Die eigene Erwartungshaltung als größter Geschmacksfaktor?

Diskutiere Die eigene Erwartungshaltung als größter Geschmacksfaktor? im Brühkaffee Forum im Bereich Maschinen und Technik; Guden.. Frage mich im Moment ob wohl beim Schmecken von Kaffee die eigene Verfassung bzw Erwartung an den Kaffee mit Abstand am meisten den...

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  1. Emess

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    Guden..

    Frage mich im Moment ob wohl beim Schmecken von Kaffee die eigene Verfassung bzw Erwartung an den Kaffee mit Abstand am meisten den Geschmack des Kaffees beeinflusst?

    Kurz zur info:
    Ich Brühe erst seit kurzem anständigen Kaffee, habe gerade einmal eine Handvoll Sorten von den bekannten hier empfohlenen Röstern durchprobiert (überwiegend light roast) blutiger Anfänger quasi.
    Setup: Commandante, Tschibo Waage, Plastik V60

    Ich habe für mich mittlerweile etwas Routine in meine Brühmethode gebracht.

    Oft fällt mir auf das der Gleiche Kaffee unter gleichen Bedingungen teilweise echt anders Schmeckt, manchmal schmecke ich die Säure mehr raus ein anderes mal dominiert eher etwas bitteres.
    Am anfang hatte ich dann immer einen aha effekt, dachte mir wow dieses mal is mir der Brew echt gelungen bzw umgekehrt dachte ich hmm vllt dieses mal der swirl zu stark oder die temp nicht exakt, unebenes Filterbett etc.

    Mittlerweile glaube ich irgendwie daran das minimale Abweichungen kaum solche Geschmacksunterschiede bringen können, habe hier am ehesten die Erwartungshaltung, evtl was wurde vorher gegessen usw. In Verdacht.

    Vor kurzem habe ich mir eine Tüte von Leuchtfeuer (Kajüte) bestellt. Bin fast daran verzweifelt, egal wie ich ihn gebrüht habe viel zu bitter.
    Dann beschlossen mal zwei tage gar keinen Kaffee zu trinken, danach kam die große Überraschung. Kajüte erneut aufgebrüht, größere Fruchtbombe hätte garnicht rauskommen können, war überwältigt!!

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
    Die logische folge daraus wäre ja dann, nicht zu sehr reinsteigern einen perfekten Brew mit flachem Kaffeebett und allem drumherum hinzubekommen sondern einfach Bohen Kaufen die einem Schmecken, bevorzugte Brewmethode benutzen und los gehts.

    Bitte nicht steinigen, ich geh schonmal in deckung;)
     
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  2. #2 wunderwombat, 06.08.2020
    wunderwombat

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    Ich bin auch "Anfänger" und habe mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Aus fast den gleichen Gründen habe ich gestern einen ähnlichen Thread eröffnet
    Inkonstante Ergebnisse

    Ich denke an dem was du sagst ist viel dran, bei Wein mache ich oft ähnliche Erfahrungen. Ich versuche gerade noch heraus zu finden was die wirklich entschiedenden Parameter für mich sind und was zwischen Vodoo und Placebo liegt.

    Ich bin gespannt auf die weiteren Meinungen.
     
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  3. cbr-ps

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    Es ist meist eine Mischung aus unterschiedlichen Faktoren. Tagesform, Erwarungshaltung und parallel bzw. zuvor genossene Speisen spielen eine Rolle, ebenso aber auch technische Aspekte wie Brühtemperatur (wie konstant und genau ist die?), Giesstechnik oder Bohnenalter.
    Hier gibt es einen interessanten Thread zum Brühen: Erfahrungsaustausch zu brew-advices bei Hario V60
     
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  4. Burny

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    Vielleicht war der Kaffee einfach noch zu frisch. 2-3 Tage können da schon den Unterschied machen.
     
  5. Emess

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    Konnte ich ausschließen, der Kaffee war ca. 3 Wochen alt.

    Ich wollte mit diesem Thread eben gerade nicht kleinste Verbesserungen und Fehlerquellensuche im Detail anregen.

    Kurz zusammen gefasst interessiert vllt eher die Frage, inwieweit FÜR EINEN OTTO NORMAL GESCHMACKSINN kleine Fehlerdetails beim Aufguß oder minderwertigeres Equipment etc eine rolle spielen, oder ob eben nicht beeinflussbare Faktoren wie Erwartungshaltung die grösere Rolle spielen.

    Als Voraussetzung natürlich das man in etwa mit einigermaßen vernünftigen Parametern Brüht sprich: brew ratio, Temperatur, Durchlaufzeit usw. in einem Bereich der Sinn macht.
    Ab und zu liest man ja in Beiträgen das auch die schnelle Tasskaff Methode die man mal nebenbei aufbrüht überraschend gut rauskommen, ein anderes mal wieder der anscheinend perfekte Brew geschmacklich nicht umhaut.
     
  6. Burny

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    Aber Erwartungshaltung und Tagesform lassen einen bitteren Kaffee nicht zur leckeren Fruchtbombe werden. Vielleicht waren es dann doch technische Details, auch wenn Du diese nicht diskutieren willst ...
     
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  7. Emess

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    Ok vllt ein anderes Beispiel, ich habe gerade einen von Machhörndl da, der mir super Schmeckt. Trinke jeden tag round about zur selben Zeit, Mittagspause länger nichts gegessen, wahnsinnig bock auf Kaffee... Gestern frei gehabt, ca eine halbe Stunde nach dem Mittagessen eine Tasse gebrüht, habe überwiegend bittere Geschmacksnoten wahrgenommen.
    Das wäre für mich so ein Beispiel bei dem ich vermute das eben andere Faktoren den Haupteinfluss nehmen, warsch das Essen davor auch wenns schon eine halbe std her war.
     
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  8. #8 Warmhalteplatte, 06.08.2020
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    Ist tatsächlich so. Trink mal Orangensaft nach dem Zähneputzen :D Aber auch weniger offensichtliche Beispiele gibt es. Sahne bildet zum Beispiel einen Film im Mund, der den Geschmack deutlich für eine lange Zeit beeinflussen kann. Schärfe kann manche Geschmacksempfindungen dämpfen etc. Viele andere Einflüsse sind aber nach einer halben Stunde und spülen mit Wasser weg.
     
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  9. #9 wunderwombat, 06.08.2020
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    Ich denke dass du Recht hast, da ich das sehr gut vom Wein kenne. Gleicher Wein, gleiche Temperatur, anderer Tag, anderes Essen, andere Getränke, speziell Weine vorab, anderes Erlebnis. Nicht umsonst gibt es ja die "Wein Begleitung" passend zum jeweiligen Gericht.
     
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  10. #10 Thorsten D., 07.08.2020
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    Interessant, kenne die Problematik mit den Bitterstoffen,
    ich habe mit der Entscheidung zum Volvic Wasser sehr dafür sorgen können die bitteren Geschmäcke rauszubekommen ( Wasserhärte und Alkalität) und auch die Brühtemp. hat für Konstante Ergebnisse gesorgt. Ich stelle die Temp. 100 Grad und lasse ein bisschen Kochen und warte kurz 30 sek, dann brühe ich.
    Auch die Ausgasung und das alter/ frische der Bohnen beeinflussen verändern den Geschmack erheblich, sogar von einem auf dem anderen Tag. Und ich habe festgestellt, das der Rao turn den Geschmack positiv beeinflusst, mache in zwischendurch auch 2x
     
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  11. #11 benötigt, 08.08.2020
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    Wenn Du die Frage googelst, wirst Du eine grosse Anzahl Studien dazu finden, die alle den von Dir erkannten Fakt bestätigen. Dabei gibt es eine Vielzahl von weiteren Einflussfaktoren, an die man vielleicht nicht unmittelbar denkt: Hormon- und Gesundheitszustand, Ausgeschlafenheit, Hunger, Wasserhaushalt des Körpers, Stresslevel, etc. Es gab also schon Wissenschaftler, die Deine Beobachtungen genauer analysiert haben.
    Insofern ein klares "Ja" zu Deiner Feststellung. Aber auch die Erkenntnis, dass man wohl wegen der unendlichen Einflüsse nichts dagegen unternehmen kann, als sich über einen Kaffee zu freuen, bei dem alles irgendwie zu passen scheint.
     
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  12. #12 Thorsten D., 08.08.2020
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    Wow, das ist ja schon abgefahren, was alles einfliesst, Technik, Wissen, Equipment/ gute Bohnen, Erfahrung und das Befinden/ Gesundheit
    Das kann ich gut nachvollziehen. Das ist ja irgendwie auch das spannende das Kaffeewissen ist so tief und umfangreich.
    Ich denke der intuitive Brew ist eine gute Antwort. Letztendlich zählt ja für uns das was in der Tasse schmeckt.
    Intuitiv, kann ich natürlich erst Brühen, wenn ich alle Parameter des Brewens beherrsche, denke damit kann man nicht starten.
    Es gibt natürlich spannende Geschmäcker und eher unangenehme Geschmäcker, die eher unangenehmen Geschmäcker können wir mit Kaffeewissen, Erfahrung
    gut abstellen.
     
  13. #13 turriga, 08.08.2020
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    Den Meisten wohl auch bekannt: das Gericht oder der Wein im Urlaub sehr genossen, zuhause dann eher eine Enttäuschung, ist ein weiterer Beleg für den großen Einfluss auch der Stimmungslage auf das persönliche Geschmacksempfinden.
     
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  14. #14 flopehh, 08.08.2020
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    Stimmt genau: ab und zu, und aus nicht erklärbaren Gründen, passiert genau das: der Kaffee passt wie Faust aufs Auge. Obwohl man nach den selben Parametern brüht wie sonst auch. Mein letztes Aha Erlebnis in der Art hatte ich vorgestern mit einem Tansania-Kaffee von JB und meiner neuen Aeropress.
    Dann einfach freuen und schnell eine Rezension hier im KN schreiben mit ein paar Fotos ;)
     
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  15. #15 Sebastiano, 08.08.2020
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    Eigentlich ein ganz heftiger Hammer, dass hier über individuelle Genuss-Aspekte diskutiert werden muss, die eigentlich das selbstverständlichste der Welt sind - zumindest für einigermaßen bewusste, reflektiert denkende, genießende und lebende Menschen…

    Nun denn – hier noch ein eigentlich ebenso selbstverständlicher Aspekt, der an den Pfad anknüpft, der von @benötigt dankenswerter Weise bereits aufgezeigt wurde und von @turriga in Richtung Vino erweitert wurde. Genau hierzu ein ergänzender Gedanke, der exakt auch für ein Genussmittel wie Caffè eingesetzt werden kann:
    Gruß, Sebastiano
    .
     
  16. Emess

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    Jedenfalls für einen Einsteiger schon interessant zu wissen das man eben manchmal nicht nur nach Fehlern/Abweichungen beim Brew suchen muss wenn die Tasse mal geschmacklich etwas daneben liegt.

    Was natürlich auch nicht heißt das man mit den verschiedenen Kaffees nicht die unterschiedlichen Parameter (Temperatur, Durchlaufzeit etc.) ausprobieren muss.
     
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