Ab wann spricht man von Blonding?

Diskutiere Ab wann spricht man von Blonding? im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, erstmal nichts mehr zu fragen hier sondern ein paar Wochen ausgiebig zu testen und zu üben mit meinem...

  1. Loopo

    Loopo Mitglied

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    Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, erstmal nichts mehr zu fragen hier sondern ein paar Wochen ausgiebig zu testen und zu üben mit meinem neuen und ersten ST-Set. Aber eine Frage treibt mich doch bei jedem neuen Shot noch ziemlich um.

    Sehr häufig wird hier ja vom "Blonding" gesprochen. Man sollte den Bezug auch abbrechen, wenn es zu selbigem kommt und ggfls. den Mahlgrad anpassen, falls es zu früh auftritt. Nur fand ich bislang keine wirklich spezifischen Kriterien, geschweige denn Threads zu diesem Thema, ab wann ich denn definitiv von Blonding sprechen kann.

    Mein Problem damit ist, dass bislang alle Shots erst sehr dunkel kamen, dann sehr schnell braun und wenig später schon beige (nach spät. 10Sek) wurden. Ich tue mich aktuell noch schwer zu beurteilen, inwieweit das normal und ok ist, oder schon ein Indiz für Überextraktion vorliegt? Spricht man von Blonding schon bei einer Hellfärbung eines noch "cremigen" Strahls oder erst, wenn's wie z.B. bei den Nespresso-Lungos gegen Ende schon wässrig wird?

    Grundsätzlich habe ich bzgl. des Tassenergebnisses schon gute Fortschritte gemacht, habe jeweils 250g Fausto Monaco, Malabar sowie den Schneid Pinoro durch. Alle konnte ich in ca. 3-4 Shots gut einmahlen (60ml in 25s mit Doppelsieb), hatte auch schon mit Füllmenge, Tamperdruck und Temepratursurfen rumgespielt. Alle ergaben auch schon sehr brauchbare, leckere Espressi und Cappucini mit zumeist haselnussbrauner Crema, Favorit ist bislang der Pinoro. Nur die zuletzt eingefüllte Romanicum-Mischung (mild, 100% Arabaica) ergibt eine deutlich hellere, aber recht gleichmäßige und Latte-Art-fähige Crema.

    Mein Punkt momentan ist der, dass fast alle Ergebnisse zwar prinzipiell gut gelingen, vor allem die Crema, aber irgendwie noch sehr einförmig schmecken. Anders formuliert habe ich noch Schwierigkeiten, die spezifischen Aromen dieser Sorten, so wie ich sie aus den zugehörigen Cafes kenne herzuzaubern. Ich kämpfe meist damit, dass mir die Shots ab und zu noch etwas zu bitter werden und bin daher eher Richtung 20-23Sek Bezugszeit gegangen. Das hilft zwar am besten gegen zu viel Bitter, ist aber evtl. auch Ursächlich für das noch unterrepräsentierte Aroma. Die Ćappucini schmecken halt alle einfach nach mildem und gutem Kaffee, aber eben auch nicht mehr. Unterschiede der obengenannten Sorten bestanden bislang dann auch nur im Grad der Milde oder der Bitterkeit.

    Aber um zurück auf die Ausgangsfrage zu kommen: Wird mein Brühstrahl evtl. zu schnell hell und falls ja warum? Welche Farbe sollte der Ausfluss gegen Ende mindestens noch haben?

    Am ehesten könnte wohl noch folgendes Kriterium hilfreich zu sein, nämlich die Einheitlichkeit der Crema:
    http://www.kaffee-netz.de/grunds-tzliches/10148-farbe-der-crema.html
    Sind helle Flecken auf der Crema ggfls. schon ein Indikator für Blonding oder respektive Überextraktion?

    Sorry bitte, falls ich einschlägige Themen dazu übersehen haben sollte, wäre für Links dann dankbar. War über die Suche irgendwie nicht sehr erfolgreich.

    Gruß, Markus
     
  2. tilli

    tilli Mitglied

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Weiß nicht ob ich damit den Punkt des Blondings treffe, aber ich breche meinen Bezug in der Regel ab, sobald ich im bodenlosen(!) Siebträger keine Tigerstreifen mehr erkennen kann. Nach meiner Erfahrung kommt danach nur noch wenig geschmacksreiches.

    Zu schnell hell wird der Bezug bei mir bei ungleichmäßiger Extraktion (z.B. Randchanneling), bei zu grobem Mahlgrad oder bei nicht mehr ganz frischen Bohnen.
     
  3. #3 c_V7585, 08.04.2013
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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Zu schnell hell wird er auch bei zu wenig Pulver, geht mir zumindest so. Am ehesten ist es aber ein Problem ungleichmäßiger Extraktion, dafür spricht ja auch, dass der Espresso eher aromaarm (dünn?) und bitter ist. Also nach dem tampen einfach mal schauen, ob das ganze schön gleichmäßig ist. Bzw. im bodelosen ST sieht man das ja direkt ;) Dann mal die Dosierung des Mahlguts erhöhen, da kommen (sofern denn nicht unsauber gearbeitet wird oder irgendwas an der Maschine total komisch eingestellt ist) auf jeden Fall mehr Aromen raus. Bei der Extraktion wirklich auf die Tigerstreifen, wie tilli gesagt hat, achten. Die Tigerstreifen sieht man auch beim normalen ST.
    Darüber hinaus sagt mir meine Erfahrung, dass die Blondphase was relatives ist. Mit Tigerstreigen liegt man nahe dran, manchmal ist der Bezug am besten bei einer noch leichten Streifung abzubrechen, manchmal eben erst, wenn es schon eher ins wässrige geht. Das hängt alles ein wenig von der Bohensorte ab. Am besten ist da Übung und systematische Beobachtung. Man kann auch ganz gut mit mehreren Tassen mal die verschiedenen Phasen des Bezugs probieren, um zu schauen, wie sich das ganze entwickelt. So schmekct man schnell, wann da die "Blondphase" einsetzt
     
  4. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Ok, Tigerstreifen hab ich so bei mir (2er-Auslauf allerdings) noch nicht beobachtet, hör ich hier zum ersten mal als Kriterium.

    Das mit der Erhöhung der Mahlgutmenge hat mir Fausto auch schon empfohlen, hab ich seither auch mit den letzten drei Sorten probiert. Mache dass 2er-Sieb (orig. Silvia) jetzt immer maximal voll , je nach Sorte 15,5-16,5g, sodass der Siebträger sich gerade noch einspannen läßt. Das hat auch wieder etwas verbessert, aber ist noch nicht so wirklich der Durchbruch.

    Den Puck kontrolliere ich eigentlich auch jedesmal, allerdings zumeist nur die sichtbare Oberfläche vor dem Ausklopfen. Die sieht für mich eigentlich immer recht gut und gleichmäßig aus, schön glatt, keine großen Poren bzw. Channels erkennbar. Gibt meist ein gleichmäßig festes Brikett welches beim Ausklopfen auch nicht zerbricht.
    Könnte natürlich trotzdem sein, dass ich noch ungleichmäßig extrahiere, aber da hab ich jetzt wie erwähnt schon relativ viele Parameter durchprobiert.

    Ich werde wohl als nächstes mal den Mahlgrad bewußt deutlich feiner und gröber stellen und dann 25Sek extrahieren, also die Bezugsmenge verkleinern oder vergrößern. Das fiel mir grad ein, habe ich noch nicht probiert, da ich mich bislang immer sehr auf meine 60ml fixiert hatte.

    Danke schonmal jedenfalls,

    Markus
     
  5. #5 c_V7585, 08.04.2013
    c_V7585

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Hi Markus,

    also die Streifen erkennst du auch am zweier Auslauf. Da Mischen sich immer verschiedene Farben zusammen und alle Bestandtteile (Tigerstreifen) werden immer heller.

    Bei dir kann folgendes Problem auftreten. Du erhöhst in einem Standardsieb einfach das Volumen bzw. Gewicht des Mahlguts, dann tampst du leicht schief und haust den ST unter die Dusche. Du schreibst ja, dass der ST gerade so drunter geht. Beim Einsetzen zerreist es den Puck dann leicht (aber das sollte man dann auch später irgendwie erkennen, spricht gegen die Theorie). Aber um es auszuschließen, überfülle nicht extrem und ziehe den shot (echt Ristretto kurz) kürzer vom Volumen, bei feinerem Mahlgrad. Hast ca. den selben Effekt in der Tasse, aber eben nicht das (mögliche) Problem mit dem aufreißen des Pucks.

    Zum Abschluss: gehe echt nur nach dem Geschmack und danach wie sich der Strahl im Auslauf verändert. Orientiere dich nicht an der Zeit oder irgendwas (meine Meinung). Sei aufmerksam, wie sich das Ergebnis verändert, wenn du eine Variable veränderst und probiere so aus, wann du das für dich optimale rausholst. Alle Volumenangaben, Zeit etc. sind nur Richtwerte. Es gibt Bohnen, da ist beim Doppio nichts in der Tasse und im Sieb waren 20 g Kaffee und gelaufen ist das ganze ewig, aber es schmeckt geil. So ist das eben. Mutig und systematisch bei Veränderungen sein.
     
  6. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Oki, danke für die Aufmunterung und die Tips, da könnt echt was dran sein (Überfüllung). Dann werd ich mal wieder an den Mahlgrad gehen und die Bezugsmenge variieren, das ist die Variable, mit der ich bislang noch nicht sonderlich experimentiert habe.

    Gruß, Markus
     
  7. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Soooo: Vielen Dank für den Tip gestern!

    Hab gestern Abend eine ausgiebigere Testsession mit der Romanicum Mischung mild (100% Arabica) eingelegt und einfach mal - wie empfohlen - den Mahlgrad ohne Rücksicht auf Verluste (Bezugsmenge) nochmal markant verfeinert, 4 ganze Umdrehungen an der BB005. Dann jeweils zwei Cappus gezaubert, einen mit 30s und einen mit 20s Bezugszeit. Temperatur: Jedesmal direkt nach Lampe-Erlöschen den Bezug gestartet um erstmal nicht zu heiß zu brühen.

    Das erste Ergebnis war schonmal sehr interessant, nämlich schmeckte der kürzere (20s) irgendwie bitterer als der mit 30s ... Letzterer hingegen stellte schonmal eine spürbare Verbesserung dar. Ich teste jeweils kurz den Espresso (nur Nippen nach Schluck Wasser), und pack dann die Latte drauf.

    Habe den Versuch dann erstmal wiederholt und kam zum gleichem Ergebnis. Von der Bezugsmenge her waren es dann vielleicht noch geschätzte 45-50ml (Augenmaß in der Capputasse, Shotglas hab ich diesmal bleiben gelassen).

    Dann hab ich nochmal zwei Cappus gezogen, nochmal eine Runde feiner auf der Mühle, diesmal beide mit etwas über 30s, aber einmal mit 14g Mahlgut, den anderen mit 16,5g -> Und siehe da, zum ersten mal kam da auf einmal eine erkennbare Nuss-Schoko-Note raus beim 16,5g-Shot! Eine wirklich haselnussbraune Crema, fast schon Schoko-Ton, in welche sich auch ein richtig schönes Herzerl gießen ließ. Vom Geschmack her jedenfalls schon deutlich näher an dem, was ich auch aus dem Romanicum kenne, da hatten wir genau diese Mischung nämlich vor zwei Wochen erst probiert. Trotzdem bleibt noch gut Luft nach oben denke ich.

    Dummerweise musste ich genau diesen letzten Shot überwiegend in den Ausguss entsorgen, da mein Kreislauf dann das Ende der Session anmahnte. Die Kombination Erfolgserlebnis + Droge bescherte mir jedenfalls noch einen recht interessanten Restabend und ich verstehe wieder etwas besser, wie die Doors damals nach einem Gig in die Hotelbetten gesunken sein müssen ... :)

    Im Nachhinein denke ich, dass bei 30s das zusätzliche Aroma einfach die Bitterkeit in den Hintergrund gerückt hat. Der Theorie nach sollte ein längerer Bezug ja eigentlich eher mehr Bitterkeit hervorrufen, weswegen ich anfangs ja recht lange mit eher kurzen Zeiten experimentiert hatte und da evtl. bisserl auf dem Holzweg war.

    Könnte es sein, das reine Arabicas evtl. etwas längere Bezugszeiten vertragen oder irre ich da pasuchal eher?


    Zum Blonding:

    Auch gestern konnte ich auch beim konzentriertesten Beobachten keinerlei Tigerstreifen erkennen und es wird nachweivor recht schnell ocker bis beige. Dazu ist der Strahl jetzt auch viel zu dünn für Streifen denke ich, teilweise geht es in Tröpfeln über. Oder der Silvia-Zweierauslauf vermischt das ganze schon zu sehr an der Trennstelle.

    Mich stört's jedenfalls nicht, solang der Geschmack passt.


    Der Puck ist jedenfalls äußerst homogen und glatt, hab gestern mal auf den Lappen statt in den Bioeimer ausgeklopft. Sieht für mich ziemlich gut aus und ich denke, ungleichmäßige Extraktion kann ich weitgehend auschließen.

    Wenn ich bei den anderen Sorten (insbesondere dem Malabar) ähnlich erfolgreich sein sollte mit der Mahlgrad-Verfeinerung, dann kann ich mich demnächst mal ans Surfen machen und verschiedene Temperaturen durchspielen.

    Nochmals danke für die Tips!

    Gruß, Markus
     
  8. #8 c_V7585, 09.04.2013
    c_V7585

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    gratulation zum erfolg und die sensitivität des kreislaufs wirst du schon an den erhöhten konsum anpassen können.

    diese theorie wann was bitter wird etc. ist schon richtig, aber man muss da immer aufpassen welche variablen verändert werden. du hast bspw. jetzt die shots kürzer gezogen und zugleich feiner gemahlen, zeitlich gesehen setzt dann die bitterkeit (das ist jetzt ein wenig pauschalisiert) später ein, die verteilung der partikel des mahlguts wird "kleiner" und du schaffst mehr oberfläche, zugleich ziehst du den shot kürzer und dadurch fließt weniger wasser in der sekunde. im zusammenspiel enstehen die geschmacksphasen so zeitlich etwas später (sind länger gestreckt), aber bei geringerem volumen in der tasse. um wirklich alle aromen und geschmacksqualitäten im kleineren getränk drin zu haben, brauchst du nun einfach mehr zeit. Das ganze ist sehr gut bei home barista erklärt in einem schaubild, aber der link geht eben nicht. sorry.

    ob jetzt arabicas länger laufen müssen als robustas kann man nicht wirklich sagen (meine meinung), das ist sicher auch geschmackssache. falls reine arabicas tendenziell hell geröstet sind, muss man sie oft stark überdosieren (von der kaffeemenge, siehe in meinem vorherigen post), was in der tendenz auch in einem längeren bezug endet. mein tipp aber generell: orientiere dich nicht an der zeit. peile ein bestimmtes volumen in der tasse an bei einer gewissen pulvermenge und schaue wie sich das ganze je nach mahlung verändert. das konzept ist vielseitiger und kann systematisch erweitert werden

    noch was anderes. evt. bekommst du noch mehr tipps, wenn das thema nicht unter " reparatur und wartung" abgelegt wäre, aber die frage bleibt, ob du mehr tipps und ne große diskussion willst ;)
     
  9. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Achherjemineh ... hatte ich gar nicht gemerkt, sorry. Wie ist es denn da gelandet? Wollte es glaub unter "Grundsätzliches" stellen, hab ich mich vermutlich verklickt. Nachträglich verschieben kann ich es aber wohl nicht mehr ...

    Gruß, Markus
     
  10. DeF

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Aussagen von Jim Schulman auf home-barista.

    Ich bin so frei und zitiere ihn:
    #



    Interesting article: Barista vs. Volumetrics - Tips and Techniques - Page 2 • Home-Barista.com
    Sollte der Link nicht erwünscht sein, lösche ich diesen natürlich wieder. Im weiteren Gesprächsverlauf geht er weiter auf seine These ein.

    Sinngemäß sollte man sich also wohl nicht zu sehr auf das Thema Blonding und dem Erkennen des Blondings versteifen.
     
  11. #11 nacktKULTUR, 09.04.2013
    nacktKULTUR

    nacktKULTUR Mitglied

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Doch, ein Moderator kann. Du nimmst Deinen Beitrag, klickst darunter auf das Symbol mit dem Ausrufezeichen darin ("Beitrag melden"), und schreibst in die Textbox "Bitte meinen Thread nach xyz verschieben". Dann wird sich ein Moderator der Sache annehmen.

    nK
     
    hcire gefällt das.
  12. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    [x] done

    Thx!

    Interessant finde ich das Zitat direkt davor:

    Das würde sich zumindest mit obigen Tips und meiner Erfahrung gestern decken. Spräche dann dafür, dass das, was ich beobachte zwar vermutlich schon deutliches Blonding ist, dieses aber nicht zwangsläufig negativ sein muss.

    Sehr interessanter Link jedenfalls dazu, danke.

    Markus
     
  13. #13 c_V7585, 09.04.2013
    c_V7585

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?


    Ich habe jetzt nicht den ganzen Verlauf gelesen, aus dem zitierten Forum. Ich denke aber, dass aus deinen Zitaten und aus den Beiträgen danach deutlich wird, dass deine These : "man sollte sich nicht zu sehr auf das Thema Blonding versteifen" So nicht von Jim Schulmann (auf dessen Aussagen du deine These ableitest) unterschrieben werden würde. Es sagt lediglich, dass eine Überextraktion nicht durch einfache Weiterextraktion in der Blondphase provoziert werden kann. Das Blonding ist ja auch der Punkt an dem kaum noch feste Bestandteile gelöst werden, d.h. man verwässert das ganze und mehr chemisch-physikalisch nicht. Will man jetzt noch weitere Stoffe dazu bringen zu extrahieren, so braucht man sehr viel Hitze und extremen Druck. (Das ist das was er so in dem Post und +2 danach schreibt und auch mit seinen How-Tos im Einklang steht.

    Wichtig ist ja nur, dass man irgendwie systematisch vorgeht und man dann effizient verändert bis es für einen passt. Rein technisch gesehen mag es der eine ja eh eher unterextrahiert, der andere eben überextrahiert. Wo da jetzt die Grenze liegt in Sachen gelöster Feststoffe ist irgendwo definiert, aber ob jeder die gleiche Definition verwendet ist ja fraglich. Blonding ist eher was für das Gefühl und um zu sehen wie man weiter kommt, und um zu sehen ja ab jetzt wird der Geschmack eher verwässert.
     
  14. Loopo

    Loopo Mitglied

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Interessant ist dazu vielleicht noch Jim's Vergleich zum Whiskey/Bourbon. Das Thema kenne ich auch zur Genüge, und ja, manchem Whiskey, speziell vielen CaskStrengths hilft ein wenig Wasser erst so richtig auf die Aromasprünge. Evtl. ist so etwas tatsächlich auch beim Blond-Extrahieren mancher Espressosorten drin? Hab nur grad nicht die Muße, den HomeBarista-Thread zu Ende zu lesen um zu sehen, ob er mit seinen geplanten Versuchen mit der Verwässerung seiner Shots zu Ergebnissen kam ...

    Markus
     
  15. DeF

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Hallo c_V7585,

    ich denke, dass wir Schulmans Aussagen grundsätzlich ähnlich interpretieren. Mein Fazit mag etwas flapsig gewesen sein. Mir ging es um die oft getroffene Aussage, dass Blonding per se eine zu vermeidende Überextraktion darstellt. Eher scheint es (wie Loopo auch eben anmerkte) zu einer Art Verwässerung zu führen, welche unter Umständen (siehe das Bsp mit Bourbon etc.) sogar zu einem insgesamt positiveren Geschmack beitragen kann. Zumindest ist der von Schulman im Anschluss durchgeführte Test sehr interessant und aufschlussreich.

    Mit dem Link wollte ich nur einen weiteren Gedankenanstoß liefern und keine Diskussion auslösen ;-)
     
  16. #16 c_V7585, 09.04.2013
    c_V7585

    c_V7585 Mitglied

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Hi DeF,

    dann sind wir uns ja einig ;) Ich weis auch was du mit dem Mantra der Überextraktion meinst, ist schon manchmal dogmatisch.
    Die Frage ist ja dann nur, ob man die Verwässerung nicht anders herbeiführen will, das muss man dann mal testen. In den meisten Fällen extrahiere ich aber eh nicht bis zum vollständigen Blond, weil's anders eben besser schmeckt.

    Grüße

    Dommi
     
  17. Ganzo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Hallo Loopo,

    Jim Schulman betont in dem "Whiskey/Bourbon"- Beitrag, daß seine Versuche mit den 1 bis 3 Tropfen von 1/15mml auf einen 20gr-Espresso nichts mit Verwässerung zu tun haben können und auch nicht bei allen Kaffeesorten wirken.

    Deshalb sind diese Erkenntnisse auch nicht auf die Blondphase anwendbar. Mit ihr setzt eine echte Verdünnung des bis dahin erzielten Geschmacks ein.

    P.S. Hätte Jim den Beitrag 24h und 2min später geschrieben, dann wär die magische Wirkung seiner Methode leicht zu erklären. Bei mir hat´s noch nicht funktioniert, allerdings habe ich es bisher nur mit einer Kaffeesorte probiert.
     
  18. Loopo

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Nicht ganz, so wie ich das interpretiere:

    Im angesprochenen Artikel (hab ihn jetzt auch gelesen, sehr interessant sind vor allem die letzten beiden Seiten) mit den Ergebnissen seiner Wasserversuche sprechen mehrere Teilnehmer davon, dass sie bei einigen Sorten und Zubereitungsarten diese "tipping effects" festgestellt haben. Also die plötzliche Veränderung und meist Verbesserung des Aromas nach Zugabe des z.B. dritten Tropfen Wassers.

    Diejenigen, die es probiert haben meinen dann aber auch, weitere Wasserzugabe würde das Aroma dann nicht mehr weiter verbessern, aber eben auch nicht unbedingt weiter verschlechtern. Was IMHO dafür spräche, dass die Verbesserung auch durch größere Wasserzugaben nicht beeinträchtigt würde, solange man dabei nicht wirklich deutlich verdünnt.

    Gruß, Markus

     
  19. #19 Lecker-Käffchen, 10.04.2013
    Lecker-Käffchen

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Da häng ich mich doch mal mit hier ein.

    Nutze die gleiche Maschine seid gut 2 Jahren und habe irgendwann das Ergebnis so belassen wie es war.
    Eine, ich würde sagen, Bitterkeit, war so gut wie immer vorhanden.
    Da ich keine Vergleiche hatte und ich es nicht besser hinbekam, dachte ich, viel mehr ist nicht drin, es schmeckt so wie es schmeckt.
    Hier sagen viele immer, wenn es einem schmeckt ist doch ok, nur ist dies schon das möglichst machbare?

    Nun war ich im Nachbarort, wo es plötzlich 2 Röster gibt. Der eine bot mir eine Probesession an die ich letztens nutze.
    Es landete eine Sorte, die einfach irgendwelche Geschmacksrichtungen hatte, aber nichts von sauer, bitter oder der Gleichen, in den Korb.
    Die 250g haben mir nicht ein Ergebnis geliefert(mal mehr oder weniger bitter würde ich sagen), welches ich so Verkosten konnte. Neuer Ergeiz wurde geweckt, es muß doch an irgendwas liegen:-?

    Im Gegensatz zu dir nutze ich nur ein LM1 er, da ich überwiegend nur für mich beziehe.
    Aber auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, dass am Anfang schön braunes Tigerstreifen kommen, es aber sehr schnell hellcremig bis wässerig wird. Habe mich auch immer an die angepeilten 25ml/25s gerichtet, wobei es oft nur zu Ristrettis in der Zeit reichte.

    generelle Vorgehensweise:

    - Graef CM80 lag ich meist bei Mahlgrad 8-12, also mit 10 und 7,5g angefangen
    - über den Mahlgrad, der dann bei dieser und einer weiteren Bohnesorte bei 17-18 lag, was ich zuvor nie hatte, die in etwa 25/25 anvisiert
    - wurde es zu schnell hell, habe ich die Menge erhöht. Dadurch musste aber nochmals der Mahlgrad erhöht werden.

    Dann kommt der Punkt wo es optisch, von der Menge und Zeit her passt. Der Espresso schmeckt trotzdem nicht so wie im Laden, irgendwie immer bitter.
    Bezüge immer nach erlöschen der Lampe, also gute 100°C gestartet.

    Ich verstehe es einfach nicht.
    Und wenn ich nun noch lese, dass diese "Norm" der Zubereitung nicht so eng gesehen werden soll, es auch Sorten gibt die 40s laufen oder generell nur 15g Bezug ausgeben wo es passt, frag ich mich, wie ich je die richtigen Parameter finden soll? Vor allem wenn man die Bohne nicht kennt und weiß, wie sie schmecken kann.

    Grüße
    L-K
     
  20. Loopo

    Loopo Mitglied

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    AW: Ab wann spricht man von Blonding?

    Klingt sehr bekannt, in der Tat :)

    Ich denke grad intensiv über einen bodenlosen Siebträger nach, da mir die Tigerstripes irgendwie keine Ruhe mehr lassen ... würd mich echt mal interessieren, ob mein Puck wirklich so gleichmäßig extrahiert, wie ich aufgrund des Ausklopfergebnisses bislang glaube, oder ob da evtl. doch noch Luft für Verbesserung ist? Hab mir auf jeden Fall gleich mal prophylaktisch einen Atomizer gebaut und mich intensivst in WDT eingelesen ;) Hatte bisher den Kegel bzw. die Kuppel im Sieb immer mit dem Tamper in einem einzigen senkrechten Push platt gemacht.

    Jedenfalls weisen einige Quellen (u.a. auf HomeBarista) irgendwie doch darauf hin, dass das, was ich da jedesmal nach spät. 10s sehe wohl tatsächlich schon Blonding ist.

    Ich habe mir jedenfalls - basierend auf den Tips hier bzgl. meines Aromamangel-Problems - jetzt mal foglenden Schlachtplan für die nächsten Sorten zugelegt (Schneid Malabar, Fausto Peru, Romanicum Hausmischung, etwas kräftiger):


    • das Silvia-2er-Körbchen erstmal immer relativ voll machen und eher Richtung 16-17g dosieren
    • damit dann auf 50-60ml in 25s einmahlen

    Wenn Geschmack dann noch nicht optimal:

    • Mahlgrad variieren, vermutlich meist verfeinern
    • jeweils zwei Espresso2Cappu mit unterschiedlichen Bezugszeiten ziehen, z.B. 22s und 30s. Das hat zuletzt ganz gute Infos geliefert, wo die Reise hingehen könnte.

    Alle Versuche würde ich auch erstmal bei gleicher Temperatur, nämlich exakt bei Erlöschen der Heizlampe starten. Da sollte meiner bisherigen Interpretation nach die Brühtemperatur auf jeden Fall noch nicht zu hoch sein, da das Maximum erst durch das Nachheizen bei ca. 40-60Sek erreicht wird ...?

    Wenn ich vom Mahlgrad und der Bezugszeit her einen guten Geschmackspunkt erreicht habe, dann werd ich mal mit der Temperatur spielen und entweder noch etwas länger warten oder kurz per Leerbezug kühlen vorher.

    Gruß, Markus
     
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