1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

England, newcastle - Bar "beyond"

Dieses Thema im Forum "Weltweit" wurde erstellt von nobbi-4711, 27. Juni 2005.

  1. nobbi-4711 Mitglied

    Irgendwo im Board schwirrte neulich eine Warnung vor englischem Kaffee herum. Eine Warnung, die ich aufs Ausdrücklichste untermauern muss!

    Der Laden: Typisch loungig, im Stil der Zeit halt, in einem Kinocenter mitten in Newcastle gelegen.

    Maschine: eine dicke zweigruppige, dazu passende Mühlen, vor dem Laden eine zweigruppige Carimali Tema auf einem fahrbaren Cateringstand (evtl dann in Betrieb, wenn abends Kino angesagt und die ganze Bude richtig voll ist).

    Bestellung: ein Cappu für meine bessere Hälfte und ein Espresso für mich.

    Was dann folgte, spottet jeder Beschreibung.

    Der "Espresso" kam in einer vollen (!) 90ml-Tasse und war völlig frei von Crema! Geschmack: dünn und mit deutlichen Anteilen von ranzigem Kaffeefett. Also ehrlich, das schmeckte etwa so, wie der "Ausfluss" beim Rückspülen zuhause riecht....ich konnte mich nicht überwinden, mehr als 2 kleine Schlucke zu nehmen.

    Der Cappu sah auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Bauschaum, aber immerhin....der war sogar noch schlimmer!! Das ranzige Fett ging mit der Milch eine geschmackliche Verbindung ein, die ich mit Worten nicht beschreiben kann. Der war sogar meinem Schatzi zuviel; sie trank dann mannhaft meinen Espresso hinunter, um wenigstens etwas Koffein im Bauch zu haben. Auf meine laute Überlegung hin, diesen Mist einfach zurückgehen zu lassen, meinte sie nur, so etwas würde in England gar nicht gerne gesehen...."Servicewüste England"?

    Der Espresso kostete übrigens etwa 2 Euro, der Cappu etwa 3; nicht grade eine billige Erfahrung, aber das ist England ja generell nicht. Der Preis und mein Lamento brachten mein Schatzi jedenfalls dazu, mir weitere "Testbesuche" schlicht zu verbieten; so hoffe ich denn inständig, dass diese Momentaufnahme des englischen Kaffeekönnens nicht repräsentativ gewesen ist. Ketten und Systemläden zum Probieren hätts jedenfalls genug gegeben, die Tommies sind da ja noch viel schlimmer als wir, was das angeht...*vom Systemfraß erstmal die Schnauze voll habe...*

    Kulinarische Lichtblicke:
    a) Das "Fullsize Breakfast" im Hotel mit Ham, Eggs, Mushrooms, Baked Beans, Cumberland Sausages und Tomato...vieleicht nicht jedermans Sache, aber jedenfalls echt englisch und zu einem Spätfrühstück auch mengenmäßig durchaus vertretbar...
    b) Die berühmten "Fish and Chips", direkt am Hafen von North Shields in einem alteingessenen Lokal, genossen stilecht mit Salz und (Rotwein!)Essig. Dazu eine Tasse Tee :)

    Greetings \\//

    Marcus
  2. FastFood Mitglied

    [quote:post_uid0]Die berühmten "Fish and Chips", direkt am Hafen von North Shields in einem alteingessenen Lokal, genossen stilecht mit Salz und (Rotwein!)Essig. Dazu eine Tasse Tee [/quote:post_uid0]

    Wenn Du schon so weit in die englische Küche eingestiegen bist, daß Dir Fritten mit Essig schmecken, dann solltest Du jetzt aber nicht über den Kaffee meckern, sondern ihn auch als Teil der britischen Esskultur würdigen :p :D
  3. afx Mitglied

    [color=#000080:post_uid0]@Fastfood:
    Fish&Chips sind was geniales wenn richtig gemacht. Leider is sowas in UK kaum zu kriegen. In Oz hatte ich mal das Vergnügen. Ein Traum. Lecker!!!!!
    Wober der dabei verwendete Essig recht dünn ist, sonst wird's zu sauer.

    cheers
    afx
  4. FastFood Mitglied

    Fish und Chips mag ich schon. Aus leidvoller Erfahrung oute ich mich aber lieber als Tourist und bestelle "without vinegar, please".
    Alleine die Konsistenz der Pommes mit Essig läßt mich schon schütteln.
    Aber vielleicht kippen die Britten ja auch Essig in den Espresso. Das könnte dann die Menge und den von Marcus beschriebenen Geschmack erklären :)



    Edited By FastFood on 1120576067
  5. nobbi-4711 Mitglied

    Die Fish & Chips kamen völlig ungewürzt an den Tisch. Ich habe dann den englischen Rentern (die den Laden fest im Griff hatten) zugeguckt und es wie sie gemacht: Salz auf die Chips, Rotweinessig auf den Fish. Die Panate hat sehr viel von dem Essig weggeschluckt, da konnte man wirklich draufhauen, ohne dass der Essiggeschmack vorherrschend wurde. Im Gegenteil, ich war erstaunt, wieviel man verwenden musste, um es überhaupt erschmecken zu können.

    Greetings \\//

    Marcus
  6. FastFood Mitglied

    In vielen Imbisbuden hauen sie Dir das Zeug leider auch ungefragt auf die Pommes, deshalb hab ich mir das angewöhnt.
    Und auf den Pommes finde ich es schon ecklig. Es scheint irgendwie eine britischen Angewohnheit zu sein, Gerichte vom Kontinent in Ihrer Konsistenz in Frage zu stellen: knusprige Pommes vermatchen, Gemüse bis zur Unkenntlichkeit in Brei verwandeln, Pasta unter unendlich großen Klumpen fettigem Käse verstecken...
  7. Goglo Mitglied

    Also,

    gesäuerten Fisch kenne ich eigentlich nur als Ersatzhandlung zu seehhhr scharf angebratenen Fleisch: In beiden Fällen wird versucht den durch Überalterung hervorgerufenen Eigengeschmack der Proteine zu übertünchen.

    Brrr.

    Goglo
  8. veraendert Mitglied

    Fish and chips esse ich wirklich gerne. Ich mag halt lieber Fisch als Burger- wenn es doch mal schnell gehen muss. Aber was den Kaffee angeht: Ich habe mich morgens in einem relativ edlen Hotel in London beim Kellner beschwert, ich hätte Kaffee bestellt, nicht Tee. Dessen "that is coffee, Sir" hat die Raumtemperatur merklich abgesenkt. Aber man konnte wirklich bis zum Boden sehen. Das war der erste Tag in meinem Leben, an dem ich die Starbucks-Bedienung fast umarmt hätte, vor Freude schluchzend, weil ich einen Espresso, der zumindest an Bekanntes erinnerte, bekam.
  9. Maddi Mitglied

    Gentlemen!!

    Sie reden hier von Britannien, werte Herren!! Wie kann man bei einem Besuch der Teenation Europas auch nur ANSATZWEISE an guten Espresso glauben - sorry - denken??!?!?

    I´m not amused!!

    :p :D

    Grüße
    Maddi

    P.S. leidenschaftliche England-Touristin - und ich liebe Chips&Vinegar und ein gutes English Breakfast!! Bei mir übrigens sind die Chips komischerweise nie matschig :O



    Edited By Maddi on 1133918671
  10. ergojuer Mitglied

    [quote:post_uid0="Maddi"]Wie kann man bei einem Besuch der Teenation Europas auch nur ANSATZWEISE an guten Espresso glauben - sorry - denken??!?!?[/quote:post_uid0]
    Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kaffee liegt auch in England über dem von Tee. Der Engänder bevorzugt hier aber den löslichen Kaffee a al Nescafe (würg).
    Beim Tee wird dann vor allem der Teebeutel genommen, der unseren Teetrinkern ja bisweilen als Sünde gilt.

    Ich denke die Engländer stützen bei beiden Getränken ihren Ruf als Feinschmecker....
  11. cramorra Mitglied

    grüße von der insel....

    Schaurige Geschichten dieser Art hört man von der Insel ja genug...
    Während ich mich beim Kaffee nun noch am ehesten anschließen kann (war der Hauptanschaffungsgrund meiner "Butterfly")- man liebt ihn hier eher dünn wirds beim Tee schon schwieriger- da dies ein Kaffeeforum ist nur soviel
    -englische und deutsche Teebeutel haben etwa soviel gemein wie Fisch und Chips und ne Leberkässemmel (beides ist Fast food).
    Zu Fishn Chips und zur englischen Küche im allgemeinen kann ich nach drei Jahren hier in UK nur sagen daß es ist sehr viel besser i(ß)t als man denkt.
    Nicht nur ist London die Europäische Stadt mit den meisten Michelin Sternen, und dem höchstdekoriertem europäischen Koch (Gordon Ramsey), nein auch an der Basis wird zunehemend lecker gekocht. Touristen empfehle ich gerne einen Sunday Roast über den ich mich hier stundenlang auslassen könnte. Allein die Gemüsevielfalt in einem durchschnittspub ist der helle Wahnsinn -unter 6 verschiedenen Sorten gehts kaum- heute wird das in aller Regel schön al dente serviert und an das Salzen bei Tisch gewöhnt man sich schnell- mit einer leckeren Bratensoße gemischt wird es echt super.
    Wer in einem echten chip shop mal ein fertigericht goutiert (corries cabin in Cowes wär da ein Beispiel) wird verwundert feststellen daß der Fisch (echte filets, kein preßmüll) nach order frisch paniert und in 2 bis 3 min herausgebacken wird, chips (also pommes) in der regel aus frischen Kartoffeln geschnitten werden und alles zusammen dann in Papier (leider verbieten europ. Hygienegesetze die Zeitung vom Vortag) gepackt wird...LECKER (der essig ist aber wirklich besser am fish wie auf den cips)

    Berechtigte Kritik wird in England übrigens viel besser aufgenommen wie in good old Germany und macht sich meist in einem substanziellen Rechnungsnachlaß oder in Ersatzleistung bemerkbar, man muß nur den richtigen Ton treffen (die Tommies sind einfach viel indirekter und höflicher als wir)- hier hilft nur üben, üben, üben

    Ach ja der Espresso (die ist ja ein Kaffe Forum...)- auch hier hülfe nur üben, üben, üben, aber da sind die Nescafetrinker leider noch sehr anspruchslos. Am besten wird man wirklich in den bekannten Kettenläden a la Starbucks bedient- wenn man den US Monopolisten umgehen will dann wird man am besten bei Costa und Caffe' Nero bedient. Erstere sind zwei italienischstämmige Brüder die neben einer Kaffehauskette ihren Kaffee auch an Endvervbraucher und die bessere Gatronomie verkaufen (nehm ich auch ab und an)- in den Kettenläden läßt die Qualifikation der (meist minderjährigen) Baristi oft zu wünschen übrig und wird dem leckeren Kaffee eher ungerecht.
    Bei Nero ist die Hardware (Kaffeebohne) nicht so gut (oder ich kann damit schlechter umgehen), die Ausbildung der Angestellten aber offensichtlich besser, jedenfalls läuft aus den meist original Faema Geräten in der Regel ordentlicher Cafe' und auch die Snacks sind OK. Leider gibt es Nero nur in Großstädeten ab ca 100000 Einwohner....
    Ansonsten wird der "gute" Cafe in Uk wohl eher die Ausnahme bleiben und als solcher vom Engagement des einzelnen abhängen

    edited because of speling :lol:
  12. Hausbrandt Mitglied

    @ cramorra:

    Ich war gerade letztes Jahr beruflich viel in England unterwegs (von Newcastle bis London), und kulinarisch gesehen, was es für mich so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte.

    Klar, kann man in London super gut und super teuer essen, aber die Statistik der vielen Michelin-Sterne in London ist absolut irreführend.

    Entscheidend ist, wie ich im Alltag klarkomme, und da ist England immer noch Entwicklungsland. Ich habe auch excellent in diversen high-price Etablissements (London) gegessen, aber das ist kaum eine Überraschung.

    Es wird zwar merklich besser - das muss man schon sagen, aber der allgemeine Standard ist immer noch erbärmlich.
  13. mcblubb Mitglied

    Ich komme gerade (mehr oder weniger) frisch aus Manchester zurück.

    Im Flughafengebäude (aufgrund von gestörtem Sozialverhalten mancher Mitmenschen muß man ja nun etwas mehr Zeit einplanenen um in einen Flieger einzusteigen :twisted: ) haben wir dann nach einer Tasse Kaffee Ausschau gehalten.
    Erster Anlaufpunkt: Starbucks - wollte ich aufgrund noch unbestätigter Vorurteile nicht hin. Also ab zu Burger King (Pappbecher ist Pappbecher). Dort war die Fettwolke so überwältigend - also zurück Richtung Starbucks...
    Unterwegs (man hat ja jede Menge Zeit heute) stießen wir auf eine Kaffeebar, wo man schon von außen die 3 gruppige LaCimbali glänzen sah. Also nix wie rein - leider war die Maschine bereit außer Betrieb (offenbar stellt man in UK nach 19:00 Uhr von Espresso direkt auf Bier um :wink: )
    Also letztendlich doch zu Starbucks.
    Dort gabs dann einen goroßen Pappbecher koffeinhaltiges Heißgetränk mit Milchschaum (der Milchschaum kam aus einer eimergroßen Milchschaumkanne - natürlich mit Thermometer, Milchqualität: Spülischaum) Nach etwa der Hälte des Getränks hatte ich auf einmal kleine Bröckchen im Mund, die offensichtlich Bestandteil des Gesöffs waren.... Ghostface

    Was lernen wir (eigentlich ich) daraus:

    1.) "Food meets Britain" - 2 Welten prallen aufeinander :wink:
    2.) Starbucks braucht kein Mensch - einfach durchhalten....


    Gruß

    Gerd

Diese Seite empfehlen