Aufsteckfilter - Feldversuch zur Effektivität

Diskutiere Aufsteckfilter - Feldversuch zur Effektivität im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Hallo, nach dem Lesen etlicher Beiträg rund ums Wasser und nach Umzug in die Kölner Gegend mit Wasser mit einer Gesamthärte von 18-20°dH habe ich...

  1. #1 Bierschinken, 18.02.2019
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    Hallo,

    nach dem Lesen etlicher Beiträg rund ums Wasser und nach Umzug in die Kölner Gegend mit Wasser mit einer Gesamthärte von 18-20°dH habe ich mir etwas Gedanken zur Thematik Kalk gemacht.

    Ich habe hier mit einem, eher empirischen Ansatz, versucht raus zu finden, was die Aufsteckfilter auf den Maschinen denn tatsächlich können, dabei bin ich wie folgt vorgegangen.

    Titrierlösung zur Gesamthärtemessung besorgt. Aufsteckfilter mit Granulat besorgt (Es müsste sich um Nical 125 handeln).
    Filter mit 55g Material befüllt, einmal etwas Wasser durchlaufen lassen, dabei 5ml zur Titration aufgefangen.
    Das Ergebnis 1°dH. Das Wasser aus dem Hahn direkt danach getestet, Ergebnis 19°dH.

    Dann habe ich immer mal nach Verbrauch eine definierte Wassermenge in den Tank meiner Maschine nachgefüllt und das Datum sowie Menge festgehalten. Bei den Härtemessungen habe ich den Aufsteckfilter von der Maschine gezogen, 150-250ml Wasser aus dem Hahn durchlaufen lassen und dann aus den letzten Millilitern das Wasser zum Härtetest aufgefangen.

    23.1. +4l
    24.1 +2l
    29.1. +1l
    30.1. +1l
    1.2. +1l
    3.2. +2l
    3.2. Härtetest nach ca 8l - 1°dH
    4.2. +1l (12l)
    6.2. +2l (14l)
    8.2. +2l (16l)
    11.2. Härtetest nach ca 16l - 2°dH
    11.2. +2l (18l)
    13.2. +2l (20l)
    15.2. +1l
    16.2. +2l (23l)
    18.2. Test nach ca 23l - 10°dH

    Ergo ist der Filter in seiner Funktion ausreichend um das Wasser zu enthärten. Eigentlich wird das Wasser sogar zu weich, aber selbst bei hartem Wasser scheint der Durchfluss durch das Granulat zur Enthärtung ausreichend.
    Bis mindestens 16l kann man den Filter mit 55g Füllmenge verwenden, ohne dass die Enthärtung nennenswert schlechter wird. Ich hätte gerne nach 20l noch mal getestet wo die Härte liegt, habe es aber zeitlich nicht geschafft.
    Vermutlich dürfte bei 19l-20l der "Kipppunkt" der Enthärtung liegen.

    Ich habe den Filter grade neu befüllt. Werde mir den Spaß nochmal machen und in den kommenden 2-3 Wochen das ganze nochmal zur Verifikation dokumentieren.

    Unterm Strich schätze ich, dass ich den Aufsteckfilter bei unserem Kaffeekonsum alle 14 Tage wechseln werde und damit die Verkalkung effektiv verhindern kann.
     
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  2. #2 Koffeinius, 18.02.2019
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    Wenn ich das Prozedere ganz richtig verstanden habe, dann liefert dieses Vorgehen aber keine ganz korrekten Ergebnisse.
    Ich vermute dass der Filter zusätzlich zum Austausch beim Durchfluss auch bereits das umgebende Wasser im Tank enthärtet.

    Auf der sicheren Seite solltest du aber sein, weil die Werte bei diesem Vorgehen eher etwas "härtere" sein sollten.
     
  3. #3 Bierschinken, 18.02.2019
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    Richtig, ich lasse hier irgendwelche Diffusionsströme etc. außer Acht.
    Also wie du auch vermutest, sollte das Ergebnis letztlich besser sein.
    Ich denke aber, dass das näher an der Realität ist als aus der Maschine das Wasser zum Test zu beziehen. Da ist dann möglicherweise im Kessel und in den Leitungen aufgrund der Temperaturen noch was an Ca-Ionen hängen geblieben.
     
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  4. #4 Koffeinius, 18.02.2019
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    Absolut. Ich habe das Wasser für den Titriertest aus dem Filter selbst bezogen indem ich ihn nach Entnahme leerlaufen ließ. Ist natürlich aufgrund der Standzeit im Filter auch nicht ideal.
     
  5. #5 Bierschinken, 18.02.2019
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    Ja, um da die Kontaktzeit nicht künstlich zu erhöhen, habe ich dazu extra mit Hahnwasser durchgespült und aus dem Strahl vom Filter dann etwas mit dem Probenröhrchen aufgefangen.

    Was man nicht alles so für den Seelenfrieden tut :rolleyes:
     
  6. mat76

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    Was aber fehlt ist wie sauer das Wasser wird oder ist das nicht relevant. Ich hatte es immer so verstanden, dass das reine Enthärten auch den PH Wert herabsetzt, was widerum auch schlecht für die Maschine sein könnte. Hast Du den PH Wert auch mal gemessen?
     
  7. #7 Aeropress, 18.02.2019
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    Das kommt auf die Methode an, bei Vollentsalzung ja, Ionentauscher tun das aber nicht, die wie der Name schon sagt tauschen was, nämlich Ca gegen Na Ionen und wie schon öfter gesagt bleibt dadurch der kH un d auch der pH weitgehend unverändert.
     
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  8. #8 Bierschinken, 18.02.2019
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    Richtig, da es sich um einen Ionentauscher handelt, habe ich es nicht für nötig gehalten den pH-Wert mit zu dokumentieren.
     
  9. #9 Bierschinken, 13.03.2019
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    So, ich habe noch mal nen Durchgang gemacht und komme bis hier hin zu ähnlichem Ergebnis, wie im ersten Versuch.
    Unterschied: ich hab die Füllmenge des Filters nicht gewogen. Es dürfte etwas weniger sein (ca. 50g).

    18.2 Filer erneuert
    18.2 +2l
    19.2. +1l
    21.2. +2l (5l)
    23.2. +2l (7l)
    25.2. +2l (9l)
    27.2. +2l (11l)
    4.3. Wasserhärtetest nach ca 11l - 2°dH
    4.3. +2l (13l)
    6.3. +2l (15l)
    9.3. +2l (17l)
    11.3. Wasserhärtetest nach ca 17l - 4°dH
    11.3. +2l (19l)
    13.3. Wasserhärtetest nach ca 18l - 5°dH

    Ich hätte jetzt vermutet, dass mit jedem weiteren Liter Wasser die Härte um je ein Grad steigt.
    Dann wäre man auch wieder bei dem Ergebnis der ersten Messung.

    Ich ziehe daraus für mich folgenden Schluss:
    Der Aufsteckfilter mit dem vorhandenen Granulat wirkt für etwa 20l Wasser.
    Ich mache den Filter einfach ordentlich voll, sodass die 55g drin sind, dann sollte mir das Ding für 14 Tage reichen.

    Lege ich z.B. eine Haushaltsmenge von einem Liter Granulat zu Grunde, z.B. mit einem Bezugspreis von 9.90€/900g bei Espresso XXL, dann liegt man da pro Füllung bei 62 Cent. Macht einen Literpreis von 3,2 Cent + Wasser (geschätzt 0,5 Cent/l), ergo 3,7 Cent pro Liter.
    Das halte ich für deutlich Konkurrenzfähig zu Flaschenwasser. Selbst wenn man den Versand für das Granulat einrechnet und den Aufsteckfilter einmal jährlich erneuert, kommt man auf Kosten von <10 Cent pro Liter.
     
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