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Mühlentimer im Eigenbau

Dieses Thema im Forum "Mühlen" wurde erstellt von Nusseck, 20. Dezember 2012.

  1. Nusseck

    Nusseck Mitglied

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    Erlangen
    Hallo Kaffee-Netzler,

    da ich für meine Graef CM 80 auf der Suche nach einem Timer war, die oft verwendeten Belichtungstimer recht groß und nicht besonders schön anzusehen sind, habe ich mich entschlossen, selbst einen Timer zu entwickeln. Das Ergebnis sieht nun so aus:

    [​IMG]

    [​IMG]

    Funktionsweise:

    Der Timer funktioniert eigentlich recht simpel: Ein Mikrocontroller (Atmega8) steuert ein Solid State Relais an. Schaltet der Mikrocontroller das SSR, liegt an der Mühle Spannung an und sie mahlt, sperrt er es, dann liegt keine Spannung an, die Mühle ist aus. Außerdem steuert der Mikrocontroller das LCD an, liest die Taster ein und speichert intern die programmierten Zeiten.
    Die Versorgungsspannung für den Mikrocontroller wird über einen kleinen Trafo, der auch im Gehäuse untergebracht ist, aus der Netzspannung gewonnen.

    Der Schaltplan sowie das Layout für die Platine wurde in Eagle erstellt. Das Gehäuse habe ich nach einer Vorlage aus dem Internet erstellt, bei der die 6 Seiten einfach ineinander gesteckt werden. Ich habe lediglich die Maße angepasst. Wer sich für den Schaltpan, das Layout oder die Vorlage für das Gehäuse, kann sich gerne bei mir per PN melden.

    Edit:
    Ihr könnt euch Layout, Schaltplan und Quellcode hier runterladen:
    http://dl.dropbox.com/u/3511265/Timer.rar
    ACHTUNG: Ich übernehme beim Nachbau keinerlei Gewähr für eventuelle Schäden an euch, eurer Mühle oder sonst irgendwie. Ihr arbeitet hier an Netzspannung!! LEBENSGEFAHR!! Wer nicht genau weiß, was er tut, sollte das besser lassen!

    Features:
    Was kann der Timer alles? Am einfachsten ist das anhand der Menüstruktur des Timers erklärt:


    • Mahle 1er: Mahlt die für das 1er Sieb eingespeicherte Zeit. Das Mahlen kann zwischendurch auch pausiert werden und dann wieder fortgesetzt werden.
    • Mahle 2er: analog zu 1er Sieb.
    • Manuelles Mahlen: Die Mühle mahlt solange ich auf den Knopf am Timer drücke.
    • Programmierung: Hier können die Zeiten für 1er- und 2er-Sieb programmiert werden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:
      • Zeit eingeben: Die Zeit kann in 0,1s-Schritten eingegeben und gespeichert werden.
      • Zeit messen: Auf Knopfdruck startet die Mühle. Man mahlt solange, bis das Sieb voll ist und stoppt dann wieder. Der Controller misst und speichert dabei die Zeit.

    Kosten:
    Die Materialkosten belaufen sich auf etwa 30€. Am meisten fallen dabei das LCD mit 7€, das Gehäuse mit 5€, das SSR mit 3,80€ und der Trafo mit 2,25€ ins Gewicht.

    Zum Abschluss noch ein paar Bilder:


    [​IMG]

    Innenansicht:
    [​IMG]

    [​IMG]


    Viele Grüße und euch ein schöne Weihnachtszeit!
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2012
  2. ElPresso

    ElPresso Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Sehr schön, danke für den Bericht!

    Magst Du die Pläne usw. nicht einfach hier anhängen?

    Wie regelst Du die Spannung? Simpler 7805er o.ä.?

    Ist das Gehäuse stabil genug, oder könnte es bei unsachgemäßer Behandlung auseinanderfliegen?
     
  3. Nusseck

    Nusseck Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Ok, ich habe die Verlinkung zu den Dateien oben eingefügt.

    Genau, die Spannung wird über einen 7805 geregelt. Also Konkret: Trafo->Brückengleichrichter->Glättung->Linearregler 7805.

    Zum Gehäuse: den Fall der "unsachgemäßen Behandlung" ;-) habe ich noch nicht ausprobiert, aber ich gehe davon aus, dass das Gehäuse nicht so stabil ist, wie ein gekauftes Kleingehäuse. Es ist zwar schon solide, sollte der Timer aus einem Meter auf den Boden fallen, ginge das Gehäuse schon kaputt (die Elektronik innen hat ja schon ein vergleichsweise hohes Gewicht). Ursprünglich hatte ich auch ein günstiges gekauftes Gehäuse geplant (die Maße vom Timer passen auch genau zu diesem Gehäuse), aber ich wollte dann doch etwas "Besonderes" :cool:.
     
  4. caffeefrank

    caffeefrank Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Moin,
    super Sache. Tolle Arbeit. Hätte ich auch gern.
    Kann jemand hier die Platinen machen? Vielleicht im Dutzend billiger?
    Gruß, Frank
     
  5. theneon

    theneon Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Cool .Hätte Interesse . Bräuchte aber auch die geäzte Platine
     
  6. Nusseck

    Nusseck Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Ich kann euch einen Tip geben: Sucht mal, ob es in eurer Nähe ein "FabLab" gibt. Ein FabLab (engl. fabrication laboratory – Fabrikationslabor) ist eine offene, demokratische High-Tech-Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen industrielle Produktionsverfahren für Einzelstücke zur Verfügung zu stellen (Wikipedia). Dort könnt ihr euch (sofern die Werkzeuge vorhanden) selbst verausgaben.
    Ich habe die Platine und das Gehäuse im FabLab in Erlangen gefertigt.
     
  7. srtreter

    srtreter Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Wenn eine gewisse Stückzahl zusammen kommt kann man sicher bei PCB-POOL oder so eine Sammelbestellung machen. Oder ich versuche es über die LP-Fertigung in der Firma. Was das kostet weiss ich allerdings nicht.
     
  8. hako

    hako Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Hallo zusammen,

    super Projekt, damit kann aus meiner SM90 ja noch die Mühle werden, die ich gerne hätte: Schnell, gut verstellbar und mit Komfort. Danke auf jeden Fall an Nusseck!!!
    Ich habe mir das Platinenlayout noch nicht angeschaut, aber nehme doch an, dass es einseitig ist. Dann bin ich nämlich beim Thema Ätzen hierauf gestoßen:
    Platinen ätzen mit der Direkt-Toner-Methode, Leiterplatten selber herstellen, Tonertransfermethode
    Vielleicht hilft das weiter, klingt sehr pfiffig - was ja auch beim Namen der Website nicht verwundert.

    VG + FF

    Hako
     
  9. helges

    helges Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Wenn Du den grossen Spannungsversorgungsteil mit dem dicken Trafo durch die Innereien eines Handyladers ersetzt, dann wird das viel kleiner und kann dann locker in groessere Muehlen eingebaut werden.

    Der Controllerteil duerfte sich durch einen Teensy Teensy USB Development Board (unter 20€ in der Bucht) fuer die Nichtelektroniker ersetzen lassen. Das laesst sich dann per USB vom PC aus mit dem Programm fuettern und testen.
    Die Arduino-Entwickungsumgebung ist kostenlos und einfach zu bedienen.

    Danke fuer den Thread und den Quellcode, ich bastel gerade eine PID-Regelung mit dem Teensy, der soll dann in einem Lelitderivat mit Muehle auch noch gleich den Muehlentimer mit uebernehmen.
     
  10. srtreter

    srtreter Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Diese Tonermethode wäre auch eine Möglichkeit. Aber was spricht gegen einen simplen Analogtimer?
     
  11. theneon

    theneon Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Was ich noch am überelegeb bin hab noch ein raspberry pi da .

    Passt zwar nicht in die mühle aber man könnte ein wlan modul noch ranbauen.
    Und könnte ein timer für die mühle bauen
    + gleich eine remote zeitschaltuhr für den siebtraeger ....


    Was haltet ihr von der idee ?
     
  12. helges

    helges Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Er laesst sich nicht in die Muehle einbauen da zu gross und er hat in der Regel nur eine Zeit als Voreinstallung, d.h. man dreht sich einen Wolf. Durch die Verwendung einen SSRs ist der digitale Timer weitgehend verschleissfrei und "simpel" ist der Analogtimer eigentlich auch nicht, hast Du mal einen Fototimer aufgeschraubt?
     
  13. srtreter

    srtreter Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Als Elektroniker würde ich eher einen selbst stricken. Ein Timer und ne handvoll Bauteile drumrum.
    Zwei Zeiten verdoppeln den Aufwand. Ein Raspberry Pi wäre sicher ein bisschen viel des guten.
     
  14. theneon

    theneon Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Hab mir gerade mal das Teensy angeschaut . Gibt es dazu auch noch anderes LCD wo geht ?
    Von der größer her ist das echt überzeugend. Würde jemand dem Projekt damit mit machen ? Kenn mich nicht so bei der Elektronik aus dafür beim Programmieren :)
     
  15. helges

    helges Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Raspberry Pi ist viel zu gross und unsinnig fuer das Projekt, sogar noch aufwaendiger zu realisieren als mit Arduino

    Teensy mit Arduino ist spielerisch zu lernen, es gibt brilliante Tutorials, die alle sehr einfach anfangen und sich langsam steigern. Die Bibliotheken sind alle fertig und Displays kann man in jeder Groesse einfach anschliessen, alles Billigware.

    Als einfaches Beispiel: Arduino - LiquidCrystalDisplay
     
  16. Nusseck

    Nusseck Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Genau, die Platine ist fast komplett einseitig. An einer Stelle musste ich jedoch auf die andere Seite überwechseln. Das habe ich aber einfach mit einer Drahtbrücke realisiert.
    Die Toner-Methode habe ich auch schon einmal ausprobiert - allerdings ohne Erfolg. Ich glaube, man braucht da schon einiges an Übung, um gute Ergebnisse zu erzielen.

    Ansonsten: Ich freue mich, dass das Projekt hier so viel Anklang findet! Ich werde gespannt weiter verfolgen, was hier noch alles für gute Ideen auftauchen und vielleicht auch umgesetzt werden! :)
     
  17. ElPresso

    ElPresso Mitglied

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    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Wenn bei Dir die Knete nicht enorm knapp ist, würde ich von der Tonermethode abraten. Das geht schon irgendwie, ist aber ein wahnsinniges Gefrickel - mal geht's, mal nicht, dann platzt wieder was ab... rate mal, woher ich es weiß. :)

    Dann entweder ganz Low-Tech, also wie früher[tm] die Platine per Hand bemalen bzw. mit kleinen Aufklebern (in Form von Leiterbahnen, Pins, etc.) bekleben. Das ist sehr einfach, und funktioniert garantiert. Kostenpunkt auch sehr gering. Bei Conrad und Co kannst Du diese Aufkleber auf A4-Bögen kaufen. Oder eben gleich mit dem Edding malen.

    Oder etwas mehr Hightech, nämlich ein Ultraviolettbeleuchtungsgerät (vulgo Höhensonne, also das, was manche für's Gesicht nehmen, kriegst Du für ein paar Eumel in der Bucht) und Fotobelichtung. Dann wird's auch gleich relativ gut. Dafür (und auch erst recht für die Tonermethode) brauchst Du allerdings ein paar Versuche, um es zum Laufen zu bekommen.

    Aber unterm Strich => wenn jemand das nicht eh schon alles kann und weiß, ist so ein Teensy mit Sicherheit die Königslösung, und ja wirklich nicht teuer.
     
  18. theneon

    theneon Mitglied

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    63
    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Was würde alles für so ein mod mit teensy brauchen ?

    1 x teensy ( bucht 261116450779)
    1 x ssd relay ( conrad 168130-62)
    evtl 2 Schaltern ( 1 Menge / 2 Menge)
    ?

    Würde am Anfang glaub ohne Display machen und mit dem Mac hart in Coding den Timer einbauen. Möchte das ganze direkt in die Mühle einbauen .

    der aufbau sollte ja so sein :

    http://www.instructables.com/id/Moi...ect-Power-Supply-Light-Fixture-Relay-and-Tee/
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Dezember 2012
  19. helges

    helges Mitglied

    Beiträge:
    4.045
    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Der kleine Teensy sollte locker reichen, also der 2.0er und ich wuerde Drehimpulsgeber verbauen, damit kann man sich auch gut in einem Menue bewegen. Sowas sollte tun: http://www.reichelt.de/Drehimpulsgeber/STEC12E08/3/index.html?;ACTION=3;LA=5000;GROUP=B29;GROUPID=3714;ARTICLE=73923;START=0;SORT=artnr;OFFSET=16;SID=12T8NM5n8AAAIAAFaMoB8531a88b7cd82ed0595530ee4614f0159


    Hier ein Beispiel dazu: http://www.pjrc.com/teensy/td_libs_Encoder.html

    Ohne Display seh ich da irgendwie keinen richtigen Sinn, woher weisst Du, welche Zeit eingestellt ist? Oder willst Du das lernfaehig machen?
    Die Displayansteuerung ist kein grosser Aufwand und das Display kostet auch nicht viel.

    Im Arduinoforum findet man Loesungen fuer alle Probleme, hier der deutsche Teil:
    http://arduino.cc/forum/index.php?PHPSESSID=f4441448570d2aee99a407cdc4727f11&board=31.0
     
  20. H - P

    H - P Mitglied

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    659
    AW: Mühlentimer im Eigenbau

    Wenn jemand eine Kleinserie auflegt - ich hätte auch Interesse.
     

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