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Welche Vorteile haben teure Mühlen?

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliches" wurde erstellt von MrGaggia, 26. Juli 2012.

  1. MrGaggia Mitglied

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    Hamburg
    Hallo zusammen,
    bisher hatte ich eine Mühle vom Typ Solis Scala 166 im Einsatz. Wie auch hier an vielen Stellen berichtet wird, ist diese Mühle nur bedingt für Espresso geeignet. Das habe ich dann nach einem Wechsel von einer Gaggia Espresso Dose (günstige Einsteigermaschine) auf eine La Pavoni Europiccola auch deutlich gemerkt.
    Selbst ein Tuning der Mühle hatte nur bedingten Erfolg.
    Nun arbeite ich mit einer Graef CM80. Die Kostet ca. 140,- Euro. Und was soll ich sagen, ich bin sehr zufrieden. Momentan habe ich einen Mahlgrad von 8 und könnte somit noch feiner mahlen.

    Die 140,- Euro sind für eine Espressomühle noch sehr bescheiden. Nach oben gibt es (fast) keine Grenzen. Mal davon abgesehen, dass einige teurere Mühlen auch bis aufs Gramm genau Pulver zur Verfügung stellen, was können die teureren besser?

    Mir fällt dazu nur folgendes ein:
    - geringe Toleranzen, dafür gleichmäßigeres Mahlgut
    - mehr Durchsatz (Menge / Minute)
    - geringere Lautstärke
    - robustere Verarbeitung (Kommerzielle Nutzung möglich)

    Was fällt euch noch dazu ein? Wirkt sich der Preisunterschied auch auf die Qualität/Geschmack des Espressos aus? Traut sich jemand zu diesen Unterschied auch tatsächlich zu schmecken?

    Bin gespannt auf euere Einschätzungen.

    Gruß
    Jan
     
  2. espresso-addict Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Die genannten Punkte treffen zu. Hinzu kommen noch je nach Modell und Preisklasse z.B. eine i.d.R. stufenlose Einstellbarkeit des Mahlgrades, größere Mahlscheiben, langsamere Drehzahl (damit geringere Erwärmung des Mahlgutes).
     
  3. Arni Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Teuere Mühlen, nicht alle, haben oft eine niedrigere Drehzahl, was die Erwärmung des Pulvers reduziert. Das ist z. b. bei meiner Anfim so, wenngleich es noch viel teuerere gibt, die kostet nämlich so an die 300€
    Mazzer, Quamar u. Co besitzen einen aufwändigeren und genaueren Verstellmechanismus und haben in der Regel einen oder mehrere Timer. Den vermisse ich nicht, ich sehe es am Füllstand des Siebes, wenn es genug ist.
    Es kommt vielleicht auf die Bohne an, aber ich würde den Qualitäts-Unterschied in der Tasse nicht merken, wenn die Brühparameter für beide Mühlen gleich sind. Ein professioneller Kaffeetester wahrscheinlich schon.
     
  4. Terranova Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Die Verteilung im ST ist auch nicht zu unterschätzen und wie von espresso-addict genannt, die Drehzahl sowie geringer Totraum um die Gammelmenge des Mahlguts niedrig zu halten.
     
  5. svemarda Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Ich hatte mal 'ne Ascaso i-mini. Jetzt habe ich eine Mazzer mini E. Ich möchte nicht zurück tauschen.
    Das mit dem Mühlen ist wie mit den Espressomaschinen: Ordentlicher Espresso ist mit (fast) jeder Maschine möglich. Aber Komfort beginnt ab einem bestimmten Preis.
    Übertragen auf Mühlen ist es also m.M.n. so: Gutes Mahlgut können auch günstigen Mühlen bieten, für Annehmlichkeiten braucht's aber ein paar Taler mehr... ;-)
     
  6. S.Bresseau Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Dazu gibt es immer wieder mal unterschiedliche Aussagen. Ich vermute, dass ich der höhere Preis in einer niedrigeren Fertigungstoleranz auswirkt und es deshalb eher mal "schlechter" schmeckende Billigmühlen geben könnte. Beispielsweise sind die Berichte über die Saeco/Nemox Lux recht unterschiedlich, über die Mazzer SJ findet man kaum ein schlechtes Wort. Das kann aber auch zum Teil psychologische Gründe haben (wenn ich mehr Geld ausgebe, muss das Gerät auch besser sein...)
     
  7. florenz-k Mitglied

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    im schönen Wiesental
    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Ich würde noch besseres (cooleres...) Handling nennen. Ich hatte schon eine Demoka 203 und eine Gaggia mdf. Die unverwüstliche Stabilität einer Gastromühle würde ich nicht wieder eintauschen wollen. Geschmackliche Unterschiede können auch Einbildung sein.
    Gruß
    Frank
     
  8. Redhawk Mitglied

    Beiträge:
    55
    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Hallo,

    vor der exakt gleichen Fragestellung stehe ich auch.
    Meine G80 mahlt super. Aber ist eben kein TopModel.
    So ne schöne Augenweide wär schon mal was. Aber echte Gründe sehe ich nicht für einen Wechsel.
     
  9. Heinerich Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Hallo Jan,
    ich mahle mit einer (gebr. gekauften) CM90 und bin -im Prinzip- auch zufrieden.
    Manchmal stelle ich mir vor, dass eine stufenlose Mahlgradeinstellung "besser" wäre, vermute aber extremst, dass meine Anfängertechnik mehr, an Geschmacksausnutzung der Bohnen, zunichte macht, als ein "falscher" Mahlgrad.
    Timer ist "im Prinzip" toll aber ich bin ne faule Socke und "arbeite", in der Zwischenzeit, nach Sicht (ähnlich aber ggf. dilletantischer wie Arni). Hat wohl auch damit zu tun, dass die Einstellung der Timer, für mich, grenzwertig erscheint.


    Ganz ehrliche Antwort? Ich vermute, dass preisgünstige Mühlen grundsätzlich brauchbare Ergebnisse liefern. Auf einem Geschmacksniveau, bei dem der Einsteiger, keine gravierenden Unterschiede bemerkt, die auf die Mühle zurückzuführen wären. Die Unterschiede durch die Alterung von Bohnen im Hopper (bei Zimmertemperatur), mit dem Ergebnis des nicht mehr angepassten Mahlgrades, dürften höher sein.
    Ohnehin ist es so, dass ich, wenn überhaupt, nur Blindtests "Glauben" schenken würde.
     
  10. domimü Mitglied

    Beiträge:
    3.879
    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Die stufenlose Mahlgradabstufung ist eines der am häufigste überschätzten Mühlenfeatures, selbst die Mahlkönig K30 ES kommt mit 21 Abstufungen aus.

    Wichtig ist eher, dass die Mahlgradabstufung fein ist und viele Stufen im espressotauglichen Bereich sind.

    Manche Forenmitglieder schmecken Unterschiede zwischen konischen und Scheibenmahlwerken, ich denke aber, dass bei teuren Mühlen eher die Geschwindigkeit (bei hohen Geschwindigkeiten ist eine gute elektronische Dosierung wichtiger als bei gemütlichen Mühlen, wo man beim Siebträgerfüllen zusehen kann) verwendeten Materialien, Markennamen und Komfort (Siebträgerablage) mitgezahlt wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juli 2012
  11. infusione Mitglied

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    Karlsruhe
    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Ach über Mühlen kann man doch klasse theoretisieren:

    Teure Mühlen haben (wie gesagt) einen stabilen mechanischen Aufbau. Ein Vorteil dabei ist, dass die Korngrößenverteilung des Mahlguts gleichmäßiger sein kann. Dadurch erhält man weniger feine Anteile, die beim Bezug Überextrahieren und grobe Anteile, die unterextrahiert bleiben.

    Der bereits genannte "konische" Geschmack ist in einer typischen Mahlgradverteilung für konischen Mühlen begründet.

    infusione
     
  12. Arni Mitglied

    Beiträge:
    7.362
    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Geschmack ist nichts Absolutes und er wird von vielen äußeren Faktoren beeinflusst. Wenn jemand eine Mühle für ca. 600€ gekauft hat, wird er sie seltener im Verdacht haben, dass sie an einem etwas unbefriedigenden Ergebnis schuld ist wie bei einer Mühle für 150€.
    Das erklärt vielleicht, warum über die Mazzer u. Co. weniger gejammert wird als über Graef etc.

    Da bin ich mit vielen Vorschreibern einer Meinung: Es ist bei den Mühlen ähnlich wie bei den Maschinen, mit steigendem Preis steigt in erster Linie der Komfortfaktor
     
  13. Tara Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    ich hab mich das auch immer gefragt - und auch wenn ich mich nun von einer kleinen zur großen Mühle hochgehangelt habe, kann ich es immer noch nicht abschliessend beanworten.

    Ich habe mit einer Demoka 203 begonnen, die ist klasse.
    Alles sagten immer, die ist laut, die ist rappelig...
    das konnt ich so gar nicht bestätigen, eine Mühle macht halt Lärm wenn sie mahlt und sie hat gut gemahlen.

    Mein Espresso war ok, besser wurde er allerdings, wenn ich mit dem Rouladenstäbchen rührte.

    Ich kam zu einer abgerockten Rocky D - äußerlicher Zustand grausig, aber auch die mahlte gut.
    Der Doser nervte, aber ich mußte weniger rühren und wenn Gäste da waren gings schneller...
    Aber die DEmoka hatte ihren festen Platz

    Die Mahlkönig Vario zog ein. Endlich hatte ich mal ne vernünftige Mühle, eine die leise war, schneller, das Mahlgut galt als gut und fluffig,
    ab und an rührte ich noch, aber entweder ist es die Übung einiger 100 Espresso oder die Mühle ist besser... die Espresso wurden durch die Bnk weg besser und konstanter.
    Die Demoka wohnte mittlerweile im Büro und war unendlich laut. Und langsam wenn ich 6 Kollegen zu verköstigen hatte...
    der Spaßfaktor an ihr verlor etwas. Rühren hatte ich mir abgewöhnt, es geht ja auch so.


    Die Mahlkönig K30 zog ein.
    Tataaaaaaa mehr sollte ich da gar nicht mehr sagen und es würde alles sagen :D
    Das Mahlgut: mache ich mir keine Gedanken mehr drüber, Klümpchen, ja aber - ich merke sie nicht mehr wenn ich tampere,
    ein Espresso ist wie der nächste, der ST ist immer gleichvoll, streut weniger, es fällt weniger raus und höngt besser im Häufchen in der Mitte des ST.
    Irgendwie ist jetzt alles leichter.
    Die kleine Vario hält nun noch für koffeeinfreien her...
    sie ist gut, sie mahlt gut, im Blindverkosten würde ich bestimmt keinen Unterschied merken, aber die große ist einfach ... groß, perfekt, toll
    und außerdem war sie sauteuer. Wie soll ich sie sonst finden ;)


    Ich war am Wochenende an einer Demoka mit frischen Malabar.
    Das war Arbeit. Zu wissen wieviel in den ST kommt, das ganze IM sSieb zu behalten, das Mahlgut zu verteilen,
    außerdem ist sie laut und rappeli...... ...noch Fragen? ;)

    Kleine - preiswerte Mühlen sind gut und auch völlig ausreichend,
    aber bisher traf ich nch keinen der nach ner großen oder OBerklasse Mühle ohne ein weinendes Auge wieder reduzierrt hätte.

    Bei einer Maschine kann man mit Minimalismus, weniger Tamtam und Aufheizzeit, braucht man alles nicht ...
    noch argumentieren... an einer Mühle finde ich hält man sich fest, wenn man "seine" gefunden hat.
     
  14. Chris_2012 Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?




    Wie hoch ist denn die Drehzahl bei den hochpreisigen Modellen, die CM 80 hat bspw. eine Drehzahl von 1.220 U/min laut Hersteller, der Totraum ist auch sehr gering nach meiner Einschätzung.
     
  15. ElPresso Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Jede Mühle ist halt anders, und die vielen verschieden Qualitätsdimensionen werden von jeder anders bedient. "Geschmack" ist nur eine von vielen, und ausgerechnet dieses Merkmal dürfte doch bei den meisten recht überschaubar ähnlich sein. Irgendjemand hier schwört auf seine Mühle, die die 7g in 0.7s durchmahlt (o.ä.). Mir ist *das* völlig egal.

    Zwei Killerfeatures, die eine neue Mühle bei mir für's Upgrade haben müsste: Das wichtigere: Leise müsste sie sein. Damit meine ich nicht "leiser", sondern leise. Also flüsterleise. Auf dem Niveau von sanft im Wind raschelnden Blättern etwa.

    Das zweite wäre Mahlen nach Gewicht.
     
  16. gunnar0815 Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Ich würde nicht nach teuren Mühlen fragen. Große langsam drehende Mühlen sind Geschmacklich finde ich sehr wohl besser als kleine schnell drehende.
    Aber z.B. auch nur so gut wie eine gute Handmühle.
    Jetzt kommt es drauf an wie lange du auf das Mehl warten kannst. Bei der Handmühle dauert das schon 2-3 Min. für 8g. Meine Isomac (konischen 700 U) mahlt vom Ergebnis etwas schlechter und braucht ca. 8 Sek. Die Stark 83 mm Scheiben 900 U braucht nur 2,1 Sek. die Nino (konisch 500 U ) nur 1,9 Sek.
    Vom Mahlergebnis sind die Handmühle, die Stark und die Nino sehr ähnlich.
    Die Isomac etwas schlechter.
    Flache schnell drehende Scheiben z.B. Mazzer Mini usw. sind aber schmeckbar schlechter.
    Ich denke es liegt auch gar nicht so an der Erwärmung sondern viel mehr daran das bei geringeren Drehzahlen die Bohnen er zerschnitten werden.

    Gunnar
     
  17. espressionistin Moderatorin

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    Dazu fällt mit grad eine Frage ein: was ist denn jetzt eigentlich gut? Schnell, weil man dann jedes Espressowetttrinken gewinnt und ausserdem die Bohnen mit weniger Aromaverlust in Hochgeschwindigkeit zum Brühen verfrachten kann, oder langsam, weil das Mahlgut dann nicht so heiss wird?
    Ich würde ja aus dem Bauch raus zu letzterem tendieren, aber hier wird auch oft eine schnelle Geschwindigkeit als positives Argument angeführt.

    Zur eigentlichen Frage ist Taras Bericht eigentlich nix mehr hinzuzufügen. :-D
    Außer vielleicht, dass ich subjektiv finde, dass große konische nochmal einen ticken runder sind im Ergebnis.
    Ganz subjektiv. Und ein großes Mühlenmonster ist schön anzukucken. Auch ganz subjektiv.
     
  18. gunnar0815 Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Denke beides trifft nicht zu.
    Aromaverlust hast du schmeckbar bei frischen gemahlenen Bohnen erst nach ca. 24-48 Std.
    Und zu heiß kann ich mir auch nicht vorstellen über 92°C wird das Mehl schon nicht werden.
    Denke langsam schneidet die Bohnen besser und geschnitten schmeckt der Kaffee besser bzw. ist das Mehl besser als zerschlagen.

    Gunnar
     
  19. espressionistin Moderatorin

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    Aber das hieße ja, dass Geschwindigkeit (also Umdrehungen pro Minute bzw. Mahlscheibendurchmesser) eigentlich gar kein Kriterium für eine gute Mühle ist, sondern nur eine Frage des persönlichen Komforts, oder?
    Ist mahlen nicht zudem eher zerreiben als schneiden?
     
  20. Heinerich Mitglied

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    AW: Welche Vorteile haben teure Mühlen?

    Wenn ich das Ganze so lese, dann werden die Empfehlungen, bei Einsteigerberatungen z.T. fragwürdig für mich. Da werden -nach meinem momentanen Eindruck- eher höherpreisige Mühlen empfohlen, bzw. es kommt die Empfehlung, dass man eher mehr in eine Mühle investieren solle, als in eine höherwertige Maschine. Wenn aber Mühlen der unteren Preisklasse bereits gute bis sehr gute Ergebnisse, in der Tasse, zulassen, dann wäre es "eben fragwürdig" wenn zu "besseren" Mühlen geraten wird.

    Sorry, ich drücke mich, hab ich den Eindruck, grad ziemlich umständlich aus....
    Hab die letzten 3 Stunden an einem ziemlich umfangreichen Konzept gearbeitet... :-?
     

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