Ausgasen und lagern bis zum ersten Shot

Diskutiere Ausgasen und lagern bis zum ersten Shot im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo, Ich lasse meinen Röstungen meist mehrere Tage (4-7) offen in Kaffeedosen ausgasen bevor sie für 0.5 bis 2 wochen in verschlossenen Dosen...

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  1. #1 Zufallszahl, 31.05.2018
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    Hallo,

    Ich lasse meinen Röstungen meist mehrere Tage (4-7) offen in Kaffeedosen ausgasen bevor sie für 0.5 bis 2 wochen in verschlossenen Dosen lagern.
    Trotzdem sind die Kaffees oft zu frisch.
    Das merkt man daran dass sie:
    1) viel elektrostatische Ladung beim Mahlen haben,
    2) die Crema dünn und blubberig ist
    3) Milchschaum vom kaffee in kürzester Zeit aufgefressen und von großen Blasen durchzogen wird
    4) der Kaffee inkonsistent bezogen wird, stark zu Channeling neigt, sehr zickig ist
    5) Geschmacklich der Kaffee flau und säuerlich schmeckt (CO2)
    6) kaum Kaffeeduft beim öffnen der Dosen, erst nach recht langer Lagerdauer kommt er wieder

    Wie macht ihr das in der Praxis?
    Quijote gibt als einziger mir bekannter Röster trinkreife daten an, meist 2 Wochen nach Röstung oder sowas. Aber auch da ist unklar ob er davor offen lag.

    Zum Thema gibt es hier natürlich viele Threads. Oft ist aber das Ergebnis dass nach 2-3 Tagen bereits getrunken wird. Da frag ich mich wie das geht, meine eigenen Röstungen sind nach 2-3 tagen weit weg vom geschmacklichen maximum.

    Da CO2 schwerer als Luft ist, kann auch die Art wie man Ausgasen lässt entscheidend sein.
    Wenn man Schüsseln oder offene Dosen nutzt, liegt das CO2 auf den Bohnen. Sauerstoff Kontakt wird dadurch vermieden. Ich gehe aber trotzdem davon aus dass sie weiter ausgasen und überschüssiges CO2 über den Dosenrand geht.
    Vielleicht ist das falsch? Wie macht ihr das?

    Gibt es Messreihen wieviel CO2 ausgegast wird?
    Ist es irgendwie mit einfachen Mitteln messbar?

    Was ich gerne will: nach 2-3 tagen gut trinkbare unzickige Eigenröstungen. :)
     
  2. #2 Zufallszahl, 01.06.2018
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    Keiner ?
     
  3. Zufallszahl

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    Aus Frust habe ich nun angefangen meine Röstungen einzuschweißen in Kaffeetüten.
    Siehe da: keine oder kaum Anzeichen mehr von zu frischem Kaffee wie oben beschrieben.

    Ich verwendete in meinem Dosen jeweils eine Plastiktüte, damit das kaffeefett die Dosen nicht auf Dauer vollranzt.
    Dosenlagerung mit Ventil am Boden und mit plastiktüte zwischen kaffee und dose scheint ein effektives Mittel kein CO2 entweichen zu lassen.

    Tüten lassen sich zwar mehrfach verwenden, für die Umwelt ist es trotzdem nicht so toll.
    Wäre die Frage wie es wäre ohne Plastiktüte in Dosen.
    Ich vermute aber das Gewicht verhindert dass das Ventil gut arbeitet und nur in äußersten Situationen Gas entweichen lässt. Während die Tüten sehr viel Gas entweichen und Sauerstoff rein lassen (gabs hier mal nen thread zu).
     
  4. cafetrinker

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    Lebensmittelecht? Nicht dass das Öl die Tüte anlöst.
    Die Dosen kann man z.B. auch mit warmem Wasser und etwas Spüli auswaschen.
     
  5. Piezo

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    Verstehe ich nicht, CO2 soll doch raus.

    Ich nutze Innen beschichtete Papiertüten mit Aromaventil. Die kann man durch Einrollen der Öffnung recht dicht verschließen.

    Da lagern die Bohnen zwischen ein und zwei Wochen bevor sie angebrochen werden.
    Bei mir passt es :)
     
  6. cafetrinker

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    Ich dachte immer CO2 schützt die Bohnen vor Sauerstoff und das Aromaventil soll nur evtl. zu hohen Druck abbauen. Die Bohnen gasen auch in einer geschlossenen Dose aus und das CO2 lagert sich um die Kaffeebohnen an. Übrigens sind mir bei meinen max. 425 Gramm Röstkaffee, bei max. 500 Gramm Rohkaffee pro Röstvorgang, noch keine Dosen um die Ohren geflogen. Das könnte wohl eher ein Problem der Gewerberöster bei ihren Mengen sein.
     
  7. Piezo

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    Das CO2 vermindert zwar das Eindringen von O2, aber es muss trotzdem raus. CO2 beeinflusst stark das Geschmacksempfinden. Daher beginnt das Zeitfenster, nach dem konsumiert werden darf erst dann, wenn das CO2 weitgehend entwichen ist.
     
  8. silverhour

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    Von den sechs Symptomen lesen sich vier bis fünf ehr wie ausgetrockneter Kaffee....
    Ich würde die 4-7 Tage in der offenen Dose weg lassen und die Bohnen gleich unter Verschluß nehmen.

    Meine Eigenröstungen kommen direkt nach dem Rösten in einen Tuppertopp aus dem Schwedenhaus und sind, je nach Sorte, nach ca 2 Wochen trinkreif.
     
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  9. MarioAtJazz

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    Ich mache das bei meinem MALABAR so:
    Zuesrt ein bis 2 Tage in einem Beutel (die 1 Liter Tiefkühlsäckchen, Melitta z.B.) nur zugeklappt, aber nicht dicht verschlossen liegen lassen. Danach verschließen und Zettelchen mit den Basisdaten hinein.
    Nach etwa 2 Wochen einmal öffnen, evtl einen zur Probe verkosten, einmal kräftig durchrühren, alle Luft hinaus pressen und veschließen. Kurz vor dem Verwenden (nach etwa 4 Wochen) selbige Prozedur noch 2 Mal im Tagesabstand. Damit ändert sich der Mahlgrad nicht mehr sehr stark. Andernfalls muß ich jeden Tag den Mahlgrad nachstellen. Das folgende ist Vermutung, und noch nicht getestet: Diese Prozedur beschleunigt - ich sage mal so - die "NAchreifung" des Malabar. Der ändert während der Lagerung seine Farbe deutlich. Wenn ich nach dem Rösten einige sehr sehr wenige mit einem winzigen Ölfleck habe, dann habe ich nach der Lagerung von einem Monat eine ganze Mange mit großen Ölflecken (aber trotzdem für mich gut trinkbar). Ich vermute, daß man mit dem Öffnen, Luftdurchmischen und Schließen diesen Prozess fördert, da man das zwischenzeitlich Austretende CO2 entfernt. Das CO2 hemmt ja jeden Reifungsprozess.

    Mario
     
  10. Piezo

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    Genaugenommen gibt es keinen Reifungsprozess, sondern lediglich Oxidation. Der geröstete Kaffee ist von Anbeginn „reif“, lediglich das enthaltene CO2 mindert das Geschmackserlebnis. Daher warten bis das CO2 entwichen ist...

    Genaueres nachzulesen unter: Reifung und Lagerfähigkeit von Röstkaffee › Wolfredo
     
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  11. Zufallszahl

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    Tatsächlich entwickelt sich der Thread nun doch plötzlich nachdem mein Problem gelöst ist. Aber eine Diskussion schadet ja nie.

    Eigentlich wollte ich mit den Tüten die Dosen schonen und mich davor die Dosen spülen zu müssen.
    Ich dachte das CO2 kann trotzdem entweichen, da die Tüte zwar auf dem Ventil liegt, es aber nicht abdichtet.
    War wohl falsch.

    Nachdem ich die bisherigen Röstungen aus den Dosen in Tüten eingeschweißt habe wurden sie deutlich besser in wenigen Tagen. Um Austrocknung zu verhindern gab es ein paar Tropfen Feuchtigkeit.

    Die Tüten blähten sich auf, es entwich also noch CO2. Der kaffee fing in der tüte nach kaffee zu riechen und auch der Mahlgrad blieb konstant.

    Komisch finde ich dass das offene Lagern in einer schale bzw. Auf einem Teller nicht dazu beitrug. Klar CO2 ist schwerer als luft, aber ich dachte es geht trotzdem.

    Die nächsten Röstungen kommen direkt in Tüten und gut ist.
     
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