3rd Wave Röster und Röstungen

Diskutiere 3rd Wave Röster und Röstungen im Bohnen und Kaffee Forum im Bereich Rund um die Bohne; Ein neuer Lot von Schön Kaffee, der zwangsläufig im Dripper landen muss :) Wie dieser nun abschließend überzeugt und mundet, soll nachfolgende...

  1. #1721 Mr. Crumble, 10.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    Ein neuer Lot von Schön Kaffee, der zwangsläufig im Dripper landen muss :) Wie dieser nun abschließend überzeugt und mundet, soll nachfolgende Auswertung sicherstellen. Vorab sei lediglich angemerkt, dass er es zu Recht in den 3rd wave Thread geschafft hat. Es handelt sich um nachfolgende Variation:

    Schön Spezialitätenrösterei (EST 2017) - Guatemala, Pache San Ramón (Común)

    Angaben vom Röster:
    Arabica Varietät: Pache Común (San Ramón)
    Anbauhöhe: 1900-2100 Meter
    Erntemethode: Handgepflückt (selctive Picking)
    Ernte: 2016 / 2017
    Aufbereitung: trocken aufbereitet (natural)
    Farm: Finca el Morito
    Importeur: Christof Feichtinger - Café de Guatemala

    Sensorial information:
    Cupping score: 88

    tasting notes: strawberry and blackberry, sweet with a light body
    20180408_111158.jpg


    brew equipment:
    kettle: Hario Buono (copper)
    Pour Over dripper:
    Aeropress:
    20180408_105619.jpg
    Chemex 3-Cup:
    20180408_153432.jpg
    Timemore MomoCat:
    20180408_154443.jpg
    Hario V60 (01):
    20180410_075118.jpg
    Goat Story Gina:
    20180408_105741.jpg
    server: Hario, Timemore,
    scale: Hario Scale, Acaia Pearl
    manual coffee grinder: Comandante C40 (NB)

    brew-advices:
    AeroPress:
    18g->250ml; 1:eek:omin Brühzeit incl. 30s Bloom für 40ml bei 85 Grad Celsius und 20s Pressen.
    Comandante C40 (NB) bei 22 Klicks
    Chemex:
    20g->330ml;3:40min incl 40s Bloom für 90ml bei 92 Grad Celsius, C40 (NB) bei 24 Klicks
    Timemore MomoCat: [Flash-Chilled Pour Over]
    20g mit 110g Eis und 220ml Wasser, 21Klicks mit der Comandante C40 NB bei 97 Grad Celsius
    Hario V60(01):
    16g->250ml; 2:25min incl. 30s Bloom für 3ml bei 93 Grad Celsius, C40 (NB) bei 21 Klicks
    Goat Story Gina:
    Screenshot_20180408-104154.jpg

    Geschmack:
    Nachdem ich in den letzten Monaten kaum eine Guatemala Röstung in den Bereitern hatte, die mich durchweg überzeugen konnte, so ging ich auch an diesen Kaffee eher mit einer gewissen Skepsis heran. Wie sich aber nachweislich zeigen sollte, waren meine Sorgen unbegründet! Denn schon beim ersten Brühen mit der AeroPress hat mich diese Varietät in ihren Bann gezogen und eigentlich auch nicht mehr so schnell losgelassen.
    Grundsätzlich zeigt der Kaffee schnell auf, wie wunderbar und flexibel/komplex er sein kann. Insgesamt hat er leichte Tendenzen zu einem Vertreter aus Äthiopien. In der Tasse landen vor allem (dunkle) Beerennoten, die durch einen leicht floral betonten Unterbau getragen werden. Dies wird ergänzend durch eine leichte/seichte Säure unterstützt, die ihre richtige Stärke aber erst im Abklang bemerkbar macht, wenn diese dann noch schön im Mundbereich nachwirkt. Da der Körper hier sehr leicht ausgeprägt ist (und kaum wahrnehmbar) kann sich die Zunge auf die auflaufenden Beerennuancen im Zusammenspiel freuen. Der Kaffee verzaubert die Zunge vor allem mit Noten aus Brombeere, Johannisbeere, Himbeere und Erdbeere. Sofern man ein wenig zwischen den einzelnen Beeren sucht, so wird man auch eine süße Kirsche finden, die den Beeren wunderbar entgegenstreben kann. Gerade im Brühverfahren mit der AeroPress entwickelt sich ein kleiner (Nuancen)Kampf zwischen Erdbeere und Kirsche; einfach herrlich diese „Auseinandersetzung“ verfolgen zu können.
    Als erwähnenswert gilt in meinen Augen jedoch auch die Süße, die den Guatemala begleitet. Für einen guten Natural bietet dieser eine gute Süße und spielt diese dann auch in der Präsentation mit den Beeren aus. Somit wirkt die Süße noch präziser/direkter; eine sehr fruchtige Süße, die mir persönlich sehr gut gefällt.
    Abschließend sei noch erwähnt, dass sich der Kaffee in seiner Reife noch geschmacklich etwas verändert. Mit zunehmender Reife verliert er merklich an Säure. Des einen Freud ist auch des andern Glück, denn durch diese Reife gewinnt der Kaffee schlussendlich auch an Balance und Ausgeglichenheit. Im Abgang sind nun leichte Nuss-Aromen erkennbar und die Schokoladennote tritt -bei kühler werdenden Kaffee- dann auch etwas intensiver ins Licht. Eine Schokonote, die durchaus einer leichten Praline gleichzusetzen ist.
    Der Kaffee hat mich bisher sehr begeistert und ich bin mir gewiss, dass er auch euch begeistern wird. Wie die anderen Filterkaffees von Schön ist der Kaffee sehr angenehm in allen Bereitern zu brühen und das Ergebnis ist schön klar, fruchtig und dabei mild. Lasst euch verzaubern und die Beeren auf euren Zungen tanzen.

    Mein Geheimtipp ist hier die Zubereitung in der AeroPress bei Temperaturen um die 82-85 Grad Celsius; recht frisch nach Röstung bezogen (ab 4. Tag nach Röstung), um die Kirsche mit der nötigen Säure im Kampf gegen die Erdbeere zu unterstützen.
    20180408_110129.jpg 20180408_110815.jpg 20180408_111129.jpg

    Fazit:
    Der Guatemala hat mich echt überzeugt; vor allem in der AP und mit einem Bezug zeitnah nach der Röstung (so dann mit der entsprechender Säure). Er ist vielleicht floral nicht ganz so gut wie ein La Cabra und früchtetechnisch reicht er nicht ganz an die Inposanz anderer Röster, aber er ist super ausbalanciert und bietet traumhaften Nuancen, die wunderbar zueinander passen. Der Preis ist mit unter 9 Euro etwas teurer als die bereits angebotenen Filterkaffees von Schön Kaffee, aber durchaus gerechtfertigt. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung zu dieser Bohne und dem entsprechenden Röstprofil. Je nach Vorlieben des Verkostens kann der Kaffee früher oder später ausgetestet und getrunken werden. Let’s have a try ;)

    Mr. Crumble
     
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  2. #1722 Geschmackssinn, 10.04.2018
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2018
    Geschmackssinn

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    ich glaub das ist der gleiche, den ich ausm 'NANO' hatte...
    aufgrund mangelnder Erfahrung mit brühen und inadäquater Mühle, konnte ich den zu Hause nicht gut reproduzieren...da gings in der R58 besser.

    Im NANO schmeckte ich vor allem eine Pflaume und milden Schwarztee (ähnlich wie bei lieblichen Pflaumenwein, den man beim Asiaten bekommt)
    (dort gemahlen mit EK43, gebrüht mit V60)

    Da ich aber noch so viel dunkles für den ST rum liegen habe und mein Magen momentan nicht sooo viel Kaffee verträgt, muss ich erstmal 'helles' Fasten [emoji53]

    guten Durst allerseits!

    Tapagetalked

    Edit:
    meine Sette hat die Bohnen geschafft, aber man hat deutlich den Unterschied gehört, wie viel schwerer sie es hat...
     
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  3. #1723 Mr. Crumble, 10.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    @Geschmackssinn ich glaube, dass hellere Roasts mehr auf den Magen gehen aber sofern es diesbezüglich Probleme gibt, kann ggf. Iberogast helfen ;) So als kl. Tipp von nem Vieltrinker :D

    Mr. Crumble
     
  4. #1724 Geschmackssinn, 10.04.2018
    Geschmackssinn

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    lol, Danke! [emoji1]
    aus dem Grund lasse ich ja auch vor allem 'light Roast' weg...
    ich gehe das Problem gerne an der Ursache an (wenn möglich), nicht nur die Symptome glatt bügeln.

    OT:
    Ich und mein Arzt sind sich nicht sicher was es ist (eigentlich 'Magen untypische' symptome) aber vorsichtshalber übertreibe ich mal mit garnichts, was irgendwie anstrengend für das gesamte Magen-Darm-Systhem sein könnte (Fett, Koffein, Völlerei... Alk.+Nikotin nehm ich eh nie...)

    Tapagetalked
     
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  5. chortya

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    Das kann ich nicht bestätigen. Mein Magen reagiert schlecht auf dunkle Röstungen (Sodbrennen), die Säure der helleren Röstungen macht mir nichts aus.
     
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  6. mat76

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    Pflaume bzw Pflaumenwein!!! Du hast rech! Danke! Ich bin echt nicht drauf gekommen, da ich Pflaume allergiebedingt nicht essen kann, aber es geht ganz klar in Richtung Pflaumenwein.
     
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  7. #1727 Mr. Crumble, 13.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    Nach langer Zeit teste ich mal wieder einen Kaffee von den Bonanza Coffee Heroes/Roasters aus Berlin. Daher sollte es etwas Besonderes sein, so dass ich mir eine recht hochpreisige Limited Selection (35,- €/250g) ausgewählt habe. Ob und wie dieser Kaffee zu überzeugen wusste, soll nun nachfolgender Bericht zeigen:

    Bonanza Coffee Roasters- El Injerto (LE), Huehuetenango, La Libertad, Guatemala
    20180404_113906.jpg


    Angaben vom Röster:
    Region: Huehuetenango, La Libertad, Guatemala
    Variety: Pacamara
    Processing: Fully Washed
    Roast: Filter (Medium-Light)

    tasting notes: Tropical Fruits. Apricot. Maple Syrup. Voluptuous.
    20180404_133651.jpg 20180404_134135.jpg


    brewing equipment:
    kettle: Hario Buono (copper)
    pour over dripper:
    Chemex 3-Cup:
    20180404_133914.jpg
    Goat Story Gina:

    20180404_132710.jpg
    AeroPress:
    20180404_114219.jpg
    server: Trendglas Jena, Chemex Mug
    scale: Acaia Pearl, Hario Scale
    manual coffee grinder: Comandante C40 MKIII (NB)

    Wissenswertes:
    El Injerto hat sich in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf für die Herstellung außergewöhnlicher Kaffees erarbeitet. Sofern man die Ergebnisse/Auszeichnungen der letzten Jahre bei den Cup of Excellence Awards anguckt (Cup of Excellence® 2012 – 1st Place Presidential Award (Pacamara), Cup of Excellence® 2013 – 1st Place Presidential Award (Pacamara), Cup of Excellence® 2014 – 2nd Place (Pacamara), Cup of Excellence® 2015 – 1st Place (Pacamara), Cup of Excellence® 2016 – 3rd Place (Pacamara)), so kann man gewiss sein, dass es bei dem vorliegenden Guatemala ebenfalls um eine sehr gute Bohne handelt.

    Geschmack:
    Und ja, es handelt sich bei diesem Guatemala ebenfalls um eine Pacamara Varietät. Wenn man das Bag öffnet, erwarten einen nicht nur würzige, frische, leicht fruchtige nasale Eindrücke.. nein, es stechen einen auch gleich die richtig großen Kaffeebohnen ins Auge.
    Die Vorfreude beginnt eigentlich schon beim Aufbrühen. Denn dann schießen dem Brewer direkt dominante Fruchtaromen in die Nase und bereiten diesen bereits auf das Ergebnis vor. An vorderster Front sind da sicherlich Pfirsich und Papaya zu erwähnen, die auch recht stramm die Zügel im Laufe des weiteren Verkostens nicht locker lassen werden. Aber der Guatemala hat noch viel mehr zu bieten. Hier wird "zwischen den Zeilen lesen/entdecken" zu einem wahrhaftigen neuen Roman. In einem wahren Frucht-Cocktail habe unter anderem noch Noten um Apfel, gelbe Pflaume, Rosinen und Pistazien wahrnehmen können. Darüber hinaus noch eine kleine saftige Mandarine und eine etwas schüchtern wirkende Sauerkirsche. Darüber hinaus kann man recht untergeordnet auch Noten um Schokolade und Ahornsirup identifizieren, die ergänzend lieblich verkosten werden. Der Guatemala hat darüber hinaus auch leicht florale Noten, die man nicht einfach unter den Tisch kehren sollte. Neben einer floralen Süße, gibt es auch ein kleines Blumenblütenmeer und Jasmin zu entdecken. Das Komplettpaket um den Kaffee wird dann abschließend durch eine leichte -und eher zum Abgang hin erst feststellbaren- teeähnlichen Note ergänzt (hier; leichte Schwarzteenote/Ceylon Tee).
    Der Körper ist bei dem Kaffee eher mittelkräftig ausgeprägt und sorgt für einen idealen, ausbalancierten Kaffee, der stets klar in der Tasse landet.
    Die Säure ist raffiniert: sie hat eine mittlere bis kühne Intensität und ist sehr gut definiert.

    Insgesamt also ein Megapaket an Bohne, das es zu entdecken gilt. Von süßen und herzhaften Aromen bis hin zur Komplexität des Kaffees. Diese Bohne wird sehr viele von euch begeistern, also lasst euch nicht durch den Preis abschrecken und gönnt euch auch mal etwas Gutes. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Mich hat der Kaffee überzeugt und ich werde wohl noch den ein oder anderen Kaffee von Bonanza Coffee Roasters ordern und verkosten müssen ;)

    20180404_113955.jpg 20180404_114124.jpg 20180404_133015.jpg

    Fazit:
    Wenn der Preis nicht wäre, würde ich hier eine absolute Kaufempfehlung abnicken. Der Kaffee ist sehr komplex, schön ausbalanciert und hat wirklich klare und gut strukturierte Nuancen. Die Limited Selection hat aber auch ihren stolzen Preis. Ob dieser wirklich notwendig erscheint, muss jeder von euch selbst entscheiden. Für den Preis würde ich den Kaffee wohl nicht noch einmal ordern. Aber er ist wirklich gut!! Vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere User hier doch durch die Rezension angesprochen und testet diese Pacamara Varietät?! Dann auch gerne mit Feedback ;) (@quick-lu , @mat76 @all..vielleicht ja bekannt? Zumindest gab es hier ja schon die ein oder andere Bonanza Röstung..)

    Mr. Crumble
     

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  8. quick-lu

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    Danke für den wieder mal sehr informativen und beeindruckenden Beitrag.
    Mit den großen Pacamara Bohnen hatte ich bisher noch kein richtiges Aha-Erlebnis, waren aber auch noch keine von Bonanza dabei, bisher und wenn, dann immer als Espresso zubereitet.
    Werde mal sehen, was demnächst so alles an Inspiration hier gepostet wird, wenn mich nicht zu viel ablenkt und es den Kaffee noch zu kaufen gibt, vielleicht schlage ich zu.
     
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  9. mat76

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    Ohh @Mr. Crumble bespricht den Bonanza! Da springe ich doch gleich mit auf den Zug, da ich ihn auch gerade hier habe. Ich nehme mein Fazit gleich mal vorweg: ich teile @Mr. Crumble Meinung im Großen und Ganzen. Jedoch habe ich diesen Kaffee nicht ganz so umfangreich ausgetestet wie er. Bei mir fand er "nur" den Weg in die V60 und in den Siebträger und er sorgte für einige Überraschungen.

    Beginnen möchte ich mit der V60:
    Gemahlen habe ich ihn der HG1 mit 16g und einer Brührate von 1:16. Die Temperatur des Wassers lag bei 88 °C. Die Angaben des Rösters zu dem Kaffee hat @Mr. Crumble ja oben schon beschrieben und lasse ich daher hier weg. Überrascht war ich ebenfalls von den sehr großen Bohnen.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Auch mir fiel direkt nach dem Mahlen die fruchtige Note des Kaffee auf, am ehesten dachte ich an Pfirsich und Aprikose.

    [​IMG]

    Hell wie Bohnen wurde auch der Kaffee und damit stieg die Freude.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Und ich wurde nicht enttäuscht. Neben den schon erwähnten Früchten kam beim Genießen noch grüner Apfel dazu. Dezent, aber wahrnehmbar, sehr lecker, sehr bekömmlich. Ganz hinten kam noch eine leicht nussige Note. Ein sehr komplexer Kaffee, der mit abnehmender Temperatur sein Profil auch nocht mal änderte. Die Frucht rückte etwas in Hintergrund und zu dem Hauch der Nuss gesellte sich noch etwas Schokolade/Nougat.

    Damit war klar, dieser Kaffee muss auch als Flat White probiert werden. Auch auch hier überrasschte der Kaffee. Kurz ohne Milch probiert dominiteren hier die Zitrusfrüchte: Limette und Orange voran. Die Spitzen dominieren hier alles. Als Espresso ein rauher, kerniger Kaffee, der einen ordentlichen Punch hat Auch lecker, aber muss man auch wollen.
    Die Parameter hier waren 19g in und 30g out, gemahlen mit der Versalab M3, das ganze in 39s bezogen.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Mit Milch dann ein völlig anderes Erlebnis! Die Frucht ist komplett weg, es dominiern nun auf einmal die Nuss- und Schokoladenaromen. Man könnte fast meinen eine klassischen Bohne im Siebträger zu haben, aber nur fast. Denn im Hintergrund kommt eine leichte Zimtnote. So würde dieser Kaffee eigentlich wunderbar in die Weihnachtszeit passen.
    Die Jungs von Bonanza haben da wirklich einen besonderen Kaffee kreiert. Spannend, komplex und abwechslungsreich. Würde ich ihn daher empfehlen? Nun ja, ich tue mich angesicht des Preises etwas schwer damit. Ohne Frage ein besonderer Kaffee, aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist diskussionswürdig.

    [​IMG]
     
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  10. #1730 Mr. Crumble, 14.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    Nach ein wenig Abstinenz habe ich mal wieder bei einem altbekannten Röster -neben der normalen Cascara Lieferung- einen Filter (helle Röstung) bestellt und nehme diesen nach gewohnten Muster unter die Lupe. Es handelt sich um nachfolgende Bohne:

    Good Karma Coffee - El Fenix, Colombia

    Angaben vom Röster:
    Land: Kolumbien
    Region: Quindio
    Anbauhöhe: 1680-1800m
    Varietät: Castillo
    Aufbereitung: Gewaschen
    20180407_101521.jpg
    tasting notes: Goldkiwi, pomegranate, lime


    Brew equipment:
    kettle: Timemore Fish-Kettle, Hario Buono (copper)
    pour over dripper:
    Aeropress:
    20180407_084539.jpg
    Chemex 3-Cup:
    20180407_101732.jpg
    Kinto OCT:
    20180407_101156.jpg
    server: Timemore, Trendglas Jena
    scale: Acaia Pearl, Hario scale
    manual coffee grinder: Comandante C40 MKIII (NB), Timemore Nano

    Geschmack:
    Bei dem vorliegenden Kaffee aus dem Hause Good Karma Coffee handelt es sich um einen sehr entspannend milden Kaffee aus Kolumbien, der angenehm hell geröstet ist. Die Säure ist hier lediglich leicht ausgeprägt und der Körper schön leicht. Das Aufgießen lässt ein angenehmes, zurückaltendes Ergebnis in die Tasse vollziehen. Hierbei sind sowohl florale Elemente als auch schöne Fruchtnoten erkennbar. Die Fruchtkomponente kommt besonders beim Abkühlen des Kaffees zur Geltung. Bei den exotischen Nuancen kann man Steinobst, Drachenfrucht und gelbe Kiwi auf der Zunge finden. Ein roter Apfel oder Granatapfel (?) und eine zurückhaltende Orange runden dann diese Noten ab. In der Chemex und in der AeroPresss konnte man ergänzend sehr schöne Noten um Kirsche und Pfirsich wahrnehmen.
    Insgesamt habe ich bessere Ergebnisse mit diesem Kaffee erzielt, wenn ich kühlere Temperaturen um 90 Grad Celsius verwendet habe. Dann wirkt der Kaffee wirklich köstlich und erhält noch eine schön saftige Note. Darüber hinaus kommt dann die Zitrusfrucht (hier: Limette) dann besser zur Geltung. Man erhält so keine saure oder bestimmende Note, aber man könnte an einen Limettenkuchen von Oma denken..leicht süß und angenehm zu verkosten.
    Also ein Kaffee, den man ruhig über den kompletten Tag verteilt genießen kann. Sicherlich einen Versuch wert.
    20180407_084752.jpg 20180407_101321.jpg 20180407_101438.jpg 20180407_101946.jpg 20180407_101550.jpg

    Fazit:
    Gem. Geschmacksprofil handelt es sich um einen sehr ausbalancierten Kaffee von GKC, den man durchaus verköstigen könnte. Mir persönlich ist er aber etwas schwachbrüstig ausgeprägt, so dass ich den Kaffee wohl nicht nochmal ordern würde. Aber das soll nicht heißen, dass euch der Kaffee nicht munden wird ;) Preistechnisch liegt er im grünen Bereich und wer gerne auf recht milde Kaffees steht, wird hier ggf. zufrieden zuschlagen. Kann man verkosten, muss es aber nicht zwingend tun.

    Mr. Crumble
     
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  11. #1731 Geschmackssinn, 16.04.2018
    Geschmackssinn

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    Moin,
    mal eine kurze Frage und evtl. etwas OT:

    - Ich habe in 2 Wochen eine Feier bei mir zu hause und spiele etwas Barista (ein paar Kumpels dürfen auch an meine R58 Hand anlegen, haben aber nicht viel ST Erfahrung...)
    - Die Barmischung (dunkel mit 15% Robusta) wird meine mittlerweile gefundene Stammbohne.

    - jetzt brauche ich noch einen *Pflegeleichten/einfach zu beziehenden* Light+medium Roast, da ich da noch keine "Stammbohnen" gefunden habe.
    - der Lightroast wird dann sehr wahrscheinlich auch in der AP landen.

    - am besten eine Rösterei in Berlin, um die Bohnen dort persönlich kaufen zu können.
    - bevorzugt irgendwo zwischen S-Friedrichstraße und Adlershof.

    Danke schonmal für die Tipps!

    Tapagetalked
     
  12. Luke85

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    Kenne mich in Berlin nicht aus, aber hatte kürzlich den Costa Rica Villalobos (Light roast) von Tres Cabezas in der Mühle, die rösten mW in Berlin und der ließ sich Verhältnismäßig einfach einstellen und unkompliziert beziehen. Geschmacklich sehr angenehm, Kirsche und Kakao.

    Habe von denen auch den Costa Rica Finca Las Lajas da, den habe ich aber erst im Dripster probiert.

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  13. #1733 jommys101, 16.04.2018
    jommys101

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    Mit leichten Schlenkern nach Nord und Süd hast Du auf der Route so einiges an Auswahl:
    Zum Beispiel:
    Röststätte Berlin, Ackerstraße
    Kaffeekirsche, Adalbertstraße
    Bonanza Coffee Roasters, Adalbertstraße
    Tres Cabezas, Boxhagener Straße
    Blaue Bohnen, Seumerstraße
    Five Elephants, Reichenberger Straße
    Kaffepur, Paul-Linke-Ufer

    meine Tipps: Kaffeekirsche, Tres Cabezas, und Five Elephants
     
  14. #1734 Geschmackssinn, 16.04.2018
    Geschmackssinn

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    @Luke85
    Danke für den spezifischen Tipp,
    den Vilalobos von Tres Cabezas fand ich auch gut. (Notkauf und Hoffnung auf besserung der Rösterei)
    ABER
    Tres Cabezas röstet gut, aber seit einiger Zeit Boykottiere ich diese Rösterei aufgrund von Service/Arbeitsmoral/Arbeitsbedingungen etc. (daher möchte ich die Inhaber nicht mit kaufen unterstützen.)

    @all
    Mir wären Tipps für je einen Medium+Light Roast ganz lieb zu den entsprechenden Röstern...

    kennen tue ich einige Rostereien, habe aber mMn. zu wenig Zeit jetzt einige Röster auf gut Glück durch zu probieren, um die passenden (pflegeleichten) Bohnen zu finden.

    Danke nochmals [emoji5]

    Tapagetalked
     
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  15. Luke85

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    @Geschmackssinn oh, das wusste ich nicht, ein Bonner Café hatte die als Gaströster. Kann ich verstehen.

    Ich bin mir unsicher ob die einen Laden haben, aber ich fand den Sidamo von Coffee Circle sehr lecker als Medium roast. Gleichzeitig kräftig und voll aber irgendwie trotzdem weich und beerig. Allerdings nur in Köln mal getrunken und vorher gesehen wie er ohne zu spritzen gleichmäßig aus dem Bodenlosen lief. Bekomme den in einer Woche, werde dann berichten wie er einzustellen ist.

    Sent from my STV100-4 using Tapatalk
     
  16. #1736 Mr. Crumble, 16.04.2018
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    @Geschmackssinn
    Ich würde dir den Bu1 von Hermetic Coffee Roasters empfehlen! Im März hatte die OSLO Kaffeebar noch das entsprechende Sortiment von den Hamburgern da. Es ist ein sehr sehr heller Espresso, der sich auch wunderbar für die Filterzubereitung eignet. Grandiose Beeren. Er wurde hier im Post #1481 als Filterkaffee rezensiert. Wenn dich diese Bohne reizt, könnte man ja bei der Kaffeebar mal durchfunken?!

    -->nachträglicher Zusatz: ob er als Espresso sehr pflegeleicht ist, kann ich nicht sagen! :(

    Eventuell auch noch aus dem NANO Berlin den Costa Rica?! In Post #1666 hatte @mat76 diesen rezensiert. Ob dieser aber hell genug ist, kann ich nicht sagen. Das müsste dann @mat76 übernehmen ;)

    Ich wünsche dir natürlich dann viel Erfolg bei deiner Präsentation :)

    LG
    Mr. Crumble
     
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  17. #1737 jommys101, 17.04.2018
    jommys101

    jommys101 Mitglied

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    21
    Nichts für ungut, aber man könnte ja einfach mal auf den Webseiten der genannten Röster lesen.
    Keiner kennt Deinen Geschmack so gut wie Du selbst und was Du für pflegeleicht hältst, weiß von uns niemand ;)
     
  18. #1738 Mr. Crumble, 17.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    @jommys101 die Frage von @Geschmackssinn ist schon richtig hier! Ist ja auch der entsprechende Thread..
    Und wenn jmd mehr Wert auf individuelle Erfahrungen legt, als auf die Beschreibung der Röster, dann kann ich das gut nachvollziehen.

    Mr. Crumble
     
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  19. #1739 Geschmackssinn, 17.04.2018
    Geschmackssinn

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    ich glaub dann fahr ich mal wieder zum NANO, da bin ich letztes mal mit dem JB auch nicht enttäuscht worden [emoji5]

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  20. #1740 Mr. Crumble, 17.04.2018
    Mr. Crumble

    Mr. Crumble Gast

    Irgendwie ist nachfolgender Röster ein wenig untergegangen. In Potsdam gibt es leider nicht viele „Kaffeehäuser“ und 3rd wave scheint hier noch nicht ganz so bestimmend zu sein, wie in anderen Städten, so dass mich ein wenig die Neugierde gepackt hat und ich nachfolge Option mal ausgetestet habe:

    Buena Vida Coffee Club - Ato Tona, Ethiopia
    20180415_083817.jpg

    Angaben vom Röster:

    Sidamo
    washed
    Anbauhöhe: 1800-2000m
    roast: filter roast (medium roast)

    tasting notes: jasmine / bergamot / grapefruit


    brew equipment:
    kettle: Hario Buono
    pour over dripper:
    Kalita 155:
    20180415_083921.jpg
    Clever Dripper:
    20180415_083636.jpg
    AeroPress:
    20180415_100124.jpg
    Canadiano:
    20180415_082902.jpg

    server: Hario, Trendglas Jena, Timemore, Five Elephant Mug
    scale: Acaia Pearl, Hario Scale
    manual coffee grinder: Milco Solo (w)

    Geschmack:
    Jeder, der meine favorisierten Geschmacksnoten kennt, der wird sicherlich vermuten, dass der Kaffee genau in mein Schemata passt und mich glücklich stimmen wird. Und ja, um das Fazit vorwegzunehmen..der Ato Tona überzeugt (mich) mit einer wunderbar herausgearbeiteten Grapefruit-Nuance. Aber nicht nur diese Nuance überzeugt. Das Ergebnis in der Tasse war bei allen eingesetzten Bereitern und Methoden gleich gut und klar; widererwartend lieferte sogar der Clever Dripper ein überzeugendes Bild ab. Und dem –vom Röster angegebenen- Geschmacksprofil ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen.
    Die Bohne überzeugt mit einem blumig süßen Profil, wobei sich hier vor allem Jasminnoten deutlich wahrnehmen ließen. Den Körper würde ich mittelkräftig einschätzen, obwohl dieser auch eine gewisse Dichte aufweist, die den fruchtigen Elementen um Grapefruit und Bergamotte zu Gute kommt. Bei der Wahrnehmung des fruchtigen Teils fällt auch immer wieder eine angenehme Süße ins Gewicht, die ich nicht zwingend dem floralen Elementen zuschreiben würde. Es fühlt sich im Mund wie eine Mandarine an, die dann wunderbar das Klangbild, um die Früchte abrundet und vervollständigt.
    Die Säure, die eher den Zitrusfrüchten zuzuschreiben ist, würde ich als elegant beschreiben. Beim direkten Verkosten noch etwas schüchtern und unterstützend, aber im Abgang dann schön klar und imposant.
    Der Nachgeschmack ist bei dem Ato Tona recht lang und anhaltend, so dass der Kaffee wirklich ausgekostet werden kann. Insgesamt recht kräftig und imposant, was uns der Röster da präsentiert. Ich war wirklich beeindruckt, so dass ich definitiv eine weitere Röstung aus Potsdam ordern werde.

    20180415_082615.jpg 20180415_083512.jpg 20180415_084039.jpg 20180415_084227.jpg 20180415_100309.jpg

    Fazit:
    Ein wirklich gelungener Kaffee und eine gute Gesamtleistung des Sidamos. Auch wenn er eher typisch seinen Charakter ausspielt, hat er seinen Reiz. Vor allem die Präsentation der Grapefruit fand ich klasse; das süß-fruchtige Geschmackserlebnis hat mich ebenfalls in seinen Bann gezogen, so dass ich gerne eine Kaufempfehlung ausspreche. Wer es also etwas „kräftiger“ mag und das Geschmacksprofil auch stimmig erscheint, wird hier nicht enttäuscht werden. Sofern jedoch auf Milde und überwiegend florale Elemente oder Beerennoten gesetzt wird, wird mit diesem Roast nicht ganz glücklich.

    Mr. Crumble
     
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