Er ist heute Mittag erst angeliefert worden (Sa bei Hasbean bestellt), und ich muss gestehen, nach dem, was die Zweifler in den Beiträgen vor einigen Tagen kund getan hatten, habe ich mich schon leicht verunsichern lassen: Hätte ich doch lieber den Gene bestellen sollen, was ja auch geplant war, oder neue Teile für den I-Roast oder? ...
Aber irgendwie hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl, und so waren fast alle Berichte, die ich gelesen hatte, im Kern positiv. So what also?
Dann habe ich im Handbuch die Warnung entdeckt: Vorsicht, Feuer! Und das schon bald nach Beginn des zweiten Cracks. Mist, dachte ich, was machst Du dann, schließlich wollte ich in der Küche rösten und nicht wie mit dem I-Roast draußen. Dazu kam, dass am Montag in nächster Nähe ein Penny-Markt abgebrannt ist, durch Feuer! Hatte da jemand auf dem Parkplatz etwa einen Behmor getestet?
Egal, er war bestellt, und alle Zweifel somit obsolet.
Montag hat UPS sich des Teils angenommen und heute habe ich ihn ausgepackt, das ging schneller als bei vielen Onlineshops hier in D.
Das neueste Handbuch war dabei, und wenn man die ganzen Warnungen weg lässt, ist die Bedienung wirklich simpel:
1. Einfüllen von 113 g (1/4 lb) Bohnen (Peru shb Bio) in die (ausreichend engmaschige) Trommel, die qualitativ völlig solide ist (man braucht bestimmt keine vom Vitalgrill

).
Die relative Weite der Maschen hat sicher auch damit zu tun, dass beim Röstprozess ja die Häutchen durch die Maschen schlüpfen müssen, damit sie nicht in der Trommel verbrennen können, somit wären zu enge Maschen kontraproduktiv (Feuer!). Um alle Fragen dazu vorweg zu nehmen: im vierten Durchgang habe ich indischen Robusta eingefüllt, die kleinsten Bohnen, die hier herum lagen, und auch damit gab es keine Probleme.
2. Drücken der Tasten 1/4 und Start (wie im Handbuch für den Start empfohlen). Und los ging's - oder doch nicht? Der Prozess war wirklich so leise, dass ich als I-Roast-Geschädigter zweimal nachschauen musste, ob das Gerät läuft... Es lief. Und zwar vollautomatisch bis zum Kühlen. Noch nie hatte ich so deutlich die Crackgeräusche gehört. Erst beim Cooling wird es dezent lauter.
3. Fertig. Nachsorge: Häutchen mit Pinsel entfernen, Reste ab- und aussaugen (von SweetMaria empfohlen, auch ich finde es lohnend) und - Start mit Punkt 1: neu befüllen...
Das Ergebnis: sehr konsistent vom Aussehen, allerdings einen Hauch zu hell für meinen Geschmack. Genau das hatte ich ja befürchtet, hieß es doch mehrfach, dass man mit dem Teil keinen Dark Roast hin bekommen würde.
Deshalb habe ich das Ganze mit der gleichen Bohnensorte wiederholt und gleichzeitig die Zeit verlängert (2mal Taste + gedrückt). Das führte allerdings zu meiner Überraschung zu einem deutlich früheren Crack als beim ersten Röstvorgang, ich musste vorzeitig die Cooling-Taste betätigen, und hatte trotzdem das, was ich nie erwartet hätte: ein viel zu dunkles Ergebnis - wohl für die Tonne. Von wegen, man könne damit keine schwarzen Bohnen erzeugen...

So kam es, dass ich trotz eines falschen weil zu dunklen Ergebnisses nochmals zufrieden war: es geht auch dunkel, und zwar sogar ziemlich, und das Beste: es gab kein Feuer, auch jetzt nicht. Hat das Handbuch also zuviel versprochen...
Das Problem: Beim zweiten Röstvorgang war das Gerät im Vergleich zum ersten Mal vorgeheizt, hinzu kommt die Übergangszeit vom Drücken der Cool-Taste bis zum wirklichen Abkühlvorgang, die man zusätzlich berücksichtigen muss, so dass im Grunde alles ziemlich normal ablief. Die nächsten drei Chargen mit unterschiedlichen Bohnensorten liefen durch ohne Korrektur, das Ergebnis war jetzt okay und durchaus vergleichbar.
Angesichts des Hinweises in Sweet Maria's Review, wo behauptet wird, dass man mit dem Behmor bei 1/4-lb-Mengen die größten Probleme beim Rösten hätte, bleibt mir anzumerken, dass ich es bisher noch nie so leicht hatte, optisch gute Röstergebnisse zu bekommen. Wenn es mit größeren Mengen noch besser werden soll, wow... Und dann fängt der Spass ja erst an mit unterschiedlichen Bohnenmengen im Verhältnis zu verschiedenen Röstkurven und -zeiten und den ach so begrenzten Einflussmöglichkeiten auf das Endergebnis.
Dazu kann ich nur sagen: endlich sind die Möglichkeiten relativ begrenzt, denn beim I-Roast gab es zwar auch gute Ergebnisse, aber wie es dazu kam, war oft weitgehend wie Lotto, vor allem beim Rösten im Freien etc.
Also Fans: Habt Ihr beim I-Roast-Kauf auch so lange gezweifelt? Dabei ist der Behmor nicht wirklich teurer, wenn man den Gegenwert vergleicht. Zum Gene kann ich leider nichts sagen, aber ich bin schon froh, dass ich den I-Roast jetzt einmotten kann.
Hat noch jemand Fragen? Ich kann nur eines empfehlen: selber testen (oder jedes Risiko ausschließen und Popcornröster nutzen)