Einen schönen guten Abend zusammen,
wir haben heute am Barista-Workshop bei den Espressonisten in Potsdam teilgenommen. Ich wollte schon länger mal jemanden haben, der mir beim Espressoziehen über die Schulter schaut und evtl. eingeschlichene Fehler aufzeigt. Hatte zuvor mal über ein Berliner Angebot nachgedacht, eine Barista-Schulung bei mir daheim in Anspruch zu nehmen. Aber dann kam das Angebot von Patrick, dass man sein Equipment mitbringen kann und das fand ich dann doch reizvoll und der Mühe wert, da man dann auch zu mehreren ist und auch die Erfahrungen der anderen kennenlernt und austauscht.
Habe also heute morgen meine Kaffeeecke abgebaut und 25 kg Vivi aus dem 3. Stock ins Auto gewuchtet. Ansonsten alles mitgenommen, Wasser aus meinem Wasserhahn, meine Tamper, meine Bohnen, halt alles, was ich so an Parameter zu bieten habe, damit ich mit vertrautem Equipment lernen kann.
Wir waren dann reichlich zu früh dran, fast eine halbe Stunde, aber wird durften trotzdem schon in den Laden und in Ruhe das Equipment aufbauen.
Dann das Angenehme: Es stellte sich heraus, dass wir nur zu sechst waren.
Die anderen beiden Paare übten an bei Patrick reichlich vorhandenen Einsteigermaschinen (u.a. Rancilio Silvia), wir beschäftigten uns an der Vivi und der i-mini.
Nach der obligatorischen Vorstellung durften wir ersmal einen kleinen "Kaffee-Klischeetest" absolvieren. Wer trinkt den meisten Kaffee? Welches ist die ideale Brühtemperatur? Die beiden "Gewinner" mit gleicher Punktzahl erhielten erstmal ein Kilo Espressobohnen kostenlos. Feine Sache.
Überhaupt - es gab alle Zutaten inklusive vor Ort: Bohnen, Milch und sehr leckere selbstgemachte Plätzchen und Pasteis sowie Softdrinks. Da kann man echt nicht meckern!Und die beste Milchschäumerin erhielt wiederum auch als Preis ein Kilo Bohnen.
Als erstes erhielten wir einen interessanten Überblick über Historie, Anbaugebiete, Verarbeitung und Mischungen der Bohnen. Auch wenn man das ein oder andere schon kannte, trotzdem interessant. (Eine schriftliche Zusammenfassung der Themen gab es am Workshopende dann auch noch im Hefter für jeden Teilnehmer - sehr ordentlich!) Dann ging es ins Eingemachte mit Mahlgradverstellung, Feinwaage und Parametern und dann auch gleich an die Mühlen und Maschinen. Patrick hat abwechselnd gezeigt, erklärt und ist von Maschine zu Maschine geeilt, um uns zuzuschauen und Tipps zu geben. Und siehe da, es stellte sich der Erfolg ein - es gab leckeren Espresso und gemeinsam haben wir uns über erste Latte-Art-Versuche scheckig gelacht. Zum Schluß habe ich noch eine Feinwaage zum "Seminar-Sonderpreis" erstanden und bin vollstens zufrieden am Spätnachmittag wieder gen Heimat gedüst.
Fazit: Meine Erwartungen wurde mehr als erfüllt. Auch der Laden macht einen sehr aufgeräumten, stimmigen Eindruck, das Angebot an Espressomaschinen finde ich dafür, dass der Laden erst ein paar Monate existiert, auch gut. Es gibt auch ein lockeres Dutzend unterschiedlicher Bohnensorten im Verkauf und man merkt, dass das Auge mitgenießt. Auch Zubehör ist ausreichend vorhanden.
Mir scheint, dass Patrick in Potsdam tatsächlich einen Marktlücke schließt - während des Workshops kamen mehrere Kunden, die nach einem Baristakurs "oder wie heißt das mit dem Kaffeemachen" fragten. Wenn er so weitermacht, wird das Ding ein Langzeiterfolg. Und Berlin könnte so etwas auch mal (oder verstärkt?) gebrauchen - vielleicht habe ich das ja hier bislang übersehen, aber so eine profunde Einführung mit eigener Maschine in Kleingruppe und angenehmer Umgebung zu einem sehr angemessenen Preis hätte ich gerne schon früher mal gemacht.
Im Laufe des Nachmittags kam die Idee auf, im Laden mal ein kleines Boardtreffen zu veranstalten - auch wegen des vorhandenen Innenhofs insbesondere in der wärmeren Jahreszeit eine überlegenswerte Idee.


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