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  1. #1
    Sanug ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Hallo zusammen,

    da es mich heute aus familiären Gründen in meine alte Heimatstadt Düsseldorf verschlagen hat, lag es nahe, der Kaffeeschmiede in Oberkassel einen Besuch abzustatten und dort nicht nur Kaffee zu trinken, sondern auch welchen zu kaufen. In einem spontanen Anfall von Wahnsinn habe ich auch nach Rohkaffee zum Selberrösten gefragt und bekam nach einigem hin und her (eigentlich verkaufen die keinen Rohkaffee) ein Kilo Brasilien Yellow Burbon. Zusätzlich habe ich noch 250g dieser Sorte als Röstkaffee zu Referenzzwecken mitgenommen.

    Nach Studium des Threads "Kakaobär´s Bohnenröster" habe ich mich mal eben auf die Schnelle drangemacht, 50g in den gusseisernen Topf geworfen und meine billige Heißluftpistole (Lidl, nur 3 Stufen ohne Display) reingehalten. Zusätzlich habe ich noch mit einer Induktionsplatte von unten geheizt und mit einem Holzlöffel gerührt.



    Es dauerte nicht lange, die Bohnen gewannen Farbe, und die ersten Häutchen flogen durch die Luft. Der erste Crack war nach wenigen Minuten laut und deutlich vernehmbar, aber ich habe leider keine Stoppuhr mitlaufen lassen. Gegen Röstende reichte dann der Luftstrom der Heißluftpistole aus, um die Bohnen zu verwirbeln. Nach Farbe und Gefühl habe ich dann nach einiger Zeit die Röstung abgebrochen, einen zweiten Crack habe ich nicht deutlich vernehmen können. Das Ergebnis ist ein wenig ungleichmäßig, sieht für den ersten Versuch aber überraschend gut aus, oder? Rechts daneben in der kleinen Schale sind die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen als Vergleich.



    Die zweite Runde habe ich, um die Gleichmäßigkeit zu erhöhen, etwas anders gefahren: ohne Induktionsheizung und mit größerem Abstand der Pistole zu den Bohnen, dafür mit umso stärkerem Rühren. Das Ergebnis war leider noch ungleichmäßiger und auch ein wenig zu hell:



    Die dritte Runde dann wieder mit Induktionsheizung, weniger Rühren und stärkerer Verwirbelung durch die Heißluftpistole. Insgesamt ist diese Röstung am dunkelsten, aber auch ziemlich ungleichmäßig geworden.



    Geröstet habe ich übrigens in Ermangelung eines Balkons in meiner innenliegenden Küche. Die Rauchentwicklung finde ich aber bei den Kleinmengen halb so wild, auch die umherfliegenden Häutchen sind schnell wieder eingesaugt. Zum Abkühlen kommen die Bohnen in einem Nudelsieb aus Metall für ein paar Minuten auf die außenliegende Fensterbank.

    Wohl wissend, dass die Bohnen noch ein paar Tage ruhen müssen, um ihr volles Aroma zu entfalten, habe ich Nr. 1 und Nr. 3 mal probiert. Nicht ungenießbar, aber ziemlich sauer und wenig Körper. Die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen empfand ich im Vergleich zwar als wesentlich besser, aber auch leicht sauer und keine geschmackliche Offenbarung.

    Ich bin auf jeden Fall angefixt. Mir ist klar, dass ich viel zu verbessern und zu lernen habe, aber der Anfang hat schon mal Spaß gemacht, selbst wenn sich diese Erstversuche letztlich als doch nicht wirklich genießbar herausstellen sollten. Bin schon gespannt auf den Geschmack in ein paar Tagen, werde die zu hellen Bohnen aber noch aussortieren.

    Ich freue mich sehr über eure Anregungen und Tipps, aber bedenkt bitte, dass ich derzeit keine größeren Summen investieren kann und will.
    Geändert von Sanug (12.01.2009 um 01:13 Uhr)
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  2. #2
    dbertolo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Hallo Sanug

    Herzlichen Glückwunsch zu deiner ersten Röstung. Sieht doch schon mal gut aus. Die zweite Röstung ist wirklich etwas hell geworden. Aber die beiden anderen sehen ordentlich aus. Die Säure klingt in zwei Tagen noch ein klein wenig ab.

    Wegen der Ungleichmässigkeit würde ich mir keinen Kopf zerbrechen. Die etwas helleren geben dann etwas mehr Säure in die Tasse, die dunklen etwas mehr Fülle. Unter dem Strich eine Mischung aus einer Sorte .

    Für den Körper im Aroma hat es bei der Referenzröstung rechts aber noch ein paar Robusta-Bohnen dabei, oder? Diese kleinen runderen Bohnen sehen stark danach aus.

    Gruss
    Dani
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  3. #3
    galgo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    respekt, meine zwei ersten röstungen hatten den farbton deiner induktionsplatte

    richtig schmecken tun die frischen bohnen frühestens nach zehn tagen imho

    n8, galgo
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  4. #4
    bohnenschorsch ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Hallo Sanug,

    Glückwunsch zum Sprung ins kalte Wasser! Vorher dödelt man ewig rum, ob man überhaupt soll. Und wenn ja, mit welchem Equipment. Dabei ist gar nichts dabei, es einfach mal auszuprobieren!

    einen zweiten Crack habe ich nicht deutlich vernehmen können
    Könnte sein, dass Du kurz vor dem zweiten abgebrochen hast.

    Rechts daneben in der kleinen Schale sind die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen als Vergleich.
    Ich glaube, die schummeln. Ich meine da ein paar verräterische kleine Perlbohnen zu erkennen – könnte etwas Robusta drin sein. (edit: Dani war schneller!)

    Wohl wissend, dass die Bohnen noch ein paar Tage ruhen müssen, um ihr volles Aroma zu entfalten, habe ich Nr. 1 und Nr. 3 mal probiert.
    Wirklich gelungene Röstungen schmecken normalerweise auch gleich nach der Röstung schon sehr gut. Bei leicht bis mittel misslungenen Röstungen (v.a. bei zu hellen) kann es sich aber lohnen, diese bis zu 2 Wochen liegen zu lassen. Ein paar Ecken und Kanten werden glattgebügelt, und manchmal wird da sogar noch was verblüffend Leckeres draus!

    … bekam nach einigem hin und her ein Kilo Brasilien Yellow Burbon. …Nicht ungenießbar, aber ziemlich sauer und wenig Körper. Die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen empfand ich im Vergleich zwar als wesentlich besser, aber auch leicht sauer und keine geschmackliche Offenbarung
    Den BYB röste ich regelmäßig. Er schmeckt eigentlich süß und nach Kakao. Mein Eindruck: Speziell dieser Kaffee dankt es sehr, wenn zwischen erstem und zweitem Crack möglichst viel Zeit verstreicht. Dazu geht man beispielsweise nach dem ersten etwas mit der Energiezufuhr runter. Die Kunst ist, die Temperatur nicht zu weit abfallen zu lassen.

    Ich bin auf jeden Fall angefixt.
    Wenn Du den BYB ein Mal halbwegs hinbekommst (was nicht soo schwer ist), gibt es kein zurück. Willkommen im Club!

    Gruß und viel Glück
    Georg
    Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !

  5. #5
    Sanug ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Erst mal vielen Dank für das Feedback! Wenn man mit so einer Aufgabe beginnt, tut Zuspruch immer gut
    Zitat Zitat von dbertolo Beitrag anzeigen
    Für den Körper im Aroma hat es bei der Referenzröstung rechts aber noch ein paar Robusta-Bohnen dabei, oder? Diese kleinen runderen Bohnen sehen stark danach aus.
    Hm, eigentlich sollte das nicht so sein. Da in dem Laden aber der Chef nicht da war, ist es möglich, dass der Rohkaffee sortenrein ist und der Röstkaffee ein Blend. Na, da kann ich ja lange versuchen, das Ergebnis von deren Röstkaffee hinzubekommen

    Zitat Zitat von galgo Beitrag anzeigen
    respekt, meine zwei ersten röstungen hatten den farbton deiner induktionsplatte
    Das hatte ich bei mir auch erwartet, und ich bin entsprechend positiv überrascht, zumal bei dem simplen Aufbau.

    Zitat Zitat von galgo Beitrag anzeigen
    richtig schmecken tun die frischen bohnen frühestens nach zehn tagen imho
    10 Tage? Ich dachte, drei würden reichen. Danke für den Hinweis!

    @bohnenschorsch: vielen Dank auch für deine wertvollen Hinweise! Ich bleibe dran
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  6. #6
    galgo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Zitat Zitat von Sanug Beitrag anzeigen

    10 Tage? Ich dachte, drei würden reichen. Danke für den Hinweis!
    probiers aus, das ist halt meine subjektive meinung bzw. geschmacksempfindung...

    eine gute röstung schmeckt natürlich nach drei tagen auch nicht "schlecht",
    für mich aber noch unrund wegen zuviel kohlensäure

    das ist vlt. vergleichbar mit rotwein, wobei da natürlich ganz andere zeitkriterien gelten

    gruß, galgo
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  7. #7
    Ernie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Der Windhund hat Recht, es kann bis zu zehn Tagen dauern, dass der Kaffee sein volles Potenzial entfaltet. Nach vier Tagen probier ich immer schon mal - vorher nur im Notfall (oder wenn ich arg ungeduldig bin, wie heut auf den El Salvador La Fany ).
    grimac mia; la pavoni stradivari europiccola (LMWDP #181); mazzer super jolly; mazzer mini; eureka mci; zassenhaus santiago; gene cbr 101

  8. #8
    Buamandi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Hi Sanug. Ich habe auch erst vor vier Tagen meine erste Eigenröstung mit einem Indian Monsooned Malabar versucht und bin seitdem total angefixt vom Röstfieber...

    Meine Ausstattung ist eine Heißluftpistole mit Anzeige (bis 600 Grad - also ähnliches Equipment wie du) und ein "Brotbackautomat" von Muttern . Der stand eh nur vor sich rum und bekommt nun seine zweite Chance in seinem neuen Leben.


    Dazu gibt es auch einige lustige Videos bei U-Tube (sind nicht von mir). Einfach mal reinschauen. Ich denke so ein Teil kostet gebraucht auch nicht viel...hilft allerdings beim Mischen der Bohnen!

    Hier ist mein Ergebnis.


    Das Aroma und der Geschmack sind der Hammer. Ich hätte nie gedacht, dass man mit so bescheidenen Mitteln so gute Ergebnisse erzielen kann. Ich kann also wirklich nur zustimmen: "Einfach mal probieren"! Ich denke jeder wird vom eigenen Resultat überrascht sein...
    Da das meine erste Röstung war und ich noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen hatte (Brotbackautomat hat die Teig-Knet-Funktion beendet...und ließ sich nicht sofort wieder starten ) erhoffe ich mir noch die ein oder andere Verbesserung. Ich denke n Tacken länger hätten sie noch gekonnt. Allerdings habe ich den zweiten Crack nicht mehr hören können, da die Heißluftpistole und der Staubsauger (um die Häutchen abzufangen...) ne Menge Lärm gemacht haben! Morgen geht es in die nächste Runde!!!
    Maschine: FuturmatAriete
    Mühle: Wega 6.4
    Röster: Gene CBR

    Restauration: Astoria AEP 1 Sonia
    http://www.kaffee-netz.de/reparatur-...a-aep-1-a.html

  9. #9
    vamp ist offline Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Ich finde das die Röstung in der Mikrowelle die bessere Lösung ist. Bei etwa 600W und nur ca. alle 30sek umrühren sind die Bohnen gleichmässig geröstet. Das die Bohnen zum Schluss etwa doppelt so gross im Volumen werden, sollte die Schale nicht zu voll gemacht werden. Je nach Röstgrad reichen 11-13min.

    Wenn man in der Pfane röstet, muss man die Bohnen permanent umrühren damit die nicht anbrennen. Und ob da jetzt Induktion, Gas oder Herkömliche Herdplatte ist spielt doch echt keine Rolle.
    Der einzigste Vorteil eines Pfanenröstung ist dass man die Bohnen die ganze Zeit über vor den Augen hat, bessere Kontrolle. Aber Mikrowelle ist einfacher und die hat bestimmt jeder zu Hause schon stehen.

  10. #10
    Ernie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Meine erste "Quick and dirty" Röstung (HG/DB)

    Mikrowelle? Meinst du das ernst?

    Falls ja: ME geht es beim Heimrösten GERADE darum, die Bohne im Blick zu haben und das ganze Geschehen beobachten zu können. Außerdem geht es auchnicht darum, die Bohne möglichst schnell zu rösten, eher im Gegenteil.
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