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  1. #1
    Barista ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Hallo,


    aufgrund des aktuellen Angebotes von raffifi denke ich wieder über den Einstieg in die Rösterei nach.

    Ich habe jetzt diverse Threads quergelesen (auch ein wenig in dem Monsterthread mit rund 300 Beiträgen) bin aber nicht so recht schlau geworden, wie gut das Rösten mit dem Gene geht.

    Interessieren würden mich vor allem folgende Fragen:

    1. Was ist eigentlich mit den Bohnenhäutchen? Werden die im Gene automatisch abgeschieden oder muss man das noch rigendwie manuell "nachreinigen"?

    2. Wie wichtig ist die externe "schnelle" Kühlung der Bohnen (die Sache mit dem Eimer etc.). Wie lange dauert die Kühlphase im Gene ca.?

    3. Sind mit dem Gene relativ konstante Ergebnisse möglich, oder unterscheidet sich jede Röstung doch von der vorherigen, auch wenn gleiche Bohnen und Parameter verwendet wurden. Bekommt man Röstungen so gut hin wie die Profis? Ich denke da z.B. an den Malabar von Fausto, den man meines Wissens nach auch als Rohkaffee beziehen kann. Schmeckt der dann so gut wie die fertige Röstung von Hari?


    Darüber hinaus freue ich mich über alle Staements zu diesem Röster und zum Selbströsten im allgemeinen (auch die kritischen).

    Zuletzt: Hat jemand in der Umgebung von Mannheim/Heidelberg einen Gene, so dass man das mal life ausprobieren könnte?


    Danke
    René
    Geändert von Barista (15.05.2008 um 16:26 Uhr)

  2. #2
    Holle789 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Hallo Rene.

    Zu Frage 1: Die Bohnenhäutchen werden in einem Auffangbehälter aufgefangen der so zu sagen vor dem Abgasstutzen sitzt. Man muss diesen Häutchenabscheider aber jedes mal reinigen.

    Manchmal hat der Gene Probleme mit den Häutchen, die aus der Trommel nicht raus kommen und dann ein wenig verstopfen.

    Frage 2:
    Die Manuelle Kühlung ist zum rösten sehr wichtig aber auch sehr einfach. Es genügt ein flaches Lochsieb oder eine mit Löchern versehene Schüssel, die auf einem Eimer befestigt wird, der mit einem Loch ausgestattet ist in das dann dein Haushaltssauger passt.
    So ein Kühlvorgang dauert ca 30 Sek. und ist fürs Aroma das beste! Je schneller du kühlst, um so präzieser kannst du deinen Röstgrad bestimmen bzw. die Röstung stoppen. Daher würde ich immer extern kühlen, wie es die Profiröster auch machen.

    Frage 3:
    Die Röstergebnisse unterscheiden sich sicher immer ein wenig, aber mit dem Gene ist man durch die Programmabläufe nah dran stets die selben Ergebnisse zu bekommen. Die meisten die ich kenne, rösten eh nach Auge, will meinen, sie brechen den Röstvorgang manuell ab, wenn die Bohnen die richtige Farbe haben.

    Ich röste jetzt seit einiger Zeit mit einem I-Roast2 und mir schmeckt mein Kaffee bestens, was ja schließlich sehr wichtig ist. Dennoch bastele ich an einem selbst gebauten Röster herum, der aus einem Dampfdrucktopf, einem elektrischen Rührwerk, einer externen Rauchabsaugung und meinem Gasherd besteht. Ich denke, dass sich mit meiner Dimension 500g pro Röstung herstellen lassen und das ganze kostet keine 50,- und ist sehr gut während der Röstung steuerbar.

    Also wer gerne bastelt, der kann viel Spaß haben und eine menge Geld sparen und hoffentlich trotzdem zu guten Röstergebnissen kommen

    Bei der Rösterauswahl guck dir doch auch mal den HotTop "P" an, das wäre mein Favorit beim momentanen Angebot an Röstern, wobei ich mir den Preiswertesten Hottop kaufen würde und alle Komponenten manuell während des Röstens steuern würde.

    Zusammenfassend kann ich nur Mut machen zum selber rösten, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie gekaufter Kaffee aus der Großrösterei schmeckt und ehrlich gesagt will ich mich auch nicht mehr daran erinnern. Mir macht das Rösten mindestens so viel Spaß wie das Kaffee machen, es ist eben eine Prozedur, auf die ich nicht mehr verzichten möchte, sie gehört zum Kaffeetrinken, wie das Trampeln zum Fahrradfahren.


    Herzliche Grüße aus dem Pott

    Holger
    Selbströstertreffen 30.1. und 31.1.2010 in Wuppertal:

    http://www.kaffee-netz.de/veranstalt...31-1-10-a.html

    -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

    -Zweikreiser:::::::::::BRASILIA Portofino
    -Handhebelmaschine::La Pavoni Europicola
    -Mühle:::::::::::::::::Compak K3 Touch
    -Röster::::::::::::::::Hottop "B" und I-Roast 2

  3. #3
    NebuK ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Die Haeutchen landen bei mir fast komplett im Haeutchenbehaelter - alles was bis dahin nich raus is (fast nix) wird dann beim "Siebkuehlen" weggesaugt.

    Schnelle Kuehlung, hier z.B. per Staubsauger-Sieb-Loesung oder hin- und herwerfen zwischen Backblechen, etc. is ziemlich wichtig. Gerade wenn man Espresso Roestet und in die Naehe des zweiten Cracks kommt musst man sehr genau die Roestung unterbrechen koennen um nix zu verbrennen. Der Gene wuerde 10 Minuten kuehlen - waerend der ersten 5 Roestets garantiert irgendwie unkontrolliert weiter ;P.

    Faustos MoMa habe ich nochnicht probiert, aber man bekommt sehr ordentliche Ergebnisse hin, die mit ein paar Tricks (viel aufschreiben, wenn man dann sieht dass sich bei der Nachroestung wegen Umgebungstemperatur o.ae. der erste Crack verschiebt, dann kann man ja grob ueberschlagen wie sich der zweite Verschieben wird) sehr reproduzierbar sind.

    Das einzige was manchmal nervt ist keine Moeglichkeit zu haben die Heizung dimmen zu koennen (gibts hier ja auch schon Bastelvorschlaege fuer), die Luftzufuhr regeln zu koennen - und was warscheinlich kein Nachteil ist - man muss halt immer dabeibleiben. Bei 4 Chargen hintereinander kann das aber auch nervig werden :P>

    Gruesse
    - Dario
    - Life is too short to drink bad coffee
    Faema Star (ex, mittlerweile wech), Expobar Brewtus mit Rota/FW, Uralt SuperJolly mit Stepless Mod, Mahlkönig Kenia, Pikibo Röstbiene und Kleinkram

  4. #4
    Volker ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Hallo René,

    zum Gene kann ich nur wenig sagen. Externe Kühlung ist empfehlenswert, weil man die Röstung punktgenau beenden kann. Das ist beim Hottop schon praktisch, allerdings ist der Workaround beim Gene ja auch ganz praktikabel.

    Allgemein zum Rösten - aus meinem noch kleinen Erfahrungsschatz:
    Meine ersten 5 Röstungen sind damals ziemlich danebengegangen (verkohlt, zu dunkel, zu hell). Das war schon frustrierend, aber danach ging es schnell bergauf. Nachdem ich ein Gefühl für den Röstverlauf und den richtigen Röstgrad für Filter/Espresso (Farbe, Cracks) hatte, war alles mindestens gut trinkbar. Für mich schon wichtig, weil ich einfach keine Lust habe, tonnenweise Kaffee für den Mülleimer zu rösten.

    Die Ergebnisse sind schon recht gut reproduzierbar, wenn man sich die Parameter aufschreibt. Deshalb kann man sein Lern- und Experimentiertempo selbst bestimmen: wenn man einfach mal eine "Sicherheitsröstung" für den Besuch am WE haben will, greift man auf eine schon erprobte Sorte/Mischung zurück und röstet mit demselben Profil. Die Profis bekommen das mit ihrer Erfahrung und dem entspr. Equipment sicher viel exakter hin, aber schließlich produziert man ja für den Eigenbedarf und braucht keine wütenden Kunden fürchten

    Habe bisher wenig direkte Vergleiche meiner eigenen Kreationen mit Profiröstungen machen können, weil ich meistens Blends gekauft habe und ich nicht weiß, welche Sorten da drin waren.
    Mein Malabar kommt an den von Fausto nicht dran. Bei Fausto ist er schön gleichmäßig geröstet ohne Abplatzer, meiner sieht eher bunt aus mit recht vielen Abplatzern. Kann aber auch am kaum variierbaren Röstprofil meines Hottops liegen, das zu dieser Sorte einfach nicht passt - da ist man mit dem Gene evtl. im Vorteil.
    Meine eigenen Blends, mit denen ich zur Zeit experimentiere, waren durchweg sehr brauchbar, wenngleich ich zugeben muss, dass mir noch keine Mischung gelungen ist, die an meine absoluten Profiröster-Favoriten rankommen - aber ich fange ja auch erst an

    Von mir also ein klares "Kaufen" - Rösten macht sehr viel Spaß und gibt dem Espressohobby wieder einen ganz neuen Kick.

    Grüße, Volker
    ECM Mechanika Profi - Demoka M205 - Nuova Simonelli MCF - Hottop KN-8828

  5. #5
    apfeltiger ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    René,
    die Praxis sieht hier so aus. 245 ºC 16 min einstellen und vorheizen. Auf das Ende des ersten Cracks warten, ist immer sehr gut hörbar. Danach achte ich praktisch nur noch darauf daß die Farbe stimmt. Meistens noch ein paar Sekunden dazugeben (oder weniger), je nach Aussentemperatur. Danach doppelter Tastendruck links und die Bohnen kommen in einen Edelstahlseier mit Löchern. Auf dem Balkon wird dann gerüttelt, dabei fliegen ziemlich viele Resthäutchen durch die Luft in die Regenrinne. Das mach ich so ca. 1 Minute lang. Je nach Bohnensorte können *enorme* Mengen im Chaffbehälter sein (heute morgen gerade Finca La Fany geröstet, extrem viel Chaff). Etwas bleibt im Glasbehälter vor dem Gitter zurück, aber nicht viel. Die kann man entfernen.
    Die Ergebnisse sind ziemlich konstant würde ich sagen. Die Außentemperatur hat einen erheblichen Einfluß.
    Die Qualität von Hari/Mirella etc wird erreicht, aber nicht immer. Das viel interessantere ist, daß man so sehr viele Bohnensorten ausprobieren kann. Das wiegt die eine oder andere nicht so gelungene Röstung mag sie denn vorkommen, wieder auf. Ich hab hier ca. 15 verschiedene Sorten (oder mehr) liegen.
    Da kommt dann zweimal die Woche die spannende Frage auf welche Sorte denn nun an der Reihe ist.
    Ich kann Selbströsten nur empfehlen. War am Anfang auch am Zweifeln. Ist besser als vier Wochen lang dieselbe Sorte in der Mühle zu haben.
    Viele Grüße
    LM GS/3 | Mazzer Mini E | Gene CBR 101

  6. #6
    DonPhilippe ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Hi Rene,

    hab den Gene auch seit ein paar Wochen.

    Meine Erfahrungen bisher:
    Externe Kühlung mittels Sieb / Eimer / Staubsaugerstutzen funktioniert super schnell (<=1min)
    und saugt das meiste von den Häutchen noch weg, die nicht von selbst im Chaff-Behälter landen.
    Den Chaff-Behälter "reinigen" ist auch übertrieben, man macht ihn eben an der Seite auf und klopft ihn mal eben leer.

    Zur Konsistenz: Natürlich werden die Ergebnisse mit einem x kg-Röster konstanter und reproduzierbarer,
    die thermische Stabilität des Gene ist der geringen Masse entsprechend schwankend.
    Man braucht ja nur mal nach dem Aufheizen 20 Sekunden länger zum Befüllen / Einpassen / Starten brauchen,
    und schon startet man mit 20°C weiter unten...

    Trotzdem hab ichs bisher noch nicht geschafft, eine Röstung zu verbrennen oder viel zu hell abzubrechen.
    Alles was ich bisher geröstet habe, von Anfang an, war auf jeden Fall trinkbar, und zwar sehr.
    Von 18 möglichen hörbaren Cracks hab ich locker 15 oder 16 gehört.
    Nur um dir die Hemmungen zu nehmen...
    DallaCorte Mini | Carimali UNO E | Mazzer Mini Manuale | Gene Cafe CBR 101

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  7. #7
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Der Gene arbeite ziemlich konstant. Nur bei der ersten Röstung am Tag muss man ca. 30°C höher vorheizen da sich der Röster erst mit Bohnen richtig warm wird.
    Hab an meinem einen Dimmer dran und Röste meisten um 75 bis 85 % der Leistung je nach Sorte.
    Kannst aber fast mit jedem Röster gute Ergebnisse hinbekommen. Liegt eben an dir.
    Z. B. mit einem Popkornröster auf dem Herd geht es genauso gut.
    Hier steht viel über das Rösten und die Röster
    Wolfredo

    Gunnar
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  8. #8
    toraja ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Wieviel Gramm kann man denn so pro Röstvorgang rösten? 250 g ? Oder ist das schon zuviel.
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  9. #9
    DonPhilippe ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Ich hab bisher 250er Chargen geröstet. Funktioniert.
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  10. #10
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie röstet man in der Praxis mit dem Gene?

    Ich nehme immer 220g. 250 g gehen wohl auch noch beim Monsooned wohl etwas viel.
    Gunnar
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