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Mobile Espressobar - Flightcases

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliches" wurde erstellt von Heinrich, 26. Oktober 2012.

  1. Heinrich Mitglied

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    Hallo,

    da im Ninologen-Thread der Wunsch aufkam, ich solle doch von der mobilen Espressobar aus und auf Flightcases berichten, die ich mir für Messen habe bauen lassen, starte ich diesen Thread. Mit einem alten und vier neuen Bildern.

    Grundsätzlich:

    • 3 Flightcases, die alle OFFEN das Mass von Breite 60cm x Tiefe 60cm x Höhe 90cm (75cm Höhe Korpus, 15cm gebremste Lenkrollen) haben. Die Masse beziehen sich auf die Masse der Korpusse ohne Stosskanten und Griffe.

    • 2 der Flightcases haben den Deckel vorne, den man abnehmen kann, dieser Deckel hat eine Tiefe von 5cm, die Korpusse sind geschlossen also 60cm x 65cm x 90cm. In einem Flightcase befindet sich Stauraum und eine Schublade für die Mühle (Elektra Nino), im anderen ein Kühlschrank (80 Liter, mit Eisfach).

    • 1 Flightcase hat einen Deckel, den man nach oben abnimmt, unter diesem Deckel ist die Kaffeemaschine (Pavoni Pub 1 EL) verstaut. Zusätlich gibt es eine 19''-Schublade mit 3HE (=> 47,88 cm breit; 13,35 cm hoch).

    Und hier einmal Bilder der Bar - Grüsse aus Wien,
    Heinrich



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  2. Greg67 Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    beeindruckend! wirklich stark und ein sauber verarbeitetes equipment. du machst keine halben sachen, was? :)

    erzähl' doch mal so von deinen erfahrungen als fliegender zubereiter von kaffeespezialitäten. kann man dich und dein equipment normal mieten für veranstaltungen, messen usw., bist du auf eigene kappe unterwegs nur zum ausschank, z. b. auf märkten oder so?
     
  3. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Hallo,

    zu mir: Ich bein kein Barista, sondern Tonmeister und Musikproduzent. In enger Kooperation mit der "Wirtschaftskammer Österreich" und der "Gesellschaft zur Förderung österreichischer Musik" organisiere ich Gemeinschaftsstände für alle österreichischen Teilnehmer auf diversen Musikmessen. Das erste Bild ist auf der "Classical:NEXT" (eine Messe für Klassik und zeitgenössische Musik) in München entstanden, die letzten vier Bilder auf der WOMEX (the world music expo) in Thessaloniki/Griechenland. Mit dieser Einleitung ist klar - nein: man kann mich nicht für die Zubereitung von Espresso mieten. ;-)
    Zu den Messen: Dies sind reine B2B-Messen, für allgemeines Publikum also uninteressant.

    Zur Maschine: Die habe ich mir in einem Anfall akuten Größenwahns und "ich-will-haben-haben-haben" ursprünglich für mein Büro gekauft - zugegeben schon mit dem Hintergedanken, diese auch auf Messen benutzen zu können:
    http://www.kaffee-netz.de/grunds-tzliches/13966-wie-sieht-eure-kaffee-ecke-aus-377.html

    Daheim in der Küche steht eine Vibiemme Domobar - und im Büro habe ich aus der Pavoni trotz Mazzer Mini keinen vernünftigen Kaffee beziehen können. Daraufhin beschlossen, dass dies an mir liegt, und zur Abhilfe die Vienna School Of Coffee besucht. Johanna Wechselberger (ihr gehört die Schule) hat mir dann in vielen Punkten die Augen geöffnet und mich endgültig mit dem Kaffee-Virus infiziert.
    Und siehe, dann klappt's auch mit der Pavoni ;-)

    Zurück zu den Messen: Auf all den Österreich-Ständen, die ich organisiere, wird traditionell auch Kaffee ausgeschenkt. Eh klar: Österreich - Wien - Kaffeehaus. Und wenn schon Kaffee, dann bitte ein guter. Für die Classical:NEXT in München war das Budget etwas knapper, daher habe ich überlegt, meine Pavoni mitzunehmen und kein Setup zu mieten. Allerdings war dann auch klar, dass die Mazzer Mini auf der Messe unterdimensioniert ist. Und da die Kaffeezubereitung an der Handhebel länger dauert als an einer Pumpenmaschine, war auch klar, dass ich eine schnelle Mühle benötige. Zwei Möglichkeiten: Dosierer oder schneller Direktmahler. Da ich ein großer Freund von direktgemahlenem Kaffee bin, gab's schließlich noch genau zwei Mühlen zur Auswahl: Die Eureka Mythos und die Elektra Nino. Die Nino passt optisch deutlich besser zur Pavoni - Entscheidung gefallen.
    Dann war auch klar, dass ich nach München zwar zusammen mit einem Freund in einem Kleintransporter fahre, dass ich aber trotzdem Maschine und Mühle bestmöglich schützen will - so kam's dann zur Idee mit den Flightcases, die ich als Tonmeister ausreichend kenne (Flightcases sind ja Standardausrüstung bei Musiktouren).

    In Summe habe ich jetzt mal ein Haufen Geld (privates - das Geld für Maschine/Mühle/Bar stammt nicht aus den Fördermitteln!) in das Musikland Österreich bzw. die Kaffeequalität bei der Präsentation desselben investiert. Zugegeben: Mir macht's Spaß und langfristig spare ich natürlich auf Messen Geld, so dass die Investition allmählich wieder hereinkommt. Sehr allmählich ;-)

    Dass ich mich in Griechenland nun selbst hinter die Maschine gestellt habe, lag an dem angedrohten Generalstreik in Griechenland UND weil ich da natürlich mal die Möglcihkeit hatte, mein Equipment selbst auszureizen. Ich gestehe: Bei 500 Kaffee in acht Stunden pro Tag ist MEINE Grenze erreicht. Die Pavoni hätte vermutlich noch mehr verkraftet, die Nino sowieso, aber das Milchschäumen dauert ja auch ein bisschen. :)

    Der Bau und die Planung der Flightcases war/ist durchaus anspruchsvoll, da es viele Kleinigkeiten sind, die einem das Leben erschweren oder erleichtern. Einfaches Beispiel: Standard an Flightcases sind ZWEI gebremste und zwei ungebremste Rollen. Dies fand ich aber nach dem ersten Einsatz sehr unpraktisch, da man dann beim Laden immer aufpassen muss, wo denn nun die gebremsten Rollen stehen, damit man die Lenkrollen für den Transport blockieren kann. Vier Lenkrollen kosten kaum mehr und egal wie das Case steht, ich kann's immer bremsen.

    Mehr zur Detailplanung und bereits erfolgtem erstem Umbau wenn die Flightcases zurück aus Griechenland sind, da ich dann auch Fotos von Details machen kann.


    Grüße aus Wien,
    Heinrich
     
  4. caffè olivier Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Tolle Arbeit!
     
  5. Greg67 Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    danke für die ausführliche antwort. war sehr interessant zu lesen, nach wie vor beeindruckend und glückwunsch zu deiner konsequenz. das liest sich auch aus dem textmaterial und ist nicht nur am equipment erkennbar. nun, wenn einen mal das kaffeefieber gepackt hat... dann kommt auch schon mal sowas bei raus. also bist du sozusagen als als vertreter der großartigen österreich-italienischen kaffeegeschmacks in der muskiwelt unterwegs. toll :)
     
  6. sven_berlin Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Vielen Dank,
    eine tolle Beschreibung, super Bilder...(ein will auch haben Verlangen steigt auf...), Danke !
    Hast du auch eine Lösung für Frisch und Abwasser für deinen Anwendung gefunden, denn so ein Wasseranschluß auf einer Messe ist ja kein billiger Spaß .
    Fantastisch wäre noch ein- zwei Bildchen von den Geräten in den Cases, so zusagen fertig zur Verladung, so kurz vor Deckel zu.
     
  7. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Hallo,

    ein externer Wassertank ist nicht notwendig, da die Pub 1EL einen eingebauten Wassertank mit 3 Litern Volumen hat. Auf dem Bild unten siehst Du den Tank/Tankdeckel auf der rechten Seite- Praktisch daran ist, dass man nicht alle Tassen herunternehmen muss, um Wasser nachfüllen zu können. Das war einer der Gründe pro Pavoni. Denn auch in einem Büro gibt's ja in der Regel keinen Festwasseranschluss ;-)

    Auf den letzten Messen hatte ich zum Glück immer wieder Festwasser (Zu- und Ablauf) am Stand, wenn's das nicht gibt, helfe ich mir mit Mineralwasser zum Befüllen des Tanks und einem Putzkübel zum Entleeren der (leider sehr kleinen) Abtropfschale. Auch das funktioniert problemlos.

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    Bilder zu den Details der Flightcases folgen, inkl. Aufbau der ganzen Bar.

    Grüsse aus Wien,
    Heinrich
     
  8. herr k Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Hi Heinrich,

    schönes Büro. Solltest du dich mal von diesem grausigen, unschönen, unpraktischen Baisch trennen mögen, der da so gar nicht reinpasst, wäre ich bereit ihn gegen einen geringen Obulus zu entsorgen.:cool:

    Schöne Gruß
    Baischentsorger Stefan
     
  9. carkoch Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Tolles SetUp mit den Flightcases und meinen Respekt für den Einsatz und die Details.

    Ein quasi gleicher Baisch steht bei uns im Esszimmer - von Natur aus ist er ja auf Rollen, ähnlich der cases - bei uns ist er noch original in elfenbein / Krankenhausweiß und steht derzeit mit drei Marquet im Raum.

    Carsten

    P.S.: Baischentsorger; nix da - meine zumindest sind nicht zu haben.
     
  10. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Nix. Baisch bleibt. Wenn ich ihn auch in Zukunft nicht als Espresso-, sondern nur als Bar nutzen werde ;-)
    Denn so eine Flightcase-Espressobar und eine Baisch-Bar macht ein Büro doch erst zur angemessenen Arbeitsumgebung :)

    Gruss aus Wien,
    Heinrich
     
  11. Kaffeesack Mitglied

    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Heinrich,

    tolles Equipment!

    Hast du ein Bild von deiner Bürobar mit geöffneten "Schwingen" ? :cool:

    ralph
     
  12. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Der Baisch ist derzeit eingelagert. Mangels Büro: Die alte Bürogemeinschaft, in der ich zum Schluß der letzte "artfremde" Untermieter war, hatte Eigenbedarf. Doch der Baisch wird befreit: Im Dezember gibt's ein neues Büro. Dann kommen auf Wunsch auch detaillierte Fotos vom Baisch.

    Grüße aus Wien,
    Heinrich
     
  13. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Hallo,

    und der nächste Einsatz - diesmal mit Kamera beim Aufbau.

    Zuerst die drei Cases einzeln, im Transportzustand. Links das Case für den Kühlschrank, erkennbar an den seitlichen Bohrungen parallel zum Case des Deckels, der sich nach vorne abnehmen lässt. In der Mitte das Case für die Maschine. Der Deckel lässt sich nach oben öffnen, die Maschine steht dann in einem "Rollwagen". Zusätzlich ist in diesem Case eine 19-Zoll breite, 3 HE (=13,35cm) hohe Schublade integriert. Rechts das Case für die Mühle, hier lässt sich der Deckel wie beim Kühlschrank-Case nach vorne abnehmen.


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    Grüsse aus Wien,
    Heinrich
     
  14. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Jetzt zu den Details des Maschinen-Flightcases.

    Offener Deckel, auf den ersten beiden Fotos sieht man schön, wie die Maschine steht und die seitlichen Eingriffe, damit man die Maschine herausheben kann.

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    Ein Blick "unter die Haube", also in den Deckel. Hier sieht man den Einbau der Schublade, unterhalb (auf dem Foto oberhalb) der Schaumstoffstreifen, der die Maschine fest auf den Boden des Flightcases presst. Auf der rechten Seite, zudem eine Verstärkung des Deckels, zu dieser gleich mehr. Wie man an den Einkerbungen im Schaumstoffstreifen sehen kann, befindet sich die Vorderseite der Maschine beim Transport um 90° gedreht zur Schublade, nur so kann die Maschine trotz des "Stutzens" des (abgeschraubten) Handhebels sicher fixiert werden.

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    Da meine Pavoni eine Handhebelmaschine ist, kann diese auf die Theke geschraubt werden, um eine eventuelle Kippgefahr zu mindern. Zwar ist die Pavoni sicher kein Fliegengewicht und hat zudem ein eigenes Gegengewicht, um den Zug beim Bedienen des Hebels auszugleichen, dennoch kann ich das Befestigen mit der Schraube empfehlen.

    Dazu die Verstärkung im Deckel, nun passt eine Einschlagmutter hinein, die von unten eingeschlagen wurde. Hier der Deckel von oben, mit bereits gelöster Schraube.

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    Hier die Pavoni im Detail, angeschraubt. Das nächste Bild zeigt dann das Case mit aufgebauter Pavoni in der kompletten Ansicht. Der Handhebel ist auf dem Foto noch nicht an der Pavoni montiert.

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    Als letztes die geöffnete Schublade des Cases, ich habe sie auf dieser Messe als Stauraum für zusätzliche Tassen genützt.

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    Was ich an diesem Case noch ändern werde:
    • Es wird zwischen Schublade und Maschine ein verstärkter(!) Boden eingezogen. Unterhalb des Bodens wird dann der Schaumstoff zum Fixieren der Maschine befestigt. Grund: Der Deckel des Cases sitzt sehr "press", um die Maschine beim Transport gut zu fixieren. Dadurch wird der Schaumstoff so hart zusammengepresst, dass sich auch die Schublade nicht öffnen lässt, wenn die Maschine im Case steht. Da sich auch ein "normaler" Zwischenboden verbiegen würde, muss dieser verstärkt werden. Die Schublade ist übrigens versperrbar.
    • Ich werde für die "Einzelteile" der Maschine Einsätze bauen lassen, die ich exakt in die Eingriffe stecken kann. Die Einzelteile, die ich für den Transport entnehme sind: Wassertank plus Deckel des Wassertanks, Handhebel, Abtropf-/Sudbecken plus Abdeckungen des Abtropfbeckens, Dampflanze. Damit habe ich die Maschine immer KOMPLETT in einem Case UND die Schublade für Anderes frei.

    Morgen dann zur Mühle.

    Grüße aus Wien,
    Heinrich
     
  15. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Zum Case für die Mühle. Grundsätzlicher Aufbau:
    • Der Deckel ist nach vorne abnehmbar
    • Das Case ist "zweigeteilt" - unten eine Lade für die Mühle, oben Stauraum.

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    Hier die herausgenommene Lade. Ursprünglich habe ich die Nino mit Luftpolsterfolie und Schaumstoff geschützt, mir aber angesichts des Preises der Nino und etlichen Speditionstransporten exakte Schaumstoffeinsätze bauen lassen. Die Mühle liegt links (ohne Auswurf), Hopper rechts oben, darunter die Schale zum Auffangen des Kaffemehls, der Deckel vom Hopper im Schlitz rechts unten.
    Für den Auswurf der Nino lasse ich mir noch eine eigene "Schatulle" fertigen, diese liegt dann unterhalb des Bodens der Nino, auf dem Bild ist der Auswurf noch in Küchenpapier eingewickelt. Da sich die Mühle in dem Ausschnitt nicht bewegen kann, ist auch das sicher.

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    Die Mühle ist kein Leichtgewicht. Da der Deckel des Cases nach vorne abgenommen wird, fehlt der Abstellfläche auf dem Case ein wenig Stabilität, sie biegt sich durch. Um die fehlende Verstrebung des abgenommenen Deckels auszugleichen habe ich eine Aluminiumstrebe einziehen lassen, welche die Abstellfläche auch bei abgenommenen Case-Deckel stabilisieren.

    Hier im Detail zu sehen:

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    "proof of concept": auch unter dem Gewicht der Nino biegt sich die Abstellfläche nicht durch.

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    Gruss aus Wien,
    Heinrich
     
  16. sven_berlin Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Eine tolle Lösung !
    Ganz herzlichen Dank für die Bilder und die Beschreibungen und die viele Mühe die Du dir damit gemacht hast !

    Was mich wurmt ist der Gedanke, daß da jede Menge Gewicht auf leeren Cases steht, mit gebremsten Rollen zwar und zur Dreierbande verbunden (ich meine einen Verschluß von einem zum nächsten Case gesehen zu haben), ist das nicht sehr kopflastig ?

    Ich stelle mir vor der auf Rollen gestellten Theke zumindest auf einer Seite durch einen Holzklotz, unter die Cases geschoben, so daß ich einen direkte Verbindung Gewicht des Cases zum Untergrund habe, die rutschfest ist und so die Rollen entlastet; ich denke mir das so: Rollen haben eine Aufbauhöhe von 130mm und ich würde einen Klotz mir einer Höhe 135 bis 140mm wählen. Das würde die Kopflastigkeit entfernen und einen (bomben)sichern Stand geben.

    Aber vielleicht bin ich da zu vorsichtig,.....
     
  17. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Hallo,

    da die Cases mit Catches untereinander verbunden sind, stehen sie trotz sicher vorhandener Kopflastigkeit absolut sicher und wackelfest. Ich habe zudem NUR gebremste Rollen verwendet, es genügt, wenn ich in Summe vier bis sechs der Rollen bremse, um die Standfestigkeit zu gewährleisten. Ich befürchte sogar, dass die ganze Bar auf Holzklötzen MEHR rutschen/wackeln würde, da die Rollen relativ griffig sind.

    Zu den Catches - dies sind Verbindungsklammern zwischen Deckel und Case oder eben zwischen zwei Cases, dann heißen diese "Überwurfcatch". In meinem Fall gibt es diese Überwurf-Catches vorne und oben auf dem Maschinen-Case je links und rechts, die Gegenstücke (sog. Aufsatzösen) sind am Mühlen- und Kühlschrank-Case. Die Maschine steht also immer in der Mitte, ich habe aber die Freiheit, die Mühle/den Kühlschrank links oder rechts zu positionieren. Zudem kann ich dann weitere Cases (dann wieder mit Überwurfcatches) anfertigen lassen und diese Kette nach belieben vergrössern.

    Links der Überwurfcatch (Maschinen-Case), rechts die Aufsatzöse (in diesem Fall Mühlen-Case).

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    Im geschlossenen Zustand:

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    Da die Verbindung nur auf einer Seite der Cases nicht zu einer wirklich stabilen Verbindung der Cases führen kann, habe ich diese Verbindung vorne und oben. Die Stosskanten der Flightcases liegen bei geschlossener Verbindung press aneinander. Da es nach hinten (ab jetzt: zur Seite der Bedienung) keine Stosskanten bei Mühlen- und Kühlschrank-Case gibt (diese befinden sich auf dem Deckel, der ja abegnommen wird), hat man einen minimalen Winkel zwischen hinten und vorne, dieser macht sich in der Praxis nicht bemerkbar, und die Verbindung ist dennoch zu beiden Seiten hin absolut stabil. Ich kann die Bar also, wenn ich einmal alle drei Cases verbunden habe, als Ganzes nach Belieben hin und her verschieben und muss zum Fixieren nur die Bremsen der Lenkrollen feststellen.

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    Grüße aus Wien,
    Heinrich
     
  18. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Fast geschafft: Endspurt! ;-)

    Zum Kühlschrank-Case gibt's nicht viel zu sagen. Als Kühlschrank habe ich mich für einen Campingkühlschrank mit Kompressortechnik entschieden, da dieser drei Vorteile bietet:
    • für "Transporte" gebaut, sprich die Technik ist stoßunempfindlicher,
    • es gibt idR verschiedene Einbaurahmen als Zubehör zu kaufen,
    • Dank Kompressortechnik ist es ein "echter" Kühlschrank, dh. er kühlt nicht "nur" relativ zur Umgebungstemperatur wie ältere Campingkühlschränke mit Absorbertechnik, sondern ist mit einem Kühlschrank in der Küche vergleichbar.

    Der Kühlschrank hat ein Volumen von 80 Litern, und füllt damit praktisch das ganze Case aus. Unten ist noch Platz für das Netzteil, nach oben ebenfalls ein wenig Abstand, damit die Luft hinter dem Kühlschrank gut zirkulieren kann.
    Alternativ hätte es auch kleinere Kühlschränke gegeben, hier hätte ich unter Umständen nochmal eine Tassenablage integrieren können, der große Kühlschrank bietet dafür aber ausreichend Platz in allen Lebenslagen (10 Liter Milch, plus AUSREICHEND Platz für andere Getränke, plus echtes Frosterfach mit fast 8 Litern, gut für Eiswürfel).

    Auch bei diesem Case wurde die Ablagefläche wie beim Mühlencase mit einer Aluminiumstrebe verstärkt. Der leicht zurückversetzte Einbaurahmen (Standardzubehör) erleichtert zudem das Wecheln des Türanschlags beim Kühlschrank, dieser Wechsel ist sehr einfach und dauert gerade mal ein bis zwei Minuten.


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    Und hier noch einmal Bilder der fertigen Kaffeebar.

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    Gruss aus Wien,
    Heinrich
     
  19. Heinrich Mitglied

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Und zum Abschluss,

    Kosten bisher (weil das ja doch für Einige interessant ist), Erfahrungen und Pläne für die Zukunft/Erweiterungen.

    Anfertigung der drei Flightcases:
    • Mühlencase mit Schublade
    • Maschinencase
    • Kühlschrankcase (leer ohne Kühlschrank)
    • alle Cases mit zwei gebremsten und zwei ungebremsten Lenkrollen
    => EUR 1250

    Umbau:
    • Mühlencase: Verstärkung der Abstellfläche, Schublade mit exakt zugeschnittener Schaumstoffeinlage für Mühle
    • Maschinencase: Einbau der 19''-Zoll Schublade
    • Kühlschrankcase: Verstärkung der Abstellfläche, Einbau des Kühlschranks inkl. Netzteil
    • Umbau aller Cases auf vier gebremste Lenkrollen
    => EUR 600

    Meine Erfahrungen: Es lohnt sich auf alle Fälle, mit einem erfahrenen Casebauer eng zusammenzuarbeiten, da dieser genau weiß, welche Wünsche einfach umzusetzen sind, was anders sinnvoller (und damit preiswerter) zu bauen ist, was schlicht unsinnig ist (da zu kompliziert).
    Unter Umständen würde ich heute die Grundfläche, bei mir 60cm x 60cm, eine SPUR kleiner wählen. Mit den Kugelecken und Handgriffen sind die Cases ca. 62cm breit, mit dem Deckel bei Kühlschrank- und Mühlencase 65cm tief. Bei einem Transport auf einer Standardpalette (Grösse/Stellfläche 80cm x 120cm) stehen zwei Cases nebeneinander also leicht über. IdR ist dieser geringe Überstand bei einer Spedition kein Problem, allerdings steigt damit natürlich die Gefahr, dass bei einer unsachgemäßen Ladung der Paletten die Flightcases beschädigt werden. Hin- und Retourtransport nach Thessaloniki (Griechenland) haben sie jetzt aber auf zwei Paletten unbeschadet überstanden. Bei einer Grundfläche von 55cm x 55cm würden zwei Cases "meiner" Machart perfekt auf eine Palette passen, ohne zuviel Abstellfläche zu verlieren.

    Weitere Pläne

    Mühlen-Case:
    • Um die Mühlenschublade als Ablage "besser" nutzen zu können, möchte ich ein "Brett"/eine Ablage auf den ausgeschnittenen Kunstoff legen. Wenn die Mühle also NICHT in der Schublade liegt, lege ich diese Ablage auf den Schaumstoff und habe dann eine GLATTE Ablage. In den Ausschnitten habe ich zwar in Summe mehr Volumen/Stauraum, allerdings "verlieren" sich Dinge auch in diesen Aussparungen. Und Geschwindigkeit/Ergonomie ist in Stoßzeiten an der Maschine alles.
    • Ausschnitt/Etui für Mühlenauswurf. Enweder ich lasse mir eine Art "Etui" für den Mühlenauswurf bauen, oder mir noch nachträglich einen Ausschnitt für den Auswurf in den Schaumstoff schneiden. Dass dieser nicht bereits drin ist, liegt an mir: Ich hatte den Auswurf nicht an die Mühle montiert, als ich die Mühle zum Casebauer gebracht habe...

    Kühlschrank-Case:
    • Ich möchte eine Zugentlastung des Stromkabel zum Netzteil des Kühlschrank. uU lasse ich mir rund um den Einbaurahmen einen zweiten Rahmen bauen mit 19" breiten Lüftungsschlitzen (Standardzubehör für 19''-Racks im Licht- und Tonbereich), den ich einfach mit Klettpunkten auf diesem zweiten Einbaurand anbringe. Da wegen der Lüftung auch oben ein Schlitz ist, wurde dieser schon ein paar Mal als Ablage missbraucht. Da der Rahmen in alle Richtungen übersteht, ist es dann immer eine "Pfriemelei", die Sachen (idR Tabletts) wieder herauszubekommen.

    Maschinen-Case:
    • Einsätze für Zubehör (Tank + Deckel, Handhebel, Sudbecken + Abdeckungen), diese sollen in die Eingriffe (zum Maschine rausheben) gesteckt werden können.
    • Zwischenboden unterhalb Schublade, damit die Schublade immer geöffnet werden kann (derzeit nicht möglich, wenn die Maschine im Case steht, da der Schaumstoff zur Fixierung der Maschine dann von unten zu stark gegen die Schubalde drückt.

    uU zusätzliches Case:
    • Zusätzlicher Stauraum. uU so geteilt wie das Mühlencase, dann im oberen Teil einen Einsatz mit einem großen Abschlagkasten zum Ausklappen, wie zB hier: Nuova Ricambi - Accessoires 2011

    Damit könnte ich dann das Abschlags"modul" sowohl im neuen Case als auch im Mühlen-Case verwenden. Den zusätzlichen Stauraum kann ich dann für Tassen und für Barhocker (siehe weiter unten) nutzen. Um dieses "Stauraum"-Case mit den anderen Cases dann wieder verbinden zu können, würden hier weder Überwurf-Catches verbaut werden.

    ===

    Zu den Hockern: Bei der Höhe der Espresso-Bar von 90 cm benötige ich Hocker mit einer Sitzhöhe von ca. 60cm-65cm. Da mir die üblichen Messebarhocker nicht gefallen, wollte/will ich zwei bis drei Hocker kaufen, die ich dann auf die Messen/zum Einsatz der Espressobar mitnehme. Die Hocker müssen daher folgende Bedingungen erfüllen:
    • Sitzhöhe 60-65cm
    • zerlegbar/faltbar - möglichst wenig Verpackungsvolumen für den Transport.
    Die Suche war lange ergebnislos, und dann bin ich per Zufall über einen österreichischen Entwurf gestolpert: Pilot, Hersteller Quinze&Milan. Zerlegbar, noch dazu modular (normaler Hocker, Thekenhocker, Barhocker), und sieht mE noch sehr gut aus.

    Google-Ergebnis für http://sphotos-d.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/c0.0.851.315/p851x315/326200_10151146291614520_692910697_o.jpg

    Das soll ausdrücklich KEINE Schleichwerbung sein, aber möglicherweise steht der Eine oder Andere selber vor einem ähnlichen Problem oder ist auf der Suche.

    ===

    Ich hoffe, dass ich die vielen Fragen ausreichend beantworten konnte - wenn's noch offene Fragen gibt, fragen. ;-)

    Grüße aus Wien,
    Heinrich
     
  20. Holger Schmitz Moderator

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    AW: Mobile Espressobar - Flightcases

    Spitze, vielen Dank für Deine tollen Infos und Fotos !

    Grüße
    Holger
     

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