Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    Noel ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Der Artikel gibt Antworten auf folgende Fragen:

    Was für Versprechen stecken hinter diesen Siegeln und welche davon werden tatsächlich eingehalten? Wer vergibt eigentlich die ganzen Gütesiegel und was bedeuten sie? Und habe ich beim Kauf eines Siegel-Produktes dann wirklich 100 Prozent fair produzierten und gehandelten Kaffee vor mir?
    Quelle: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Ich fand den Beitrag äußert informativ.

  2. #2
    Torre ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Ja, eine gute Darstellung. Ob grundsätzlich die nicht aufgeführten Siegel schlechter sind, ist eine andere Frage.

    Und eine wichtige Frage, wird gar nicht angesprochen. Wenn der Mehrpreis für FairTrade/Organic 50 USCents/lb ist ( Fairtrade International (FLO) / Standards / Minimum Price and Premium information ) - der Minimum Preis dürfte im Augenblick keine Rolle spielen -, entspricht dies etwa 1,10 USD/kg oder etwa 85 Euro Cent, was dann auf etwa 1 €/kg beim gerösteten Kaffee kommt. Das ist dann der Anteil den der Pflanzer bekommt.

    Nun stellt sich die Frage, warum ist der Kaffee etwa 1,50 €/500 g teurer als herkömmlicher Röstkaffee und wo bleiben die anderen 2 €/kg?

    Diese Frage ist vielleicht im aktuellen Schrot & Korn (11/2011) S. 73 beantwortet. Daraus ergibt sich, dass für Verarbeitung und Verpackung 69 Cents (alle Werte bezogen auf 500 g) anfallen. Dazu kommt ein Wiederverkäuferaufschlag von 1,27 Euro, aber für Gepa Kosten, Zertifizierung und Siegel 1,51 €. Da stellt sich dann doch die Frage, wenn der Pflanzer pro 453 g 50 USD Cents bekommt, steht das nicht in einem krassen Gegensatz zu dem Aufwand des ganzen. Ist es wirklich fair, dass die Organisation etwa das 4 fache kostet. Für wen ist das nachhaltig?

    Eine kurze Gegenrechnung des angenommenen Rohkaffeepreises 2,47 €/500g (ohne Röstverlust) ergibt einen Rohkaffeepreis je lb. von ca. 312 US Cents (nach Abzug des Mehrpreises). Der übersteigt eigentlich auch das Maximum der letzten 12 Monate, allerdings könnten da auch Transport, Handlings- und Lagerkosten enthalten sein. Dann käme es in ein plausible Größenordnung.

  3. #3
    Indigo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Zitat Zitat von Torre Beitrag anzeigen
    Da stellt sich dann doch die Frage, wenn der Pflanzer pro 453 g 50 USD Cents bekommt, steht das nicht in einem krassen Gegensatz zu dem Aufwand des ganzen. Ist es wirklich fair, dass die Organisation etwa das 4 fache kostet. Für wen ist das nachhaltig?
    Viele Zahlen. Nach der 10. oder so bin ich ausgestiegen.

    Wie hoch ist denn der Betrag, den ein nicht-fair bezahlter Pflanzer bekommt und wie hoch ist dann dort der Skalierungsfaktor bis der Kaffee in deiner Mühle landet?

    (Wenn man mit gesundem Menschenverstand an "Nachhaltigkeit" dran geht, dann muss man aber vermutlich eh konstatieren, dass etwas, das aus Indien oder Peru nach Europa geschafft wird niemals nachhaltig sein wird...)

  4. #4
    silverhour ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Der Artikel gibt Antworten auf folgende Fragen:

    Quelle: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Ich fand den Beitrag äußert informativ.
    Ja, interessant und informativ. Auch wenn das Thema für den Kaffeeinteressierten nicht ganz neu ist und - leider, leider - auch nicht so schön schwarz-weiß wie es eigentlich sein sollte.


    Wenn der Mehrpreis für FairTrade/Organic 50 USCents/lb ist [...] entspricht dies etwa 1,10 USD/kg oder etwa 85 Euro Cent, [...] Das ist dann der Anteil den der Pflanzer bekommt.

    Nun stellt sich die Frage, warum ist der Kaffee etwa 1,50 €/500 g teurer als herkömmlicher Röstkaffee und wo bleiben die anderen 2 €/kg?
    Die Antwort ist die von Indigio schon angesprochene Margen-Skalierung: Händler berechnen ihre Zuschläge nicht in absoluten Beträgen, sondern in Prozenten. Mit steigenden Preisen steigen natürlich auch die absoluten Margen der Händler... Bsp:
    A) EK 5€/kg + 20% => 1,00€ Marge => VK 6,00€/kg
    B) EK 6€/kg + 20% => 1,20€ Marge => VK 7,20€/kg
    Und das Spiel wiederholt sich bei jedem Zwischenverkauf und der Mehrpreis schraubt sich nach oben.

    Provokant gesagt: Händler können am FairTrade gut verdienen.


    Ob grundsätzlich die nicht aufgeführten Siegel schlechter sind, ist eine andere Frage.
    [...]
    Ist es wirklich fair, dass die Organisation etwa das 4 fache kostet. Für wen ist das nachhaltig?
    Ein "Siegel" selber hat eigentlich nur dann einen Sinn, wenn die Kriterien dahinter "auditierbar" sind - es muß recht schnell und einfach geprüft werden können, ob das Siegel auch das hält, was es verspricht. Alles andere wäre "nur" ein Marketing-Gag für eine Selbsterklärung.

    Das eine Organisation, die nicht nur Siegel und Zertifikate vergibt, sondern vor allem auch prüft, ob die Kriterien eingehalten werden, Geld kostet, müßte eigentlich selbstverständlich sein.
    Ob einem das Siegel den Preis wert ist, ist eine andere Frage. Beim Kaffee gibt es mittlerweile eine Reihe von Händlern und Röstern, die diesen Preis nicht mehr bezahlen wollen und auch sonst intensive Kritik an der "FairTrade" Organisation üben.

    Grüße, Olli

  5. #5
    kailash ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    [QUOTE=

    Nun stellt sich die Frage, warum ist der Kaffee etwa 1,50 €/500 g teurer als herkömmlicher Röstkaffee und wo bleiben die anderen 2 €/kg?
    [/QUOTE]

    die streift sich der röster ein und fliegt damit dreimal im jahr auch die seychellen damit er keinen kaffee mehr sehen muss und ihm in dieser zeit solche freds erspart bleiben

    schon mal überlegt , daß zertifizierte rohkaffees anderen bestimmungen unterliegen ? daß damit ein riesengrosser logistischer mehraufwand betrieben werden muss (transportrichtlinien, siegelkosten , zertifizierte lager, röster etc ? ja, das siegel kostet und das siegel zahlt der kunde ! daher kaufen etliche röster bio oder auch fair ein, aber verzichten bewusst auf diese siegelpolitik und daß ein händler seine marge zum leben braucht ist wohl klar - dies bedeutet ,daß wenn seine kapitaleinsatz steigt auch die marge im gleichen masse mitsteigen muss . alles andere wäre praktizierte nächstenliebe und würde auf dauer seinen betrieb in den ruin führen

    silverhour: provankt ist lediglich dein mangelndes wissen für betriebswirtschaftliche zusammenhänge bzw kommt in einer anderen lesart die übliche geiz ist geil mentalität durch.

    wenn ich eurer logik folgen würde so würde ich auch behaupten , daß bio- kaffee günstiger sein muss, da der bauer sich das geld für das gift spart und seltener zwischen den sträuchern rumkriechen muss ? ist doch so oder ?

  6. #6
    Torre ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Zitat Zitat von kailash Beitrag anzeigen
    silverhour: provankt ist lediglich dein mangelndes wissen für betriebswirtschaftliche zusammenhänge bzw kommt in einer anderen lesart die übliche geiz ist geil mentalität durch.
    Nun, nach meinerf Meinung ist es unstrittig, dass der Einzelhändler an FairTrade eine größere Marge hat, als am hekömmlichen Kaffee und wahrscheinlich auch eine höhere als der Pflanzer. Das ist dann fair und nachhaltig? Machen wir FairTrade also indem wir den Vorteil für den Pflanzer vermarkten, aber in Wirklichkeit durch diese Marketingmaßnahme unseren Einzelhandel stützen?

    Zitat Zitat von kailash Beitrag anzeigen
    wenn ich eurer logik folgen würde so würde ich auch behaupten , daß bio- kaffee günstiger sein muss, da der bauer sich das geld für das gift spart und seltener zwischen den sträuchern rumkriechen muss ? ist doch so oder ?
    Das nun wieder würde ausblenden, dass der Ertrag zusammenbricht und der Pflanzer pro Hektar weniger Einkommen hat. Natürlich hat er auch weniger Arbeit, wie Du schon erwähnst und er muss ja auch nicht soviel pflücken. Ich bezweifle, dass ihn das glücklich macht. Aber das hatten wir hier schon mal.

  7. #7
    silverhour ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

    Zitat Zitat von kailash Beitrag anzeigen
    silverhour: provankt ist lediglich dein mangelndes wissen für betriebswirtschaftliche zusammenhänge bzw kommt in einer anderen lesart die übliche geiz ist geil mentalität durch.
    Och, ich glaube mein Wissen über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge kann sich durchaus sehen lassen.

    Und genau deswegen bin ich bei einigen Punkten etwas kritisch: Zertifikate und Prüfungen auf Einhaltung von Standards kosten Geld und müssen auf den Preis aufgeschlagen werden, keine Frage. Aber dürfen die Mehrkosten für das Prüfen auf Einhaltung von fairen Preise höher sein als der Mehrpreis, der als fair angesehen wird? Meines Erachtens nicht, da würden sonst die Großenordnungen nicht stimmig sein.
    Gigantische Mehrkosten für spezielle Logistik etc. kann ich mir kaum vorstellen, durch die Zertifizierung werden die Bohnen nicht zum Gefahren- oder High-Value-Gut. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren...
    Bei traditionell gehandeltem Kaffee entsteht ein Großteil des Endpreises durch Margen, die verschiedene Zwischenhändler aufschlagen. Bei FairTrade sollten solche wenig produktiven Handelsschritte eigentlich deutlich reduziert werden - ein Kompensation der höheren Preise für Hersteller müßte so zu mindest teilweise möglich sein. Warum höhere Preise für Hersteller dann aber doch ab und an mit Faktoren von x2 oder x3 durchberechnet werden sollen, will mir einfach nicht einleuchten..

    Grüße, Olli

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