann, weil anderes nicht mehr vermittelt wird, dient Bildung letztlich nur noch der Zementierung eines momentanen (wirtschaftlichen) Systems. Die Funktionalität wird sichergestellt, statt das, was nicht (im Sinne von Gesamtgesellschaft/Menschheit) funktioniert, ggf. radikal, zu verändern.
  5. betateilchen Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    das hab ich jetzt nicht verstanden... vermutlich zu viele Klammern und Eventualitäten (z.B., ggf.) :mrgreen:
  6. S.Bresseau Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Ich habe vor langer Zeit sinngemäß folgendes Bonmot gehört:

    Wer Wissen hat, kann die richtigen Antworten geben.
    Wer Bildung hat, kann die richtigen Fragen stellen.

    Das trifft es imho sehr gut. Es geht nicht nur darum, möglichst viel Faktenwissen zu speichern und langfristig abrufen zu können, das kann google besser (und in absehbarer Zeit Systeme wie Wolfram alpha). Man muss sein Wissen und Informationen, die man präsentiert bekommt, richtig einschätzen können.

    Das wird in der Tat immer schwieriger, ich merke es an mir selbst. Wir werden mit Infos regelrecht zugeschüttet und kommen kaum noch dazu, die reinen News zu hinterfragen. Wer von Euch hat beispielsweise die EFSF oder den ESM verstanden? Das sind Dinge, von denen unsere Zukunft und unser Leben unmittelbar abhängt bzw. abhängen wird.
  7. betateilchen Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Da gibts nicht viel zu verstehen und es ist ganz einfach erklärt: Erinnere Dich an 1997 - Stichwort "Neuer Markt". Das war ein vergleichbares Geld-/Finanzierungs-Konstrukt, eine große Blase, die systembedingt irgendwann platzen musste. Na und? Das Leben ging trotzdem weiter. Und mir geht es nicht schlechter als vor 1997.
  8. S.Bresseau Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Naja, das ist doch was komplett anderes. Das Geld wurde privatwirtschaftlich hin- und hergeschoben, jetzt geht es um staatliche Maßnahmen gegen Verschuldung, Zahlungsunfähigkeit bzw. Pleite von ganzen Staaten und Inflation. Ganz nebenbei: Gerade in den letzten 15 Jahren hat der Druck der Globalisierung enorm zugenommen.

    Aber darum ging es mir gar nicht. Sondern darum, dass ich den Eindruck habe, dass ich von wesentlchen Zusammenhängen keine große Ahnung habe, obwohl ich mit den Begriffen tagtäglich konfrontiert werde, und ich früher eher bereit war mich einzulesen. Es ist Jahre her, dass ich eine gedruckte SZ von vorn bis hinten durchgelesen habe - das habe ich als Schüler täglich gemacht.
  9. meister eder Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    ist vielleicht was dran an der these. ich bin jedenfalls extrem schlecht darin, mir irgendwelche daten stumpf zu merken. was sich auf meine bisherigen noten in studium und schule alles andere als positiv ausgewirkt hat...
    ich bin ganz gut darin, mir fähigkeiten anzueignen, dinge zu analysieren, informationen zu finden. gebt mir eine aufgabe und ich beiße mich daran fest, gehe fachlich in die tiefe, bis ich sie zu meiner zufriedenheit erledigt habe. das wissen, was ich mir während dessen aneignen musste, ist dann auch lang verfügbar. in umfangreicheren studienarbeiten (ba,...) und einigen hiwi-jobs wurde das durchaus honoriert, nur mit dem "normalen" system der abfrage reproduzierten wissens habe ich ein problem.
    zum teil ist das mit sicherheit eine motivationsfrage. ich sehe einfach keinen sinn, mir berge von details zu merken. menschen, bei denen es auf sekunden ankommt, sagen wir mal notärzte, flugzeugpiloten oder personal von kernreaktoren, profitieren ja durchaus davon, wenn ihnen in einer ungewöhnlichen situation irgendein fakt einfällt, der die eine oder andere katastrophe abwenden kann, aber selbst bei denen basiert die meiste arbeit auf jahrelang trainierten automatismen. ich werde jedenfalls niemals zu diesen berufsgruppen zählen, allein schon, weil ich weiß, dass mir sowas nicht liegt.
    ich arbeite also weiter an meinen stärken, da ist mehr zu holen ;). mein studium ist eh fast um...

    gruß, max
  10. plempel Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Jawoll, Mut zur Lücke! :-D

    Abgesehen davon, der Mann ist auf Promo-Tour für sein Buch. Ich unterstelle mal, der will damit auch Geld verdienen. Nicht umsonst haut er so Sätze raus wie: "Wer eine Playstation schenkt, verschenkt auch schlechte Noten" (gestern im BR). Provokant, aber wirkungsvoll.

    Gruß
    Plempel
  11. ElPresso Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Zumindest aus den drei Zitaten kann ich nichts weltbewegendes entdecken. Klar, viele verwenden das Internet/WWW wie eine Formelsammlung und "wissen" die Details nicht selber - weil sie es nicht wissen müssen. Die wenigsten haben früher Formelsammlungen komplett auswendig gelernt, ich meine mich zu erinnern, dass man ab einer bestimmten Jahrgangsstufe diese in den Prüfungen auch dabeihaben durfte (das rasche Nachschlagen war ein Teil dessen, was gelernt werden sollte).

    Echte Fähigkeiten, z.B. Fahrrad fahren, Fahrrad reparieren, das Innenleben einer Kaffeemaschine zu kennen und beurteilen zu können - auch all diese Dinge kann man im Internet lernen. Allerdings sehe ich daran gar nichts negatives, diese teils in der Praxis verwurzelten Dinge vergisst man doch wirklich nicht wieder.

    Multitasking hat bestimmt auch der Bauleiter auf einer ägyptischen Pyramide schon getan, jeder Kriegsherr sowieso.

    Also mal immer ruhig mit den Pferden und Begriffen wie "antrainierte Demenz", meiner Meinung nach; und nicht die spezifischen kleinen Problemchen rund ums digitale (z.B. ständiges Unterbrochenwerden durch irgendwelche Popups, gleichzeitig drei Sachen reden und sieben Websites besurfen...) mit dem großen Ganzen verwechseln, wäre meine Devise.
  12. Bonsai-Brummi Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    So ganz von der Hand zu weisen ist das IMHO nicht: Immer mehr Mitmenschen, speziell jüngere, sind in ganz alltäglichen Situationen ohne elektronische Helferlein wie Taschenrechner, Handy oder Navi schlicht aufgeschmissen - die haben keine Angst mehr, daß ihnen der Himmel auf den Kopf fällt oder die Russen kommen, dafür umso mehr vorm leeren Akku... :roll:
  13. Heinerich Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Bei dem Buch, auf das ich hier Bezug genommen habe, handelt es sich natürlich 1. um ein "populäres" Werk, im Sinne von "allgemeinverständlich". 2. benutzt der Autor Formulierungen, die etwas "reißerisches" haben könnten. Vermutlich, um seinen Thesen etwas mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.
    Das, was ich bisher über die Inhalte gehört, bzw. gelesen habe, deckt sich allerdings mit meinen (natürlich höchst subjektiven) Beobachtungen bei insbesondere jungen Menschen.
    Es ist, für mich, auffällig, dass z.T. selbst einfache Kulturtechniken nicht mehr aus eigenen Lernprozessen heraus beherrscht werden.
    Ebenfalls auffällig ist, dass die Lerntechniken selbst auch nur noch wenig beherrscht werden, sondern dass sie sich auf reale oder auch scheinbare "Infopools" im Internet verlassen. Dabei scheinen Informationen aus sozialen Netzwerken einen höheren Stellenwert zu haben, als sicherere Informationssammlungen.
    Ich halte das für nachteilig.
  14. Augschburger Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Masse statt Klasse. Wobei mir dieser Trend auch bei ehemals vertrauenswürdigen Informationsquellen auffällt.
  15. Holger Schmitz Moderator

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Uiui, leerer Akku oder kaputtes Handy wäre für mich auch ein GAU da es gleichzeitig mein Navi ist. Zumindest außerhalb Mönchengladbachs wäre das ein echtes Problem...

    Das angesprochene Multitasking kann man erlernen, wissen wo man was findet ist auch wichtig da die Informationsmenge massiv gewachsen ist. Um dem ganzen Herr zu werden finde ich technische Hilfsmittel absolut wichtig, die schaffen es einem den Kopf frei zu halten. Zumindest im beruflichen, teilweise auch privatem Umfeld. Jedoch wundere ich mich über die Technik(handy)abhängigkeit von Jugendlichen/Schülern... Mehr als den Stundenplan und ihre Bücher bräuchten sie eigentlich nicht ;-) Vor allem auch deren eingeschränkte menschliche Kommunikation finde ich heftig.

    Enorm wichtig (eigentlich ist es das wichtigste) ist es die z.B. im www gefundenen Informationen richtig einschätzen zu können, daran hapert es in vielen Fällen. Mein damaliger Physik-Lehrer/Prof meinte : Du musst nicht nur gut rechnen können sondern vor allem gut schätzen können ob ein Ergebnis plausibel ist.

    Das von Augschburger beschriebene Verhältnis von "Wissen" zu "Können" finde ich toll beschrieben.

    Die Angst vor dem "digitalen Verlust" ist eigentlich ein Schattengespenst. Es gibt Forscher die behaupten dass es folgenden Generationen immer schwerer fallen wird rückwirkend Informationen über uns auswerten zu können da unsere Informationsspeicher nicht mehr "langlebig" sind. Aus technischer SIcht gesehen stimmt das mit Sicherheit weil man vergessen hat/vergessen wird die jeweiligen Daten auf aktuelle Techniken zu konvertieren (es sollen noch hunderte, mittlerweile nicht mehr auslesbare Bänder der ersten Mondlandungen existieren). Bzw. die Datenmengen werden zu groß um sie in akzeptabler Zeit zu konvertieren. Da hatten damals die Menschen mit ihren Höhlenmalereien leichter ...
    Diesem Schattengespenst ist man auch bei der Digitalisierung von Papierdokumenten (DMS) oder letztlich Fotos ausgesetzt.
    Nimmt sich ein Kollege eine Aktenmappe weg ist die auch futsch, säuft oder brennt das Papierarchiv ab ist es auch futsch, gleiches mit Fotos die man sogar noch schlechter nachmachen kann.
    Die Gefahr der digitalen Medien ist halt dass man mit 2 Clicks und einigen technisch bedingten Hürden in viel kürzerer Zeit viel mehr an Daten vernichten kann...

    Grüße
    Holger
  16. ElPresso Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Volle Zustimmung. Das sind alles nur Werkzeuge... ganz ganz früher war es der Schamane/Dorfälteste, dann der Mönch, dann die Bibliothek, dann das Fernsehen (Werbung...) jetzt eben das Internet. *Da* muss man ansetzen mit der Medienkompetenz.
  17. Heinerich Mitglied

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    Hmmm, vielleicht meinen wir ähnliches. Der Begriff der Medienkompetenz ist für mich, durch Bildungspolitiker, verfälscht worden.
    Ich bin der Überzeugung, dass "nicht wenigen" mehr oder weniger die Fähigkeit fehlt, die Informationen zu beurteilen und auch kritisch zu hinterfragen. Und zum kritischen Hinterfragen müssen Alternativen bekannt sein und auch die Bedingungen unter denen Thesen richtig, bzw. gültig sind.
    Ich will kein neues Faß aufmachen aber die, über alle möglichen Medien, verbreitete These "Der Sozialstaat ist nicht mehr finanzierbar" trifft halt nur unter bestimmten Bedingungen zu. Diese werden aber nicht mehr benannt, tauchen also im Zusammenhang mit der These gar nicht auf.
    Ich arbeite übrigens tagtäglich mit jumgen Menschen, die Teilen der Bildungsoffensive von Politik und Institutionen "ausgesetzt sind". Da wird ein politisches Programm gnadenlos durchgezogen, obwohl alle Experten wissen, dass diese Menschen nicht in der Form bildungsfähig sind, das sie in unserem Wirtschaftssystem produktiv arbeiten könnten. Sie werden also ausbildungs- und beschäftigungslos bleiben.
  18. S.Bresseau Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Absolut. Die SZ Oline wird anscheinend größtenteils von Praktikanten betreut - was sich da manchmal schon an rein formalen und sprachlichen Fehlern tummelt ist unglaublich.

    Die "Aktualität" kann auch zum Bummerang werden: Die Artikelauswahl auf der Startseite ändert sich mehrmals täglich, selbst Inhalte ein und des selben Artikels ändern sich - man verliert den Überblick über das, was man schon gelesen hat. Außerdem gibt es auch auf der Startseite immer wieder Artikel, die uralt sind, ohne dass dies auf den ersten Blick kenntlich gemacht wird. Von irrelevanten Lückenfüllern ganz zu schweigen.

    Ich bin eigentlich kein Verfechter der Printmedien im News-Bereich, dazu sind die Vorteile der Online-Medien einfach zu groß (z.B. Verlinkung auf andere Artikel im Archiv). Was einem da aber an Schlampereien und willkürlichem Getagge begegnet, ist schon recht abenteuerlich und nimmt mir oft die Lust am Lesen.
  19. Bonsai-Brummi Mitglied

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    AW: Digitale Demenz??!!

    Stimmt - hat aber IMHO nicht viel mit "neuen Medien" zu tun, im Gegenteil: gerade bei der (in aller Regel nicht dringenden) Meinungsbildung zu komplexen Themen weiß ich's zu schätzen, im Netz binnen kurzer Zeit eine Vielzahl von Fakten und Meinungen samt Diskussionspartnern vorzufinden ;-)
  20. Heinerich Mitglied

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    Aber auch. Die Verführbarkeit durch die kurze bebilderte "Nachricht" oder durch Filmaufnahmen gewürzte Kurz-"Nachrichten" in einen Meinungsmainsream zu geraten halte ich für ziemlich groß.
    Die Verankerung von "Signalen" (im Sinne der Kommunikationstheorie) durch entsprechend gestaltete Medien ist seit der Entwicklung der Moderationsmethode bekannt und wird natürlich hinlänglich genutzt.
    Und die These des Buchautors ist die, dass, je mehr über diese Medien an Information aufgenommen wird, die Fähigkeit selbst Meinungen zu bilden abnimmt. Das ist meine Interpretation (hab das Buch ja noch nicht gelesen), da zur Meinungsbildung "eigenes Material" und kreative Fähigkeiten gehören. Wird immer nur Informationflut aufgenommen verkümmern kreative/schöpferische Fähigkeiten.

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