Bitterarmer selbstgerösteter Kaffe

Diskutiere Bitterarmer selbstgerösteter Kaffe im Vom Rohkaffee zum Selbströster Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo, eigentlich bin ich Tee-Trinker und bevorzuge Tees, die nicht bitter sind: Link entfernt Bitte auf unnötige Werbelinks verzichten, sonst...

  1. #1 AH..., 07.04.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.04.2015
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    Hallo,

    eigentlich bin ich Tee-Trinker und bevorzuge Tees, die nicht bitter sind:

    Link entfernt Bitte auf unnötige Werbelinks verzichten, sonst droht der Rausschmiss.

    Mit handelsüblichen Kaffees (Jacobs Krönung etc.) habe ich große Probleme, sie sind meist absolut ekelerregend und sehr bitter.

    Durch eine Kollegin wurde ich vor Jahren auf die Privatrösterei Erhard Ulbrich in Hannover in der Liepmannstraße aufmerksam und diesen Kaffee habe ich (selten) getrunken. Das Aroma und der Geruch waren sehr angenehm. Die Bohnen wurden von Hand auf einem Transportband selektiert.

    Erhard Ulbrich ist seit einigen Jahren tot, aber sein Sohn hat noch ein Kaffehaus. Nun habe ich versucht, selbst zu rösten, um die Bitterkeit zu reduzieren. Dazu verwendete ich Rohkaffee aus Nicaragua:
    Link entfernt - Bitte auf unnötige Werbelinks verzichten, sonst droht der Rausschmiss.
    Ich habe die Bohnen in ein Marmeladenglas gegeben und dicht verschlossen bei geringster Hitze im Ofen ca. 5 Stunden geröstet, bis sie hellbraun/dunkelbraun gescheckt waren. Dann habe ich die Bohnen frisch gemahlen, das ergab ein hellbraunes Kaffepulver. Ich habe einen guten Kaffee genießen können, der sehr wenig bitter ist und durchaus im Aroma als typischer Ulbrich-Kaffee erkennbar war.
    In Ulbrichs Kaffeehaus gibt es auch andere Rohkaffees, z.B. aus Äthiopien.
    Leider habe ich kein Thermometer, kann die Methode im dicht verschlossenen Marmeladenglas bei geringster Ofentemperatur aber sehr empfehlen.

    Liebe Grüße

    Andreas
     
  2. #2 cafesolo, 07.04.2015
    cafesolo

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    Zu spät. Der 1. April ist schon ein paar Tage vorbei.
     
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  3. #3 domimü, 07.04.2015
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    :DBei 40 ° Rösten? Cool, im wortwörtlichen Sinn.
     
  4. #4 Monstafant, 07.04.2015
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    Mist, in meinem Marmeladenglas ist kein Platz mehr für Bohnen. Alles voller Marmelade, rot/hellrot gescheckt. :oops:
     
  5. #5 AH..., 10.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2015
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    Hallo,

    mit einem Ofenthermometer habe ich jetzt auch die Rösttemperatur herausgefunden: 145 °C

    Ich empfehle also für eine Ofenröstung eines Rohkaffees aus Nicaragua mit normal großen Bohnen (kein kleinbohniger äthiopischer und auch kein Maragogype):

    - 145 °C Rösttemperatur (Temperatur im Ofen)

    - Ein fest geschlossenes Glas, wo die Bohnen hineinkommen (Marmeladenglas o.ä.)

    - 5 bis 6 Stunden Röstdauer

    Dann bekommt man einen angenehmen, bitterarmen Kaffee.

    Über Robusta sollte man nachdenken. Ein sehr aromatischer (fein und angenehm riechender) und milder Kaffee war der Roumbouds Robusta, den ich einmal in einem Aux Champs in Luxembourg frisch geröstet gekauft habe. Ich habe aber noch keinen Robusta Rohkaffee. Wenn ich welchen habe, berichte ich von meinem Experiment. Mein Standard-Getränk bleibt jedoch japanischer Grüntee, der ist milder, als mein bisher mildester Kaffee.

    Liebe Grüße

    Andreas
     
  6. #6 'Ingo, 10.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2015
    'Ingo

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    Ofen läuft, ich bin auch auf dem Kaffeesack geboren und mag solche Experimente.
    Ich habe Alufolie mit eingespannt, damit die heiß werdende Spritzdichtung aus Kunststoff im Deckel nicht die milden Bohnen versaut.

    Morgen ist Treffen der Hamburger Heimröster, da wird das Resultat dann verkostet.
    Hast du noch eine Zubereitungsempfehlung?
     
  7. AH...

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    Hallo Ingo,

    eine Zubereitungsempfehlung habe ich leider nicht. Ich habe die Bohnen gemahlen, meine Mühle taugt wenig (70 € Braun, schmeckt deutlich schlechter, als Mahlkönig etc. - aber ich trinke nur selten Kaffee, brauche wohl eine Handmühle). Ich habe ihn mir dann als Filterkaffe mit reichlich Milch zubereitet. Er ist nicht sehr ergiebig, eher mehr Pulver nehmen, als üblich.

    Liebe Grüße

    Andreas
     
  8. #8 'Ingo, 11.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 11.04.2015
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    Moin Andreas

    so schaut er jetzt aus
    [​IMG]

    [​IMG]


    Probiert wird später :)

    Schaut recht merkwürdig aus, Bohnen haben sich nicht vergrößert und die Feuchtigkeit blieb im Glas.
    Gekaut schmecken sie etwas grasig.

    Ist das eine Röstmethode aus dem Ulbrichs Kaffeehaus, schmeckt deren Kaffee dann so, grasig und wenig bitter?
    Wo hast du die Methode her?
     
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  9. #9 AH..., 11.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 11.04.2015
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    [​IMG]

    Hallo Ingo,

    ich habe den Kaffee jetzt 6 Stunden bei 145 °C geröstet, gekaut schmecken die Bohnen nicht vegetabil und wenig bitter (das war mein Ziel, ich bin sehr bitter-empfindlich und bitter-avers). Bei 5 Stunden gab es noch grüne Rohkaffee-Noten. Die Methode habe ich überlegt, um die Bitterkeit zu reduzieren, sie ist nicht von Ulbrichs Kaffeehaus. Gleich wird gefrühstückt (Croissants) und der Kaffee dazu probiert :)


    [​IMG]

    Hier nochmal der Link zu einem größeren Bild:

    http://www.bilder-hochladen.net/files/lr6g-1-c4ca-jpg.html

    Und hier ein Link des Bildes zum daraus gemahlenen Kaffeepulver:

    http://www.bilder-hochladen.net/files/lr6g-2-c81e-jpg.html

    Der Geruch ist normaler Kaffeegeruch, sehr angenehm.

    Und nun das Ergebnis:

    60 g Kaffepulver mit 500 ml kochendem Wasser (durch eine Aqua-optima-Kartusche gelaufen, Brita oder Aqua Select geht auch) als Filterkaffee bereitet. Ergab 400 ml (zu stark), auf 600 ml aufgegossen mit kochendem Wasser, knapp 150 ml Milch dazu - sehr angenehmer, typischer, sehr milder, bitterarmer Kaffee. Das mache ich öfter.
    Für den Chemiker wie mich ist das Ergebnis nicht überraschend, geringere Temperaturen bedingen einfach längere Reaktiondauern.
    Einfach ist es auch: Bohnen ins Glas, in den Ofen, sechs Stunden warten...fertig. Keine Kontrolle, kein Streß.

    Liebe Grüße

    Andreas
     
  10. #10 leupster, 11.04.2015
    leupster

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    Backe Backe Bohnen *sing*
     
  11. sumac

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  12. #12 'Ingo, 11.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 12.04.2015
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    Hallo Andreas,

    das Wetter ist schlecht, genau richtig um etwas zu experimentieren.
    Der Versuch im Glas wird wiederholt, allerdings werde ich die Temperatur etwas erhöhen (155°C) und dann erneut verkosten.
    Der gestrige Versuch ist wie gesagt etwas grasig...oder wie du schreibst vegetabil, im Vergleich zu einer etwas unterentwickelten und recht hellen Filterröstung, nicht so weit weg im Geschmack.

    Was mich wundert, du sperrst ja die Feuchtigkeit im verschlossenen Glas ein, sie kann während der Röstung nicht entweichen und kondensiert am Deckel.
    Die Bohnen vergrößern sich nicht und meine Mühle hatte echt Probleme sie durchzumahlen.
    Öffnest du nach dem Backen das Glas und trocknest die Bohnen oder lässt du das Glas geschlossen auskühlen?


    edit:
    Heute morgen war dann das Backergebnis 2 fertig.
    6h @ 155°C
    Der grasige Geruch und Geschmack ist weg, das Kaffeemehl richtig deutlich nach hell geröstetem Kaffee und das Ergebnis auf 13 und einmal 16g aus der WMF800, schmeckt.....lecker :)

    Im Vergleich zum ersten Ergebnis
    - die feinen Säuren (ich hatte Sumatra Permata Gayo (Filterröstung) im Vergleich als ziemlich ähnlich, wenn auch nicht grasig eingestuft) sind weg
    - eine leichte Bitternote ( wirklich sehr dezent) ist zu schmecken.
    - der Geschmack ist leicht nussig und dezent süß
    - extrem schwacher Körper
    - die Mühle gibt nicht sofort den Geist auf, hat aber hörbar viel zu tun. (Dichte der nicht aufgeknackten Bohnen)
    - Kaffeemahlgut kann nicht richtig aufgeschlossen werden, Auslaufbild spricht für sich
    - Energieverschwendung
    - Das Potential des Equador ACRIM wird nicht im Ansatz mit dieser Methode rausgeholt.

    Hier ein paar Bilder
    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Für mich ist das Thema damit wohl beendet, ich kann jetzt deinen Ansatz nachvollziehen und habe geschmeckt was du magst.

    Und wie bereits geschrieben, das Ergebnis war lecker!
    Sowohl schwarz als auch mit ein wenig Bäckersahne.
     
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Bitterarmer selbstgerösteter Kaffe

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