Hallo zusammen,
da es mich heute aus familiären Gründen in meine alte Heimatstadt Düsseldorf verschlagen hat, lag es nahe, der Kaffeeschmiede in Oberkassel einen Besuch abzustatten und dort nicht nur Kaffee zu trinken, sondern auch welchen zu kaufen. In einem spontanen Anfall von Wahnsinn habe ich auch nach Rohkaffee zum Selberrösten gefragt und bekam nach einigem hin und her (eigentlich verkaufen die keinen Rohkaffee) ein Kilo Brasilien Yellow Burbon. Zusätzlich habe ich noch 250g dieser Sorte als Röstkaffee zu Referenzzwecken mitgenommen.
Nach Studium des Threads "Kakaobär´s Bohnenröster" habe ich mich mal eben auf die Schnelle drangemacht, 50g in den gusseisernen Topf geworfen und meine billige Heißluftpistole (Lidl, nur 3 Stufen ohne Display) reingehalten. Zusätzlich habe ich noch mit einer Induktionsplatte von unten geheizt und mit einem Holzlöffel gerührt.
Es dauerte nicht lange, die Bohnen gewannen Farbe, und die ersten Häutchen flogen durch die Luft. Der erste Crack war nach wenigen Minuten laut und deutlich vernehmbar, aber ich habe leider keine Stoppuhr mitlaufen lassen. Gegen Röstende reichte dann der Luftstrom der Heißluftpistole aus, um die Bohnen zu verwirbeln. Nach Farbe und Gefühl habe ich dann nach einiger Zeit die Röstung abgebrochen, einen zweiten Crack habe ich nicht deutlich vernehmen können. Das Ergebnis ist ein wenig ungleichmäßig, sieht für den ersten Versuch aber überraschend gut aus, oder? Rechts daneben in der kleinen Schale sind die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen als Vergleich.
Die zweite Runde habe ich, um die Gleichmäßigkeit zu erhöhen, etwas anders gefahren: ohne Induktionsheizung und mit größerem Abstand der Pistole zu den Bohnen, dafür mit umso stärkerem Rühren. Das Ergebnis war leider noch ungleichmäßiger und auch ein wenig zu hell:
Die dritte Runde dann wieder mit Induktionsheizung, weniger Rühren und stärkerer Verwirbelung durch die Heißluftpistole. Insgesamt ist diese Röstung am dunkelsten, aber auch ziemlich ungleichmäßig geworden.
Geröstet habe ich übrigens in Ermangelung eines Balkons in meiner innenliegenden Küche. Die Rauchentwicklung finde ich aber bei den Kleinmengen halb so wild, auch die umherfliegenden Häutchen sind schnell wieder eingesaugt. Zum Abkühlen kommen die Bohnen in einem Nudelsieb aus Metall für ein paar Minuten auf die außenliegende Fensterbank.
Wohl wissend, dass die Bohnen noch ein paar Tage ruhen müssen, um ihr volles Aroma zu entfalten, habe ich Nr. 1 und Nr. 3 mal probiert. Nicht ungenießbar, aber ziemlich sauer und wenig Körper. Die von der Kaffeeschmiede gerösteten Referenzbohnen empfand ich im Vergleich zwar als wesentlich besser, aber auch leicht sauer und keine geschmackliche Offenbarung.
Ich bin auf jeden Fall angefixt. Mir ist klar, dass ich viel zu verbessern und zu lernen habe, aber der Anfang hat schon mal Spaß gemacht, selbst wenn sich diese Erstversuche letztlich als doch nicht wirklich genießbar herausstellen sollten. Bin schon gespannt auf den Geschmack in ein paar Tagen, werde die zu hellen Bohnen aber noch aussortieren.
Ich freue mich sehr über eure Anregungen und Tipps, aber bedenkt bitte, dass ich derzeit keine größeren Summen investieren kann und will.


LinkBack URL
About LinkBacks



Zitieren




Lesezeichen