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Restauration einer La Marzocco Linea 2GR

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Wartung" wurde erstellt von chelonae, 19. Januar 2007.

  1. chelonae Mitglied

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    Liebe Bastelgenossen,

    habe soeben eine elendig zugerichtete zweigruppige La Marzocco Linea aus der Bucht gezogen:

    [​IMG]

    Sie ist mit ihren rund 15 Jahren nicht mehr der Jüngsten eine und dementsprechend auch im Inneren reichlich verloddert:

    [​IMG]

    Da die Elektronik eines Tages scheinbar den Geist aufgegeben hatte und die damaligen Lineas noch keine "override buttons" besaßen, hat ein offensichtlich mit nur bescheidener Fachkenntnis gesegneter Mensch die CPU durch nen ordinären kleinen Regler ersetzt (hinten rechts), die Tastenfelder kastriert (Platine und Tastenfolie rausgerupft) und die Signallampen durch artfremde manuelle Kippschalter ersetzt (ganz links und ganz rechts). Blöderweise sind all die entnommenen Teile (dazu zählen sogar die Flowmeter) weg; ich möchte beinahe unterstellen, daß die sich der damals handelnde "Fachbetrieb" eingesteckt hat. Mpf. :evil:

    Ich bin ja auf Einiges gefaßt, freue mich aber schon riesig darauf, die Kiste am Wochenende abzuholen. Vorher gilt es jedoch noch in einem Crash-Fitnesskurs die muskulären Voraussetzungen für's Ein- und Ausladen zu schaffen... :D Mangels Freizeit wird sich das Wiederaufpäppeln ne Gute Weile hinziehen. Sobald ich den Brocken auf der Werkbank habe, werde ich hier aber weiter berichten (und Rat einholen :mrgreen:).

    Juchuuu,
    Martin
     
  2. MichaelV Mitglied

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    Wie eine 80er-Jahre S-Klasse ohne Armaturenbrett ... :wink:

    Glückwunsch!

    Michael
     
  3. DaleBCooper Mitglied

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    Ach Du hast die geschossen!

    Mutig :shock: :wink:

    Aber für nicht allzu große Haushalte genau das richtige Format.

    Viel Glück bei der Restaurierung!! Hunderte Boardies fiebern mit!

    Gruß,
    Bernhard
     
  4. Pablo Mitglied

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  5. gunnar0815 Mitglied

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    Ohne Elektronik du bist Mutig. Das kann teuer werden. Zu mindestens wenn du alles wieder einbauen willst. Viel Glück
    Gunnar
     
  6. chelonae Mitglied

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    Nabend allerseits,

    tja... Es handelt sich um einen Einpersonenhaushalt in einer Einzimmerwohnung. Habe ich damit den Punkt "Dachschaden" der Board-Aufnahmeprüfung bestanden? :D

    Ja, die gehört zu einem meiner liebsten Gutenachtromane. :) Ehrlichgesagt hätte ich mich ohne Kenntnis dieser Seite vermutlich nicht so schnell an so eine monströsen Kasten rangemacht. Es ist zwar nach einer Grimac La Uno und einer ECM Technika meine dritte komplette Restauration, aber eben doch einige Nummern größer und finanziell deutlich risikoreicher in Sachen Ersatzteilbeschaffung etc. ...

    Das ist wahr. Meine Traummaschine war eigentlich immer eine Linea 1EE (eingruppig und ohne Automatik), aber da kommt man leider kaum zu einem akzeptablen Preis dran. Ich wollte dann eine eigene Steuerung basteln, die u.a. einen digitalen Temperaturregler (sowas wie nen PID), automatische Dosierung nach Zeit und Volumen (je nachdem, welches Kriterium zuerst erfüllt wird) und solchen Geschichten wie Standby implementiert. Entweder mit nem kleinen Mikrocontroller von Conrad oder gleich mit nem (ansich völlig überdimensionierten) Einplatinencomputer.

    Bei der Zweigruppigen, die ich jetzt habe, kommt eine weitere Möglichkeit dazu: Anstelle des alten Tastenfeldes würde mit ein wenig Fummelei das Touchscreen eines alten PDAs von mir (Psion Revo) passen. Mit einem seriell angesteuerten AD/DA-Wandler hintendran ließe sich somit o.g. Hirngespinst kostengünstig (und hinreichend geekig) umsetzen. :D

    Aber zunächst einmal steht die Drecksarbeit an. Gestern hatte ich also das Gerät abgeholt und heute konnte ich endlich abends mit den ersten Demontageschritten anfangen. Hier mal ein paar letzte Bilder vom zusammengeschraubten Zustand:

    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]

    Auf dem letzten Bild kann man rechts im Sichtfenster des Dampfboilers schon erahnen, wie versifft das Wasser sein muß. Was man nicht sieht, ist der ekelerregende Gestank nach Nikotin, ranzigem Kaffeefett und einem halben Insektenfriedhof. Es folgten rund fünf Stunden freudigen Auseinanderschraubens:

    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]

    Ich war sehr erstaunt, wie flott (für meine Verhältnisse) der Maschinenstrip vonstatten ging. Aber bei dieser Kiste gibt es auch kaum etwas, wo man den italienischen Technikern Pfusch oder undurchdachte Konstruktion unterstellen könnte. Trotz des Miefs und Siffs hat das Zerlegen daher richtig Spaß gemacht. Rost habe ich dank des ganzen Edelstahlzeugs übrigens nur an ein paar wenigen Muttern festgestellt. Da der Brühboiler noch voll Wasser steht, habe ich das Thermostat (mittig auf dem vorderen Boiler) und die Brühgruppen noch nicht weiter demontiert. Bei Letzteren habe ich auch gehört, daß man sie nach Möglichkeit besser auf dem Boiler geschraubt läßt, da sie sich nur schwer wieder vernünftig abdichten lassen. Wenn da jemand Erfahrung hat, würde mich das seeeeehr interessieren.

    [​IMG]

    Beim Abklemmen der Heizstäbe des Brühboilers ist es dann leider zu meinem ersten Malheur gekommen. Eine der Gewindestangen ist dank einer verrosteten draufgeschraubten Mutter abgerissen. Als ich daran drehte, brach die Verschweißung :)?:) mit dem Heizstab:

    [​IMG]

    Das Foto ist nicht das Beste, da man nicht sieht, daß der Bruch leider bereits innerhalb der Teflonisolierung geschehen ist. Kann mir vielleicht jemand einen Rat geben, wie man das wieder geflickt bekommt? Geht sowas überhaupt?

    Achja, weiß jemand, um was für ein Teil es sich wohl vorne an dem (linken) Brühboiler handelt? Steckt man da wohl einen Schlauch drauf, um das Wasser durchspülen/ablaufen zu lassen?

    [​IMG]

    Jetzt, wo ich mir diese Bilder ansehe, erscheinen mir die beiden Boiler gar nicht so sehr unterschiedlich groß. Eigentlich rechnete ich mit einem 3.4l-Brühboiler und einem 7.0l-Dampfboiler (wie bei den aktuell produzierten Lineas)... In den Ersatzteillisten von Marzocco sah ich, daß es auch 5.0l-Boiler gäbe; wäre ja nur zu geil, wenn ich einen solchen drin hätte. Reicht schließlich dicke für die paar Cappus, die ich zu zapfen gedenke... :D

    Morgen werde ich den Rest auseinandernehmen und die ersten Zitronensäurebadewannen befüllen. Mal gucken, ob die fetten Kessel wenigstens zur Hälfte in Omas Einmachpott reinpassen. Ich werde das Entkalken weitestgehend sortenrein durchziehen; bei den Rohren weiß ich aber nicht, wie man einen Kupferniederschlag auf den Messingüberwurfmuttern vermeiden könnte. Was macht ihr damit? Anschliessend polieren? Finde ich zwar etwas lächerlich, aber diesmal will ich keine Mühe scheuen...

    Anschließend werde ich die roten Teile sandstrahlen und pulverbeschichten lassen. Bei den polierten Edelstahlblechen weiß ich noch nicht so recht, was ich am besten mache. Bringt es was, sich irgendwelche speziellen Polierwuschel auf die Bohrmaschine zu setzen und damit stundenlang über die Bleche zu fahren? Oder gibt es vielleicht irgendwelche metallverabeitende Betriebe, die sowas günstig für mich erledigen könnten?

    Hach, ich freue mich schon auf morgen...

    Bis denne
    Martin
     
  7. nobbi-4711 Mitglied

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    Lass die Brühköpfe bloss drauf, wenn sie dicht sind. Du machst Dir sonst nur Ärger (Dichtungen, die Gewinde sind nur aus Messing und ruck zuck im Eimer...) Nimm die Deckel der Köpfe ab, da kannst Du auch den Kalk rausschütteln.

    Greetings \\//

    Marcus
     
  8. Stefan Moderator

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    Zu der Idee mit dem PDA - ich glaube nicht, dass der so gutmütig auf die Betriebswärme reagiert wie das dafür gedache Bedienpanel. :wink:
    Die Teflonisolierung vom Heizstab wirst Du mit Sicherheit nicht mehr dichtbekommen, hier ist wohl ein Ersatzteil fällig. Bei der rohen Gewalt die zum Abriss der Gewindestange führte (das ist zusammen mit dem Heizkörper EIN Teil - von wegen geschweisst... :wink:) kann es auch sein dass Du den Heizstab selbst mit verdreht hast - und das mag der auch nicht.

    Gruss
    Stefan
     
  9. chelonae Mitglied

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    Moin,

    der heutige Abend verlief nicht sonderlich erfolgreich. Als ich die erste Schraube der Dampfboilerplatte lösen wollte, wunderte ich mich schon wie leicht das ging -- sie war gebrochen. Nun steckt also ein Ende der Schraube noch im Boiler (oben rechts, auf etwa ein Uhr) [​IMG]:

    [​IMG]

    Wie bekomme ich die bloß wieder das raus? Und ne Original-Ersatzschraube scheint sich auch nicht so leicht finden zu lassen, da in den Teilelisten von LM dieser Boiler nicht mehr gelistet ist.

    Aber nun werfen wir mal einen Blick ins Innere; und, oh Wunder, da hätte ich ja mit Schlimmerem gerechnet:

    [​IMG]

    Auch die Heizung sieht noch ganz manierlich aus. Wenn ich da nur nicht den einen Heizstabkontakt abgerissen hätte... [​IMG]

    [​IMG]

    Als nächstes kamen die Deckel der Brühgruppen dran. Mein Gott, was sitzen jeweils diese drei Bolzen fest! Habe sie von allen erdenklichen Stellen aus mit entsprechendem Zeugs eingesprüht und bekam mit viel Mühe zumindest die total verrosteten Dinger aus der rechten Brühgruppe raus. Und nun seht Euch mal das leckere Innenleben an:

    [​IMG]

    Gescheitert bin ich leider auch an dem großen dunklen Sechskant auf der Zulaufleitungsverschaubung. Für nen Maulschlüssel sitzt das Ding zu tief und was anderes habe ich in der Größe nicht. Mist, aber da wird sich schon was finden lassen. Blöder verhält es sich da schon mit einem letzten Bolzen der linken Brühgruppe. Ich bekomme ihn partout nicht ab und mittlerweile habe ich ihn schon ziemlich verhunzt...

    [​IMG]

    Mhm, dicht scheinen sie zu sein. Aber ob das nach tagelangen Entkalkungsbädern immer noch der Fall sein wird? Und wird danach auch alles lecker genug sein? Leider kann man ja nicht so wirklich viel sehen, wenn die Dinger dran bleiben... Bekommt man denn die Zuleitung innerhalb der Köpfe auch so raus?

    Wo kam es denn bei Dir zu Problemen? Hast Du noch ne Originaldichtung bekommen oder selber eine zugeschnitten? Hast Du den Flansch zusätzlich mit (lebensmittelechten) Dichtmittel eingestrichen?

    Hast Du nicht ganz unrecht, aber womöglich lassen sich LCD und Platine auch getrennt voneinander unterbringen. Werde ich mir dann "demnächst" mal genauer ansehen.

    Schiete. Ist auch wieder so ein Teil, daß nicht mehr überall gelistet ist. XXL z.B. hat von diesen Heizstäben alter Bauart nur noch diejenigen für ein- und viergruppige Kisten. Hat es in solchen Fällen eigentlich Sinn, sich direkt an LM zu wenden, oder lachen die mich nur aus, wenn ich mit so nem Kleinkram komme? Nen Gewerbeschein könnte ich ja zur Not noch anbieten... :D

    Gruß
    Martin
     
  10. koffeinschock Mitglied

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    das an der heizung ist nicht einfach ein gewindestab, sondern der übergang vom kaltende zum heizdraht. es wird über die heizung thermisch und mechanisch belastet... könnte sein, daß da ein reparaturversuch nicht wirklich von erfolg gekrönt wird
     
  11. Dirk2/3 Mitglied

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    Hallo, meine Hochachtung vor solch einer Aufgabe.



    Gruß
     
  12. koffeinschock Mitglied

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    klar...und ich würde auf jeden fall zusehen, daß alle grün/gelben kabel an ihrem platz sind, eine möglichst niederohmige verbindung haben und die maschine an einem eigenen stromkreis hängt. ohne jetzt unnötig panik zu machen: auf der heizung hängen 230V, die maschine ist komplett aus edelstahl und leitet hervorragend den elektrischen strom. kann sein, daß ein angelöteter gewindestift oder ein stück zurechtgefrickelte leitung die nächsten 20 jahre heben, kann auch sein, daß die maschine zu ist, ne woche läuft und dann durch die thermische/mechanische belastung die lötstelle löst und die leitung sich löst. mit ein bisschen pech berührt sie ein paar leitfähige teile und: bang :shock:
     
  13. chelonae Mitglied

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    Hallo Bernie,

    danke für Deine Hinweise. Hatte beim Demontieren nicht nur Maulschlüssel, sondern auch Ringschlüssel und Ratschen. Bei Letzteren war aber spätestens bei 32ern das Ende meines Sortiments erreicht. Werde morgen wohl mal losziehen und mir ein paar größere Nüsse und nen Drehmomentschlüssel zulegen; spätestens beim Zusammenbau will ich lieber auf Nummer Sicher gehen. Nun gibt es diese Dinger ja zu höchst unterschiedlichen Preisen; mache ich viel falsch, wenn ich mir so ein "Billigteil" für 20 Euro hole?

    Zum Rausschneiden der abgerissenen Kesselschraube werde ich mir dann auch nen Gewindeschneider zulegen. Und da stellt sich wieder die Frage, ob's für so eine einmalige Aktion auch Baumarktqualität sein darf... :?:

    Habe ich es richtig verstanden, daß man zunächst aus der Hand ein im Durchmesser vielleicht 2mm kleineres Loch in die alte Schraube bohrt und anschließend einfach den Gewindeschneider ansetzt? Wie stelle ich denn sicher, daß ich letztlich auch die alten Gewindegänge exakt erwische? Oder gelingt das quasi von alleine, da der Kessel aus Edelstahl und die Schraube aus irgendwas Weicherem ist?

    Die Schrauben habe ich übrigens gottlob doch noch in der Einzelteilliste von LM gefunden. Muß ich also keine artfremden verwenden. Habe mir aber davon unabhängig mal durch den Kopf gehen lassen, ob man nicht besser all die Schrauben, die nicht bereits aus Edelstahl sind, durch ebensolche ersetzen sollte. Oder gibt es u.a. gute Gründe dafür, daß LM andere Materialien eingesetzt hat?

    Geht mir genauso. :D Hatte das bislang nie in Angriff genommen, weil für mich schon seit Längerem feststand, daß ich unbedingt irgendwann einmal eine Linea haben wollte, und da wollte ich es erst an meiner endgültigen (hoffentlich... :roll:) Maschine umsetzen. Plan war, daß man optimale und maximale Mengen/Zeiten einstellen kann, also etwa: 25ml/25s als Optimum und 30ml/30s als harte Obergrenzen. Sind dann nach 25s noch keine 25ml in der Tasse, so läuft es maximal noch 5s zusätzlich weiter. Sind hingegen schon nach weniger als 25s 30ml erreicht, so wird schon vorzeitig die Reißleine gezogen.

    Darüberhinaus wollte ich noch eine einstellbare Präinfusion basteln, die bei Bezugsstart zunächst nur das MV für eine gewisse Menge/Zeit aufmacht und anschließend eine festgelegte Zeit wartet, ehe MV und Pumpe gemeinsam zwecks eigentlicher Extraktion angeschmissen werden. Hat man ein geräumiges Display, so kann man abschließend solche Sachen wie Menge/Zeit und nen Diagramm mit dem Verlauf der Brühtemperatur anzeigen. 8) Aber eigentlich will man soweit nicht gehen, sonst sieht die Kiste fast schon VA-like wie nen überladener Weihnachtsbaum aus...

    Die hebe ich mir für den Abend nach der "Jungfernfahrt" meiner lieben Maschine auf. :D

    Ich kann's kaum erwarten... morgen geht's weiter.

    Danke für Eure Hilfe,
    Martin
     
  14. chelonae Mitglied

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    Ach,

    nochwas: Überlege gerade, wie ich das Bedienfeld gestalte; ursprünglich waren rechts und links von den Tastenfeldern der Automatik jeweils eine Lampe für die beiden Heizungen. Nun haben die Stümper ja an genau diese Stelle die manuellen Bezugsschalter gesetzt, aber das will ich nicht auch so machen. Am besten schneide ich noch genau an die Stellen Löcher ins Metall, wo die heutigen Lineas auch ihre manuellen Schalter haben.

    Die Lampe ganz links würde ich jedoch durch eine Taste ersetzen, die eigentlich für die aktive Tassenheizung ist und als Dampfkesselschalter (für milchschaumlose Zeiten) mißbrauchen. Hübsch daran ist, daß darin ein Lämpli integriert ist, das dann weiterhin die Heizphasen anzeigen würde. Habe mal fix nen entsprechendes Foto von einer aktuellen Linea bekritzelt:

    [​IMG]

    Wie kann ich denn mal am besten die entsprechenden Schnitte ins Front-Edelstahl reinmachen? Ach, und wo wir schon beim Thema sind: Ich wollte all die Gehäuseteile nochmal solange polieren, bis auch der letzte Kratzer draußen ist. Wie macht Ihr sowas? Kann ich mir einfach ne Polierscheibe an die Bohrmaschine stecken, sie mit entsprechender Paste einschmieren und dann stundenlang die Bleche dranhalten? Oder polier ich mir da nen Wolf? Einen kompletten Tag würde ich ja noch dafür opfern, aber mehr müßte auch nicht unbedingt sein... :|

    Gruß
    Martin
     
  15. koffeinschock Mitglied

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    gibt extra teile, mit denen man löcher ins blech bekommt - das einfachste davon dürfte der "rekord-locher" sein, gibt mittlerweile auch nette hydraulische varianten (habe mal mit so einer die passenden löcher für 9pol-dsub-stecker in ein gerät gestanzt)
     
  16. koffeinschock Mitglied

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    noch was: kommt auch ganz drauf an, wie die löcher, in die du die gewinde schneiden willst, sind: sind das durchgehende bohrungen oder sacklöcher? für den zweiten fall brauchst du auch besondere gewindeschneider
     
  17. mcblubb Mitglied

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    Aus meiner Erfahrung als Werkzeugmacher ( hab ich mal gelernt) kann ich nur sagen: Abgerissene Schrauben rauspulen kann zur Kunst mutieren.

    Zunächst folgende Hinweise: Die Schraube ist abgerissen, weil sie festgerostet ist. Die Schraube hält über das Gewinde den Druckbehälter dicht. In der Berechnung des Kesselflansches spielt zum einen natürlich der Kerndurchmesser der Schraube eine Rolle. Wenn die Gewinde richtig geschnitten sind gibts da keine Festigkeitsprobleme. Wenn durch unsachgemäßes "Gepökel" dir Gewindegänge beschädigt sind ist die einst berechnete Festigeit nicht mehr gegeben. Es kann halten, muss aber nicht.

    Deshalb sollte man bei solchen Aktionen den Kessel in eine Fräsmaschine einspannen und ausrichten. Danach die Bohrung ausrichten und das ganze mit einem Zentrierbohrer anbohren.
    Bei einem Gewinde M5 wird das Gewinde mit einem 4,2 er Bohrer vorgebohrt. Rausbohren würde ich mit einem 3,8er (in der Fräsmaschine!)

    Danach kann man relativ entspannt die Reste des Bolzens mit einer Reißnadel rauspulen. Danach mit Luft ausblasen und mit einem Gewindebohrer nachschneiden. Ich würde aber keinen Satzgewindebohrer nehmen sondern einen Fertigschneider (der schneidet in einem Arbeitsgang) Wenn man es richtig gemacht hat gibts ja auch nichts zu schneiden sondern nur das Gewinde sauberzumachen. Das ganze macht man unter Zugabe von Schneidöl. Den Vorgang würde ich bei allen angegammelten Gewinden machen.

    Gruß

    Gerd

    BTW: eine richtige Herausforderung ist übrigens einen abgerissenen Gewindebohrer aus einem Aluminiumbauteil rauszufieseln....



    Mit der Handbohrmaschine und einem 2,5er Bohrer wird das nicht ordentlich
     
  18. scott zardoz Mitglied

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    Moin,

    Gerd hat eigentlich alles gesagt wie's richtig ist.

    Ich hatte schon öfters bei abgerissenen Schrauben mit dieser Methode erfolg:

    Ein Loch (möglichst) in Mitte der abgerissen Schraube bohren. Vorher die Mitte ankörnen (wenn möglich)
    Dann einen Inbusschlüssel (Steck) in das Loch einschlagen/treiben und versuchen ob der Stumpf raus geht.
    Das Loch und den Inbus so groß wie möglich wählen. Mit 2-3 mm machst Du nix und es gibt nur einen Versuch!
    Durch die Bohrung lässt meist die Spannung der Schraube (etwas) nach und deshalb hatte ich in der Vergangenheit zu 90% mit dieser Methode Erfolg. Wenn nicht dann so machen wie oben beschrieben.

    Gruss


    Scott


    edit: machmal lässt sich der Rest einfacher nach innen als nach aussen rausdrehen. Geht aber nur wenn das Gewinde durchgängig ist.
     
  19. blu Mitglied

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    hallo,
    habe in meinem archiv noch einen fuer dich evtl. interessanten link gefunden:

    http://marzocco.yemanha.de/

    viel erfolg,
    lg blu
     
  20. chelonae Mitglied

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    Moin,

    mal einen kleinen Zwischenstandsbericht: Nach sauviel Rennerei und Telefoniererei habe ich endlich jemanden gefunden, der die rechteckigen Ausparungen für meine zusätzlichen Kippschalter in das Frontblech aus Edelstahl macht. Ich bin wirklich wie ein Irrer merhmals mit dem 70cm-Blech im Rucksack durch das ganze Industrie- und Stadtgebiet geradelt, doch keiner traute sich und seinen Werkzeugen zu, das auch nur irgendwie mit vertretbarem Aufwand hinzubekommen. Bohren/Sägen/Feilen ginge zwar, würde aber ewig dauern. Fräsen ginge prinzipiell auch, jedoch läßt sich das Blech dank seiner Größe und dreidimensionalen Form nur mit speziell anzufertigen Haltevorrichtungen spannen. Preislich wären wir da weit über 150 Euro angelangt. Als ich schließlich bei einer Tuningwerkstatt für Porsches angeschlagen sah, daß man Edelstahl mit Lasern schneiden könne, wähnte ich meine Rettung -- leider waren aber auch hier die Preise der Klientel entsprechend hoch. Das Blech hätte zuvor gescannt und als 3D-CAD-Modell eingegeben werden müssen, damit der Laser weiß, wo er zu bruzzeln hat -> Kostenpunkt: viele viele hundert Euro. Bei den Behindertenwerkstätten, die maschinenmäßig meist ganz ordentlich ausgestattet sind (und wo ich beispielsweise immer zum Sandstrahlen hingurke), mochte man mir auch die Bohren/Sägen/Feilen-Variante mangels Zeit nicht anbieten (ich hätte mehrere Monate waren müssen), verwies aber auf einen anderen Betrieb für "Zerspanungstechnik". Und siehe da, trotz Feierabend war der Chef noch da, sah sich alles in Ruhe an, fragte ganz interessiert danach, was das denn für eine Kaffeemaschine sei, schnackte über mein Studium und meinte dann so ganz beiläufig, daß er das schon hinbekäme. Goil. Da frag ich auch nicht länger, wie er das zu bewerkstelligen gedenkt. Montag kann ich das Teil abholen. Yippee!

    Die letzte Brühkopfschraube habe ich mittlerweile auch endlich runterbekommen. Tagelang habe ich immer wieder WD40 draufgesprüht und irgendwann bewegte sich das Ding. Endlich. Etwas problematisch war anschließend der oben in den Diffusor geschraubte Sechskant, da darunter ein Messingring liegt, der an einer Stelle ein Kupferrohr angelötet hat. Jedes Mal, wenn man am Sechskant dreht, zieht jener Ring heftigst an dem Rohr, da beide miteinander über die Jahre ziemlich verbacken sind. Abhilfe konnte da nur ein kleines zugesägtes Holzklötzchen schaffen. Dies nur als Tipp für evtl. nachfolgende LM-Restauratoren...

    [​IMG]

    Nun bleibt nur noch die Heizung und das Thermostat. Bei Letzterem komme mit keinem 26er-Maulschlüssel zwischen, da dessen Backen zu dick sind, und traue mich auch nicht so recht mit unsachgemäßem Werkzeug wie Zangen etc. ran. Diese Thermostate kosten bei XXL immerhin über 300 Eier. Mal sehen. Wegen der Heizung war ich auch bereits in einer KFZ-Werkstattl; die konnten aber auch nur ne Kombizange ansetzen und da bin ich so schnell wie möglich wieder mit der Kiste abgeschwirrt. Blöd, daß das nen 37er sein muß -- da gibt es nirgends einen passenden Ring- (oder Maul-)schlüssel für. Womöglich ist das gar ein Zollmaß? Grmpf.

    Die abgerissene Schraube nehme ich mir vor, wenn ich den Boiler ausgebaut habe (derzeit ist er noch der Stabilität wegen drin). Zuerst werde ich ein sauberes Loch in den Stumpf bohren und nen Torx reinkloppen. Und wenn das nicht reicht, was hieltet Ihr von einem Linksgewindeschneider? Weiß nicht so recht, ob ich eins werde auftreiben können, aber das erschiene mir als die eleganteste Variante, um den alten Stumpf doch noch rausdrehen zu können... Danke an dieser Stelle nochmal für all Eure Ratschläge! Hier nochmal zwei Nahaufnahmen von einem der Sacklöcher und dem abgerissenen Stumpf:

    [​IMG]
    [​IMG]

    In der Zwischenzeit habe mich um das Entfetten, Entkalken, Spülen und Bürsten der Rohre usw. gemacht. Wichtig ist es meiner Meinung nach, daß man vor dem ersten Entkalken schon das Gröbste (und vorallem Fettige) runterholt. Beim Entkalken selbst habe ich einen kurzen heißen Gang mit Zitronensäure im Kochpott auf dem Herd gemacht und anschließend erneut gespült und gereinigt. Danach kam wieder alles in den Pott, wurde eine Weile erhitzt und dann rund 24h stehengelassen. Dann wieder rausgeholt und gründlich gespült. Anschließend habe ich eine Messingbürste ins Bohrfutter gesteckt, die Maschine fest montiert und alle Teile aus Messing (bei den Rohren also Überwurfmuttern und Fittings) penibelst abgeschrubbt. Dadurch ist dann wirklich auch der letzte Dreckrest und auch der Kupferniederschlag vom Entkalken weg. Zum Schluß noch einmal Abspülen, Trocknen und stolz das Ergebnis des pingeligen Werkes betrachten: 8)

    [​IMG]

    Desweiteren habe ich mich in Sachen Polieren kundig gemacht und mit meinem Dremel nebst Polierset einen kleinen Test gemacht. Der leuchtende Fleck in der Mitte ist etwa 5x5mm groß und sah bereits nach etwa 15s Polieren (mit brauner Paste) so aus:

    [​IMG]

    Ich habe daraufhin ein großes Polierset mit jeweils drei Polierpasten und -scheiben für die Bohrmaschine zum Vorpolieren, Normalpolieren und Hochglanzpolieren geordert. Sobald das angekommen ist, werde ich mich dann für ein paar Stunden im Keller einschließen und fleißig Bleche wie dieses über die Walze ziehen:

    [​IMG]

    Zuletzt habe ich mich noch der Pumpe gewidmet. Zu meinem großen Überraschen saß sie total fest, also hab ich sie erstmal in einem warmen Pott mit Zitronensäure geworfen (die Welle muß dabei nach oben zeigen und darf nicht unter Wasser stehen!). Nach ca. 5min konnte ich erstmals mit leichter Gewalt das Schaufelrad ein Stückchen weiterdrehen. Über eine gute halbe Stunde hinweg wiederholte ich dies regelmäßig und spülte anschließen mit reichlich Frischwasser den Fördertrakt durch. Der Motor wurde nur äußerlich ein wenig zerlegt, so daß ich all den Schleim der letzten 15 Jahre aus den Kühlrippen und dem Propeller pulen konnte. Da der Pumpenmotor schwarz lackiert war, habe ich auch die Lackierung nochmals erneuert (und dabei meine Duschwanne im Bad komplett eingeschwärzt, grrrrr).

    Danke. Das ist interessanterweise vor über einem Jahr der Auslöser meine Linea-Liebe gewesen und hat mir auch in den letzten Tagen häufiger geholfen.

    Mal sehen, ob ich morgen den Rest auseinanderbekomme. Falls ja, wird das Gerüst sofort zerlegt, mit Motorblockreiniger eingesprüht und anschließend blankgeputzt. Die lackierten Teile wandern zum Sandstrahlen und mit der polierten Ablaufwannenverkleidung warte ich noch auf mein Polierset. Ich bin mal gespannt, wie sich die Monsterboiler in meinem Einmachpott zum Entkalken machen... Bei rund 60cm Länge werde ich sie wohl einmal normal aufrecht und einmal kopfüber reinstellen müssen. :shock:

    Hach, ich freu mich schon.

    Viele Grüße
    Martin
     

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