Bohnensuche...

Diskutiere Bohnensuche... im Bohnen und Kaffee Forum im Bereich Rund um die Bohne; Hallo! Ich bin auf der Suche nach (idealerweise) einer oder zwei Bohnen für Espresso und Cafe Creme. Mir ist durchaus bewusst, dass mir hierbei...

  1. kitkat

    kitkat Mitglied

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    Hallo!

    Ich bin auf der Suche nach (idealerweise) einer oder zwei Bohnen für Espresso und Cafe Creme. Mir ist durchaus bewusst, dass mir hierbei letztlich nur selbst testen hilft. Daher suche ich nach einer Richtung, in der es nach eurer Erfahrung am ehesten Sinn macht nach Bohnen zu suchen. D.h. Herkunft, Röstung, Rösterei...

    Bisher habe ich einen Malabar von einem Kleinröster sowie das Espresso-Probierpaket von Fausto (Monaco, Giaseng, Monsooned Malabar, Napoli) durch. So richtig vom Hocker gehauen hat mich allerdings davon nix. Zwischen dem Kleinröster-Malabar und den Fausto-Sorten: Monsooned Malabar, Giaseng und Monaco kann ich keine wirklich sinnvolle Reihenfolge festlegen. Am ehesten würde ich vllt. den Giaseng an die Spitze stellen. Der Napoli hat mir von den fünf Sorten am schlechtesten geschmeckt, weshalb ich vllt. eher mittlere Röstungen bevorzuge (oder liegt das nur an dem Kaffee)?

    Was mir zusätzlich komisch vorkommt: Ich schmecke keine wirklichen Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten. Die schmecken alle nach Espresso :D. Einzig bitter, sauer, stark und schwach lässt sich unterscheiden, ansonsten schmeckt alles ziemlich gleich. Dabei geht es nicht um die feinen Nuancen, sondern der "normale" Geschmack (schwer zu beschreiben)!

    Ich habe hier im KN auch schon diverse Bohnen-Threads durchstöbert. Leider fehlt mir da dennoch euer Überblick, um einschätzen zu können wo es sich lohnen könnte. Außerdem bringen mir die Beschreibungen auf der Röster nichts, da ich die noch nie nachvollziehen konnte.

    Was ich suche ist (glaube ich zumindest), ein kräftiger, würziger Espresso mit Körper ohne bittere Rauch-Noten. Eine dezente Säure darf auch drin sein. Helle Röstungen sind mir zu sauer.

    Zur Herstellung:

    Ich nutze eigentlich ausschließlich das 2er Sieb, da ich als Espresso eigentlich immer nur Doppio trinke. Brühverhältnis 1:2 bei 17-18 g Mehl, Durchlaufzeit 25s +-2s. Temperatur variiert zwischen 92 und 95 °C. Für den Cafe Creme nehme ich die gleiche Menge Mehl und mahle gröber, so dass bei gleicher Druchlaufzeit ca. 130 g in der Tasse landen.

    Vielen Dank für eure Tipps!
     
  2. sumac

    sumac Mitglied

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  3. kitkat

    kitkat Mitglied

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    Ja... ich kann es halt nicht einschätzen. Daher dachte ich, dass ich mal Frage. Eine Individualberatung hilft hier vllt. mehr?
     
  4. cbr-ps

    cbr-ps Mitglied

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    Wie stellst Du dir das vor? Du schreibst nicht ansatzweise, was Du erwartest und wünscht Beratung. Ganz schwierig.
    Ich werf mal den Quijote Oh Harvey in den Raum. Ich mag ihn. Ob er dir schmeckt? Keine Ahnung...
    Ist auf jeden Fall „spannender“ als ein Malabar.
     
  5. kitkat

    kitkat Mitglied

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    Mir ist schon klar, dass das schwierig ist! Die Alternative ist blind Bohnen testen bis ich eine gefunden habe. Das kann theoretisch ewig dauern. Ich habe oben ja eine Richtung geschrieben, in die es ungefähr gehen soll. Es geht ja nicht darum, dass ihr mir jetzt auf anhieb DIE Bohnen nennt, sondern um eine Richtung in der es am lohnenswertesten ist zu suchen. Das können Leute mit Erfahrung einfacher einschätzen als ich, daher meine Frage.
     
  6. Cairns

    Cairns Mitglied

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    Mokarico noir zum Beispiel könnte passen
     
  7. sumac

    sumac Mitglied

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    ????
     
  8. Tonico

    Tonico Mitglied

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    Hallo! Ich bin in einer ähnlichen Situation aber für Brühkaffee-Bohnen :) Bei Espresso kann man glaube ich grob zwischen den klassischen (nussig, schokoladig) und fruchtigeren Bohnen unterscheiden. Dann gibt es natürlich Mischungen und sortenreine Produkte und auch welche mit Robusta-Anteil und welche ohne. Bitte korrigiert mich, aber ich denke desto weniger klassisch die Bohnen schmecken, desto anspruchsvoller sind auch die Anforderungen an die Zubereitung. Eventuell hilft auch dieser Artikel: How Different Coffee Origins Taste (usually) - Angels' Cup
     
  9. kitkat

    kitkat Mitglied

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    @Tonico Danke für den Link, werde ich mal durchlesen.

    @Cairns der liest sich interessant. Scheint es aber nur in der kilopackung zu geben. Das ist mir zum testen eigentlich zu viel.

    @sumac Das mag widersprüchlicher erscheinen als es ist. Die Angaben in den Threads sind wie die Rösterangaben. Meistens für mich nicht nachvollziehbar, sofern überhaupt etwas dazu g schrieben wird. Wie ich schon geschrieben habe, fehlt mir der Überblick und die geschmackliche Erfahrung um das einordnen zu können. Daher bräuchte ich etwas Führung.
     
  10. Luke85

    Luke85 Mitglied

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    Hallo @kitkat , wenn Espressozubereitung für dich, so wie für viele hier, ein wichtiges Hobby ist, rate ich dir, mal den Sensory Foundation bei einem SCA-Trainer zu machen. Mit der Fähigkeit, "erkennen und benennen" zu können, was man schmeckt und riecht, liegt für mich ein wichtiger Grund, warum das Hobby so schön ist. Dabei geht es vor allem darum, nicht nur zu sagen "den finde ich lecker", sondern sagen zu können, warum. Es geht nicht darum, wie man das (zu) oft am Cuppingtisch erlebt, dass Leute mit Worten wie "Snakefruit" um sich werfen. Da gibt es die Leute, von denen man weiß, die können es wirklich, und die, für die 75% der Kaffees nach Bergamotte und Jasmin schmecken. Halo-Effekt nennt der Psychologe das.

    Dabei geht es im Wesentlichen darum, z.B. sagen zu können: Im Verleich mag ich Kaffee A lieber als Kaffee B, weil er weniger bitter ist und mehr Körper hat. Und da von grob nach fein vorzugehen. Eine fruchtige note zu erkennen ist schon gut! Die Note als "beerig" einzustufen, ist mE schon sehr gut. Und im Ergebnis trennscharf Erdbeere von Brombeere unterscheiden zu können ist nicht nur super schwierig, sondern vielleicht auch nicht nötig. Wenn du zB sagst ich mag fruchtige Kaffees mit viel süße: Äthiopische naturals. Florale noten: zB Costa Rica Honey process. Wenn du schokoladennoten magst, aber keine Bitterkeit, Brasilien washed. Wenn du Noten in Richtung Nuss/Karamell magst: dunklere Röstungen. Und so weiter.

    Ich war überrascht, wie schwer es im Blindtest ist, aus einem Geruchsprobenset Limette von Zitrone zu unterscheiden. Man denkt: die riechen doch sooo unterschiedlich. Aber hat man die schonmal gerochen, ohne sie dabei zu sehen, zu fühlen und später zu schmecken? Wohl nein. In der richtung mehr dazuzulernen gibt dem Spaß am Espressohobby nochmal einen richtigen Schub, und statt nach der snakefruit von der Rösterbeschreibung nach fruchtigen noten ausschau zu halten eine gute Lektion.

    Ansonsten: du sagst du magst keine bitteren Sachen. Dunkle Röstungen sind idR bitterer als hellere, ja. überextraktionen sind aber auch bitter, daran ist vielleicht beim Café creme zu denken. Vielleicht lieber Americano aus doppeltem Espresso oder sogar Ristretto und heißem wasser zubereiten. Spart dir auch die veränderung des Mahlgrades.

    Wenn du die bitteren Röstaromen vermeiden willst, aber keine spitze säure magst, und trotzdem eine leichte würze haben möchtest: Coffee Circle Sidamo. Mit 28€ pro Kilo für einen natural Äthiopier guter Qualität außederm ein richtiges Schnäppchen finde ich.
     
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  11. #11 cbr-ps, 26.01.2019
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2019
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    Da musst Du dich reinfinden, wenn Du externe Quellen nutzen willst. Am Besten probieren und Rezensionen gegenlesen. Mit der Zeit kannst Du es dann einordnen. Das klappt nicht per Schalter umlegen.
    Ich bin auch niemand, der Aromenanalogien sicher herstellen kann, deshalb schreibe ich auch sehr selten und wenn dann nur oberflächliche Rezensionen. Dennoch habe ich mit der Zeit gelernt, sie zu lesen.
    Wenn Du dich ernsthaft damit auseinandersetzen willst, könntest Du ein Sensorik Seminar besuchen.
     
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  12. #12 Espressotanta, 26.01.2019
    Zuletzt bearbeitet: 26.01.2019
    Espressotanta

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    Ich kann mir vorstellen, was der TE meint. Mir ging es oft ähnlich, und z.T. jetzt auch noch: große geschmackliche Unterschiede sind oft nicht feststellbar. Bei mir lag das wohl an meinem alten Graef-Siebträger, der mir immer sehr ähnliche Bezüge geliefert hat, egal welche Bohne oder welcher Mahlgrad. Mir haben da Manometer, Küchenwaage sehr geholfen. Ich kann nun einigermaßen reproduzierbare Espressi beziehen.
    Kürzlich habe ich den Emilio-Münchner Espresso probiert (80% Arabica, 20% Robusta) und konnte ein leichtes Mandelaroma feststellen, das mich begeistert hat, allerdings nur bei definiertem Mahlgrad, Einwaage und definiertem Druck (13g bei 11bar). Bei anderen Werten ist das tolle Aroma kaum noch wahrnehmbar...es ist echt eine Kunst, aus jeder Bohne die Spezifität herauszukitzeln. Ich habe es dieses eine Mal geschafft (bin auch noch am Anfang) Meist sind die Bohnen aufgebraucht, ehe ich den jeweiligen Kniff raushabe ^^
     
  13. #13 Kaspar Hauser, 26.01.2019
    Kaspar Hauser

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    Wie soll das gehen, wenn du weder sensorisch so geschult bist, dass du genau beschreiben kannst, was du suchst, noch so dass fremde Beschreibungen einen Bedeutungsinhalt für dich haben?
     
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  14. Luke85

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    Wenn man erst am Ende des Beutels die richtigen Einstellungen findet, schreit das nach einem systematischen Ansatz mit weniger Variablen: Espresso Recipes: Putting It All Together - Barista Hustle
    Und klar, geht nur mit der Waage, sonst hüpft man ja blind zwischen verschiedenen zubereitungsrezepten hin und her..
     
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  15. #15 Espressotanta, 26.01.2019
    Espressotanta

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    Stimmt, der Sidamo von Coffe-Circle ist Klasse, ein schöner milder Geschmack...allerdings nicht arg viel Crema . da 100% Arabica. Ich habe dann den Yirga-Santos von denen probiert, da habe ich leider bis jetzt nicht die richtigen Werte für Mahlgrad und Einwaage gefunden, schmeckt immer gleich röstig und für mich etwas zu bitter.
     
  16. Luke85

    Luke85 Mitglied

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    Das mit der crema ist sicher subjektiv. Der sidamo war die dunkelste Röstung der letzten 6 monate die den Weg in meine mühle gefunden hat, benutze auch gerne schonmal filter roasts, dagegen war die crema des sidamo üppig. Aber das war mir auch noch nie so wichtig..

    Dass dir der yirga santos nicht so schmeckt liegt, wenn der noch so ist wie vor einem halben Jahr, eher am kaffee als an dir. Abgesehen von intensivsten dunklen Röstnoten war da auch nicht so viel..
     
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  17. Blubb

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    Willkommen in der Realität ! :)
     
  18. kitkat

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    Das sind, finde ich, interessante Infos. Ob ich die nachher auch schmecke sei mal dahingestellt. Aber so kann ich meine Suche zumindest in einer bestimmten Richtung starten.

    Oben hast du doch geschrieben, dass Äthiopier eher fruchtig, also säuerlich sind. Ist das bei dem jetzt nicht so?

    Ich habe doch oben eine Richtung beschrieben. Es geht mir doch gar nicht darum, jede einzelne Nuance zu schmecken sondern einen sinnvollen Startpunkt und eine grobe Richtung zu finden. Ich versuche es nochmal detaillierter, da der Geschmack ja hauptsächlich über den Geruchssinn arbeitet:

    Kennt ihr den würzigen, herben, harzigen, holzigen Geruch in einem trockenen, mediterranen Kräutergarten. Wenn den ganzen Tag über die Sonne scheint und die ätherischen Öle schwer in der Luft liegen? So die Richtung Olive, Holz, Thymian, Rosmarin, Oregano... sowas suche ich. Ob ich das jetzt einzeln aus dem Espresso rausschmecken kann, ist gar nicht wichtig (und vermutlich auch nicht möglich). Ich vermute, dass mir ein Espresso in dieser Richtung zusagt, da ich den Geruch sehr mag. Dabei darf er gerne eine dezente Säure haben, allerdings keine rauchigen oder bitteren Aromen. Was ich ganz gut rausschmecke sind Tabaknoten, da ich die zum Beispiel überhaupt nicht mag.

    Wenn ich mir die ganzen Threads hier mit diversen Kaffee-Sorten angucke, habe ich solch eine Beschreibung noch nicht gefunden. Mag auch an der Fülle an Infos liegen.

    Der Link ist klasse! Danke!


    Jetzt am Anfang, ist eine sensorische Schulung wohl noch zu viel. Solange ich die Zubereitung nicht 100%ig beherrsche, macht das keinen Sinn. Für die Zukunft aber sicherlich eine Überlegung wert.
     
  19. cbr-ps

    cbr-ps Mitglied

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    „Realität“ ist relativ, manche wollen differenzieren, manche nicht. Wer differenzierter an die Sache geht, hat eine andere Sicht auf seine Realität, als jemand, dem die Nuacen egal sind.
     
  20. Luke85

    Luke85 Mitglied

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    Fruchtige Säure? Ja. Viel süße? Ja.
    spitze Säure? Wenn richtig zubereitet: Nein.

    Das ist zu unterscheiden. Wenn du zB eine Erdbeere oder eine Himbeere isst, schmeckst du auch Säure. Aber keine spitze intensive Säure, sondern eine leichte fruchtige.

    Spitze Säuren sind eher die aus einer Zitrone.

    Außerdem ist der sidamo leicht würzig und wegen der im Vergleich zu anderen viel gekauften äthiopischen naturals verhaltnismäßig dunklen Röstung karamellig (ist ein helles röstaroma).
     
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