Hallo an Alle!
Nach einem Kurzauftritt vor einigen Jahren hier, (Kaffeemühlen Umbau und Röster Selbstbau) folgte die aprupte Abstinenz vom hiesigen Forum. Es ergab sich halt dass ich in unmittelbarer Nähe einer Rösterei meine neue Wohnung fand. Damit waren die D.I.Y Ideen erst mal vom Tisch.
Allerdings habe ich seit diesen Tagen (bald 5 Jahre ist es her) ein kleines Säckchen äthiopischen Arabica im Küchenschrank (mittlerweile unbekannter Herkunft *grins). Ganz vergessen habe ich den ja nie aber die Bequemlichkeit und die gute Qualität der Kaffee's vom Röster verhinderten einfach die angemessene Beschäftigung mit den Bohnen im Schrank.
Doch nun ist es doch soweit gekommen. Es gab nur einen zwingenden Grund: Ich hatte am Samstag Abend keinen ordentlichen Kaffee im Haus! ...Vollkommen vergessen welchen zu besorgen.
Da ich (wenn es mich denn packt) großen Spaß am Improvisieren habe, dazu so einige Sammelsurien an Material, Werkzeug und Pipapo, wurde nach 3..4 Stunden probieren und basteln folgende Variante für mehr als ausreichend befunden...
Nach einigen Röstaktionen kann ich auf Thermometer und Heißluftpistole verzichten. Es geht auch ganz hervorragend ohne Schnickschnack! Wenn man gut zuhört und sich auf die Nase verlässt hat man die Sache, auch so, gut im Griff . Eine kleine, sehr nützliche, Modifikation hat noch Einzug gehalten, mehr dazu am Ende des Beitrages.
Um den "Röster" in Aktion nicht nur für mich zu behalten, habe ich mal gleich eine eine kleine bebilderte Anleitung zurecht gemacht. Ich hoffe der Einen oder dem Anderen hiermit eine Hilfe bzw. "Inspiration" zu geben.
So, und ab geht's ...
Aufheizen die Erste (Bild links), das Thermometer (Messspitze ist ca. 2mm über dem Boden) geht ganz schön hoch bevor das Thermostat die Kochplatte (1500 Watt) abschaltet.
Es folgt anschließend Aufheizen zum Zweiten (Bild rechts). Stellung des Knopfes auf Maximal gelassen, allerdings ist nun das Gehäuse der Platte auch entsprechend warm, auf Arbeitstemperatur sozusagen. Die Platte hat sich gerade abgeschaltet und wurde gleich auf Stufe 5 (von 7) gestellt. Dieser Wert ist natürlich individuell (Bohnen/Pfanne/Platte) Nach 2..4 Röstungen hat man sicher den optimalen Wert gefunden.
Und sofort nach dem Abschalten den Kaffee rein! Aber nicht zuviel, wenn der Pfannenboden eher lückenhaft bedeckt ist sind es schon genug. Wie zu sehen fällt die Temperatur nun auffällig. Jetzt, trotz Temperatursturz, alle ca. 10..15 Sekunden die Bohnen 1..2 mal schwenken, den Deckel dabei natürlich festhalten.Das macht denn 1..2 Sekunden keinen Kontakt der Pfanne zur Platte, ist aber kein Problem.
Wer sich übrigens fragt was mit "schwenken" gemeint war: Die Pfanne schräg halten (hängen lassen) und dann mit etwas Schwung wieder hoch holen (wippen) dabei zum Körper ziehen.
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Nun fängt es laut zu knacken an. Die Platte ist immer noch aus bzw. warm genug. Das hält bei mir ungefähr 10 Minuten, dann schaltet sie sich automatisch ein (Stufe 4 1/2) und heizt bis etwa 5 1/2 laut Skala am Drehknopf.
Wenn die Knackserei der Bohnen weniger wird sollte man die Platte einfach von Hand hochdrehen. Und dran denken - immer schwenken! Sonst gibt es "Brandflecken" und unnötiges Gequalme.
Wenn es nun anfängt zu räuchern wird es Zeit den Deckel zu lüften und die teilweise gelösten Häutchen hinaus zu befördern. Entweder per Heißluftpistole wegblasen lassen (aber nicht zu nah ran sonst sind die Bohnen raus) oder einfach hinein pusten. Ich puste sie einfach kurz weg. Die paar Sekunden Frischluft machen keine Probleme. Wenn die Bohnen schon glänzen muss man die Temperatur verringern. Z.B. die Pfanne etwas schräg aufsetzen oder einen Spalt (2..5 mm - einseitig reicht) zwischen Platte und Pfanne lassen.
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Finale... das Geknackse ist leiser geworden und gleichmäßiger. Jetzt ist es wichtig die Bohnen nicht ankokeln zu lassen. Die Temperatur kann ruhig etwas schwächer werden. Die Kerben/Spalten der Bohnen sind Teilweise noch sehr hell und einige "Albinos" sind zu entdecken. Dem Ganzen auch noch Farbe zu verpassen heißt man muss einfach noch etwas warten. Ich mache immer erst Schluss wenn die Kerben/Spalten auch (überwiegend) Farbe haben. Das dauert weniger als 5 Minuten.
Zwischendurch mache ich schon mal Platz für das Kühlblech. Ein Trick um das Blech kühl zu halten: einfach einen nassen Lappen (flächig) unter das Blech zu legen. Ein wenig hinein pusten ist auch ganz sinnvoll - sorgt für Bewegung und lässt die letzten Häutchen gleich verschwinden. Nach 2..3 Minuten sind die Bohnen nur noch handwarm.
... Fertsch !
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Nun zur Modifikation, da mir die Bohnen, trotz schwenken, (prinzipbedingt) teilweise schwarz wurden, brauchte ich einen Abstandshalter oder so.
Die Lösung ist ein feines Streckblech (gibt es in besseren Baumärkten) für weit unter 10,- Euro. Es ist mit etwas Kraftaufwand gut von Hand in Form zu bringen und lässt sich gut mit einer (stabilen) Haushaltsschere zurecht schneiden. Es hat bei mir etwa 1..2 mm Abstand zum Pfannenboden (das hat sich so ergeben beim einklemmen am Pfannenrand). Seit dem Gitter lässt es sich wesentlich entspannter rösten !!! Und keine schwarzen Bohnen mehr.
Noch paar Bemerkungen...
!!! Die Pfanne sollte unbeschichtet sein (kein Teflon etc.). Der Gesundheit zu Liebe !!! Die Temperatur ist beim Aufheizen stellenweise über 600 Grad Celsius.
Das Streckgitter sollte aus einfachem/unbehandelten Stahl oder Edelstahl sein. Rost ist nicht schädlich - sieht einfach nur doof aus !
Der Deckel (Bild unten) ist vom Plastik-Knauf befreit. Das geschah wegen der hohen Temperatur. Ersatz ist ein Stück des "Griffes" eines billigen Schneebesens. Es wurde am unterem Ende etwas aufgedreht (vergrößert) damit es nicht nach oben durchrutschen kann. So lässt sich der Temperaturfühler in der Pfanne postieren ohne den Deckel zu öffnen.
Ja...
Soweit dazu. Ich hoffe es ist interessant und kurzweilig. Wenn Fragen - denn fragen! Tipp's etc. sind natürlich auch willkommen.
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Grüße aus B und guten Rutsch vorab, Sven
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