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  1. #1
    coffeeslave ist offline Benutzer
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    Standard Filmtipp: "Black Gold" bzw. Aufruf: Kauft Fairtrad

    Habe gestern gerade den Film "Black Gold" gesehen und bin immer noch schwer beeindruckt.
    Die Dokumentation beleuchtet viele Seiten des Phänomens Kaffee aber beschäftigt sich hauptsächlich mit den Problemen, welche der (fast monopolisierte) Kaffeehandel für die Farmer in den Ursprungsländern (in diesem Film ist es Äthiopien) mit sich bringt.
    "Hauptperson" ist der Vorsitzender einer äthiopischen Kooperative, der versucht durch Ausschalten der Zwischenhändler für "seine" Bauern ein besseren Kaffeepreis zu bekommen, um so den Farmern eine Möglichkeit zu bieten genug zu Essen, trinkbares Wasser und Bildung für deren Kinder zu erwirtschaften bzw. auch die Zerstörung der Kaffeeplantagen zugunsten der Droge "Chat" zu verhindern.

    Aber es werden z.B. auch Ausschnitte aus der Illy-Rösterei, vom ersten Starbucks in Seattle oder der WBC gezeigt (die natürlich ziemlich dekadent wirken, wenn sie direkt vor oder nach hungernden Kindern gezeigt werden)

    Hochinteressant! Und für jeden Espressoliebhaber eigentlich Pflicht.

    Mehr unter: http://www.blackgoldmovie.com/

    Ich werde - nachdem ich diesen Film gesehen habe - verstärkt Bohnen mit dem "Fairtrade" Label oder ähnlichem verwenden.
    Schade, dass es in Deutschland (noch?) wenig Röster gibt, die hochklassige Bohnen anbieten, welche "Fair" gehandelt sind, bzw. direkt für einen guten Preis von den Farmern gekauft werden. Die "Amis" sind da weiter (Counterculture Coffee, Intelligensia, Zoka).

    Außerdem spiele ich mit dem Gedanken, an Coffeekids zu spenden, um den "Schaden" den ich durch nicht-fair gehandelte Bohnen (die aber so gut schmecken, dass ich sie einfach kaufen muss ) "auszugleichen".
    Infos zu Coffeekids: http://www.coffeekids.org/

    Grüße,

    coffeeslave
    Vibiemme Domobar - Anfim Best - TORR Tamper

  2. #2
    dole ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Hallo,

    ich habe den Film auch schon gesehen.

    Teilweise ist der Film sehr überspitzt, zeigt aber grundlegende Problematiken in der Kaffeewirtschaft auf. Allerdings muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass Kaffee der zweitmeistgehandelte Rohstoff weltweit ist. Was nicht bedeutet, dass es die bestehenden Gesetzmäßigkeiten besser macht. Aber man beachte nur mal die Ölwirtschaft, wie die mit ihrem Hoheitsrecht umgeht.

    Bei Kaffee liegt es allerdings ein bisschen anders, da ja am stärksten die Kaffee-Farmer unter dem Preisdumping leiden.

    Zum Thema illy und Starbucks:
    Laut Regisseur haben sie diese Firmen gezielt eingesetzt, um zu zeigen, dass der äthiophische Kaffee sehr hochwertig ist und auch große, sehr bekannte Röster diese verwenden bzw. direkt beziehen, wie es bei illy der Fall ist. Von Dekadenz würde ich in diesem Fall nicht sprechen.

    Zum Thema Fairtrade:
    Was der Film sehr gut deutlich macht ist, dass auch wir Konsumenten in den Industrieländern etwas ändern können - nämlich durch unseren Konsumstil. Diese Thema wird ja momentan eh in Deutschland stark diskuktiert, was ich für sehr sinnvoll halte.
    Wünschenswert ist es, dass wir als Konsumenten zu Fairtrade Kaffee (und anderen FairTrade Produkten) greifen, um damit unsere "Macht" zu nutzen.
    Aber genauso wie es mit den frisch gerösteten Bohnen ist (die meist teurer sind als die von den Großröstern), gibt es immer noch genug Leute, die bei den billigen Varianten zugreifen. Daher werden auch "nur bedingt" Massen von Konsumenten zu den FairTrade Kaffees greifen.

    Zu guter Letzt sollte man aber nicht vergessen, dass es trotz FairTrade Gedanken trotzdem darauf ankommt, das die Bohnen von guter Qualität sind!

    Man könnte nun aber den Rückkehrschluß bilden und sagen:
    Indem man den FairTrade Kaffee kauft, unterstützt man die lokalen Bauern, die wiederum können sich eine bessere Ausbildung leisten bzw. werden geschult, was schlußendlich eine bessere Qualität des Kaffee mit sich bringt.
    Hoffen darf man.

    Gruß
    Dole

  3. #3
    coffeeslave ist offline Benutzer
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    Habe mal eine Übersicht über Fairtrade Bohnen erstellt:
    http://www.kaffee-netz.de/board/view...=126811#126811
    Vibiemme Domobar - Anfim Best - TORR Tamper

  4. #4
    Holger Schmitz ist offline Moderator
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    Shit, das wollte ich auch gesehen haben, gestern war der Termin in Mönchengladbach ...

  5. #5
    dole ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    hallo,

    hier noch eine Ergänzung zum Thema:

    Nicht nur Fairtrade, sondern auch ein gezielter Umgang mit Kaffee ist wichtig -
    "Coffee waste calculator"

    http://www.dzignism.com/projects/cof.../?z00m=9407822

    Gruß
    Dole

  6. #6
    la_fusch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo,

    einer, der die Sache recht konsequent angeht ist Paul Katzeff.

    http://www.thanksgivingcoffee.com

    Gruss aus dem sonningen Kalifornien,

    Markus
    Isomac Relax, Cunill El Cafe Tranquilo; Superquick 0650, Demoka 205, QM 5000a, FE-AR la peppina

  7. #7
    Walter_ ist offline Moderator
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    Hier noch zwei weitere Links:

    http://www.oxfam.de/a_631_aktuell.asp?id=114
    http://diegesellschafter.de/filmfestival/film.php?fid=2


    Den Film gibt's übrigens als DVD (bei Amazon.ca)...

    Ich hab gestern abend die DVD bekommen und gleich angeschaut. Ich war auch ziemlich beeindruckt, obwohl teilweise sehr schwarz/weiß gezeichnet wurde. Die wirklich großen Fische (Kraft, Nestle, Procter & Gamble , Sara Lee aber auch Tchibo) kamen außerdem weitestgehend "ungeschoren" davon. Krass verzerrt war aber auch die Preisgegenüberstellung von einem Kilo Rohkirschen (0,18€) und 80 Tassen *$ Gesöff (die man aus einem Kilo Kaffee machen kann, nämlich 170€)...

    Trotzdem wird mein persönliches Engagement weniger in Richtung organisiertes FairTrade gehen, da ich es letztlich nicht für gut halte dem Kaffeepreis einfach eine Art Sozialabgabe anzuhängen, eigentlich ohne Bezug zum Produkt selbst.

    Ich finde es wesentlich besser, wenn ein direkter Bezug zur Qualität des Produktes hergestellt wird. Wenn dann der Erzeuger ein Vielfaches des im Film genannten Preises (2Birr je kg Kirschen, das sind ca 0,18€) für eine Top-Qualität bekommt, ist das deutlich mehr als die üblichen FairTrade Tarife und gleichzeitig wird das Bewußtsein geweckt, daß es sich nicht um Almosen handelt sondern daß das einfach ein fairer Preis für eine gute Qualität ist. Bei einem möglichst direktem Vertriebsweg ließe sich das in Zukunft sogar ohne krasse Preissteigerung des Endproduktes verwirklichen...
    fa' zoccu hai di fari e li fatti d'àutru nun guardari....

  8. #8
    coffeinist ist offline Benutzer
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    Standard Re: Filmtipp: "Black Gold" bzw. Aufruf: Kauft Fair

    Zitat Zitat von coffeeslave
    Außerdem spiele ich mit dem Gedanken, an Coffeekids zu spenden, um den "Schaden" den ich durch nicht-fair gehandelte Bohnen (die aber so gut schmecken, dass ich sie einfach kaufen muss ) "auszugleichen".
    Infos zu Coffeekids: http://www.coffeekids.org/
    Deine Logik verstehe ich irgendwie nicht. Das ist wie früher der Ablasshandel bei der katholischen Kirche.

  9. #9
    lukask ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Ein interessanter Gegenpunkt dazu, den Walter auch schon anschnitt, ist zur Zeit auf http://www.toomuchcoffee.com/ auf der Startseite zu lesen. Vielleicht mal was zum Nachdenken?

  10. #10
    Walter_ ist offline Moderator
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    Standard

    Ich habe vor die DVD zum Boardtreff mitzubringen, dann kann sich jeder den's interessiert den Film anschauen und sich sein eigenes Urteil bilden.

    Steve's Artikel auf TMC hat im dortigen Forum eine angeregte, und doch auch kontroversielle, Diskussion ausgelöst: http://toomuchcoffee.com/index.php?n...ewtopic&t=5337

    Ich lese übrigens g'rade das Buch Black Gold - A Dark History of Coffee von Antony Wild, eine gleichermaßen interessante wie spannende Lektüre u. a. auch zum Thema Ungleichverteilung...
    fa' zoccu hai di fari e li fatti d'àutru nun guardari....

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