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ElPressos Birnenröster

Dieses Thema im Forum "Vom Rohkaffee zum Selbströster" wurde erstellt von ElPresso, 23. Februar 2012.

  1. ElPresso Mitglied

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    Hallo,

    hier meine Variante von http://www.kaffee-netz.de/vom-rohka...ube-reloaded-h-hnchengrill-r-ster-v1-1-a.html. Für viele andere gute Ideen siehe http://www.kaffee-netz.de/vom-rohkaffee-zum-selbstr-ster/58589-diy-trommel-2.html.

    [​IMG] [​IMG]

    Das geschulte Auge erkennt:

    - Teile einer großen Birnendose
    - Ein Metallgitter aus dem Baumarkt (Standardsortiment, sollte bei den Pseudo-Plexiglas-Bastelsachen zu finden sein).
    - Ein paar Alu-Streifen als Verstärkung.
    - Eine M6 Gewindestange und zwei Inline-Skate-Ersatz-Kugellager (wer schonmal einen µC-gesteuerten X-Y-Tisch gebastelt hat, hat sowas als Restposten im Haus :) ).
    - Eine Handvoll selbstschneidende Blechschrauben und ähnliches.
    - Zwei Scharnierflügel.
    - Einen halben Tag Bastelarbeit.

    Und natürlich den Weber Q140 Elektrogrill.

    Ein erster Heizvorgang läuft im Moment, das Thermometer zeigt bei frostigen Aussentemperaturen 240°C.

    Zuletzt muss nun noch eine Vorrichtung zum Verschließen und v.a. zum schnellen Öffnen beim Abkühlen angebracht werden, und dann erfolgt der erste Bohnen-Test. Bericht folgt.

    (Anmerkung: alles von mir in diesem Thread beschriebene kann privat und kommerziell völlig frei auf eigenes Risiko nachgebaut werden. Bei kommerzieller Nutzung sind etwaige Patente dritter natürlich selbst zu prüfen und zu beachten. Falls jemand daraus wirklich Geld machen sollte, würde ich mich natürlich über einen Kontakt freuen.)
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2012
  2. 'Ingo Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Cool, ich mag solche Projekte :)
  3. rainman013 Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Ich auch! Respekt!
    LG Rainer :cool:
  4. koffeinist Gast

    AW: ElPressos Birnenröster

    Jo Glückwunsch ElPresso, das ist doch mal ein gutes Projekt!
    Mit Sachverstand und Ideeenreichtum hat der "kleine Hobbybastler" hier eine Microröstlösung gefunden. Die anfallenden Spelzen könnten eventuell das brennen anfangen in Deiner "Trommel" aber ich denke da kann Mann drüber wegsehen wenn es nicht zu dolle wird, sonnst verändert der Rauch nachteilig das Röstaroma.
    Würde gern mehr von den Ergebnissen hören!
    Koffeine Grüsse
  5. ElPresso Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    So, Ergebnisse. 100g Bob-o-Link wurden 50 Minuten lang gegrillt, leider stellte sich kein Knacken ein, und da es doch spät und (mir) kalt wurde, habe ich abgebrochen.

    Erfreulicherweise hat die 1,2 Ah-Batterie des Akkuschraubers ohne zu Murren durchgehalten.

    Die Spelzen haben sich in der Tat in kleine brennende Glühwürmchen verwandelt, und unterhalb der Glühstäbe des Grills haben sich viele davon gesammelt. Es ist aber nichts aus dem Grill herausgeflogen, insofern bin ich da zuversichtlich.

    Insgesamt ist das Ergebnis vielversprechend. Die 100g wirkten ziemlich verloren in der großen Trommel. Auch die bereits vorbereiteten "Flügel" zum Durcheinanderschaufeln werde ich wohl nicht einbauen - sind nicht nötig, die Bräunung der Bohnen ist sehr gleichmässig (allerdings natürlich nicht genug, ohne first crack). Die gesamten Spelzen wurden beim Rösten herausgeweht und am Grillboden gesammelt, hinterher waren in der Trommel oder den Bohnen selbst keine nennenswerten Mengen mehr übrig.

    Das Hauptproblem an der Konstruktion ist, dass leider der Grilldeckel sich nicht schließen lässt - die Dose war doch ca. 1cm zu groß. In einer Version 2 müsste man einen kleineren Umfang wählen und auf die hervorstehenden Teile (Scharniere, Schrauben) verzichten, um noch einige mm näher an die Brennstäbe zu kommen. Durch den etwas hochzuhaltenden Deckel zieht stets frische (zur Zeit recht kalte) Luft hinein. Alternativ könnte man versuchen, eine Vorrichtung zu bauen, die den Deckel soweit nötig hochhält und gleichzeitig die Luftzufuhr unterbricht. Mal schauen.

    [​IMG] [​IMG]
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2012
  6. ElPresso Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Noch ein Nachtrag: man kann die Röstung sogar recht gut trinken. Nach 24h noch ziemlich grasig und eher was für Liebhaber (oder Wiederkäuer); jetzt nach 48h ist der Geschmack eigentlich ganz OK (als Espresso). Es ist natürlich kein Weltwunder, aber es ist definitiv auch nichts schlimmes daran, also kein "Beigeschmack" vom schon leicht versifften Grill. Vielleicht habe ich den First Crack dann auch einfach überhört, die in der Trommel rotierenden Bohnen waren ziemlich laut.
  7. rainman013 Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Wenn ich mir das Bohnenbild anschauen, sollte es definitiv über den 1. Crack hinaus sein! Dann freue ich mich mit Dir!
    LG Rainer:)
  8. ElPresso Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    ElPressos Erbsen-/Möhrchen-Röster

    Hier Version 2 des Elektrogrill-Rösters. Entscheidende Unterschiede zum Birnenröster:

    • Das Rohmaterial stammt von einer Erbsen-Möhrchen-Dose. :)
    • Bei Version 1 musste man den Deckel ein wenig aufhalten während des Röstens. Das Problem wurde durch eine deutlich maßhaltigere Verarbeitung der Lager und einen etwas geringeren Umfang der Trommel gelöst. Nun schließt der Deckel während der Röstung, was offensichtlich einen sehr großen Effekt auf die Temperatur hat.
    • Version 1 eierte stark. Dies erschien mir nicht gut für den Motor, daher habe ich mir mehr Mühe gegeben, dass die Trommel in sich einigermaßen wuchtet.
    • Aus diesem Grund wurden die Öffnung von der Trommeloberfläche auf die Seitenwände verlegt. Das hat auch den Vorteil, dass der Verschluss leichter zu handhaben ist, auf diesen wirken im Betrieb jetzt keine nennenswerten Kräfte mehr.
    • Statt der sperrigen, schweren und hervorstehenden Schrauben nur noch Nieten.
    • Die Seitenwände werden von der Trommel eingeklemmt und sind nicht festgemacht, d.h. sie lassen sich für weitere Arbeiten im Innenraum leicht entfernen.

    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Hier das Ergebnis der ersten Proberöstung (100g Bob-o-Link aus der gleichen Packung wie oben). Ganz rechts ist zum Vergleich Faustos Malabar:

    [​IMG]

    Die Röstung wurde nach genau 15 Minuten beendet. Zu dem Zeitpunkt hatte es schon eine Weile deutlich geknackt, und minimale Rauchentwicklung war feststellbar. Offensichtlich fehlt noch ein wenig Zeit.

    Etwas unbefriedigend ist die ausgeprägte Unregelmäßigkeit der Röstung, wobei mir noch unklar ist, woran das liegt. Vermutlich brauche ich doch "Flügel" im Inneren der Trommel, oder evtl. erledigt sich das Problem bei einer längeren Röstdauer.

    Sehr angenehm hat sich erwiesen, dass die Welle in der Gegend der Auflager recht kühl ist, man kann die Trommel also zum Ausleeren problemlos mit bloßen Händen handeln. Überhaupt bin ich mit der Konstruktion nun sehr zufrieden, sie funktioniert einfach und gut. Sicht- und Geräuschkontrolle sind im Betrieb möglich, die Geräusche sind minimal, Chaff fängt sich im oder unter dem Grill und fliegt nicht herum. Der Sicherheitsaspekt scheint mir auch in Ordnung, da im Innenraum des Grills nur die Heizstäbe sind, die Steuerelektronik des Grills aber außerhalb. D.h., zur Not kippt man einen Eimer Wasser hinein, da kann nichts kaputtgehen, auch Kurzschluss wird es keinen geben.

    Ideen für Version 3:

    - Optimierung des Antriebes. Die Lösung mit dem direkt aufgesteckten Akkuschrauber ist nicht für die Ewigkeit. Entweder einen geeigneten Motor finden (Scheibenwischermotor?) und mit Getriebe fest am Grill befestigen, oder mit einer flexiblen Antriebswelle versuchen, die Küchen-Knetmaschine anzubinden.

    - Temperaturmessung: versuchen, an einer Seite mittels eines (an der Trommel befestigten) Kugellagers eine feststehende hohle Achse, etwa ein 8mm Alurohr, anzubringen, und Messfühler durchzustecken. Spannend wird neben der technischen Durchführung, ob dies die Stabilität der ganzen Konstruktion zunichte macht.
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2012
  9. 'Ingo Mitglied

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  10. ElPresso Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Ja, die Seiten waren alle Inspiration. In den U.S. scheint generell das handwerkliche Basteln und Experimentieren noch etwas ausgeprägter zu sein, oder vielleicht auch nur das Mitteilungsbedürfnis der Bastler. ;)
  11. ElPresso Mitglied

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    Gerade 200g geröstet (bisher nur 100g). Geht gerade noch, ohne dass die Antriebsachse durchrutscht (die ist ja nicht fest mit den Seitenwänden verbunden, sondern nur einseitig etwas durch Muttern angeklemmt. Es wird Zeit, eine ordentliche Welle zu besorgen, also einen Stab ohne Gewinde.

    Gedanken über die Temperatur gemacht. Vermutlich werde ich an einer Seite zwei Kugellager ineinanderstecken. Dort, wo sie aufeinandertreffen entsteht ein "stehender" Ring, durch den ein Messfühler hindurchgesteckt werden kann. Zur Probe habe ich mal ein Kugellager mitgegrillt - am Ende gab es zwar leichte Geräusche beim Drehen (vmtl. durch das eingebrannte Schmierfett), aber es dreht noch genügend leicht.
  12. ElPresso Mitglied

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    AW: ElPressos Birnenröster

    Sooo... 250g klappen auch. Interessanterweise lief die Röstung (bis zum Knacken bzw. zu deutlicher Rauchentwicklung, leider habe ich noch keine Temperaturmessung) 5 Minuten *kürzer* also die mit 200g, und das, obwohl die Aussentemperatur rund 15° *kälter* war. Ich interpretiere das mal so, dass die Hitze sich durch die höhere Masse besser gespeichert bzw. aufgebaut hat. Oder vielleicht liegt es daran, dass ich diesmal nicht alle 5-10 Minuten den Deckel zur Kontrolle gelüpft hatte... ;)

    Ein kleines Detail zur Konstruktion: am Anfang hatte ich die fest mit der Trommel verbundene Achse als Prototyp gesehen, aber mittlerweile hat sich das gut bewährt. Die Enden sind kühl, daher kann man die Trommel an der Achse auch im heissen Zustand ohne Schutzhandschuhe herausnehmen und sehr leicht/schnell die heissen Bohnen ausschütten.
    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2012
  13. 'Ingo Mitglied

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    Sicher eher das ;)
  14. breilecker Mitglied

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    Richtig richtig cool!! :)

    Ich hab gerade wirklich keine Ahnung, aber... Entrichtet man die Röststeuer beim Kauf der Bohnen oder würde das beim Verkauf passieren...
    Und mal rein vom Kostenfaktor her: ist das selbst Rösten günstiger als kaufen?

    Ich wünsche viel Erfolg und Spaß beim Experimentieren!
    Das gefällt mir so gut... Mach ich vielleicht auch irgendwann. Hab den gleichen Grill, nur mit Gas ;-)
  15. ElPresso Mitglied

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    Die Steuer ist auf geröstete Bohnen zu entrichten, ein fester Betrag pro kg. Bei den grünen Bohnen ist sie noch nicht drauf, Du darfst das dann aber nur selber verbrauchen und nicht weiterverkaufen oder verschenken.

    Je nachdem wird das Selbströsten i.A. schon günstiger sein. Zwar kommen auf den Rohpreis der Bohnen noch einige "Kosten" oben drauf (so schwindet das Gewicht beim Rösten um 10-25% je nach Röstgrad, Du hast auch mal Ausschuss, Stromkosten undsoweiter), aber unterm Strich ist es zumindest nicht teurer als fertig geröstet gekauft. Wenn Du die Arbeitszeit nicht berechnest (was auch blöd wäre, man macht das ja zum Spass).

    Für mich ist das ausschlaggebende Argument, dass ich ein alter Bastler bin und gerne Sachen konstruiere. Und, dass ich lieber einmal eine Riesenmenge Rohbohnen kaufe, die sich lange hält, als ständig neue Sachen ordern oder im Laden kaufen zu müssen.

    PS: Zuletzt 400g geröstet. Die Trommel war damit etwa zu 25% gefüllt, die Röstdauer hat sich unwesentlich auf 25 Minuten erhöht (im Rahmen der Mess-Ungenauigkeit). Der Grill hat offensichtlich genug Power, den scheint das nicht zu interessieren wie viele Bohnen drin sind. ;)
  16. ElPresso Mitglied

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    Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen... der nächste Minischritt war der Antrieb:

    [​IMG]

    Es ist einer der beliebten 12V-Scheibenwischermotoren, für 2 € in der Bucht geschossen (wobei das gute Stück unbenutzt aus dem Ersatzteilbereich ist, ich habe Mitleid mit dem Verkäufer). Dazu ein Riemenantrieb. Da ich mit Dimensionierung und Lastverhalten all der Komponenten kein Gefühl hatte, ist es jetzt erstmal provisorisch zusammengeklopft; die Spannung des Riemens geschieht rein durch das Eigengewicht des nur einseitig gelagerten Motors. Als Energiequelle fungiert ein 12V Akku; 1,4 Ah Kapazität reichen für ca. 35 Minuten Drehung (bei 500g Befüllung), mit noch etwas Reserve. Sobald sich ein passendes Netzteil gefunden hat, wird alles gut verpackt und vernünftig am Grill verschraubt.

    Der Motor ist sehr angenehm. Die Drehgeschwindigkeit passt genau, und das Geräusch ist quasi nicht vorhanden - jedenfalls geht es im Geklapper der Bohnen unter. Es ist ein Bosch 9643630390246332 (aber diese Sorte Motor scheint allgemein relativ vergleichbar zu sein).

    Ach ja, und die Antriebswelle habe ich durch 8mm Stahl ersetzt, das anfängliche 6mm Gewinde hat sich doch zu sehr gebogen.
  17. Augschburger Mitglied

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    Und welches Programm nimmt man da?
    Langsam? Schnell? Intervall?

    scnr :-D
  18. ElPresso Mitglied

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    :shock:

    Das Ding hat sogar eine definierte Stop-Position (klar, um die Scheibenwischer wieder "herunterzufahren"). Man könnte das nutzen um... um...... irgendwas fällt mir sicher ein. ;)
  19. ElPresso Mitglied

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    Um die Häutchen aus dem fertigen Röstgut zu entfernen, hier eine kleine Staubsaugervorrichtung:

    [​IMG]

    Dies dient erstmal als Prototyp und soll in Zukunft auch zur Kühlung genutzt werden. Dazu eignet sich eine Plastikflasche mit Schmelzpunkt 80° (??) natürlich nicht wirklich, da muss etwas metallisches her. Wenigstens konnte so ermittelt werden, ob die Saugleistung eines kleinen Staubsaugers dafür ausreichend ist (ist sie, bei weitem).
  20. bohnenschorsch Mitglied

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    Falls Du noch kein Netzteil hast: PC-Netzteile sind leistungsfähig, liefern mehrere Spannungsschienen (ich glaube 3,3 / 5 / 7 / 12 Volt Gleichstrom) und man bekommt sie kostenlos aus älteren PC. Sehr leise und perfekt passend sind übrigens die Motoren aus Akkuschraubern. Diese bekommt man auch meist geschenkt, weil der Akku platt ist. Aber einen Motor hast Du ja schon.

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