Bazzar Venere (Isomac Venus) Kein Kaffeebezug nach langer Standzeit

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  1. #1 Clemens-Leipzig, 29.03.2016
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    Hallo zusammen,

    ich habe von meiner Schwägerin ihre Bazzar Venere - baugleich Isomac Venus - ausgeliehen, um zu testen, ob ich mit einem Siebträger im täglichen Gebrauch zu Rande komme. Die Maschine ist Baujahr 2000 und stand die letzten fünf Jahre unbenutzt im Schrank. Ich habe sie wie in der Anleitung beschrieben in Betrieb genommen. Dampf und Heißwasser funktionieren auch, allerdings läuft durch die Brühgruppe offenbar kein Wasser, will heißen, das Kaffeemehl bleibt komplett trocken. Gleichzeitig springt das Manometer auf Anschlag, sobald man den Kaffeebezug startet. Ohne Ahnung von der Materie zu haben, würde,ich vermuten, dass sich während der Standzeit irgendetwas festgesetzt hat (Ventil?). Vielleicht hat hier jemand einen Tipp, was man als handwerklich einigermaßen fähiger Laie versuchen könnte oder sollte man die Maschine komplett warten lassen? Über eine Info würde ich mich freuen.
     
  2. #2 zia fofa, 29.03.2016
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    Moin Clemens!

    Zur ersten Orientierung die Explosionszeichnung des Boilers und der Brühgruppe der Isomac Venus. Wenn der Heißwasserbezug problemlos möglich ist und das Manometer beim Bezug den normalen Pumpendruck anzeigt, dann vermute ich als Ursache zuerst ein blockiertes Magnetventil bzw. eine defekte Magnetspule, hilfsweise eine Verkalkung im Steigrohr oder in den nachfolgenden Kanälen zum Magnetventil. Bei Betätigung des Schalters für den Bezug wird zeitgleich die Pumpe und das Brühgruppen-Magnetventil aktiviert. Dabei macht das Magnetventil meistens ein kurzes Geräusch, eine Art "Knacken", das man wegen der Pumpe aber nur schwer hören kann. Ich würde Dir daher folgendes empfehlen: Netzstecker ziehen, Tassenblech abnehmen, dann Kabelverbindung von der Pumpe abziehen. Netzstecker einstecken, Schalter für den Bezug betätigen und lauschen, ob das Magnetventil angezogen wird, sprich leise klackt. Wenn nicht, dann ist entweder das Ventil blockiert oder die Magnetspule defekt. Du müsstest das Magnetventil ausbauen, zerlegen und auf Verkalkung prüfen. Wenn das Magnetventil schaltet, dann wäre der nächste Schritt, den Boiler komplett auszubauen, zu zerlegen und auf Verkalkungen im Steigrohr und in den Kanälen von der Brühgruppe zum Magnetventil zu prüfen.

    Zia Fofa
     
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  3. #3 Clemens-Leipzig, 29.03.2016
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    Wow, das war schnell ! Vielen Dank! Da werde ich heute Abend mal eine Basteleinheit einlegen und mich zum Ergebnis nochmal melden. Viele Grüße
     
  4. #4 Skunkworks, 29.03.2016
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    Noch ein Tipp, falls du mit der Prüfmethode feststellst, dass du den Boiler ausbauen musst: Bitte entferne zuvor vorsichtig die Lampen. Die Fassung selbiger ist dermaßen brüchig, dass sie schnell abbrechen, wenn du da mit dem Boiler hantierst. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Gibt es zwar als Ersatzteil, muss aber nicht sein.
    Viel Erfolg!
     
  5. #5 Clemens-Leipzig, 31.03.2016
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    Vielen Dank für den Tipp. Zwischenzeitlich habe ich zumindest schon einmal das Magnetventil wie von Dir beschrieben getestet. Selbiges gibt ein gut hörbares "Klacken" von sich, wenn man den Schalter für den Kaffeebezug betätigt. Gibt es noch irgendeinen denkbaren "Idiotenfehler" meinerseits, warum kein Wasser kommt (Wasser hab ich schon in den Tank gefüllt ;-) ? Mich macht ein bisschen stutzig, dass überhaupt kein Wasser aus der Brühruppe kommt. Oder kommt das schnmal vor, dass sich die Leistungen so zusetzen, dass diese völlig dicht sind? Von außen sind überhaupt keine Ablagerungen am Kessel oder den Leitungen zu sehen.
    Einen weiteren Zugang als von oben gibt es für das Zerlegen ja offensichtlich nicht. Man arbeitet sich dann einfach nach unten durch?

    Fürs (kalte) Entkalken Zitronensäure?

    Vielen Dan und viele Grüße
     
  6. Indigo

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    Das beschriebene Verhalten tritt bei Einkreisern gerne _nach_ dem Entkalken auf.
    Es findet sich dann ein Kalkbrösel (oder eher -schlamm) in der engsten Stelle des Magnetventils.
    Ich habe dort aber auch schonmal ein "Staubknäuel" oder ähnliches gesehen.
    In allen Fällen ist das Ventil verstopft.
     
  7. #7 Clemens-Leipzig, 31.03.2016
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    Dieses Verstopfen kann auch dann vorliegen, wenn das Ventil an sich noch hörbar schaltet?
     
  8. #8 zia fofa, 31.03.2016
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    Ja. Wenn das Magnetventil "klackt", dann ist die Magnetspule ok, die den Kolben im Ventilkörper anzieht (daher kommt das Geräusch). Wenn nun die "Verstopfung" im Wasserweg davor aufgetreten ist (z.B. im bereits genannten Steigrohr), kommt trotzdem kein Wasser durch. Ich denke, dass Du bei Deiner weiteren Fehlersuche nicht umhin kommst, den Boiler oder zumindest das Boileroberteil sowie das Magnetventil auszubauen. Einen der Isomac Venus respektive Bazzar Venere insoweit (Boiler, Brühgruppe, Magnetventil) sehr ähnlichen Siebträger hatte ich vor Jahren zerlegt, leider kann ich Dir aber die einzelnen Schritte bzw. die Reihenfolge aus der Erinnerung nicht mehr zweifelsfrei benennen (das Alter...:() @Skunkworks Erinnerung, vemute ich mal, wird da frischer sein. Von daher kann ich vorerst nur noch mit der alten Explosionszeichnung dienen, die den Aufbau im Gesamten zeigt und als letzen Rat: Die Kabel vor dem Abziehen mit eindeutiger Beschriftung versehen, damit Du nachher noch weißt, was wo hingehört (entweder mit wasserfestem Stift auf die Kabelschuhe oder auf "Fähnchen" aus Klebeband schreiben).

    Zia Fofa
     
  9. #9 Clemens-Leipzig, 31.03.2016
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    Kabelbeschriftung habe ich nach leidvoller Erfahrung an anderer Stelle schon einmal gemacht. Dann stürze ich mich mal ins Vergügen... Nochmals vielen Dank für die profunden Tipps.
     
  10. #10 Skunkworks, 31.03.2016
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    Wenn du schon ans Eingemachte gehst, solltest du gleich die Dichtungen zwischen Boiler und BG, sowie die zwischen BG und Wasserverteiler austauschen. Und die dicke in der BG gleich mit. Morgen kann ich dir einen Link zur Ersatzteilversorgung schicken.
     
  11. #11 zia fofa, 01.04.2016
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  12. #12 Clemens-Leipzig, 04.04.2016
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    So, nach Familienfeier am Wochenende habe ich Kessel und Brühgruppe jetzt zerlegt, wobei ich nur das nötigste demontiert habe, um den Kessel auszubauen. D.h. die ganzen "Anbauten" am Kesseloberteil habe ich erst einmal dran gelassen. Im Kessel-Unterfeil fanden sich auch einigen Kalkbröckchen, insgesamt sieht das aber alles ganz gut aus, so dass ich am überlegen bin, ob ich wirklich alles auseinander baue und mich dann danach damit rumärgere, dass es nicht mehr dicht ist... Pustet man jetzt ins Steigrohr kommt die Luft ungehindert am unteren Loch an der Brühgruppe - dort wo der Messingsockel des des Magnetventils aufgeschraubt wird - wieder raus. Ebenfalls frei ist die Verbindung zwischen dem oberen Loch an der Brühgruppe und dem Wasserauslass (also dort, wo das Wasser zum Siebträger abgegeben wird). Wenn es nach dem Zusammenbauen jetzt wieder nich gehen sollte, kann es ja eigentlich nur an dem Magnetventil liegen. Selbiges habe ich allerdings nicht weiter zerlegt bekommen, das der Messingssockel (Wasserverteiler?) bombenfest sitzt und ich mein Eindruck war, hier eher mehr kaputt zu machen. Wie reinigt man das Ventil am besten und gibt es eine Möglichkeit, die Funktion zu testen, bevor man den ganzen Kram wieder eingebaut hat? Vielen Dank und viele Grüße !
     
  13. #13 Clemens-Leipzig, 04.04.2016
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    Entschuldigt bitte, wenn ich hier nochmal mein Unwissen unters Volk bringe. Habe nunmehr alles gereinigt und entkalkt. Jetzt läuft auch bei Betätigen der Bezugstaste einwandfrei das Wasser aus der Brühgruppe. Allerdings fliegt nach ca. zwei Minuten Aufheizen die Sicherung raus. Die Heizung wird auf jeden Fall warm. Die anderen Funktionen könnte ich nur mit abgeklemmter Heizung testen. Vielleicht hat jemand eine Idee? Die Erdung am Kesselunterteil habe ich angeschlossen. Kann natürlich auch ein Kabelbruch sein, aber dann müsste der fi-Schalter ja sofort kommen. Viele Grüße
     
  14. #14 zia fofa, 05.04.2016
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    Hast Du auch das Boileroberteil mit noch montierter Heizwendel oder die Heizwendel selbst ins Entkalkerbad eingelegt? Falls zutreffend, waren die Kontakte der Heizwendel vollständig mit eingetaucht? Die Heizwendel ist an den den Enden nicht wasserdicht; wenn die Kontakte mit eingetaucht werden, kann Entkalkerlösung ins Innere geraten und die Isolation zwischen dem Stromleiter im Inneren der Heizwendel und deren Hülle überbrücken. Dafür spräche auch Deine Beschreibung, dass der FI erst zwei Minuten nach Beginn des Aufheizens auslöst: Durch die Erwärmung dehnen sich die Bauteile der Heizwendel aus, so dass sich der Abstand zwischen Stromleiter und Hülle verändern kann.

    Wenn meine Vermutung zutrifft, dann gibt es einen probates Mittel dagegen: Heizwendel ausbauen und bei 100 Grad für eine Stunde in den Backofen geben. Damit dürfte sich die Flüssigkeit im Inneren verflüchtigen.

    Zia Fofa
     
  15. #15 Clemens-Leipzig, 05.04.2016
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    Vielen Dank. Das klingt plausibel. Ich hatte zwar den Boiler (mit Heizelement) so in den Entkalker gesetzt, dass die Anschlüsse "trocken" bleiben, war aber nicht besonders sorgfältig, weil ich davon ausgegangen bin, das das alles ohnehin wasserdicht ist... Ist beim Ausbauen des Heizelements etwas zu beachten? Viele Grüße
     
  16. #16 zia fofa, 05.04.2016
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    Eigentlich nicht. Wie gehabt: Kabel markieren, abziehen, Boileroberteil abmontieren, dann mit passendem Gabel- oder Ringschlüssel die Muttern an den Enden der Heizwendel abschrauben. Das kann ein wenig Drehmoment erfordern, wobei diese Schraubverbindungen jedoch - im Normalfall - nicht so bombenfest sitzen, wie die an der Flanschplatte des Magnetventils. Im schlechtesten Falle sind die Dichtringe unter den Muttern porös und/oder mit dem Boiler verbacken und Du bräuchtest neue.

    Zia Fofa
     
  17. #17 Clemens-Leipzig, 10.04.2016
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    Abschließende Erfolgsmeldung! Maschine funktioniert, alles dicht und mit heute erworbener Mühle schmeckt jetzt auch der Espresso! Vielen Dank für die Hilfe. VG Clemens
     
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