Der gläserne Pfau

Diskutiere Der gläserne Pfau im Grundsätzliches Forum im Bereich Fragen und Tipps; Ich kann mich noch recht gut an die Irrungen meiner Anfangszeit mit der Pavoni PLH erinnern, die durch die kompetente Hilfe im Board (fast)...

  1. #1 KardinalWest, 11.03.2008
    Zuletzt bearbeitet: 12.03.2008
    KardinalWest

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    Ich kann mich noch recht gut an die Irrungen meiner Anfangszeit mit der Pavoni PLH erinnern, die durch die kompetente Hilfe im Board (fast) restlos beseitigt wurden. Beim Herumschrauben an meinen mittlerweile 2 Maschinen hatte ich aber noch das eine oder andere AHA-Erlebniss, die ich mit allen Pavoni-Newbies teilen möchte.

    Im Folgenden die Antwort auf die Frage: "Was passiert beim Bezug in meiner La Pavoni Handhebelmaschine?"

    1: Aufheizen
    Über dem Kolben steht in der noch (zu) kalten Brühgruppe ein kleiner Rest Wasser, das Wasser im Kessel kocht. Durch den Pressostaten wird der Druck und infolge dessen die Temperatur im Kessel konstant gehalten.

    [​IMG]

    2: Leerbezug
    Durch den Druckunterschied zwischen Kessel und Umgebung wird nach Anheben des Hebels Wasser durch das Steigrohr in den Brühkopf gedrückt. Das über dem Kolben im Brühkopf stehende (kalte) Wasser fließt durch eine Bohrung an der Oberkante der Kammer (Im Bild leider schlecht erkennbar) zurück in den Kessel. Siebträger und Brühkopf erreichen Betriebstemperatur.

    [​IMG]

    3: Vollen Siebträger einspannen

    [​IMG]

    4: Präinfusion
    In der (luftgefüllten) Kammer oberhalb der Duschplatte entsteht beim Anheben des Hebels Unterdruck. Luft strömt durch den Puck nach und beschädigt diesen, wenn das zu schnell erfolgt. Nachdem der befüllte Siebträger eingespannt ist, sollte der Hebel deshalb nur langsam nach oben bewegt werden, damit die getamperte Oberfläche des trockenen Pucks keinen Schaden nimmt. Ist der Hebel einmal oben, fließt Wasser mit einem Kesseldruck von ca. 0,8 Bar auf den Puck und lässt diesen aufquellen. Die große Masse der Brühgruppe kühlt bei den ersten Bezügen währenddessen das vormals kochende Wasser auf unter 100 °C. (Stichwort Überhitzungsproblematik).

    [​IMG]

    5: Bezug
    Durch kräftigen Druck auf den Hebel wird das Wasser durch den Puck gepresst. Dabei bewirkt eine Last von ca. 15 kg am Griff des Hebels einen Druck von etwa 9 Bar in der Brühgruppe.

    [​IMG]

    Ich hoffe der Beitrag ist für den Einen oder Anderen nützlich. Sollte ich irgendwo einen Fehler eingebaut haben bitte ich die „alten Hasen“, mir das mitzuteilen. Vorschläge zu Verbesserung/Vereinfachung sind natürlich stets willkommen.

    Gruß - Tom
     
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  2. #2 schorsch27, 11.03.2008
    schorsch27

    schorsch27 Gast

    AW: Der gläserne Pfau

    Danke! Genau das, was ich schon lange suchte. Inzwischen hab ich mir die Zusammenhänge so ähnlich zusammengereimt:lol:
     
  3. #3 Bubikopf, 11.03.2008
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    AW: Der gläserne Pfau

    Es fehlt noch ein kleines aber wichtiges Detail in den Zeichnungen. Der Hohlraum oberhalb des Kolbens ist mit Wasser gefüllt, beim Anheben des Kolbens wird das Steigrohr aber geschlossen. Da Wasser nicht komprimierbar ist, wäre es unmöglich, den Hebel in Zulaufstellung zu bringen. Daher befindet sich oberhalb der Öffnung des Steigrohres noch ein Loch. Zusätzlich wird da beim Hebeln Kesselwasser hin und her gespült zur Beheizung des Brühkopfes.
    Gruss Roger
     
  4. #4 KardinalWest, 11.03.2008
    KardinalWest

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    AW: Der gläserne Pfau

    Habe das Loch eingezeichnet (wohl nicht deutlich genug) aber nicht explizit daruf hingewiesen. Werde das noch nachholen.

    danke - Tom
     
  5. p-man

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    AW: Der gläserne Pfau

    Servus!

    Ich komme auf etwa 15kg Druck auf den Hebel zum Erreichen der (ganz grob) 10 bar Druck in der Gruppe.

    Gerechnet hab ich mit einer Hebelübersetzung von 10 und ner Kolbenfläche von etwa 5cm².

    @ Kardinal: Ist deine Druckangabe ein Messwert oder Berechnung?

    Viele Grüße,
    p-man
     
  6. #6 KardinalWest, 11.03.2008
    KardinalWest

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    AW: Der gläserne Pfau

    Habe überschlagsmäßig gerechnet. Da es ja zwei verschieden große Kolben gibt, und sich einige Faktoren (Reibung zwischen Kammer und Kolben, Kesseldruck von oben auf den Kolben, genauer Angriffspunkt am Hebel etc...) nur schlecht berücksichtigen lassen, habe ich die Rechnung nicht angeführt.

    Wollte damit nur festhalten, dass man nicht "am Hebel hängen muss bis sich der Kessel verwindet" um die nötigen 9 Bar zu erreichen. (Es wird ja immer mal wieder bestritten, dass mit den kleinen Haushaltshandhebeln überhaupt genug Druck aufgebaut werden kann) Wichtig ist mir nur die Größenordnung.

    gruß - Tom
     
  7. blu

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    AW: Der gläserne Pfau

    hallo tom,

    vielen dank fuer deine hervorragend bebilderte erklaerung! so macht das kaffee-netz richtig spass!

    lg blu

    ps hat sich in 4) ein kleiner fehler eingeschlichen? ich kenne die dampfdruckkurve nicht auswendig, vermute aber, dass es 0,8 bar ueberdruck heissen muss.
     
  8. #8 Kardoso, 11.03.2008
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    AW: Der gläserne Pfau

    Danke Tom ! Sehr schöne Arbeit. Wenn ich nicht schon eine Pavoni hätte, fände man mich jetzt in der Bucht beim Bieten.
     
  9. #9 mr.smith, 11.03.2008
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    AW: Der gläserne Pfau

    Kanns gar nicht erwarten - meine kommt Freitag nachts !!!
    (noch 3 mal schlafen gehen)
     
  10. #10 KardinalWest, 12.03.2008
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  11. #11 KardinalWest, 12.03.2008
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    AW: Der gläserne Pfau

    In der (luftgefüllten) Kammer oberhalb der Duschplatte entsteht beim Anheben des Hebels Unterdruck. Luft strömt durch den Puck nach und beschädigt diesen, wenn das zu schnell erfolgt. Ist der Hebel einmal oben, fließ natürlich Wasser nach und es wirken 0,8 [bar] Üerdruck aus dem Kessel.

    Habe es verständlicher formulieren.

    Danke für den Hinweis - Tom
     
  12. #12 Sannazaro, 12.03.2008
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  13. #13 koffeinschock, 12.03.2008
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    AW: Der gläserne Pfau

    ich vermute schlichtweg, daß blu dich auf das fehlende komma hinweisen wollte ;)
     
  14. #14 KardinalWest, 12.03.2008
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    @koffeinschock

    Das ist der bereits korrigierte Text. (Leider schon wieder mit Fehler...)
    Habs ausgebessert. Danke dir!

    gruß - Tom
     
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