Hallo,
vor einiger Zeit habe ich selbst angefangen Kaffee zu rösten. Anfangs mit einem einfachen Popcornröster, bei dem ich die Temperatursicherung ausgebaut und die Lüftersteuerung von der Heizung getrennt steuern konnte (dazu gibt es irgendwo im Forum einen Bericht). Auch eine Computersteuerung, die allerdings nur ein nachträglich in den Heizkreis eingebautes Relais ansteuerte, hatte ich eingebaut. Da die Popcornröster jedoch nur eine sehr schlechte Heizleistung liefern, war die Computersteuerung eigentlich überflüssig. Auch ist nach einigen Monaten die Heizspirale durchgebrannt. Die Komponenten in solchen Popcornmaschinen sind eben nicht besonders hochwertig und für Popcorn und nicht für Kaffeebohnen ausgelegt.
Wer sich für Computersteuerung interessiert, kann hier oder hier nachlesen. Was dort beschrieben ist, ist deutlich professioneller als das, was ich konstruiert hatte.
Eigentlich suchte ich nur eine günstige, sehr robuste und reproduzierbare Methode, Kaffee zu rösten.
Aus diesem Grund habe ich mir folgenden sehr einfachen Röster aus Baumarktteilen und einer Heißluftpistole gebaut. Damit röste ich seit über 6 Monaten (min. 250g pro Woche) und bin immer noch sehr zufrieden. Die Kapazität des Rösters beträgt maximal 250g/Röstvorgang (und ist damit mindestens doppelt so groß wie die des Popcornrösters).
Allerdings ist das Gebläse der Heißluftpistole nicht so stark, dass die Bohnen durchmischt werden. Das muss man ab und zu mit einem Löffel erledigen (sicherlich der größte Nachteil der Konstruktion).
Vielleicht findet es der ein oder andere trotzdem interessant oder kommt dadurch auf Ideen oder hat Verbesserungsvorschläge. Hier also ein paar Bilder:
Es handelt sich um ein Ofenrohr aus dem Baumarkt. Unten ist eine Stahlkappe mit eingelassener Keramikplatte (Endstück) angebracht, die ebenfalls passend im Baumarkt erhältlich ist. Seitlich unten wurde (schnell und unsauber) ein Loch, mehr oder weniger passend für die Heißluftpistole eingebohrt.
Die Heißluftpistole sitzt seitlich am Ofenrohr. Dadurch können unter keinen Umständen irgendwelche Partikel in die Heißluftpistole fallen. Mittig im Ofenrohr ist ein Stahl-Teesieb (Supermarkt) eingesetzt, welches auf vier Schrauben aufsitzt, die von außen durch das Ofenrohr gesteckt und verschraubt wurden.
Hier ein typisches Röstergebniss (Monsooned Malabar).
Die Konstruktion ist ziemlich primitiv, dafür aber extrem robust.
Die Temperatur der Heizpistole ist stufenlos einstellbar. Die Leistung der Heizpistole ist deutlich höher als die des Popcornrösters (maximale Temperatur 400°C). Man benutzt die Heizpistole also in einem mittleren Bereich ihrer Leistung, was sich sicherlich positiv auf die Lebensdauer auswirkt.
Wer schon eine Heizpistole besitzt, kann sich mit etwas über 10 Euro den Rest im Baumarkt kaufen.


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