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Projektdoku zur Francis X1

Dieses Thema im Forum "Ersatzteile und Bedienungsanleitungen" wurde erstellt von djxdream, 13. Dezember 2012.

  1. djxdream

    djxdream Mitglied

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    Liebe Leser,

    vor einiger Zeit habe ich eine Francis X1 sehr günstig erstanden. Da an dieser Maschine einiges zu reparieren war und bekanntlich wenig technische Informationen existieren, habe ich selbst Forschung an diesem Gerät betrieben. Unter anderem habe ich auch versucht einen Schaltplan zu erstellen.

    Bei Interesse könnt Ihr gerne auf meiner Seite vorbeischauen.

    Link: martronic-systems projekt francis x1
     
  2. chocmuffin

    chocmuffin Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Tolles Projekt. zerlege gerade mein X1 und profitiere von deinen Ausführungen. Wofür sind die Kabel im Boiler mit der Wärmeleitpaste, die direkt zur Platine gehen? kann ich die einfach abziehen?

    LG
     
  3. djxdream

    djxdream Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Hallo chocmuffin, freut mich dass ich Dir helfen kann.
    Die Kabel aus dem Boiler sind die Leitungen für den Temperatursensor (Thermistor). Das ist ein 30k NTC, der bei Temperaturerhöhung seinen Widerstand verringert. Damit wird der Temperaturregelung "mitgeteilt" wie heiß das Wasser im Boiler ist.
    Vom Abziehen würde ich Abstand nehmen. Anscheinend hat das auch bei mir der Vorbesitzer versucht, denn die Leitungen waren aus dem Sensor gerissen. Wenn die Wärmeleitpaste älter ist, dann verhärtet sie sich. Weiters ist das eine ziemlich passgenaue Verbindung die in Kombination mit der Paste luftdicht wird. D.h. einfügen des Sensors ist möglich da die Luft nach oben entweicht, ein Entfernen funktioniert jedoch durch den starken Unterdruck nicht mehr.
    Wenn Du den Boiler unbedingt vollständig trennen musst, dann entweder die Platine ebenfalls ausbauen, oder die Sensorkabel irgendwo in der Mitte durchtrennen und später wieder zusammenlöten (unbedingt auf geeignete Isolierung achten!).

    LG
     
  4. chocmuffin

    chocmuffin Mitglied

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    14
    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Vielen Dank für den Tipp mit dem Sensor. Übrigens eine tolle Projektdokumentation. Hast du den Boiler wieder richtig dicht gekriegt? Habe zwar eine neue Dichtung reingemacht, suppt aber wieder. Versuche die Tage mal Bilder reinzumachen, bin am Überlegen, ob mit Teflonband oder mit Dichtpaste zusätzlich zum Dichtungsring.
     
  5. djxdream

    djxdream Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    ...Gerne :)
    Bzgl. Dichtheit nehme ich an du meinst die Dichtung zwischen den beiden Boilerhälften und nicht die des Heizelements. Normalerweise sollte nach dem Zusammenbau wieder eine dichte Verbindung hergestellt werden können.
    In Deinem Fall würde ich folgendes prüfen:

    1. Dichtungsring sauber (frei von Kalk, Fett, Staub etc.)
    2. Dichtungsring passgenau und nicht porös oder spröde (dürfte aber nicht sein, da lt. Deinen Angaben neu)
    3. Dichtungsnut sauber (frei von Kalk, Fett, Staub etc.)
    4. Obere Boilerhälfte hat keine Nut, hier am Besten die Dichtungsfläche mit Scheuerschwamm und Scheuermilch so lange im Kreis reiben, bis alles blank ist und prüfen, ob hier keine Kratzer oder Dellen sind.

    Dann die Hälften mit eingelegter Dichtung übereinenander legen und prüfen, ob der Dichtungsring die Messingteile durch einen schmalen Spalt trennt. D.h. hier darf es noch zu keiner direkten Berührung der Messinghälften kommen. Ansonsten ist die Dicke der Gummidichtung zu gering.
    Falls das bis jetzt zutrifft, kann es nur mehr daran liegen, dass sich die Verschraubungen des Boilers nicht vollständig anziehen lassen (verschmutzte, verrostete oder verbogene Bolzen?).

    Generell würde ich keine weiteren Hilfsmittel wie Teflonband oder Dichtpaste einsetzen. Beim Aufheizen des Wassers in einem geschlossen System dehnt sich dieses aus und erzeugt einen Überdruck. Wenn nun auch noch die Dampffunktion aktiviert wird, steigt dieser weiter an (Natürlich funktioniert der Wasserauslass als Überdruckventil). Im Dauerbetrieb ist es aber wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auf Grund des Drucks die behelfsmäßige Dichtung verabschiedet, oder das Wasser einen neuen Spalt findet.
    Beachte: Nur mal ganz grob unanbhängig von Luftdruck und Meereshöhe müsste der Druck im Kessel bei 98° ca. 1 bar und bei 130° (Dampf) ca. 2,7 bar betragen. Das ist schon was ;-)

    Du bist Dir auch sicher, dass an dieser Stelle das Wasser austritt und nicht wo anders?

    Aber mach mal ein paar Fotos, das hilft meistens besser weiter.
     
  6. helges

    helges Mitglied

    Beiträge:
    3.981
    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Ich hab das Ganze mal im Wiki verlinkt, waere aber schoen, wenn der Schaltplan im Wiki direkt landen koennte, falls die Homepage naemlich mal weg ist (wie hundertausende im Netz), sind auch die Informationen fuer die Nachwelt nicht mehr erreichbar.
    FrancisFrancis X1
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Januar 2013
  7. chocmuffin

    chocmuffin Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Hallo djxdream: Habe endlich mal Zeit gehabt, um mich mit deinen Ratschlägen an den Austausch der Boilerdichtung zu wagen. Der Boiler wird von vier Schrauben zusammengehalten, in der unteren Boilerhälfte ist ein M5 Innengewinde. Hier ist ein Bild der oberen Boilerhälfte von Innen. Die beiden Hälften mussten doch mit einigem Kraftaufwand getrennt werden.
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    Man sieht die vier Schraubenlöcher, die Heizspirale und einen weiß-roten Rand, wo die Dichtung hätte dichten sollen. Vermutlich hat der Gummi mit dem Kalk irgendwie eine unheilvolle Symbiose beschlossen. Achja die Schrauben haben ein M5-Gewinde: Denke nicht, dass beatbomb für seinen AluBoiler dieselben braucht, aber hier schon mal das Maß für den Messingboiler. Hab glatt eine abgedreht und musste in den Baumarkt dackeln... Unübliche Länge mit 23mm, aber mit 25mm ging das auch ganz gut. Habe mich für Imbus aus Edelstahl entschieden, kommt man von innen etwas besser ran.
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    Hier die Unterseite des Boilers mit der defekten Dichtung. Sie liegt in einer Nut.
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    Erstaunlich wenig Kalk im Boiler. Weiches Wasser hier im Schwarzwald. Man sieht jedoch deutlich die Spur des alten Dichtungsgummis. Hab den mit Reiniger und Scheuerpad nicht weggekriegt, hat irgendwie anfangen zu kleben und zu schmieren. Die Gummireste wurden dadurch zu einer unangenehm klebrigen masse. Bin dann mit dem Dremel ran...
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    In diesem Bild sieht man den Boiler von oben. Habe die Anschlüsse nummeriert und alles abgezogen, bis auf die beiden schwarzen Kabel. Sie werden mit einer Masse, die von der Konsistenz Zahnpaste ähnelt, im Boiler gehalten und sind mit der Platine fest verlötet. Die Versuchung, sie abzuziehen ist groß. Ich habe aber den Tipp von djxdream befolgt und die beiden Schwarzen Kabel NICHT aus dem Boiler gezogen. Hätte ich vermutlich nie wieder reingekriegt. Nochmal Danke dafür. Hab stattdessen am Schluss nochmal hitzebeständigen Plastik Fermit Dichtungskitt draufgepackt. Hoffe, das war richtig.
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    Um den Boiler auszubauen musste ich zwei wasserführende Quetschverbindungen lösen. Hatte keine Ahnung, ob das wieder so dicht wird. Beim Zusammenschrauben vorsichtshalber Teflonband rumgewiegelt. Weiss nicht, ob das nötig war. Habs halt mal gemacht. Und es hält...
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    Die Schrauben der beiden Boilerhälften habe ich sternförmig angezogen und immer wieder geschaut, dass sich auf allen Seiten der Spalt gleichmäßig schliesst. Ich habe sie nicht zu sehr angezogen, dachte mir, nachziehen geht immer. Und hier dann der Testlauf mit offenem Herzen:
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    Hält dicht.

    Eine Frage an djxdream habe ich noch: Du meintest, man kann von dem Tamper das Sieb unter das Boilersieb schrauben. Dadurch würde das Brühwasser gleichmässiger in den Sieb geleitet. Das klingt auch einleuchtend. Kannst du nochmal beschreiben, wie du das gemacht hast? Hast du das Sieb von dem Tamper abgeschraubt oder den ganzen Tamperaufsatz verwendet? Bei mir geht dann der Siebträger nicht mehr richtig rein. Kann ich das Boilersieb drin lassen, oder ersetzt das Tampersieb das Boilersieb?
    Wäre dir dankbar für eine Antwort, will schließlich das Beste aus der Maschine rausholen.

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    Zuletzt bearbeitet: 6. Januar 2013
  8. beatbomb

    beatbomb Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Hallo djxdream,

    ich habe gerade eine X1 mit Aluboiler zerlegt und bin auf der Suche nach Explosionszeichnungen, Dichtungen und neuen Schrauben. Ich wollte fragen ob du irgendwo neue Dichtungen herbekommen konnstest, wenn ja wo?
    Danke schonmal
    gruß

    beatbomb
     
  9. djxdream

    djxdream Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Hallo chocmuffin,
    die abgedrehten Schrauben passieren meistens, da wie Du ja richtig beschrieben hast, sich im unteren Teil des Boilers ein Innengewinde befindet. Dazu kommt dann noch, dass die Spannvorrichtung mit M5 Muttern an den selben Schrauben gehalten wird. Normalerweise öffnet man die Maschine durch entfernen der oberen Blechabdeckung. Dann stechen gleich die vier Boilerbolzen ins Auge, welche man entfernen möchte. Da diese aber nun zusätzlich durch Muttern gehalten werden, wird der Kraftaufwand gesteigert und somit der Bolzen abgedreht.
    Da ich mein Gerät auch in diesem Zustand erhalten habe, besorgte ich mir im Baumarkt ebenfalls 25mm Imbusschrauben ;-).
    Doch wieder zurück zur Dichtung; die beiden Boilerhälften sehen eigentlich ganz passabel aus. Beim Foto #3 sieht der Gummi links etwas "gequetscht" aus. Vielleicht liegt's nur an den Lichtverhältnissen der Aufnahme. Wenn beim Reinigen die Dichtung klebrig wird, dann ist das eher schlecht. Zuerst würde ich auf ein unpassendes Reinigunsmittel tippen, dann auf einen altersschwachen Ring. Kalkablagerungen auf Gummidichtungen sollten sich durch Einlegen in ein Zitronensäurebad leicht entfernen lassen.
    Nach allem was Du geschrieben hast würde ich einfach den Tip geben -> neue Dichtung.

    Das mit den schwarzen Kabeln ist wie gesagt der Temperaturfühler und die "Zahnpasta" eine Wärmeleitpaste. Beim Rausziehen hättest wahrscheinlich Kraft aufwenden müssen und so die Kabel aus dem Sensor gerissen (-> gut gemacht).

    Die Verbindungsstücke der Wasserzuleitung und Dampfleitung hättest nicht extra umwickeln müssen. Die Dichtheit kommt nicht durch das Schraubgewinde sondern durch einen Konus im Gegenstück, welches in den Boileranschluss gepresst wird zustande. Aber es schadet nicht...
    Wenn der Boiler wieder zusammengesetzt wird, kannst und musst Du die Schrauben fest anziehen. Wie im letzten Post beschrieben, treten Drücke zwischen 1 und fast 3bar auf. D.h. der Boiler muss vollständig fest geschlossen sein. Dadurch wird auch der Dichtungsring gequetscht. Der "Quetschdruck" verformt den Dichtungsring dahingehend um dem Innendruck entgegen zu wirken.

    Bzgl. Sieb:
    Ja, Du hast recht. Ich hab das originale Boilersieb entfernt und den Tamperaufsatz (Kunststoffhalterung mit Sieb) eingeschraubt. Beim Francis Tamper lässt sich der Stiel (Bajonettverschluss) entfernen.
    Mit dem Siebträger für gemahlenen Kaffee müsste es funktionieren. Der Pad-Siebträger hat natürlich nicht platz, denn der ist viel zu flach.

    ***

    @ beatbomb
    Mit Explosionszeichnungen kann ich leider nicht dienen. Wegen Schrauben am Besten im Baumarkt oder in einer Eisenwarenhandlung fragen.
    Wenn Du Glück hast bekommst Du die Dichtungen noch bei stil-forum.de. Ansonsten würde ich ebenfalls bei einem Eisenwarenhändler fragen. Es gibt auch spezielle Fachbetriebe die sich dem Thema Gummi widmen. Hab mal dort für ein anderes Projekt einen individuellen Ring benötigt. Diese Betriebe können auch Maßanfertigungen herstellen. Die einzige Anforderung an diese Dichtungsringe (neben den korrekten Maßen) ist, dass sie Temperaturen bis 140°C standhalten.
    Ich hoffe ich konnte Euch weiterhelfen,
    LG DJ
     
  10. beatbomb

    beatbomb Mitglied

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    AW: Projektdoku zur Francis X1

    Danke für die Infos! Habe bereits beim stil-forum gefragt, allerding immer noch keine Antwort erhalten. Ich versuchs dann auf jeden Fall im Eisenwarengeschäft.
    Gruß

    beatbomb
     

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