Der Kaffeenetz-Treffen-Kaffeespenden-Thread

Diskutiere Der Kaffeenetz-Treffen-Kaffeespenden-Thread im Veranstaltungen, Termine und Treffen Forum im Bereich Informationsquellen (Bücher, Web, Events, etc.); Zugegebenermaßen ein etwas sperriger Titel, damit fällt es aber auch auf!:) Wir haben zum diesjährigen Treffen so nette Spenden von Röstern...

  1. #1 Barista, 21.06.2021
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    Zugegebenermaßen ein etwas sperriger Titel, damit fällt es aber auch auf!:)
    Wir haben zum diesjährigen Treffen so nette Spenden von Röstern bekommen, dass man zu den Kaffees zumindest etwas Feedback geben sollte. Ich fände es daher toll, wenn diejenigen, die sich etwas zum Testen mitgenommen haben, zu den Kaffees vielleicht auch mal kurz hier etwas schreiben.

    Das muss ja nicht sofort sein (meine Mühle ist auch noch voll), sobald aber eine gespendete Packung ihren Weg in die Mühle findet, wäre eine Erwähnung hier sehr fair gegenüber den Spendern.
     
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  2. #2 rebecmeer, 21.06.2021
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    @Sekem hat es doch in dem Thread vom Treffen gepostet.
     
  3. #3 Barista, 21.06.2021
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    Hier soll es um eine kurze Beschreibung der Kaffees gehen und nicht nur um die Nennung der Röster.
     
  4. #4 Ranger Kevin, 21.06.2021
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    Also mich hat vor allem der 100% Canephora Robusta aus der Schweiz überrascht. Der war vom Geschmack so sanft, dass ich ihn bei einem Blindtest wohl als Arabica eingestuft hätte.
    Weiß jemand noch, wie die Rösterei hieß? Ich habe mir den Namen leider nicht gemerkt...
     
  5. #5 Barista, 21.06.2021
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    Ich hab davon was mitgenommen:

    PXL_20210621_052609136.NIGHT.jpg

    Ich hab keine Ahnung, wo der herkam oder ob ein Boardie da Beziehungen dazu hat. Kommt als nächstes in die Mühle.
     
  6. #6 Holger Schmitz, 21.06.2021
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    Den hatte Sekem organisiert.
    Bei mir wird es auch noch eine Weile dauern, die Barschlampe muss erstmal weg ehe der Merchant seventh der von Sekem zubereitet äußerst fruchtig schmeckte (mal sehen was ich mit meine Bezzi und laissez-faire-Zubereitung daraus mache), dann freue ich mich schon auf Parotta Gran Crema und Amibile den Sekem ebenfalls organisiert hat.

    Grüße
    Holger
     
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  7. #7 Yoku-San, 22.06.2021
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    Das war der hier, hatte mir eine Freundin aus der Schweiz als Geschenk geschickt. Ich war auch sehr erstaunt, dass ein Robusta so schmecken kann:

    Ruanda, Nyabarongo, Kleinbauern Genossenschaft
     
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  8. #8 silverhour, 22.06.2021
    Zuletzt bearbeitet: 22.06.2021
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    Ich freue mich ja jedesmal wie bolle über die Kaffeespenden verschiedener Röster, vor allem wenn ich ein, zwei Päkchen mit nach Hause nehmen kann. "Klar, schnorren findet jeder gut" - neee, nicht das Schnorren macht den Reiz, sondern "niedrigschwellig" Bohnen zu testen, die sonst nicht ihren Weg in meine Mühle finden würden da sie vielleicht nicht 100%ig mein Beuteschema treffen oder ich vielleicht die Röster noch nicht einmal kenne.

    Dieses Jahr konnte ich eine angebrochene 250gr Packung Bohnen abgreifen, bei denen sogar beides zutrifft: Ich hatte vom Röster noch nie etwas gehört (und das obwohl er Boardie ist, @speedy / Roman wenn ich mich nicht irre?) und wäre auch an der Packung nicht hängen geblieben, da dunklere Blends mit Robustaanteil eigentlich nicht (mehr) meinen Geschmack treffen.

    Rösterei : Eskaro
    Bohne : "Espresso Hausblend"
    Bohnen : 70% Arabica / 30% Robusta, Brasilien, Honduras, Indien, Guatemala
    geröstet am : 08.06.2021
    gemahlen / bezogen mit : Mazzer SJ / LM GS3
    getrunken als : Cappuccino und Espresso

    Normalerweise schenke ich der Packung wenig Beachtung und urteile nur heimlich über das Design, da mich beim Kaffee ehr die inneren Werte interessieren. Bei dieser Packung lohnt sich aber ein genauerer Blick auf das, was da geschrieben steht: "Hausblend" mit zumindest Länderangaben der Bohnen und A/R Mischverhältnis - soweit so gut. "Röstkaffee aus Trommelröstung" - ja, hatte ich erwartet, aber für den unbedarften Kunden eine wichtige Info. Der Röstgrad wird als "4 von 5 Bohnen" angegeben und der Geschmacksrichtung kurz und knapp beschrieben - so kann man sich was vorstellen (naja, fast, ich habe noch nie an Tropenholz gelutscht und kann mir da nix vorstellen). Dazu einen Hinweis auf geeignete Zubereitungsmethoden (wobei ich einen ehr dunklen Kaffee sicher nicht in Aeropress kippen würde!) und - wie ich finde - eine viel zu oft vergessene Info: Das Röstdatum! Was auf den ersten Blick wie ein normales Etikett aussieht entpuppt sich beim zweiten Blick als vorbildlicher Informationsträger. Da könnten und sollten sich einige Röster eine Scheibe von abschneiden!

    Aber es geht um Kaffee.... Das Bohnenbild sieht gut aus, sehr gleichmässig trotz unterschiedlicher Sorten und dunkelbraun geröstet, die ersten Böhnchen fangen schon an im eigenen Öl zu glänzen. Für meinen Geschmack wäre das schon Röstgrad "5 von 5 Bohnen", aber das ist immer subjektiv. Der richtige Mahlgrad ist schnell gefunden und eine kräftige, zähflüssige Füssigkeit fließt in die Tasse - ein Anblick wie im Bilderbuch. Die Crema ist dunkelbraun und sehr kräftig, der Robustaanteil (und vielleicht auch Malabar?) macht seinen Job anständig.
    Im Cappuccino stellt der Espresso sofort klar, wer das geschmackliche Sagen hat: Kräftig und nussig drängt sich der Kaffee in den Vordergrund, kommt aber auch mit einem leichten Anklang vom typischen Robusta-Beigeschmack daher - einen Geschmack den ich gerne als "frisch gemahlenen Autoreifen" bezeichne. Es passt aber sehr gut, ohne würde wahrscheinlich etwas fehlen und der Cappu zu dünn wirken.
    Überrascht war ich dann beim Espresso: Der Robusta-Beigeschmack ist fast weg! Dafür ist eine karamellige Cremigkeit zu schmecken, die im Cappuccino wohl untergeht. Was bleibt ist ein kräftiger Espresso, der auch ohne fruchtige Spritzen nicht langweilig schmeckt, wohl aber einen halben Löffel Zucker vertragen kann. Wenn mir jemand diesen Espresso in der Toskana vorsetzen würde wäre mein Kommentar "ein richtig guter italienischer Espresso".

    [​IMG]

    Abschließend bleibt die obligatorische Frage: Würde ich ihn wieder kaufen? Naja, gekauft habe ich ihn ja nicht... Wie im Eingang schon beschrieben entspricht dieser Espresso eigentlich nicht meinem Beuteschema. Freunden von klassischen italienischen Espressi kann ich den Hausblend aber nur wärmstens empfehlen!
     
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  9. Sekem

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    Parrottacaffé Amabile

    Baratza Sette / Quickmill 0820R
    14,5 auf 30/32 Gramm in ca. 30 Sekunden

    Normalerweise trinke ich einen kräftigen, norditalienisch gerösteten 60% Robusta (Bio-) Espresso.
    Auf dem Kaffeenetztreffen habe ich dann meine Mühle auf den Amabile eingestellt, der nur etwas mehr als die Hälfte von dem kostet, den ich sonst trinke.
    Jetzt zuhause habe ich die Mühle auf der Einstellung belassen und trinke ihn weiter. Er spielt natürlich in einer ganz anderen Liga, als mein Bioespresso, aber er ist gut! Ich finde: ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.
    Er hat laut Beschreibung nur einen sehr geringen Robustaanteil, was sich auch dann bemerkbar macht, wenn ich (wie gestern) abends um 19 Uhr noch einen trinken will. Bei 60% Robusta war das immer gewagt. Er hat einen nussigen Nachgeschmack, wenig Säure - einfach ein prima Alltagsespresso, der bestimmt auch in einem Cappuccino eine gute Figur macht (ich trinke keine Milch).
     
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  10. speedy

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    Vielen lieben Dank für deinen Test des Kaffees. Da ich ja noch recht "frisch" im Business bin, freue ich mich über jedes Feedback. Gerne gehe ich darauf ein, um das Ganze auch mal aus Sicht des Rösters zu erklären.

    Dein Lob für den Inhalt des Etiketts höre ich sehr gerne. Zum Hintergrund sollte ich vielleicht erwähnen, dass es gewisse rechtliche Anforderungen bezüglich Form und Inhalt der Etiketten gibt. Diese werden zwar von gefühlten 90% der Kleinröster nicht korrekt umgesetzt, angesichts potentieller Abmahnungen war mir aber wichtig, rechtskonforme Etiketten zu haben. Ich erwähne das nicht, um meine geschätzten Kollegen zu diskreditieren, sondern um zu erklären, weshalb ein sperriges Wort wie "Röstkaffee" auf einer Packung für Espresso zu finden ist. Die Bezeichnung "Bohnenkaffee" bspw. würde gegen deutsches Recht verstoßen.

    Die Geschmacksbeschreibungen müssen lt. Gesetzgeber einem Fremdvergleich standhalten, daher habe ich meine Kaffees professionell verkosten und bewerten lassen. Dabei ist dann bei dem Hausblend das Attribut "Tropenholz" herausgekommen, welches bei der professionellen Verkostung / Beurteilung von Kaffee, Wein etc. verwendet wird. Ich nehme deinen Hinweis aber gerne auf und werde künftig eventuell darauf verzichten, da beim Verbraucher vermutlich eher Verwirrung als Klarheit gestiftet wird.

    Die Stärkeskala hat immer so Ihre Tücken. Ich stimme dir zu, dass der Espresso eher kräftig geröstet ist, im Vergleich zu einem wirklich öligen Dark French oder Sicilian Roast ist aber noch viel Luft, so dass ich die Skala nicht maximal ausschöpfen möchte. Wenn ich 5/5 Stärkegraden vergebe, bleibt der Kaffee im Regal stehen, weil viele Kunden Angst haben, ne ölige Totröstung zu erhalten. Die einzige Lösung wäre wohl die Skala auf 7 Stufen zu erweitern...

    Es freut mich, dass dir der Kaffee geschmacklich gefallen hat, auch wenn du eher helle Röstungen magst. Ich habe eigentlich einen sehr interessanten, hellen Espresso im Sortiment, der aber erst wieder gegen Mitte / Ende Juli lieferbar ist. Schick mir doch bitte deine Adresse, damit ich dir dann auch mal ein Muster davon schicken kann.
     
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  11. #11 silverhour, 22.06.2021
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    @speedy , Du mußt für meine rein subjektive Einschätzung keine Rechtfertigung liefern! Gerade nicht bei "freien" Einstufungen wir Röstgrad oder ähnlich. "Tropenholz" als Geschmacksbeschreibung ist mir z.B. bisher nicht untergekommen - daher kann ich bzw. mein Hirn hin natürlich nicht wiedererkennen. :rolleyes:
     
  12. #12 Barista, 22.06.2021
    Zuletzt bearbeitet: 22.06.2021
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    Liest man "Tropenholz" nicht bei Beschreibungen von Parfums? Irgendwie bilde ich mir ein, das schon gelesen zu haben.

    Die "frisch gemahlenen Autoreifen" werden mich aber nie mehr verlassen! Das Kopfkino läuft!:p
     
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  13. #13 Barista, 23.06.2021
    Zuletzt bearbeitet: 24.06.2021
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    Ich konnte jetzt eine Packung "Camocim" von Bonafede in die Mühle geben.



    Was zunächst auffällt ist, dass der Kaffee sowohl das demeter-Label, als auch das Farm-to-cup- Label trägt. Geröstet wurde er am 15.06., also schön frisch.
    Ich konnte den Kaffee heute morgen kurz probieren, einmal als Cappu und dann noch als Espresso.
    Mit blumigen Beschreibungen tu ich mir schwer, ich empfand den Arabica als sehr mild und lecker, vor allem ohne den erdigen Nachgeschmack eines Robusta. Auf dem Espresso ist da typischerweise auch keine fingerdicke Crema drauf (gezogen haben ich ihn auf meiner Quickmill 0820, d.h. kein Highend-Gerät!!!).
    Als Espresso fand ich ihn super lecker und angenehm, im Cappu schmeckt er im Prinzip auch sehr gut, geht aber in der Milch ein wenig unter. Da würde ich vielleicht eher einen etwas kräftigeren Espresso nehmen.
    Dem Espressotrinker kann ich den Kaffee auf jeden Fall empfehlen, der passionierte Cappu-Trinker muss halt probieren, ob ihm in der Milch der Kaffee noch genug "Wucht" hat.
     
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  14. #14 silverhour, 28.06.2021
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    Ich hoffe ich erwecke hier nicht den Eindruck eines raffgierigen Schnorrers, aber dieses Jahr konnte ich noch eine zweite Probepackung eines anderen Rösters mit nach Hause nehmen. Das freut mich umsomehr, als daß mir beim letzten (oder war es das vorletzte?) Treffen die Rösterei schon aufgefallen ist, ich aber zu langsam war und leer ausging.

    Rösterei : Merchant & Friends
    Bohne : "Gembo Presso"
    Bohnen : Äthiopien Sidama
    geröstet am : keine Info
    haltbar bis : 05.05.2022
    gemahlen / bezogen mit : Mazzer SJ / LM GS3
    getrunken als : Cappuccino und Espresso

    [​IMG]

    Die Packung sieht hübsch aus im Used- / Retro-Look, bietet auf den ersten Blick aber wenig hiflreichreiche Informationen: Wer oder was ist Gembo? Mir sagt es nichts. 100% Arabica und "Organic", also Bio-Bohnen - mehr ist nicht zu lesen. Erst der Blick auf das Kleingedruckte auf der Rückseite verrät mehr: Es sind äthiopische Sidama Bohnen, es klingt nach Sortenrein. Neben wenig aussagekräftigen Attributen wie "genial" und "toll" gibt es eine kurze Beschreibung, was einem in der Tasse erwartet, sowie Symbole zur empfohlenen Verwendung - Siebträger, Mokkakanne und Vollautomat. Ebenso findet sich ein Bio-Siegel.

    Die Bohnen sehen gut aus - ein klares, einheitliches Bild ohne Bruch oder o.ä. Den Röstgrad würde ich als Medium-Roast bezeichenen, objektiv betrachtet nicht zu dunkel, nach meinem Geschmack aber dunkler als ich es bei afrikanischen Bohnen schätze.
    In einem schönen, kräftigen Nussbraun fließt der Espresso in die Tasse, schlägt dabei aber noch Luftbläschen - ausgegast sollten die Bohnen eigentlich schon sein rund 6-7 Wochen nach der Röstung (Ich unterstelle ein MHD von 12 Monaten). Die Crema ist natürlich nicht fett wie bei einer Robusta-Bombe, aber ordentlich, so wie es bei reinen Arabica-Espressi üblich ist.
    Mit Milch zu einem Cappuccino aufgefüllt bin ich mehr als überrascht: Fein, weich, aber keinesfalls schwächlich fließt ein sehr angenehmes Getränk über meinen Gaumen - "Mousse au Milchschokolade" beschreibt den Geschmack am besten. Sehr lecker, sehr angenehm, ein perfekter Nachmittagscappuccino, von dem ich gerne noch eine weitere Tasse nehme!
    Gespannt probiere ich den Kaffee auch pur als Espresso, werde aber leider enttäuscht: Kaum Fruchtnoten sind zu schmecken, keine zitrische Frische, statt dessen dominieren würzige Geschmäcker, die fast schon ins erdige abzudriften drohen. Die feinen Schokonoten scheinen sich erst mit der Fusion mit Milch zu entfalten.

    Selten hatte ich Kaffee mit derart differenziertem Eindruck: Als Espresso nicht überzeugend, aber als Cappuccino einfach nur ein Träumchen!
     
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  15. #15 nosugartonight, 29.06.2021
    nosugartonight

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    Nachdem ich jetzt ein paar Tage Zeit hatte, den von Johannes mit seinem BilloJoe vor Ort gerösteten Äthiopien Guji zu genießen, möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen:
    Unglaublich prägnante Aromen, sowohl der Geruch, als auch in der Tasse. Sehr eigenständiger Charakter, den ich nur als (aus meiner Erinnerung) typisch äthiopisch beschreiben kann und trotz der recht dunklen Röstung noch eine sehr angenehme Fruchtnote, die mich am ehesten an Pflaume erinnert. Er hat, vor allem bei den ersten heißen Schlücken, etwas rauchiges, was laut Johannes durch unbeabsichtigtes Verbrennen einiger Pergamenthäutchen während des Röstvorgangs verursacht ist, was ich jedoch geschmacklich nicht als störend empfinde.

    Verglichen mit den dunklen Blends, meist mit Robusta-Anteil, die ich in letzter Zeit fast ausschließlich getrunken habe, vermisse ich ein wenig Körper (ich mag das samtige, dicke Mundgefühl), aber das ist bei dem Geschmack definitiv zu verschmerzen. Er bleibt auch in Milch schön präsent.
    Fazit: ich bin begeistert und habe große Lust bekommen, wieder mehr single origins zu kaufen. Und schwer beeindruckt, was der Eigenumbauröster leistet. Zu dem Preis könnte ich vielleicht doch mal Lust bekommen, selber ins Heimrösten reinzuschnuppern . . .
    Ich würde den auf jeden Fall wieder kaufen. Der Röstgrad trifft 100% meinen Geschmack. Ein Glück, dass das Profil in Artisan verewigt ist.

    Ich habe ihn eher richtung Ristretto bezogen:
    16g in
    26g out
    in 28 Sek

    2. Bezug:
    16g in
    30g out
    in 30 Sek war geschmacklich noch besser.

    Nebenbei noch ein positiver Aspekt: das waren die saubersten Bezüge im Bodenlosen seit langem.
     

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  16. #16 TTaurus, 01.07.2021
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    Eine Tüte von ESKARO hat sich auch zu mir nach Hause verirrt.
    Den Kaffee hatten wir auf dem Treffen bereits als V60 brew verkostet. Dort dachte ich mir schon der könnte Potential haben, war aber vermutlich mangels ausreichend heißem Wasser etwas unterextrahiert.
    Zuhause habe ich ihn dann nochmal in verschiedenen Varianten im V60 und Chemex probiert, hier waren mir aber immer die Röstaromen viel zu vordergründig, erst als er dann relativ kalt war, konnte ich ihm wieder einiges abgewinnen und konnte auch die Mandarine erahnen.
    Kurzum was macht man mit einem Filterkaffee mit zu viel Röstaromen → rein in den Siebträger.
    Das Ergebnis war dann eine schöne Überraschung und hat mir beim verkosten Shot für Shot Spaß gemacht, auch @rebecmeer durfte mitverkosten und konnte als Barschlampen Amante auch großen Gefallen finden.
    Nach Rücksprache mit Roman, ist das wohl das was seine Kunden als Filterkaffee verlangen.
    Für meine Verhältnisse schon eine mittlere Espressoröstung.
    Meiner Meinung nach, könnte er diese Röstung auch gut als Omniroast vermarkten.

    Name der Rösterei: ESKARO
    Name des Kaffees: Filterkaffee La Peña
    Produzent: ?
    Herkunft:
    Nariño in Kolumbien
    Farm: ?
    Kooperative: -
    Varietäten:
    Caturra
    Verarbeitung: honey

    Geschmacksnoten gemäss Rösterei: Der Kaffee wird bei uns leicht bis mittelkräftig geröstet und verfügt über ein komplexes Geschmacksprofil aus Dunkler Schokolade, Mandarine und Zimt.
    Geröstet: 1.6.21

    Gemahlen mit: EK43
    Bezogen mit: Dalla Corte Studio
    Sieb: IMS DC h28

    In: 18.3
    Out: 38,4
    Sek.: 56
    Temp.: 96 °C

    Beschreibung: Spannendes Potpourri floraler Noten, zu Beginn dominiert kurz weißer Pfeffer, dann entwickelt sich eine etwas spitze Säure die aber Spaß macht und zum Schluss ein Traum von Blutorange, herrlich herb und ganz leicht bitter.

    Wieder kaufen?: Ja, ich denke das ist ein Kaffee den man sich immer wieder mal bestellen kann, zu dem hat er ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis.

    Fazit: Der La Pena ist genau meins, ein Espresso bei dem ich zum Schluss noch mit der Zunge die Tasse aus schlecke so gut es geht ;-)
     
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  17. Sekem

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    Bei mir gab es jetzt nach dem Amabile von parrotta (siehe #9) "Massimo" von espressonero - 50% Arabica aus Brasilien und 50% Robusta aus Vietnam.
    Die Tüte hatte ein MHD vom 28.2.23 und musste also dringend getrunken werden. Allerdings kam er auf Umwegen zu mir, Direktbestellungen, die ich in Hamburg schon mal gemacht habe, waren deutlich frischer. Es war also keine Schuld des deutschen Händlers. Geröstet wird er in Italien (traditionelle Trommelröstung). Trotz seines Alters konnte ich ihn aber noch anstandslos Einstellen und ganz normal 1:2 beziehen. Er ist da also nicht empfindlich, 3 Monate ist ja auch noch voll im Rahmen.

    Nochmal vorneweg: Ich trinke schwarzen Espresso, ohne Milch und ohne Zucker, kann also nichts zum Thema Cappuccino u.a. Milchgetränke sagen denke aber, das folgende Beschreibung von der Verpackung voll zutrifft: "Der lang anhaltende Geschmack macht diesen Espresso ideal für Milchgetränke wie Cappuccino, Flat White und Latte Macchiato."
    Geschmacklich machte er für mich trotz des hohen Robustaanteil gar keinen so großen Unterschied zum Amabile. Den Robustaanteil merkte man aber im Nachhinein...... :)
    Preislich liegt er auch in der Range der Parrottabohnen, so daß ich eigentlich nur das von #9 wiederholen kann: Er hat einen nussigen Nachgeschmack, wenig Säure - einfach ein prima Alltagsespresso......für Menschen, die ein bischen mehr Wumms brauchen. :D
     
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  18. #18 TTaurus, 09.07.2021
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    So hier nochmal ein Espresso:

    Name der Rösterei: Bonafede
    Name des Kaffees: Espresso Limitata 60 „Costa Rica“
    Produzent: ?
    Herkunft:
    Costa Rica Region Terrazu
    Farm: ?
    Kooperative: -
    Varietäten:
    ?
    Verarbeitung: ?

    Geschmacksnoten gemäss Rösterei: Aromen von Haselnuss, Toffee und Honig. Spritziger Charakter fruchtig, zitronig
    Geröstet: vermutlich 1.6.21 (MHD 1.6.22)

    Gemahlen mit: Ceado E37S
    Bezogen mit: Dalla Corte Studio
    Sieb: IMS DC h28

    In: 15,5
    Out: 36
    Sek.: 28 (4s PI)
    Temp.: 94 °C

    Beschreibung: Für mich mal wieder ein etwas dunklerer total leckerer Espresso, den ich aber geschmacklich nicht so konkret einordnen kann. Haselnuss! Fruchtig, zitronig kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Etwas scharf und dann ordentlich eingebundene Säure aber auch Süße.

    Leider gibt es nicht mal eine Angabe zur Aufbereitung des Kaffees, sowie auch die Beschreibung ist auf der Homepage von Bonafede verschwunden, da er vermutlich abverkauft ist.

    Wieder kaufen?: Ja, theoretisch schon! (gibts aber leider nicht mehr, da aus der Limitata 60 Serie)

    Fazit:
    Als Espresso lecker, erinnert mich an gute norditalienische Röstungen, obwohl er deutlich heller geröstet ist. Wahnsinns lecker im Cappu! Was noch auffällt: Besonders lang anhaltender fruchtiger Kaffee-Duft rund um die Mühle.

    Falls jetzt jemand liest, der den Espresso mitgenommen hat und geschmacklich nichts damit anfangen kann.. Ich bezahle gerne die Versandkosten ;-)
     
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  19. #19 TTaurus, 15.07.2021
    Zuletzt bearbeitet: 19.07.2021
    TTaurus

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    Sodele, nun ein Espresso der auf dem Treffen von @Yoku-San geröstet wurde.

    Name der Rösterei:
    Johannes Pferdebox
    Name des Kaffees / Herkunft: Äthiopien Guji
    Verarbeitung: natural
    Geröstet: 19.6.21

    Gemahlen mit: Ceado E37S
    Bezogen mit: Dalla Corte Studio
    Sieb: IMS DC h28

    In: 17g
    Out: 39g
    Sek.: 32s (4s PI)
    Temp.: 94 °C

    Beschreibung: Eine Woche nach Röstung, hatte der Kaffee einen starken Rauchgeschmack, was wohl von verbrannten Silberhäutchen während der Röstung herrührte.
    War für mich so kein Genuss. Darum habe ich den Kaffee jetzt nochmal knapp zwei weitere Wochen liegen lassen.
    Nun zeigte der Kaffee ein deutlich runderes Geschmacksbild, bei dem der Rauchgeschmack gänzlich verschwunden ist.
    Der Guji zeigte, bei nur kleinsten Änderungen an den Bezugsparametern deutlich unterschiedliche Geschmacksbilder, war aber immer sehr lecker.
    Wenn ich ihn etwas kürzer gezogen habe, hatte ich teilweise Marzipan in der Tasse etwas länger erinnerte er mich dann wieder an süße Stachelbeere.
    Kurzum: Jeder Shot neuer Gaumenspaß.

    Wieder kaufen?: Ja hoffentlich nächstes Jahr ;-)

    Fazit: Ein wahnsinnig spannender und facettenreicher Guji. VIELEN DANK
     
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Der Kaffeenetz-Treffen-Kaffeespenden-Thread