Hoi zäme
Neue Bohne, neues Glück

- Momentan röste ich Chargen à 224g und sammle Erfahrungen.
Freitag, 2. April 2010
Röstprofil ist 1/2 P2 B, geröstet wurde leicht in den 2. Crack und Resultat ist FC Plus.
Irgendwie reagiert die Yellow Bourbon weniger intensiv in der exothermen Phase. Gegen Ende des 1. Cracks fällt die Temperatur bevor dann die Heizung nach 90% Röstzeit wieder auf 100% hochfährt. Das wird wohl die endotherme Phase zwischen C1 und C2 sein. Eigentlich müsste die Heizung schon gegen Ende des 1. Cracks wieder hochfahren. Das könnte ich mit einer Verkürzung der Röstzeit erreichen. Wobei ich jedoch kaum Reserven habe, da ich den Prozess ca. 30'' vor dem Ende abgebrochen habe. Kaffe schmeckt trotz des seltsamen Temperaturabfalls gegen Ende des 1. Cracks trotzdem sehr vielversprechend. Interessante Säure, voller Körper und wenig Bitterstoffe.
Samstag, 3. April
224g mit 1/2 P2 B-- (13:10) ganz leicht in den 2. Crack hinein geröstet. Das Resultat hat einen EB 18.1% und dürfte eher dem entprechen, was Steve von HasBean für diese Bohne vorschlägt.
Die Kurve schaut wesentlich besser aus und ist imho ideal. Die Heizung ging während dem 1. Crack wieder hoch und der Temperaturabfall von gestern ist weg. Dieses Mal ist eigentlich das Umgekehrte passiert und die Hitze wurde eher zu hoch, da im Endeffekt einige Bohnen gebrochen sind, was ich bis dato noch nie erlebt habe. Die nächste Röstung werde ich mit 1/2 P2 B- durchführen und verspreche mir, das die Hitze gegen Ende einen Ticken weniger hochgeht. Wenn ich mir die beiden Diagramme zu dieser Bohne anschaue, finde ich es extrem spannend, wie die Temperaturkurve mit der blossen Verkürzung der Röstzeit um 20 Sekunden derart ändert. Mit dem Datenlogger lässt sich das Profil P2 sehr einfach feintunen. Die Grundeinstellung ist eigentlich schon gut und müssen nur noch ein bis zwei Plus bzw. Minus hinzugefügt werden.
Sonntag, 4. April 2010
Heute die angesagten 1/2 P2 B- gefahren. Leichter Temperaturabfall am Beginn des 1st Cracks. Sieht nicht ideal aus.
Das besste Resultat von der Kurve her lieferte bis jetzt für diese Bohne das Profil 1/2 P2 B--. Das nächste Mal werde ich schauen, dass das Cooling ca. nach dem 1. Crack (ca. bei 235°) eingeleitet wird, da der 2. Crack locker noch erreicht wird. Mit dem Beginn des 2nd Cracks werde ich dann auch noch die Türe des Rösters ganz öffnen.
Der erste Bezug hat gezeigt, dass der Kaffee dieses mal wieder eher verbrannt schmeckt. Offenbar sind zu tiefe Temperaturen nicht sehr verträglich. Aussen ist dann ziemlich dunkel und innen noch hell. Ab 1. Crack müsste imho im Bereich um 220° und höher verlaufen. Ich hatte auch schon Profil, wo die Temperatur während des 1st Cracks gesunken ist (z.B. 2. April) und der Kaffee hat trotzdem geschmeckt??? - Eine weitere Möglichkeit wäre es, 1/2 P2 B-- zu fahren und während des 1st Cracks die Zeit zu verlängern, um die 100%-Hitze gegen Ende heraus zu zögern. Man müsste in der Schlussphase vielleicht grundätzlich manuell mit +/- die Hitze steuern.
Edit: Manuelle Regelung während des Röstens
Bevor z.b. bei P2 die 90%-Gesamtzeit erreicht wird, kann die Röstdauer beliebig, d.h. bis zum Maximum verlängert werde. Wenn die 90%-Gesamtzeit erreicht ist, kann die finale Hitze (100%) nicht mehr verändert werden. Das scheint auch wieder so eine Art Sicherheitsfunktion zu sein. Ich mag das irgendwie nicht, da genau in der Schlussphase es wichtig wäre, die Hitze noch korrigieren zu können. Man muss also immer eine Phase voraus planen. Das Problem ist nur das, wenn ich die mittlere Phase mit 60% verlängere, sinkt die Temperatur gegen Ende des 1st Cracks zu stark, weil diie Bohnen hier offenbar wieder in einer einer endothermen Phase sind. Wenn die Hitze aus dem 1st Crack heraus zu stark ansteigt, besteht die Gefahr des Überröstens, d.h. Bohnen werden brüchig und die Bitternoten sind zu stark. Mit P2 1/2 lbs habe ich keine Chance, die Bohne so zu rösten, dass die Temperatur ab 1st Crack stetig ganz leicht zunimmt und ich trotzdem den 2. Crack ohne den extremen Temperaturanstieg erhalte.
Ich sehe momentan nur einen Ausweg, die 448g (1lbs) zu testen und zu schauen, wie es sich da verhält.