Nachdem dieses Topic weiter oben steht und zudem den naheliegenderen Titel hat, beantworte ich die Fragen zum Gerät, die ich selbst
hier gestellt hatte, auch nochmal, obwohl andere schon etwas dazu geschrieben/darauf geantwortet haben. Damals nervte mich an meinem i-roast2 die maximal erreibare Röstmenge mit SHB-Sorten. Die lag bei mir zwischen 80 und 100g. Das wiederum bedeutete, alle zwei Tage rösten. So viel Spaß das macht, wenn man neue Sorten im Haus hat, so fad wird das, wenn man einfach mal ein funktionierendes Profil hat und damit einen Bohnenbehälter vollmachen will. Das war der wesentliche Punkt. Ansonsten war der i-roast2 (nach dem Widerstandsmodding) meinen Bedürfnissen völlig entsprechend. Meine Frau bemängelte zusätzlich, daß man beim Rösten nicht telephonieren kann. War mir aber grad recht.

Zu meinen Fragen in Sachen Behmor 1600:
Zitat:
Zitat von faustonerono
Mal abgesehen von der einmaligen Tatsache, daß die Charge mit Sicherheit in die Nähe von einem Pfund kommt, würde mich insbesondere interessieren, ob es stimmt, daß
- die Trommel bzw. deren Maschen für Pearls zu weit sind?
- die Einfüllöffnung der Trommel zu eng, ergo jedes Einfüllen ein Mordsgefummel ist?
- der Collector nur von der Schwerkraft lebt und also die Gefahr von Funkenschlag durch im Bereich der Heizelemente freiflatternde Häutchen relativ groß ist? (Geschmackliche Beeinträchtigung ignoriert.)
- der "Afterburner" Rauch nicht wirklich reduziert (Bohnenmenge >= 300g)?
- die Brauchbarkeit der Presets bzw. die Einfachheit der Bedienung dem Besitzer eines mit passendem Widerstand ausgestatteten I-Roast2 die Tränen der Enttäuschung ins Gesicht jagt bzw. jeden, der schonmal die zwei Knöpfe am Gene gedreht hat, mindestens belustigt?
- das Gerät 13min braucht, um eine Röstung von 300 bis 500g Bohnen auf ein brauchbares Maß zu kühlen? (Oder gibt es einen "Hack" wie beim Gene, der den Thermostaten nicht gleich trans Iordanem schickt?)
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[1] Die Trommel ist 1a. Die Maschen sind selbst für die kleineren Sorten, die ich habe (Honduras und Antigua), locker eng genug. Da fiele auch keine Halbbohne durch. Für Perlbohnen gibt es wohl eine Austauschtrommel.
[2] Die Einfüllöffnung der Trommel ist die Seitenklappe, welche mit einem soliden Haken am Spann/Klappverschluß sauber dichtet. Einfüllen aus der Tüte geht ohne auch nur auf die Idee kommen zu können, daß da ein Problem vorliegen könnte.
[3] Stimmt. Aber gefunkt hat bislang noch nichts, und auch der Geschmack ist bislang nur zu loben.
[4] Der "Afterburner" arbeitet hinreichend gut. Und selbst bei Pfundröstungen kommt je nach Profil und Sorte kaum noch etwas aus der Kiste heraus. Der gute Geruch, der entsteht, wenn man weit genug in C1 einröstete, der bleibt freilich.

[5] Die Presets bieten relativ viele Möglichkeiten und Auswahl. Aber wenn man anfangs so vorgeht, daß man eben Pi x Daumen zwei Profile, jeweils eins für Hochland- und eins für Flachlandbohnen hat/wählt, dann ist es genauso einfach und zielführend wie beim i-raost2, wenn man ihn nur mit den Standardprofilen P1/P2 betreibt. Der Rest geht per Sicht-/Geräusch-/Geruchskontrolle mit dem Finger am Cool-Down-Knopf. Sollte ja eh so sein.
[6] Cool-Down-Zeit entspricht grob der Röstzeit. Das ist aber kein Problem, da der Behmor kaum mehr Betriebsgeräusch offenbart als das, was eben die Bohnen in der Trommel veranstalten. Von einer Turbine wie beim i-roast2 kann keine Rede sein. Deswegen wären mir noch 30min beim Cool-Down mit dem Behmor mehr Akoustik-Wellness als 1min mit dem i-roast2. Zudem ist nach dem Ende alles (auch die Trommel) wirklich so kalt, daß man es bequem anfassen kann. Davon konnte beim i-roast2 auch nicht die Rede sein.
Zuletzt möchte ich aber etwas zum Gesamteindruck sagen: Auch wenn die Ästhetik des Behmor in etwa an einen Tefal-Küchengrill der 70er erinnert und die Haptik doch eher gen (stabiler) Leichtbauweise tendiert, so scheint das Gerät doch mehr als haltbar. Die Ergebnisse sind sehr, sehr gut reproduzierbar (wenn man sauber abwiegt und brav Buch führt). Auch mit 450g-Chargen. Der Behmor ist leiser als ein Heißluftherd. Die Dokumentation hinreichend gut verständlich. Gemessen an meinen Erwartungen für mich persönlich ein riesengroßer Fortschritt. Meine Frau ist unentschieden: Telephonieren kann sie jetzt wieder während des Röstens, aber der Behmor nimmt mehr Platz weg als der i-roast2. Aber sie meckert ja auch, daß bei der Laverda750SF die Kupplung so "abartig schwer" geht. Donne e motori ... gioie e dolori.