Ich habe den sonnigen Tag heute genutzt, um mich endlich einmal dem leidigen Thema Bohnenkühlung zu Widmen.
Vorschläge hierzu gibt es ja reichlich.
Eine weile habe ich meine Röstungen mit der Staubsaugermethode gekühlt. Diese technik ist simpel und führt auch zu recht ordentlichen Ergebnissen.
Der Riesennachteil für uns: nach ein paar Röstungen fing unser Staubsauger unglaublich an zu stinken. Der Geruch aus muffigem Röstaroma gepaart mit den üblichen Staubsaugergerüchen hat uns einfach so gestört, dass ich seit einer Weile diese technik nicht mehr anwende.
Was aber aus dieser Zeit hängen geblieben ist, ist die Erkenntnis, dass ein zügiges Kühlen der gerösteten Bohnen sich spürbar positiv in der Tasse auswirkt.
Die letzten Monate habe ich dann ganz simpel mit zwei Sieben und hin und her schütten gekühlt. Bis die Bohnen da handwarm sind dauert es aber im Sommer gute 5 Minuten. Mein Eindruck: der Geschmack leidet ebenfalls.
So habe ich mich also heute hingesetzt und eine Kühlung gebaut:
Material:
- Holz - bzw. Mdf Platten
- Eine ausrangierte FlotteLotte (Passiersieb)
- ein alter Topf oder wahlweise etwas anderes was verbastelt werden kann
- Pfannenspritzschutz (1 Euro)
- Aus dem Baumarkt ein Edelstahlgitter, was die Bohnen gerade nicht durchfallen lässt (4 Euro)
- Einbaulüfter
- div. Schrauben
- etwas Silikon, um die Sogwirkung im Kasten zu erhöhen
- alte Schrankgriffe um den Kasten zu tragen
Bis auf den Pfannenspritzschutz und das Edelstahlgitter, hatte ich alle Teile aus den Winkeln des Kellers zusammen gesucht.
Und so geht es:
- Flotte Lotte von allen angeschweißten Halterungen befreien
- im unteren Bereich der FL Löcher für Schraubenaufnahme bohren
- Edelstahlgitter Kreisrund ausschneiden und an die FL anbringen
- beim Topf den Boden abflexen (oder einfach noch so etwas wie eine FL haben, dann kann man sich das flexen sparen)
- Löcher am unteren Rand bohren, um das feinere Sieb daran zu befestigen (Das wird später der Häutchensammler)
- Pfannenspritzschutz ebenfalls in passender Größe kreisrund ausschneiden und an den Topf mittels Schrauben anbringen
- 3 Bretter quadratisch aussägen und jeweils einen runden Ausschnitt für FL, Topf und Ventilator heraussägen
- Bretter für die Seitenwände zuschneiden, dabei muss der Kasten nach unten hin genug Öffnungen für die Abluft haben
- alles zusammenbauen, eventuelle Fugen mit Silikon ausstreichen, um die Sogwirkung des Ventilators zu verbessern
- Den Kasten u.U. mit Tragegriffen versehen
- nach Wunsch ölen und fertig
Arbeitsaufwand: ca. 3-4 Stunden
Materialaufwand: da ich praktisch alles hatte in meinem Fall 5 Euro
Hier nun ein paar Bilder:
Der erste Test heute: 270 gr. Rohbohnen geröstet bei einer Küchentemperatur von 26 Grad, dann in den Bohnenkühler gepackt, nach ca. 30 Sekunden hatten die Bohnen keine spürbare Eigenwärme mehr.


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