Guten Abend,
es ist vermutlich ein Tabu-Thema, aber ich muß damit dennoch rausrücken: Gestern war eine Charge Antigua zu früh fertig, da der Kleinste mal eben auf "Cool Down" drückte.Gleichzeitig waren die Mühlen noch nicht geputzt und also für Direktvermahlung nicht bereit und alle Lagerbehälter bis auf die Blechbüchse voll UND Frau hatte vom Dressing für den Nachtisch noch zwei Vanilleschoten über. Nu ja ... ich wollte ja schon immer mal wie Jens Burg (Hamburger Aromakönig) ...
Also in die Blechdose mit dem gerade einmal durchgekrachten Antigua, Vanilleschoten drauf. Jetzt galt es zu warten. Verstohlen schleiche ich immermal in die Küche, frage mich um die Dose schleichend, ob das so aufgeht, daß durch die bloße CO2-Abgabe quasi externes Aroma "gezogen" wird. Gerochen hat die Dose ja gleich ...
Endlich war dann ein langer Lagerzyklus abgelaufen. (Das heißt bei mir beim Antigua mindestens über Nacht.) Dose auf, Parfum-Wolken ... Die Spannung stieg. Das übliche Ritual, die Anfim vorher extra komplett gereinigt, frisch gepülter Brühkopf, blitzende Halter und Siebe ... Mahlen ... ungewohnte Aromen breiten sich aus ... riecht ein bischen wie ganz milder fermentierter Tabak ... kurzer Zweifel ... Probieren geht über Studieren: Extraction - Go!
Was soll ich sagen? Keine Crema (war eigentlich klar, hat wegen der relativ kurzen Röstzeit etwas zu viel Säure für mein "gefiltertes" Wasser), aber das Aroma mit dieser Vanillekulisse ... dezent in jeder Hinsicht und doch nicht zu "überschmecken". Ich werde als nächstes mal in den Bioladen schlappen und Orangenschalen, Pfefferminz und Kokosnüsse kaufen. Falls der Kleinste mal wieder eine Charge versaut. Und wenn nicht, kommt halt mal ein Dunkler mit trockenen Flocken und Minz-O ins Einmachglas. Malabar "After Eight". Das Aromatisieren ist jedenfalls wohl keine solche Arkandisziplin, wie ich bislang immer dachte.
Haben andere hier mit solchen wunderbaren Dingen auch schon experimentiert? Würde mich über Feedback freuen.


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