Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    nobbi-4711 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Mal eine Frage an die Röstprofis,

    verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass der Rohkaffee im Röster erst einmal ein paar Minuten dehydrieren/Feuchtigkeit verlieren sollte, bei vglweise niedriger Temperatur.

    Nun habe ich beim Studium im www auch des öfteren gelesen, dass manchem sein Kaff hinterher besser schmeckt, wenn er die Temp möglichst schnell Richtung Endtemp ansteigen lässt, so dass der erste Crack früher eintritt und dafür die Phase zwischen den beiden Cracks länger wird. Auch die gewaltigen Gusstrommeln von Probatröstern (die sehr viel Hitze vorab speichern) scheinen dafür zu sprechen, denn hier dürfte der Kaffee nach dem Einfüllen wohl recht schnell Fahrt aufnehmen...

    Wer kann dazu was sagen?

    Greetings \\//

    Marcus
    Seit Jahren die erste Dallacorte Mini EX4 -> also Vorsicht, subjektiv

    Gehabt und wieder los: Marzocco GS3, PID-Silvia, Carimali UNO E, Bezzera 99 (brühdruckgetunt), Hebelchen-Pavoni

  2. #2
    NebuK ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Hi,

    mich wuerde eine fundierte Aussage dazu auch interessieren. Das einzige was ich beisteuern kann ist, dass ich glaube zu wissen dass der Saeureabbau hauptsaechlich waerend der Gelbphase ablaeuft. Je laenger man diese streckt (unter der "kritischen Temperatur" fuer den FC bleibt) desto flacher wird das Ergebnis im Hinblick auf saeure. Wenn ich meinen Guatemala Finca el Bosque auf 7 min. Gelbphase strecke macht das aus der Saeurebombe flache Schokoladenrohmasse (naja ... nicht ganz so heftig, aber grob stimmts schon ;P). Das wuerde ja auf einen langsamen Anstieg oder zumindest auf ein Halten der Temperaturen an bestimmten Punkten hindeuten.

    Wer fundierte Aussagen oder Literatur zur Hand hat - bitte melden! :P

    Gruesse
    - Dario
    - Life is too short to drink bad coffee
    Faema Star (ex, mittlerweile wech), Expobar Brewtus mit Rota/FW, Uralt SuperJolly mit Stepless Mod, Mahlkönig Kenia, Pikibo Röstbiene und Kleinkram

  3. #3
    Ernie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Ok nix Fundiertes (daran wäre ich auch interessiert), aber hier das Ergebnis eines eher unfreiwilligen Experiments: Ich habe beim letzten Rösten aus Versehen die Temperatur zum Anfang einige Minuten unter 150° laufen lassen. Bei dem Kaffee handelte es sich um den Indien Monsooned Malabar, der mir bisher nicht sooo gut gelungen war und stets ganz besonders ungleichmäßig geriet. Nun ist die Röstung gut geworden - recht wenig Säure, leicht erdig. Also zumindest diesem Kaffee scheint die Dehydration gut zu tun.
    grimac mia; la pavoni stradivari europiccola (LMWDP #181); mazzer super jolly; mazzer mini; eureka mci; zassenhaus santiago; gene cbr 101

  4. #4
    Walter_ ist offline Moderator
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Zitat Zitat von nobbi-4711 Beitrag anzeigen
    Mal eine Frage an die Röstprofis,

    verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass der Rohkaffee im Röster erst einmal ein paar Minuten dehydrieren/Feuchtigkeit verlieren sollte, bei vglweise niedriger Temperatur.

    Nun habe ich beim Studium im www auch des öfteren gelesen, dass manchem sein Kaff hinterher besser schmeckt, wenn er die Temp möglichst schnell Richtung Endtemp ansteigen lässt, so dass der erste Crack früher eintritt und dafür die Phase zwischen den beiden Cracks länger wird. Auch die gewaltigen Gusstrommeln von Probatröstern (die sehr viel Hitze vorab speichern) scheinen dafür zu sprechen, denn hier dürfte der Kaffee nach dem Einfüllen wohl recht schnell Fahrt aufnehmen...

    Wer kann dazu was sagen?

    Greetings \\//

    Marcus
    Wir wissen ja alle, daß dieselbe Sorte einmal in einem Heißluftröster schnell und einmal in einem massiven Trommelröster langsam geröstet sehr unterschiedlich schmeckt. Im Heißluftröster basiert die Wärmeübertragung hauptsächlich auf Konvektion, in diesem Fall die schnellste und effizienteste Art der Energiezufuhr, im Trommelröster eher auf Wärmeleitung und Strahlung, langsamer und weniger effizient -- egal wie massiv die Trommel (naja, nicht ganz)...

    Vereinfacht dargestellt, ist die unterschiedliche Dauer von Trocknungs- und Röstphasen für den unterschiedlichen Geschmack verantwortlich, sodaß es sich durchaus lohnt, mit verschieden langen Phasen zu experimentieren. Ein amerikanischer Röster (ich glaube es war CC aber bin mir nicht mehr sicher) verwendet z.B. drei verschiedene Röster für die unterschiedlichen Kaffees, einen 60kg Roure (zwar Trommelröster aber mit perforierter Trommel und Wärmeübertragung hauptsächlich durch Konvektion) einen 60kg Renegade (ein Monstrum mit außerordentlich massiver Frontplatte und Trommel) und einen etwas kleineren Sasa-Samiac. Damit haben sie für so ziemlich jede Sorte den optimalen Röster (mit dem geeigneten Röstprofil)...

    Für so typische Geschmacksmerkmale wie Süße, Nussigkeit, Fruchtigkeit, etc. reicht es nicht die passende Sorte zu finden, man muß sie auch noch dementsprechend rösten um diese Eigenschaften "herauszuarbeiten", wenn das Temperaturprofil nicht paßt, verliert man die jeweilige Charakteristik u.U. völlig. Übermäßiges "Strecken" zwischen erstem und zweitem Crack, bezahlt man bei einigen Sorten u.U. mit völligem Verlust der Süße (weil die entsprechenden sich bildenden kurzkettigeren Zucker in längerkettige umgewandelt werden, die dann nicht mehr süß schmecken)...

    Pauschale Aussagen wie lange daher die jeweilige Phase dauern soll sind da nicht hilfreich, ich denke man muß jede Sorte für sich betrachten...
    fa' zoccu hai di fari e li fatti d'àutru nun guardari....

  5. #5
    Walter_ ist offline Moderator
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Zitat Zitat von NebuK Beitrag anzeigen
    Hi,

    mich wuerde eine fundierte Aussage dazu auch interessieren. Das einzige was ich beisteuern kann ist, dass ich glaube zu wissen dass der Saeureabbau hauptsaechlich waerend der Gelbphase ablaeuft. Je laenger man diese streckt (unter der "kritischen Temperatur" fuer den FC bleibt) desto flacher wird das Ergebnis im Hinblick auf saeure. Wenn ich meinen Guatemala Finca el Bosque auf 7 min. Gelbphase strecke macht das aus der Saeurebombe flache Schokoladenrohmasse (naja ... nicht ganz so heftig, aber grob stimmts schon ;P). Das wuerde ja auf einen langsamen Anstieg oder zumindest auf ein Halten der Temperaturen an bestimmten Punkten hindeuten.

    Wer fundierte Aussagen oder Literatur zur Hand hat - bitte melden! :P

    Gruesse
    - Dario
    Hallo Dario,

    zum Thema Säuren im Kaffee bzw. deren Abbau, Bildung und Umwandlung hab' ich in einem anderen Thread einmal ein paar Literaturangaben, Tabellen & Diagramme beigesteuert...
    fa' zoccu hai di fari e li fatti d'àutru nun guardari....

  6. #6
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    Bin auch kein Fachmann hab aber bei einem Besuche des größten Kleinrösters gesehen das er die Temperatur nach einfüllen ganz extrem abfallen lasst. Hab das beim Gene auch ausprobiert und fand die Ergebnisse bei den meisten Bohnen besser da mehr säure abgebaut wird. Heize auf 170°C vor und lasse dann auf ca. 80°C in 3 Min. ohne Energiezufuhr abfallen. Dann ganz normal bis 230°C auf 75% , 85% oder 100% Heizleistung.

    In dem Film Äthiopische Kaffeezeremonie
    hab ich gesehen das sie die Bohnen vorher nass machen.
    Dachte probieren kannst du es ja mal bestimmt kommt da so wie so nichts bei raus.
    Also den PNG einmal normal und einmal angenässt geröstet.
    Die Temperatur fiel beim nassen viel stärker weswegen ich die Zeit ohne Energie auf 2 Min. (72°C) verkürzte.
    Musste dann auch 1 Min. länger rösten um auf den gleichen Röstgrad zu kommen.
    Hab ihn heute getestet. Und was mich jetzt etwas verwirrt der vorher nassgemachte schmeckt mir besser weniger. Noch weniger säure einfach noch ausgewogener.
    Klar das Wasser zieht beim verdunsten Energie wahrscheinlich wird die Bohne auch von innen mit mehr Energie versorgt. Wasser leitet doch besser die Energie oder?

    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
    Büro: Nuova Simonelli MAC, Mühle Isomac Macinacaffe Stufenlos
    Röster:Genecafe CBR101+ Dimmer(Showtec Single MKII)
    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
    Preinfusion für Tank Maschinen
    Rossi RR 45 auf 80 Mahlkranz umbauen

  7. #7
    blu
    blu ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dehydration vs steiler Temperaturanstieg

    hallo marcus,
    ich denke, dass das sehr vom geraet abhaengt. mit dem winzigen gene habe ich im laufe der zeit einiges experimentiert, auch mit unterbrochener roestung, dort klappte das langsame aufheizen im 1. durchgang am ehesten. ohne zu unterbrechen besteht beim gene bei zu geringer anfangshitze eher das problem, dass der kaffee breiig/brotig schmeckt.

    inzwischen roeste ich immer auf einer temperatur (240 °C) und mir schmeckt der kaffee prima.

    der gene ist aber wie alle mini-heimroester aufgrund der geringen masse nur spielzeug. ein grosser, schwerer roester mit entsprechender waermekapazitaet verhaelt sich nat. ganz anders.

    lg blu
    LM Linea, Gaggia Mini & Mazzer Robur & Gene cafe cbr 101
    Kaffeewiki & Röstereien weltweit & Cimbali-HowTos


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