Hallo,
ich versuche mal wieder, mit eurer tatkräftigen Unterstützung meine Röstergebnisse zu optimieren. Diesmal geht es mir um das Nachölen. Damit meine ich einen Vorgang, der (natürlich nur bei meiner Espressoröstung) etwa 2-3 Wochen nach der Röstung einsetzt und die Bohnen blitzartig binnen 48 Stunden völlig verölt. Auch der Geruch und Geschmack des Kaffees geht in dieser sehr kurzen Phase radikal in den Keller – von „sehr lecker“ zu „beinhart“. Man könnte durchaus von pathologischer Fettinkontinenz sprechen.
Ich meine also nicht das völlig natürliche leichte Nachölen, das den Bohnen von Woche zu Woche etwas mehr Glanz verleiht. In abgeschwächter Form hatte ich diesen Vorgang auch schon bei Bohnen von Boardröstern; allerdings haben die vorher 2-3 Monate durchgehalten, nicht Wochen. Aber auch dort: plötzlich, innert Tagen, alles nass und der Geschmack igitt.
Eigentlich ist es dennoch fast nur ein Schönheitsfehler, da die Bohnen bei mir selten älter als zwei Wochen werden. Aber man möchte ja auch mal was verschenken.
Was ich bisher im Forum (neben vielem Anderen) dazu fand ist zu widersprüchlich, um hilfreich zu sein:Das sichtbare Öl auf den Kaffeebohnen … ist eine Folge der Röstparameter, bzw. des Temperaturverlaufs bei der Röstung. Bei höheren Temperaturen ist diese Neigung am stärksten, allerdings ist ein solcher Kaffee deswegen nicht gleich minderwertig.je länger die Röstung hinausgezögert wird (sprich: geringere Temperatur, längere Röstung), je stärker ölen die Bohnen.hier muss man darauf achten, dass der Temperaturanstieg nach dem 1. Crack langsamer verläuftDa im Prinzip in sämtlichen Threads zum Thema „ölige Bohnen“ viel über Grundsätzliches gestritten wird („Geht davon die Mühle kaputt?“ „Schadet das dem Aroma?“ etc.), versuche ich noch mal einen Neustart mit der Kernfrage: Wie verhindere ich dieses destruktiv heftige Nachölen? Gibt es Erfahrungswerte, woran man drehen muss? Reine Verkürzung der Röstdauer oder deutliche Temperaturabsenkung bringt es nämlich nicht, weil der Espresso bei mir dann nicht mehr seinen bestmöglichen Geschmack hat. In diesem Zusammenhang fällt mir noch ein Gespräch mit einem Berufsröster ein, welcher bedauerte, die Bohnen auf Lagerzeit optimieren zu müssen, weshalb er leider keine „scharf gerösteten“ Mischungen anbieten könne, was das mögliche Aromaspektrum doch etwas verkürze.Sicher ist, dass eine hohe Anfangstemperatur bei der Röstung den Ölaustritt begünstigt.
Oder habt ihr damit keine Probleme?
Gruß
Georg


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