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Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

Dieses Thema im Forum "Was ich unbedingt noch sagen wollte..." wurde erstellt von schlotinjo, 22. September 2012.

  1. schlotinjo

    schlotinjo Mitglied

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    Hallo!

    Da hier ja doch einige Rennradexperten unterwegs sind, hoffe ich auf etwas Hilfe. Ich habe schon seit längerer Zeit echt Lust mit dem Rennradfahren anzufangen. Da ich mich allerdings mit der Thematik überhaupt nicht auskenne, frage ich mich, was für ein Rad für einen Einsteiger (im Flachland) angemessen ist. Ich habe schon viel gegoogelt, und das Gefühl, dass man für unter 1000 € nichts gescheites bekommt. Gebraucht bin ich nur auf Schrott oder Super Carbonräder, die immer noch 2000 € kosten sollen, gestoßen. Gibt es vernünftige Einsteigerräder so um die 500 €? Mehr ist absolut nicht drin, eher weniger. Oder ärger ich mich über ein Rad in dieser Preisklasse so dermaßen, dass mir das Fahrad keine Freude macht? Könnt ihr mir Modelle empfehlen???

    Vielen Dank!
     
  2. kaffkaennchen

    kaffkaennchen Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Richtig so.
    Immer schön Antizyklisch kaufen.
    Was auch immer Du kaufst, diese Saison wirst Du nicht mehr so richtig Spaß dran haben.
    Habe mal gehört das Rennradprofile nicht die geeignetsten für nasses Laub, Regen und Schneematsch sind.
    (Nagut. ich habs selbst ausprobiert und mich voll auf die Fr... gepackt!)

    Wenn Du etwas ordentliches haben möchtest geht das schnell in die Kategorie eines gebrauchten 2-Kreisers.
    Vielleicht ist ja auch etwas in Richtung "Speedbike" für Dich interessant.

    Ich hatte jahrelang ein Merida Speeder T5 Bike.
    War super zufrieden.

    Die sind gebraucht etwa so in deiner Kategorie.
     
  3. Vincent Kluwe-Yorck

    Vincent Kluwe-Yorck Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Schau mal hier: Komplettrder - Rennrad-News.de - Rennrad-Markt

    Dort findest Du faire, realistische Angebote in guter Auswahl und vor allem mit sämtlichen wichtigen Angaben, die Du für eine Entscheidung brauchst. Auch in Deiner Preiskategorie. Ebay kannst Du Dir sparen - da findest Du nichts.

    Wie Du schon korrekt vermutet hast, bleibt Dir nur der Gebrauchtmarkt. Neu gibt es mit Deiner Preisvorstellung tatsächlich nur minderwertigen Schrott, der Dich sehr bald zu teuren Nachinvestitionen zwingt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Februar 2013
  4. S.Bresseau

    S.Bresseau Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Ich bin zwar nur blutiger Laie und habe mir vor wenigen Jahren meinen ersten Renner gekauft, kann Dir aber vielleicht aus meiner Sicht ein paar Tipps geben. ich schreib einfach mal meine Erfahrungen auf.

    - Wichtig ist, dass die gesamte Geometrie passt, also nicht nur die Rahmenhöhe, sondern auch die Vorbaulänge, die Lenkerbreite und die Kurbellänge. Diesbezüglich bin ich perfekt beraten worden: Man hat mich komplett vermessen, wir haben nach diesen Maßen und meinen Ansprüchen den Rahmen und die Komponenten ausgewählt. Ich hatte das Rahmenmodell vom Vorjahr gewählt, da kann man viel Geld sparen (ich war bei Cucuma in Darmstadt). Der Preis war OK, iiirc 900 Euro "nackt".

    - Lenker und Gabel sind bei mir aus Carbon. Ich würde heute auf Carbon komplett verzichten. Wenn Du mal einen Sturz hast (hatte ich bisher nicht), kannst Du nicht sicher sein, ob das Carbon nicht einen Riss bekommen hat, der irgend wann zu einen Bruch führt

    - Ich habe die Shimano Ultegra Compact Gruppe, mit der ich Bezug auf das Schalten extrem zufrieden bin. Aber wenn ich komplett untrainiert bin (und das bin ich meistens), komme ich hier ein paar Steigungen nicht gut rauf ohne mich kaputt zu machen oder gar abzusteigen, d.h. die kleinste Übersetzung (im Sinne von "leicht") ist mir nicht klein genug. Wahrscheinlich hätte ich hinten einen breiter gefächterten Zahnkranz nehmen sollen und/oder vorne drei Kettenblätter statt zwei.

    - Der Sattel ist winzig und extrem hart, ich würde heute eher einen etwas komfortableren nehmen

    - ich habe mir einen "Triathlonlenker"-Aufsatz (Syntace C2) gegönnt, das würde ich heute wieder so machen. Das Fahren damit ist sehr entspannt und man kommt schnell voran, außerdem es gibt ein paar Griffpositionen mehr, damit man nicht ständig in der selben Buckelhaltung fährt ;-)

    - Mir war auch wichtig, dass der Lenker gut passt, da gibt es durchaus große Unterschiede in der Ausgestaltung. Es gibt welche mit eher abgeflachten Stellen dort, wo man in aufrechte Position die Hände aufstützt. Mein Lenker ist diesbezüglich OK, aber ich würde heute einen anderen kaufen. Da ich so gut wie nie "unten" fahre, sondern meistens auf der Bremse und mit derm Aerolenker, würde ich heute vielleicht so etwas wie den Syntace Stratos 200 (die Bezeichung für solche Lenker kenn ich nicht) nehmen

    - ich habe sog. "Bärentatzen" als Pedale, damit kann man auch mal mit normalen Straßenschuhen fahren. Die Puristen rümpfen dann zwar die Nase, aber was soll's ;-)

    In der Summe muss ich heute sagen, dass ich mich für meine Bedürfnisse etwas zu "sportlich" orientiert habe. Schau dass Du Spaß am Radeln hast und Du nicht zu sehr "leiden" musst, guck nicht auf das letzte Quentchen Performance. Ich weiß, das ist genau das, was die meisten Hobbyrennradler, die nach Zeit fahren, wollen, aber letztendlich hält mich das vom Radeln manchmal eher ab.

    Und überleg Dir gut, wo Du eigentlich langfahren willst und ob nicht so etwas wie ein schnelles "Fitnessbike" mit etwas robusteren, aber trotzdem noch schnellen Reifen nicht eher Deinen Ansprüchen genügt. Du bist mit einem echten Renner auf gute Straßen angewiesen, viele Radwege sind ungeeignet.

    Viele Grüße
    Stefan
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2012
  5. LaCrematore

    LaCrematore Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Tolle Zusammenfassung, Stefan! Ich hab‘ aus meiner aktiven Zeit noch 2 Rennräder mit gut erhaltenen Shimano-105-ern, die ich beide zu Stadtrennern umgebaut habe, heißt: Gerader Lenker, Look-System durch Pedale ersetzt, Schwalbe-Marathon-Reifen (passen auf die Rennfelgen), kleine Bremshebel. Die Schaltung hab‘ ich aus ästhetischen Gründen am Rahmen gelassen – viel lässiger da unten rumzuschalten (-;
    Damit fahre ich in den letzten 16 Monaten 50 mal häufiger als die ganzen Jahre davor mit den „Originalen“. Macht Sauspaß, ist alltagstauglich, immer noch sehr leicht und schnell.
    Sowas lässt sich per Kleinanzeigen und Einzelteillieferant für kleines Geld zusammenschrauben.
    Sollte ich mal ländlicher wohnen, kommt vielleicht auch ein High-Tech-Renner dazu. Aber wie Du schon sagst, das kann sogar blockieren, man braucht die Fitness, gute Straßen, besser kein Regen usw.
     
  6. ElPresso

    ElPresso Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    schlotinjo, viel hinzufügen kann man da nicht. Ich bin ebenfalls mit sehr geringer Priorität auf der Suche nach einem schnellen Radl als Ausgleich zum vorhandenen Fully.

    Für mich wird es wahrscheinlich eher ein Cyclocross. Das ist fast so wie das pure Rennrad, nur mit *leicht* robusterem Aufbau, d.h. man kann, wenn man will, in der schlechten Jahreszeit etwas dickere Reifen montieren, und hat zur Not auch mal etwas Platz zwischen Laufrad und Rahmen, wenn man z.B. ein Schutzblech montieren will. Ich weiss, das klingt nun zuerst einmal völlig pervers, aber bei mir wäre das interessant, weil ich es auch zum täglichen Ins-Büro-Radeln nehmen will; da würde ich das leichte Mehrgewicht in Kauf nehmen um nicht bei jeder Pfütze sofort völlig eingesaut zu sein. Erfahrungsgemäß erhöht eine höhere Praxistauglichkeit die Wahrscheinlichkeit, dass man es dann auch nutzt.

    Preisregion für "neu" beginnt bei mir ebenfalls bei ca. 900,-.
     
  7. blu

    blu Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hi schlotinjo,

    ich würde dir ebenfalls den Gebrauchtmarkt empfehlen.

    Ggf. lohnt sich die Investition ins Radlabor zu gehen, da wirst du komplett vermessen und bekommst die korrekten Größen (mindestens Rahmenhöhe und Vorbaulänge) angegeben. Es ist unglaublich, wie viele Radler man mit wippender Hüfte fahren sieht, nur weil der Sattel zu hoch eingestellt ist... Jemand mit Erfahrung sieht das natürlich mit bloßem Auge, aber manche sind vielleicht auch beratungsresistent (die Rahmenhöhe kannst du nat. auch nach Regel bestimmen, aber die gesamte Geometrie ist dann doch ein wenig komplexer).

    Wichtiger als das Material ist imo die persönliche Motivation: ich fahre auf einem Klein Quantum (mit einer alten Campa-Record 10f). Das ist zwar sehr betagt, liegt aber mit Sicherheit besser auf der Straße als viele aktuellen Modelle. Wenn ich zu langsam bin, habe ich eher ein paar Pfund zuviel auf den Rippen oder zu wenig auf dem Kasten, als dass das Rad Schuld hat.

    Fahrradfahren ohne Klickpedale geht imho gar nicht, wie soll man da rund treten? Das ist wirklich nur ein klein wenig Übung und zur Not fällst du halt als Anfänger im Stand in einem unkonzentrierten Moment um.

    Mir bietet der Rennlenker genügend Griffmöglichkeiten, d.h. ich würde da nie einen störenden Aufbau dranmachen. Da du aber im Flachland wohnst kann es dennoch Sinn machen - aber eher nicht, wenn du vorhast in der Gruppe zu fahren. Wichtig ist mir, dass der Lenker direkt neben dem Vorbau einen großen bequemen Durchmesser hat, da man idR dort hält.

    Tipp: Ich hatte mal 2 Jahre ein Canyon (unfreiwillig mit der Ultegra) und fand das wirklich ein sehr stabiles und vernünftiges Rad. Sowas würde ich gebraucht manchem Renner vorziehen, z.B. dem Hightec-FRM-Teil meiner Frau: das sind die Bremsen ws. wenige Gramm leichter als meine Record, dafür ist es unmöglich auch nur Ansatzweise einen Druckpunkt zu finden etc..
    Früher bin ich etwas mehr Rad gefahren, da kam für mich nur Campa als Gruppe in Frage (subjektiv: einfach schöner und stabiler). Bei deinen Anforderungen ist's wohl egal.

    Falls du gebraucht kaufst: Achte unbedingt darauf, ob sich an den Rohren feine Risse gebildet haben, schaue dir die Felgenflanken genau an, schaue auf die Kettenstrebe (viele Lackabplatzer = viele km). Quietscht oder knarzt etwas? Hat die Felge einen Schlag? Stimmt die Speichenspannung? Gab es einen Sturz (-> Schaltungsauge und Schaltungskäfig ansehen). Nimm' am besten jemanden mit, der ein wenig Ahnung von der Materie hat, dann solltest du problemlos einen flotten gebrauchten Flitzer finden.

    lg blu
     
  8. Yace

    Yace Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Das ist mir auch bei einem Alulenker passiert. Es hat mir 2 Monate nach einem Sturz gleich den nächsten beschert, weil mir während der Fahrt der Lenker gebrochen ist. Ich fahre zwar keinen Renner, ganz im Gegenteil, aber das dürfte davon unabhängig sein.

    Grüße,
    Peter
     
  9. mcblubb

    mcblubb Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Ich habe noch 2 unbebutzte ältere Renner rumstehen: 1 Diamond Back prevail mit Ultegra 600 (8-fach) sowie ein Peugeot Aspin mit 105er Rahmenschaltung 7-fach.

    Das DIamondback passt mir bei Körpergröße 1,90, das Peugeot ist mir zu klein. Meine Preisvorstellung für die Räder liegt bei 100€/Stück.


    Gruß

    Gerd
     
  10. koffeinschock

    koffeinschock Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    wie wäre es mit dem einen oder anderen besuch bei radhändlern? sowohl der kleine im ort, als auch der große glänzend ausgestattete laden auf der grünen wiese: ansehen und anfassen ist bei den ganzen modernen rädern imho wichtiger (und der motivation, überhaupt zu fahren auch dienlicher), als details bezüglich ein paar grad oder cm bei der geometrie - das ist erst im vergleich oder bei jemand, der extrem viel fährt wieder von bedeutung. so gesehen sind auch die versender-räder sehr interessant, wenn nicht z.b. der kleine radldealer im ort noch ein nicht ganz aktuelles rad im laden rumstehen hat, das er los werden möchte...
     
  11. hawi

    hawi Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Super Zusammenfassung von Stefan, zu der ich nur zwei kleine Ergänzungen habe:
    Die Vorbaulänge ist zwar auch wichtig, aber gibt nur zusammen mit Oberrohrlänge und Sitzwinkel ein aussagefähiges Maß, nach dem man beurteilen kann, ob das Rad lang genug für einen ist, und ob man eine Sitzposition findet, bei der nicht nur der Rücken zufrieden ist, sondern auch das Knielot passt. Da solltest Du auf jeden Fall mal die einschlägigen Rechner im Internet bemühen (als ersten Anhaltspunkt) oder wirklich, wie oben schon erwähnt, eine Vermessung machen lassen. Die Oberrohrlänge (mit Sitzwinkel und Vorbaulänge) ist sogar das eigentlich wichtige Maß, nicht die Rahmenhöhe.

    Wenn Du nicht in einer flachen Gegend wohnst, kann ich den Tip nur unterstreichen. War heute wieder mit ein paar Freunden auf einer RTF im Odenwald und war echt froh, dass ich mir damals eine Dreifachkurbel gegönnt hat, obwohl das von der Style-Polizei eigentlich streng geahndet wird. Mir ist das aber egal, da mir mit der Dreifachkurbel bergauf nicht die Birne platzt und ich in der Gruppe oder bergab trotzdem Heldenblatt fahren kann. :mrgreen:
     
  12. schlotinjo

    schlotinjo Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Vielen Dank schon einmal für die zahlreichen hilfreichen Tips. Vor allem was die Größe das Rades angeht, habe ich bisher eigentlich nur von der Rahmenhöhe gehört und wusste nicht, was da noch alles zu beachten ist. Was für Materialien sidn denn für den Rahmen oder auch den Lenker zu empfehlen? Die Bruchproblematik von Alu ist mir bekannt, oben hat jemand ja bereits geschrieben, dass das bei Carbon auch der Fall ist, wobei Carbon eh nicht meine Liga ist...aber ein Rad voller Stahl ist dann wohl vom Gewicht her problematisch.

    Immerhin hab schon mal ein paar gute Tips von euch bekommen, anhand derer ich weiter googeln kann. Wenn ich dann etwas weiter bin, werd ich mal die Radhändler aufsuchen...vllt wirds ja bis zum Frühling was!!!;)
     
  13. S.Bresseau

    S.Bresseau Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Kein Alu, Stahl oder Carbon? Wie wär's dann damit?
     
  14. saecoroyal

    saecoroyal Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hi schlotinjo,

    es gibt auch Rahmen aus Alu und Carbon, da ist z.B. Gabel und Hinterbau aus Carbon und der restliche Rahmen aus Alu.
    Der Preis ist dann natürlich unter einem reinen Carbonrenner angesiedelt und das Gewicht ist auch geringer als bei einem Stahlrahmen.

    Gruß Willi
     
  15. hawi

    hawi Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Sorry, wenn das jetzt ziemlich hart rüberkommt, aber das muss jetzt einfach raus:

    [Nörgelmodus] "Die Bruchproblematik" von Alu existiert nicht mehr und wird nur noch von einigen Stahlrahmen-Liebhabern immer wieder aus der Mottenkiste hervorgekramt, weil die sich grämen, dass die "schönen" Stahlrahmen praktisch von den "hässlichen" Alurahmen (weil mit Oversized-Rohren) abgelöst wurden. Zwei Punkte werden dabei immer galant unter den Tisch gekehrt: Zum einen ist die Fertigungstechnik viel, viel weiter als in den Tagen der ersten Generation Ketteler-Alurahmen, die den Leuten buchstäblich unter dem Hintern zusammengebrochen sind. Ich kenne allein zwei Leute, denen letzteres so passiert ist. Heutzutage bricht da nichts mehr, weil die Schweißtechnik so verbessert wurde, dass man das Alu mit haltbaren Schweißnähten versehen kann, ohne die Materialstruktur zu schwächen. Zum anderen ist die romantische Vorstellung, dass jeder Dorfschmied einen Stahlrahmen (im Gegensatz zu Alu) bei einem Defekt wieder zusammenschweißen kann, inzwischen auch hinfällig. Bei den heute verwendeten Stahlsorten und Rohrwandstärken bruzzelt der da höchstens ein Loch rein, aber reparieren wird er das Ding nicht können. Das konnte man früher, als die Rohre noch aussahen wie Wasserrohre, auch entsprechende Wandstärken hatten und aus Standard-Stahlsorten gefertigt waren. Abgesehen davon frage ich mich sowieso, warum die Stahl-Befürworter immer den Dorfschmied ins Feld führen. Stahlrahmen brechen doch nicht... [/Nörgelmodus]

    Sagte ich übrigens schon, dass ich im Prinzip nix gegen Stahl habe und mein altes Reise-Stahlross immer noch fahre? Ich finde es nur albern, Sachen über Alu zu verbreiten, die einfach nicht richtig sind.

    Die Bruchproblematik von Carbon ist eine Andere: im Normalbetrieb sind Carbonrahmen sehr haltbar (und auch dauerhaltbar). Nur wenn Du durch Steinschlag, Sturz, unsachgemäße Behandlung beim Transport, ... die Carbonstruktur verletzt, kann das irgendwann brechen. Das Gemeine daran ist, dass man diese Beschädigungen oft nicht sieht (im Gegensatz zu einer Beule oder einem tiefen Kratzer in einem Alu- oder Stahlrahmen) und die Carbon-Teile dann irgendwann mal ganz plötzlich brechen. Und zwar nicht mit langer (bei Stahl) oder mehr oder weniger kurzer Vorwarnzeit (bei Alu), sondern mit einem Schlag komplett durch.

    Da solltest Du auf jeden Fall jetzt und in den kommenden Wochen verstärkt schauen, weil im Moment die 2012er-Modelle als Auslaufmodelle rausmüssen. Da lässt sich vielleicht ein schöner Schnapp machen. Natürlich soll man nicht auf Teufel-komm-raus ein Rad kaufen, das Rad muss schon passen.
     
  16. Svente

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hallo,

    hast Du dich schonmal bei Rose informiert?

    ROSE Pro-SL 2000 Compact günstig kaufen im Online Bike Shop www.roseversand.de

    Ich habe das Modell 2011-reicht m.E. völlig aus und der Service ist super.

    Alu ist pflegeleicht,Shimano 105 reicht völlig aus (ist schließlich millonenfach bewährt und letztlich nur ein bischen schwerer-und kostet um einiges weniger als Ultegra usw.), stabile Laufräder und ein Top-Rahmen.


    Negativ wird immer vorgebracht, dass die Versenderräder keine Seele hätten. Liegt jedenfalls im Auge des Betrachters. Als Fahranfänger kauft man sich ja auch nicht gleich einen Porsche!

    Viel Glück bei der Suche wüscht Dir ein "Nichtprofi", der nur gern in seiner Freizeit Rennrad fährt

    Svente
     
  17. blu

    blu Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hi,
    dem stimme ich voll zu! Ich hatte auch schon Risse im Alurahmen (teures Fondriest, Lenkrohr) und ich kenne einige, denen die Principias (so um die Jahrtausendwende) an der Kettenstrebe gerissen sind. Andererseits kenne ich eine Handvoll Klein Quantum (Pros), die 100 tkm klaglos abspulen und das mit Sprüngen vom Bordstein und wenig zimperlichem Umgang. Wer Stahlrahmen fahren will der soll, ich kann's nicht nachvollziehen, muss es aber auch nicht.
    Begeisternd fand ich im letzten Jahrzehnt von der Entwicklung die Top-Rahmen von Scott - begonnen mit dem CR1 war das IMO schon ein technologischer Quantensprung. Die haben damals Rohre verwendet, die man in Europa für den Fahrradmarkt noch gar nicht beziehen konnte. Mir waren die Räder immer zu teuer, aber zum Fahren ein Traum. Seit wenigen Jahren bin ich ein wenig raus aus der Materie, vermutlich haben da andere Hersteller nachgezogen.

    lg blu
     
  18. Bohnenfreund

    Bohnenfreund Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Würde auch mal bei Radon vorbei schauen, Top Preis/Leistung, Ladenlokal in Bonn, Vertragshändler überall in Deutschland!
     
  19. sokrates618

    sokrates618 Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hallo Schlotinjo,
    in Deinem Eingangstread stand .. maximal 500€, eher weniger. Da wird es mit vernünftigen Neurädern schwierig. Ich würde eher ein gut erhaltenes älteres Stahlrad mit einer ordentlichen Ausstattung suchen. Ob Alu oder Stahl, darüber streiten sich die Freaks. Auf die Verarbeitung kommt es an. Auch ist der Unterschied eines 11 kg Stahlrennrades gegenüber einem 6,8kg Carbonrad geringer als man denkt. (Am Berg tritt jeder für sich allein). Mir erscheint das Angebot von mcblubb eines DiamondBlack prevail für den Preis äußerst interessant. Empfehlungen zur Rahmenhöhe bei gemessener Schrittlänge findet man im Netz. In gewissen Grenzen ist die Geometrie mit Vorbau und Sattelstütze auch einstellbar.
    Gruß, Götz
     
  20. schlotinjo

    schlotinjo Mitglied

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    AW: Kaufberatung: Rennrad für Eintsteiger

    Hey,

    Es geht ja langsam auf den Frühling zu und die Rennradsache lässt mich immer noch nicht los. Hab mal wieder ein wenig im Internet gesucht, und das hier gefunden:

    Fahrrad kaufen im Online Shop | Tretwerk 28" Rennrad CORSA-R Blau | Fahrrad günstig online kaufen

    Hat jemand Erfahrung mit diesem Händler? Der Preis klingt gut, Shimano ist ja per se auch nicht schlecht, also vermute ich irgendwo einen Haken. Andererseits denke ich, dass es doch wohl möglich sein muss, für ca 500 € ein anständiges Rad zu bauen oder? Nach oben ist sicher immer Luft, klar, aber so rein prinzipiell sollte das doch möglich sein. Leider kenne ich mit der Materie einfach zu wenig aus.
     

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